Haushaltkühlanlage. Während in Grossbetrieben bei der Lage rung von leicht verderblichen, organischen Stoffen die Kühlung durch Kühlanlagen in steigendem Masse zur Anwendung kommt, hat sie im Haushalt noch nicht den ihrer wirt schaftlichen und volksgesundheitlichen Be deutung entsprechenden Eingang gefunden.
Der Grund hierfür liegt hauptsächlich darin, dass die Anschaffungs- und dauernden Betriebskosten für einen zweckentspre chenden, elektrisch betriebenen oder gasbe triebenen Kühlschrank für die überwiegende Mehrzahl der Haushalte untragbar sind.
Die handelsüblichen Eiskasten sind zwar in der Anschaffung für den Haushalt erschwinglich, besitzen aber den Nachteil, dass sie nur bei sehr reichlicher Beschickung mit Eis ihrer Aufgabe gerecht werden und daher dann im Betrieb ziemlich kostspielig sind. Ein weiterer, recht unangenehm fühl barer Nachteil der Eiskasten ist die unver meidliche Feuchtigkeit und die Notwendig keit der häufigen Entfernung des Schmelz wassers.
Auch die bisher in Gebrauch gekommenen Haushaltkühlschränke mit Wasserkühlung entsprachen den Erwartungen hauptsächlich aus dem Grunde nicht, weil bei ihnen die die Kühlung bewirkende Wassererneuerung nur gleichzeitig mit der Wasserentnahme für Haushaltzwecke erfolgte, wenn man nicht das teure Trinkwasser nur zur Kühlung durch- laufen lässt, was aber wegen der hohen Was serkosten praktisch nicht angängig ist.
Die Kühl-,virkung war daher ganz von dem in unregelmässigen Zeitintervallen und auf unregelmässige Zeitdauer stattfindenden Wasserverbrauch in .dem betreffenden Haus halt abhängig. Während der oft mehrstün digen Entnahmepausen, wie sie im Haushalt bei Tage, insbesondere aber bei Nacht unver meidlich sind, hört die Erneuerung des Kühl wassers gänzlich auf und damit auch die zur Deckung des Isolationsverlustes nötige Kälte zufuhr. Wenn dann nach einer Entnahme pause wieder gezapft wird, fliesst das in den Leitungen gestandene und angewärmte Was ser durch die Kühlanlage, und da die Ent nahmezeit in der Regel nur kurz ist, wird keine Kühlwirkung ausgeübt. Dieser wärme wirtschaftlich ungünstige Stossbetrieb macht solche Anlagen für den praktischen Gebrauch unzuverlässig.
Im Zusammenhangs mit solchen stossweise betriebenen Durchlaufkühlern wurde auch die Verwendung eines Wasserleitungshahnes vorgeschlagen, der es ermöglicht, das Wasser entweder vom Wassereinlass unmittelbar zum Ablauf oder zum Kühlschrank und erst dann zum Ablauf fliessen zu lassen.
Ferner ist es bekannt, einen Durehlauf- kühler mit einem Sammelbehälter und ange schlossener Abwasser- und Nutzwasserleitung auszustatten, wobei der Wasserdurchfluss in Abhängigkeit von der Temperatur im Kühler durch einen Thermostat gesteuert wird, indem der Thermostat die Abwasserleitung bei stei gender Temperatur öffnet. Diese Anlage ist weniger wirtschaftlich als die erfindungsge- mässe, weil häufig Kühlwasser als Abwasser für die Nutzung verlo-rengeht.
Die Erfindung stellt sich ntin die Auf gabe, einen wirtschaftlichen Kühlschrank für den Haushalt zu schaffen, der ohne Wasser- vergeudi,mg eine wirksame Kühlung ermög licht. Erfindungsgemäss durchfliesst das Lei tungswasser den Kühlschrankkühler, um hierauf einem offenen Speicher zuzufliessen, wobei der annähernd ständige Durchfluss durch ein Regelorgan derart einstellbar ist, dass die durchfliessende Wassermenge dem Wasserverbrauch aus dem Speicher ent spricht, um in wirtschaftlicher Weise eine gute Kühlwirkung zu erzielen.
Auf diese Weise ist es möglich, bei Verwendung von kühlem Leitungswasser (z. B. Wiener Hoch quellwasser) eine Kühltemperatur Letter 8 C zu erreichen, die zum Frischhalten von Le bensmitteln geeignet ist. Für eine grosse An zahl von Genussmitteln genügen auch Tempe raturen bis 10 C. Das den Kühlschrank kühler verlassende Wasser ist naturgemäss wärmer als das zugeführte Frischwasser; da her ist zweckmässig vorgesehen, das Trinkwas ser, welches einer gewissen Frische bedarf, vorher abzuzapfen.
