Augenfundus-Handkamera
Die vorliegende Erfindung bezieht sieh auf eine Augeniundus-EIandkamera, mit deren Ililfe ein Beobachter während der Unter snchung des Augenfundus von diesem photographische Aufnahmen machen kann.
Der Zweck der Erfindung liegt darin, eine kleine leicht und einfach bedienbare Funduskamera zu schaffen.
Beinahe alle heute gebräuchlichen Funduskameras sind vom Typ der Zeiss-Nordenson Nonstruktion oder deren verbesserte Typen, weisen ein grosses Gewicht auf und sind schwer zt bewegen und können nicht zur Beobachtung von bettlägerigen Patienten verwendet werden.
Die Kamera gemäss der vorliegenden Erfin dung unterscheidet sich in ihrer Grösse nicht so sehr von einem normalen, elektrischen c)phthalmoskop; sie kann mit einer Hand sehr nahe an das zu untersuchende Auge gebracht werden und kann, durch einen Finger betätigt, den zu untersuchenden Fundus während der Untersuchung bildlich festhalten.
Die Fundus-Handkamera gemäss vorliegender Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass sie zur Aufnahme von Photographien eine Blitzliehtlampe und zum Beobachten eine elek trisehe Kleinlampe aufweist, welch letztere der Beleuchtung des Fundus dient, und dass eine Linse mit einer Brennweite von annähernd 0,5 bis annähernd 5,0 ein als Hauptlinse gegen über dem zu untersuchenden Fundus so angeordnet ist, dass das Fundusbild auf einem Film von einer Breite von annähernd 8 bis annähernd 16 mm festgehalten werden kann.
Ferner kann sie einen drehbaren Reflektor aufweisen, zum Zwecke, einen durch die Hauptlinse durehtretenden Lichtstrahl abzulenken, dass der Fundus auf der Filinober- fläche abgebildet werden kann.
Im folgenden wird der Erfindungsgegenstand anhand von Zeichnungen eines Ausführungsbeispiels erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 einen Axialsehnitt durch die Handkamera,
Fig. 2 einen Schnitt gemäss Linie 2-2 der Fig. 1.,
Fig. 3 eine Einzelheit der Kamera im Schnitt.
Die Kamera besitzt einen Beleuehtungsteil Ä und einen Kamerateil B. Der Beleuehtungsteil Ä ist ausgerüstet mit einer Klein-Blitz lichtlampe 1 und einer elektrischen Kleinlampe 2 zur Beleuchtung bei der Beobachtung.
Die Längsachsen der beiden Lampen schneiden sich unter einem rechten Winkel. Eine durch wichtige Glasplatte 3 ist so angeordnet, dass sich auf seiner, der Blitzlichtlampe zugekehrten Oberfläche, der Aehsensehnittpunkt der beiden Lampen 1 und 2 befindet, die ihrerseits zur Platte 3 symmetrisch angeordnet sind. Das aus der Lampe 2 austretende Lichtstrahlbündel wird an der Platte 3 reflektiert, so dass es aus der Quelle 1 zu stammen scheint.
Anschliessend wird es mittels Konvexlinsen Kondensern 4 und 5, welche in der Achse der Blitzliehtlarnpe 1 angeordnet sind, gesammelt einem Prisma 6 zugeführt und in diesem mn 90O abgelenkt, durch die untere Hälfte einer Pupille 8 eines zu untersuchenden Auges 7 auf dessen Fundus gelenkt, der kreisförmig beleuchtet wird.
Im Kamerateil B ist eine kurzbrennweitige Linse 9, welche dem zu untersuchenden Auge 7 gegenüberliegt und eine Linse 11 angeordnet. Die Linse 11 ist mit andern Linsen 11 verschiedener Brennweite in einem drehbaren Linsenträger 10 gelagert, so dass je nach Bedarf eine der Linsen 11 in die Wirkungs- stellung gebracht werden kann, wie dies später ausgeführt wird. Ein Satz Okularlinsen 12 und 13 sind koaxial mit den Linsen 9 und 11.
