Gerät zum Einbau in Räucherkammern zur Erzeugung von Rauch und Wärme. Zum Erzeugen von Rauch und Wärme in Räucherkammern werden verschiedene Mittel und Methoden angewendet. Ein grosser Teil der Räucherkammern ist sehr primitiv ein gerichtet. Die Wärme und der Rauch werden einfach durch Verbrennen von Holz und Sägemehl erzeugt.
Dauerwurstwaren, wie solche, auch der Landwirt herstellt, werden während relativ langer Zeit geräuchert, so dass sie austrock nen und dadurch lange Zeit haltbar werden. Die Frischräucherwaren, welche Metzger und Wurstfabriken herstellen, dürfen nicht aus trocknen; ihre Haltbarkeit ist daher auf wenige Tage beschränkt. Während zur Her stellung von Dauerwurstwaren Räucherkam mern primitivster Art, bei welchen der Rauch und die Wärme einfach durch Verbrennen von Holz und Sägemehl erzeugt wird, ge nügen, sind für die Herstellung saftiger, gut aussehender Frischräucherwaren, die höch stens einige Stunden im Rauch hängen dür fen, Rauch und Wärmeverhältnisse erforder lich, die in Räucherkammern,
in welchen der Rauch und die Wärme einfach durch Ver brennen von Holz und Sägemehl erzeugt wer den, praktisch nicht zu erzielen sind, weil der Verbrennungsprozess von Sägemehl und Holz vom natürlichen Zug des Kamins und von der Feuchtigkeit des Holzes und des Säge mehls abhängt, so dass die Wärme- und Rauchverhältnisse nicht willkürlich bestimmt werden können.
Um diesem Übelstand entgegenzuwirken, sind in die Räucherkammern zusätzliche regu lierbare Wärmeerzeuger eingebaut worden. beispielsweise Gasheizbrenner oder elektrische Heizelemente. Auch die Verbrennung des Sägemehls wird durch eingebaute Gasbrenner oder elektrische Heizkörper beeinflusst.
Es hat sich jedoch gezeigt, dass die durch Gasbrenner erzeugte Wärme auf bestimmte Wurstwaren nachteilig wirkt, weil die er zeugten Gase infolge der relativ grossen Frischluftzufuhr, die für die Verbrennung des Gases erforderlich ist, zu feucht sind. Elektrische Heizbrenner dagegen erzeugen eine zu trockene Luft.
Es ist daher sehr schwierig, die für den Räucherprozess gün stigen Wärme-, Rauch- und Feuchtigkeits verhältnisse im Rauchraum herzustellen und beizubehalten, so dass eine aufmerksame War tung erforderlich ist und trotzdem die Ware nicht immer in der gewünschten -Räucher- qualität erzeugt werden kann. Ist der Rauch zu heiss, dann trocknet die Ware zu sehr aus, wobei selbstverständlich auch Fett entweicht. Ist der Rauch jedoch zu kalt, dann werden die Waren nicht durchgehend gleichmässig geräuchert. In beiden Fällen ist die Ware un ansehnlich, entweder fleckig, rissig öder schmierig.
Auch die Haltbarkeit der Ware ist selbstverständlich weitgehend von der Rauch- und Wärmeeinwirkung beim Räu chern abhängig. Die Verwendung verschie dener Fleischsorten und der Querschnitt der Wurstwaren bestimmen weitgehend die er forderlichen Verhältnisse von Rauch und Wärme im Rauchraum. Dünne Würste, wie Frankfurter und Wienerli usw., erfordern an dere Rauch- und Wärmeverhältnisse als dicke Würste, die für den Aufschnitt be stimmt sind.
Wesentlich ist auch, dass die Wärme und die Rauchdichte über den ganzen Rauchraum querschnitt, in welchem die Ware hängt, gleichmässig verteilt ist, was ohne zusätzliche Wärmequellen gar nicht erreicht werden kann, weil die natürliche Verbrennung von Holz und Sägemehl dort am intensivsten ist, wo der durch den Kamin erzeugte Luftzug am stärksten wirkt, also in der Mitte des Luft- bezw. Rauchstromes.