Das übrige im Haushalt verwendete Wasser, also für Kochzwecke, Bäderbereitung, Abortspülumg, Wäschereini gung, Geschirrspülung usw., braucht nicht nur nicht kalt zu sein, sondern hat bei höhe rer Temperatur den Vorteil, einerseits weni ger Energie bei der Heisswasserbereitung zu beanspruchen und anderseits, z. B. für kalte Bäder und Duschen, für Tiertränkung und ztun Begiessen von Pflanzen, bekömmlicher als ganz kaltes Wasser zu sein.
Zweckmässig können vom Kühlwasser durchflossene Rohre in einem die Kühlfähig keit vergrössernden Kälteträger gebettet sein, um Temperaturschwankungen auszugleichen.
Das Regelorgan zur Einstellung des Durchflusses entsprechend der zu verbrau- chenden Nutzwassermenge kann aus einem Mehrweghahn bestehen, der bei einer be stimmten Stellung des Hahngriffes die Ent nahme von Trinkwasser in einem durch Ka- librierung beschränkten Ausmass und bei an dern Stellungen den Durchfluss durch den Kühlkörper in abgestuften Mengen gestattet.
An Hand der Zeichnung wird die Erfin dung in einigen beispielsweisen Ausführungs formen erläutert. Fig. 1 veranschaulicht die Erfindung schematisch in einfachster Aus führungsform, während die Fig. 2 und 3 De tails dazu zeigen. Die Fig. 4 und 5 bzw. 6 und 7 betreffen zwei andere Ausführungen.
Nach Fig. 1 ist an die als bestehend ange nommene oder bei Neubauten zu verlegende Wassersteigleitung 1 an einer hierfür geeig neten Stelle, z. B. in der Küche, ein Abzweig stück 2 angeschlossen, das zweckmässig einen durch Kalibrierung, z. B. Düse oder Blende, begrenzten Wasserdurchlauf gestattet.
Das aus der Steigleitung kommende Frischwasser kann durch das Abzweigstück 2 in einen Kühlkörper 3 geleitet werden. Es fliesst dann in einen Wasserbehälter 4, der mit Schwimmerabschluss 5 und Überlauf (nicht dargestellt) ausgestattet ist. Aus diesem Be hälter 4 wird durch eine Leitung 6 Wasser entnommen für alle Zwecke, ausgenommen zum Trinken.
Der Bedarf an Trinkwasser wird durch Abzapfung aus der Frischwasserleitung 1, z. B. beim Abzweigstück 2, gedeckt (nicht ge zeichnet).
Das Wasser entzieht beim Durehfluss durch den nach aussen hin wärmeisolierten Kühlkörper Wärme dem vom Kühlkörper umschlossenen Kühlraum und den darin auf bewahrten Gegenständen, z. B. Nahrungs- und Genussmitteln.
Um die Kühlung gleichmässiger zu ge stalten, ist der Kühlkörper so ausgebildet, dass das Frischwasser, in einem gut wärme leitenden Rohr fliessend, Wähne einem Kälte träger entzieht und dass dieser als Kältespei cher für den Kühlraum wirkt, wenn der nor malerweise durch das strömende Wasser er- folgende Wärmeentzug zeitweise, z. B. bei Höchstfüllung des Wasserbehälters, unter brochen wird. Eine solche Ausbildung ist bei spielsweise in Fig. 2 und 3 dargestellt. Der Kühlkörper 3 umgibt den Kühlraum 7 und besitzt ein Kühlrohr 8, das in einem Hohl raum 9 angeordnet ist, der einen Kälteträger, z. B.
Wasser, Salzlösung oder einen flüssigen Kohlenwasserstoff usw., enthält. und aussen einen Isoliermantel 10 gegen Wärmeverluste aufweist.
Der Verschluss des Kühlschrankes erfolgt. durch einen isolierenden Deckel 11, um die abgekühlte Luft des Kühlraumes nicht bei jedem Öffnen abfliessen lassen zu müssen, wie dies bei üblichen seitlichen Verschlüssen unvermeidlich ist. Der Wasserspeicher ist zweckmässig oberhalb des Kühlschrankes auf gehängt, könnte aber auch an einer andern Stelle der Wohnung oder in einem Dachraum untergebracht. sein.
Um die Verbindung des Kühlkörpers mit der Wasserzu- und -ableitung möglichst wärmeisolierend zu gestalten, sind Zwischen stücke aus sehleeht wärmeleitendem Stoff, z. B. Porzellan, Hartgummi, Glas oder ähn liches, vorgesehen, die zweckmässig auch als Rückschlagorgane ausgebildet sein können, um ein Rückströmen des Kühlwassers zu ver hindern.