Ein beweglicher Spiegel 15 schliesst eine Dunkelkammer 14 nach unten ab. Dieser Spiegel 15 kann um eine Drehachse 16 in Pfeiirich- tung nach unten geklappt werden. Wenn der Spiegel 15 die in den Fig. 1 und 3 mit ausgezogenen Linien angegebene Stellung einnimmt, geht das Liehtstrahlbündel vom Augenfundus durch die Linsen 9 und 11, das Linsensystem 12 und 13 in das Auge des Beobach- ters. Wenn der Spiegel 15 gedreht ist (gestriehelte Linien), so bildet er mit der Achse der Hauptlinse 9 einen Winkel von 45" und ein von der Hauptlinse 9 kommendes Liehtstrahlbündel wird um 90" abgelenkt, was erlaubt, die Netzhaut auf dem Fundus des untersuchten Auges auf einem Film 18 während der Untersuchung festzuhalten.
Der Spiegel 15 weist an seinem vorder Ende einen Kontaktpunkt 19 auf, welcher bei umgeklappter Stellung auf einen andern Kontaktpunkt 21 an einem Linsenrohrträger 20 so auftrifft, wodurch der Stromkreis der Blitzlichtlampe 1 geschlossen wird und ein Blitzlicht entsteht.
Ein Fadenkreuz 22 ist in der Achse der Hauptlinse 9 vorgesehen, derart, dass dieses im gleichen Brennweitenabstand sieh befindet wie der Film 18 mit Bezug auf den umklapp- baren Spiegel 15. Das im Fadenkreuz entstehende Bild wird somit auf dem Film entstehen, wenn der Spiegel 15 nach unten geklappt ist.
Im vorliegenden Ausführungsbeispiel wurde der Abstand zwischen der Hauptlinse 9 und der Bildebene des Films 18 gleich der Brennweite der Hauptlinse 9 gewählt. Wenn also die Kamera nahe an das zu untersuchende Auge gebracht wird (der Abstand zwischen der Hauptlinse und dem vordersten Punkt der Hornhaut beträgt normalerweise ungefähr 10 mm), so wird das Bild des Fundus im Falle eines normalsiehtigen Auges - da die Strahlen vom Fundus parallel laufen - auf der Filmoberfläche ohne Hilfe einer zusätzlichea Linse scharf abgebildet. Wie Versuche ergaben, ist die Hauptlinse 9 mit einer Brennweite von annähernd 30 mm richtig dimensioniert.
Im Falle eines normalsiehtigen Auges wird ein Bereich von zwei Pupillen-Dureh- messern der Netzhaut mit einem Durchmesser von annähernd 12 mm auf dem Film abgebildet.
Der verdrehbare Linsenträger 10 ist eine sogenannte Leeos-Linsenseheibe. Er weist eine Anzahl Linsen mit kleinem Durchmesser und einer Breehkraft von 0-30 Dptr. auf, welche auf seiner Peripherie angeordnet sind und welche wahlweise in die optische Achse der Hauptlinse 9 gebracht werden können. Obschon es sowohl konst. ruktiv wie herstellungs technisch vorteilhaft ist, die Hauptlinse und die Leeos-Seheibe als getrennte Stücke auszuführen, können natürlich die beiden bequem zu einer einzigen Linse kombiniert werden.
Beim Gebrauch der vorgängig beschriebenen Kamera wird zuerst die Kleinlampe 2 zur Beleuchtung in Betrieb gesetzt, und dann wird die Kamera nahe an das zu untere suchende Auge gebracht, so dass durch die untere Hälfte der Pupille das die Netzhaut erhellende Lieht eintritt, wobei die Netzhaut durch die Okular 12 und 13 beobachtet wird.
Wenn das zu untersuchende Auge nicht nor- malsichtig ist, sondern einen Brechungsfehler aufweist, so kann mittels Vabl der passenden Linse durch Drehen der Linsenseheibe 10 dieser Brechungsfehler korrigiert werden, wodurch auf der das Fadenkreuz tragende Platte ein scharfes Bild entsteht. Ansehliessend wird mittels des Zeigfingers der Hebel 17 be wegt und dadurch der Spiegel 15 in die umgeklappte Stellung gebracht.
Dadurch wird das Liehtstrahlbündel durch die Hauptlinse auf dem Film ein Bild abbilden, und zu gleieher Zeit wird mittels der Blitzlichtlampe 1. ein Blitz erzeugt, welcher den Film exponiert.
WN'enn eine elektronische Xenonblitzlichtlampe als Lichtquelle verwendet wird, so ist ein Auswechseln der Lampe nach jeder Filmaufnahme nicht nötig, denn mit einer solchen Lampe können mehrere Bilder aufgenommen werden.
Durch den Gebrauch von Farbenfilmen können für Kliniken wertvolle Photographien des Fundus hergestellt werden.