Vorliegende Erfindung bezweckt, ein in Serien herstellbares Gerät zu schaffen, das in Rauchöfen eingebaut werden kann und mittels welchem verschiedene für den gün stigsten Räucherprozess erforderliche Be triebszustände zum Räuchern der Ware ein gestellt werden können.
Die Erfindung besteht darin, dass das Ge rät mindestens zwei in einer Vorderwand des selben montierte Luftregelklappen, einen parallel zu den Drehachsen der Luftregel klappen angeordneten.
Zündflammenbrenner, links und rechts winklig zu den genannten Achsen der Luftregelklappen angeordnete Gasherz- und Zündflammenbrenner sowie über diesen treppenartig übereinander ange ordnete elektrische Heizkörper aufweist, dass die Gasheizbrenner und eine der Luftklap pen sowie die elektrischen Heizkörper durch wenigstens teilweise in einem über den Klap pen angeordneten Raum untergebrachte elek trische Steuerorgane automatisch durch einen Thermostat steuerbar sind, und dass eine der Luftklappen sowohl von Hand als auch auf elektrischem Wege automatisch vom genann ten Thermostat steuerbar ist, das Ganze dazu bestimmt, in eine Öffnung der Stirnwand eines Rauchofens geschoben und an dieser Wand befestigt zu werden.
In beiliegender Zeichnung ist eine bei spielsweise Ausführungsform des Erfindungs gegenstandes veranschaulicht; es zeigt: Fig. 1 einen Vertikalschnitt durch das in einen Rauchraum eingebaute Gerät;
_ Fig. 2 in .der rechten Hälfte eine Front ansicht des Gerätes, in der linken Hälfte einen Schnitt nach Linie I-I in Fig. 3, Fig. 3 eine Draufsicht des Gerätes nach Fig. 1 und 2, Fig. 4 die Luftregelklappen in geschlos sener Stellung,
Fig. 5 die Luftregelklappen in der Stel- lung beim Räuchern, Fig. 6 die Luftregelklappen in der Stel lung zur totalen Entlüftung des Rauch raumes.
Die Vorderwand 1 des Rauchofens hat eine Öffnung 2, die durch T-Eisen 3 einge- fasst ist. Der Boden des Räucherraumes ist mit feuerfesten Platten 4 ausgelegt. Das Ge stell des Gerätes zum Erzeugen -von Rauch und Wärme besitzt die Vorderwand 5 und die Rückwand 6, an der die Tragbleche 7 an geordnet sind, welche durch die Verbindungs stangen 8 mit der Vorderwand 5 in einem Abstand, der nahezu der Ofentiefe entspricht, miteinander verbunden sind. Die Vorderwand greift über die T-Eisen 3 und wird an diesen durch Riegel oder Schrauben 9 befestigt.
Mit den Fussplatten 6' an der Rückwand 6 stützt sich das Gestell auf die Bodenplatten 4 ab. In der Vorderwand sind die Luftregelklap pen 10 und 11 auf dem Gasbrennerrohr 12 schwenkbar gelagert. Am einen Ende der Klappe 10 ist die Klappe 13 derart gelenkig befestigt, dass zwischen den beiden Klappen ein Spalt 14 von ungefähr 1 cm Breite ver bleibt. Das Gasbrennerrohr 12, auf dem die Klappen 10 und 11 schwenkbar gelagert sind, ist drehbar, so dass die aus diesen austreten den langen Zündflammen 12' bei entsprechen der Einstellung ihrer Richtung auf das Säge mehl 29 auftreffen und dieses entzünden. Diese Zündflammen können so gerichtet wer den, dass sie durch den Luftspalt 14 zwi schen den Klappen 10 und 13 hindurchbren nen.
Durch den Gasstrahl wird Luft mit gerissen, die den Gasflammen und dem dahin terliegenden Sägemehl den zur intensiven Verbrennung erforderlichen Sauerstoff lie fert. Es kann auch Frischluft unter der Klappe 13 hindurch in Pfeilrichtung ein strömen (Fug. 5) und zur Verbrennung des Sägemehls beitragen. Links und rechts der Klappen sind die zum Rohr 12 senkrecht ste henden Gasbrennerrohre 15 und 16 angeord net. Die Rohre 15 sind zu Blaubrennern aus gebildet. Sie haben beispielsweise zwei Rei hen Löcher, aus denen die Flammen aus treten und auf die in der Strahlrichtung lie genden Glühstäbe 17 auftreffen. Über den Rohren 15 sind die Zündflammenrohre 16 angeordnet, die als Gelbbrenner wirken.