Das Abzweigstück 2 ist. zweckmässig als Mehrweghahn ausgebildet, der bei einer be stimmten Stellung des Halmgriffes die Ent nahme von Trinkwasser in einem durch Kali brierung beschränkten Ausmass und bei an dern Stellringen den Durchfluss durch den Kühlkörper in abgestuften Mengen gestattet. Diese Einstellbarkeit des Kühlwasserdurch- flusses hat. den Vorteil, dass einerseits den wärmewirtschaftlichen Bedürfnissen jeweils bestmöglich entsprochen werden kann und anderseits auch bei besonders grossem Ver brauch von Speicherwasser (z.
B. an Wasch tagen oder zur Bäderbereitung) der Speicher rasch nachgespeist werden kann.
Durch diese Anordnung ist es möglich, den Fassungsraum des Speichers verhältnis mässig klein zu halten. Dieser Fassungsraum richtet sich im übri gen nach der Menge und Art des im betref fenden Haushalt üblichen Wasserverbrauches. Im städtischen Haushalt wird der Fassungs raum etwa 100 bis 250 Liter betragen.
Für einen kleinen Haushalt reicht. ein Be hälter von<B>100</B> Liter völlig aus. Der Platz bedarf der Anlage ist. relativ gering. Die An schaffung der Anlage ist weit billiger als gas- oder elektrisehbetriebene Kühlschränke, benö tigt nicht mehr nutzbaren Platz als diese, wenn der Nutzwasserspeicher in der Nähe der Decke angebracht ist und keine Behinderung der Bewegung in dem betreffenden Raum ver ursacht, und hat den grossen Vorteil, dass praktisch keine Betriebskosten entstehen.
Die Wirkung eines Durchlaufkühlers reicht wohl nicht an jene der gas- oder elektrischbetrie- benen Kühlschränke heran, da selbstverständ lich nicht bis auf den Gefrierpunkt abge kühlt werden kann; es lässt sich aber die im Haushalt zur Frischhaltung erforderliche Kühlung erzielen, und man vermeidet dabei die Unannehmlichkeiten des Auftauens. Vor ausgesetzt muss dabei werden, dass das Lei tungswasser natürlich entsprechend kühl ist.
Eine zweite Ausführungsform ist in Fig. 4 und 5 dargestellt. Sie stellt die Verbindung der an Hand von Fig. 1 bis 3 beschriebenen Ausführung mit einem unterhalb des Kühl körpers befindlichen zweiten Kühlraum dar. Gleiche Teile sind mit gleichen Ziffern be zeichnet. Diese Ausführungsform ermöglicht die Ausnützung der vom Kühlkörper nach unten abströmenden Kaltluft. Durch Betätigung einer Klappe 12 kann die vom Kühlkörper 3 zum darunter befind lichen Kühlraum 13 strömende Kaltluft nach Bedarf eingestellt werden.
Diese Bauart ist in Kastenform, ähnlich den handelsüblichen Eiskästen, mit isolierten Wänden ausgeführt.
Eine dritte Ausführungsart, in Fig. 6 und 7 dargestellt, soll die Ausnützung der Kühlwirkung des Speicherwassers noch er- möglichen. Zu dem Zwecke ist der Speicher behälter über dem Kühlschrank angeordnet, wobei ein Kasten 14 den Kühlschrank umgibt und bis zum Speicherbehälter reicht, so da-ss dieser oben den Abschluss dieses Kastens bil det. Es wird so ein durch die vom Speicher behälter absinkende Luft gekühlter Kühl raum 15 beschaffen, der für die Aufbewah rung wenig empfindlicher Lebensmittel, wie Obst, Gemüse und dergleichen, dienen kann.
Selbstverständlich ist im Kasten eine Tür (nicht gezeichnet) vorgesehen. Im übrigen kann die Anlage nach Fig. 2 und 3 oder nach Fig. 4 und 5 ausgebildet sein. Dadurch, dass die Isolierung des Kühlkörpers bei dieser Bauart nicht von der Aussenluft, sondern von der kühleren Innenluft des obern Kühlrau mes umgeben ist, wird die Kühlwirkung des Kühlkörpers erhöht. Die vorstehend beschriebenen Ausfüh rungsformen sind in erster Linie als Einrich tungen für den städtischen Haushalt gedacht.
Die fast ständige Wasserbewegung im Rohrnetz verhindert auch die Ausscheidung von Luftbläschen, deren Sauerstoffgehalt sonst Anlass zur Korrosion der Innenwand des Rohrnetzes gibt. Durch die Speicherbe hälter tritt auch eine Entlastung des Zentral netzes ein, weil durch diese Behälter die Spitzenbelastungen ausgeglichen werden. Vom Behälter weg können Nichtmetalle für die Rohrleitungen Verwendung finden.