Diese Zündflammenrohre können mit den He beln 15' gedreht werden, so dass die aus den Rohren austretenden langen Zündflammen 16' horizontal gerichtet werden können und im Raum hinter den Luftklappen als Heiz- brenner wirken, wodurch besonders die durch die Öffnung der Klappe 10 eintretende Frischluft erwärmt wird. Schräg nach unten gestellt, dienen diese Zündflammen ebenfalls zum Anbrennen des Sägemehls. Über den beiden Brennerrohren ist ein Ab deckschirm 18 angeordnet, der ein Ver schmutzen derselben durch von der Ware ab tropfendem Fett oder Wässer verhindert und die aus den Röhren 15 und 16 ausströmenden Gase zwecks gegenseitiger Entzündung auf- fangen kann.
In den obern Ecken des Ge stelles über den Brennerrohren 15 und 16 sind, treppenförmig von innen nach aussen an steigend, beispielsweise drei stangenförmige elektrische Heizkörper 19 so zueinander an geordnet, dass zwischen denselben je ein Luft spalt 20 bleibt. Die Teile 15, 17, 18 und 19 sind in der Wand 6, 7 verschiebbar geführt, so dass sie sich bei Erwärmung frei nach hinten ausdehnen können.
Durch die seitliche Anordnung der erwähnten Heizelemente wird eine Luftströmung erzeugt, welche auch- er zeugten Raüch mitreisst, so dass sowohl die Wärme als auch der Rauch sich über die ganze Breitenausdehnung des Gerätes rela tiv gleichmässig verteilt. Die Blaubrenner 15 beziehen einen Teil ihrer Verbrennungsluft von ausserhalb des Rauchraumes, so dass durch diese eine zusätzliche Luftzufuhr bezw. turbulente Strömung entsteht.
Arbeiten an Stelle der Blaubrenner 15 die elektrischen Heizkörper 19, so entsteht auch durch diese ein Luftauftrieb, durch welchen ein Teil von der durch die Klappenöffnung einströmenden Luftabgelenkt wird, die sich im Rauchraum verteilt. Über den Klappen sind in dem ge schlossenen Raum 28 auf der Innenseite des Deckels 21 die elektrischen Schaltorgane zur Schaltung der elektrischen Heizkörper auf montiert, während die Schaltergriffe 22 und 22' zur Handbetätigung dieser Organe auf der Aussenseite des Deckels 21 angeordnet sind, ebenso die Signallampen 27.
Durch einen Kontakt 23' des Kontaktthermometers 23, der die Temperatur im Rauchraum feststellt, können entweder das Gasventil 24, welches die Gasleitung für die Gasbrenner steuert, oder die erwähnten Schalter für die Strom zuführung zu den elektrischen Heizkörpern elektrisch-automatisch betätigt werden, was durch Umstellen eines nicht näher bezeich neten Schalters von vornherein bestimmt wird. Das Thermometer 23 weist ferner einen einstellbaren Kontaktschieber 23" auf. Dieser dient als Sicherheitsorgan gegen Überhitzung des Rauchraumes.
Durch den Thermostaten bezw. Thermometer wird, wenn dieser die Stellung der höchstzulässigen Temperatur er- reicht, ein Arbeitsstromkreis geschlossen. Die ser Stromkreis betätigt einen im Raum 28 be findlichen Elektromagneten 25, der die in diesen Raum ragende, einen Haken bildende Klinke 26 anzieht, welche die Fallklappe 11 zuhält, so dass diese fallen kann, wenn die Klinke hochgezogen wird. Gleichzeitig wird auch ein Schütz betätigt, welches den Strom zu den Heizelementen 19 abschaltet. Dieser Zustand wird durch ein Lichtsignal (oder Alarmsignal) angezeigt. Die Klinke 26 kann auch durch Anheben ihres freien Endes von Hand ausgelöst werden.
Die Arbeitsweise des Gerätes ist folgende: Nachdem der Boden des Rauchraumes mit Sägespänen beschickt und der Warenkorb mit den zu räuchernden Waren in den Rauch raum geschoben ist, werden die Klappen 10 und 13 aus der Stellung gemäss Fig. 4 in die in Fig. 5 gezeigte Stellung gebracht. Die Zündflammen des Brennerrohres 12, das die Drehachse der Klappen 10 und 11 bildet, werden entzündet und durch den Spalt 14 ge leitet, so dass das hinter den Klappen 10, 13 liegende Sägemehl 29 entzündet wird. An schliessend werden die Zündflammen der Zündflammenrohre 16 entzündet und hori zontal gestellt, so dass sie als Heizflammen wirken.
Die Gasheizbrenner 15 und die elek trischen Heizkörper 19 werden ebenfalls in Betrieb gesetzt, so dass eine ganz intensive Raumheizung entsteht, welche die Tempera tur in etwa 5 Minuten im Rauchraum auf etwa 120 bringt. Die kalte Ware wird rasch auf die gewünschte Temperatur gebracht und an ihrer Oberfläche getrocknet. Nun wird eine der Heizelementgruppen von Hand ab gestellt, bis die Temperatur auf 80 zurück sinkt, worauf der Thermostat eingeschaltet wird, der die weitere Temperaturregulierung übernimmt. Inzwischen hat sich im Raum durch das verbrennende Sägemehl Rauch ent wickelt.
Durch Abwärtsschwenken der Zünd flammen 16' in die in Fig. 2 strichpunktiert gezeigte Stellung kann nun das Sägemehl, wenn notwendig, auf einer grösseren Fläche angezündet werden, so dass der Rauch sofort dichter wird. An der schiefstehenden Klappe 10, die in der in Fig. 5 gezeichneten Stel lung steht, bricht sich die Luft und wird tiefer in den Rauchraum geworfen, wodurch im hintern Teil des Brandherdes Sägemehl oder Holz verbrennt. Durch die bei der Klappe 13 in Pfeilrichtung eintretende Luft wird Sauerstoff zu den vordersten Schichten des Sägemehls geführt. Die Luft der beiden Luftströme verwirbelt sich und bewirkt da durch eine gleichmässige Verteilung des Rau ches im Rauchraum. Diese Rauchverteilung wird durch Strömungen, welche durch die seitlich angeordneten Heizkörper erzeugt wird, unterstützt.
Von den Heizelementen werden durch einen Handschalter jeweils entweder die elek trischen Heizkörper oder die Gasheizbrenner permanent eingeschaltet, so dass nur eine der beiden. Heizgruppen durch den Stromkreis, welcher durch den Kontakt 23' des Thermo states 23 betätigt wird, selbsttätig ein- und ausschaltet, während die andere Heizelement- gruppe eingeschaltet bleibt.
Steigt also die, Temperatur über die für den Räucherprozess erforderliche Temperatur von etwa 80 , so wird eine der beiden Heizelementgruppen automatisch so lange abgeschaltet, bis die Temperatur im Räucherraum unter 80 ge sunken ist, so dass der Thermostat die betref fende Heizgruppe wieder einschaltet. Durch den Sicherheitskontakt 23", der - z. B. auf etwa 90 steht, wird der Stromkreis des Ma gneten 25 geschlossen, der die Klinke 26 an zieht und die Fallklappe . 11 auslöst.
Die Fallklappe 11 fällt auf die Klappe 10 und bringt diese annähernd in Horizontallage, wie in Fig. 6 gezeichnet. In dieser Stellung der Klappen 10 und 11 kann so viel Frischluft in den Rauchraum eintreten, dass die Über temperatur augenblicklich verschwindet. Gleichzeitig wird auch ein nicht näher ge zeichnetes Schütz gesteuert, das dabei beide Heizgruppen ausschaltet. Die Klappe 13 lässt noch so viel Unterwind nach dem Sägemehl brandherd strömen, dass die Glut nicht ver löscht.
Da dieser Vorgang eine neue Einstel lung der Klappen und der Heizkörper be dingt, wird er durch eine Signallampe (oder ein Alarmsignal) angezeigt. Durch das be schriebene Gerät werden folgende Fort schritte erzielt: 1. Das Gerät kann für den grössten Teil aller vorhandenen Räucherkammern in einer Standardausführung verwendet werden, wo bei dessen Herstellungskosten relativ gering sind und Montagekosten sich auf ein Mini mum beschränken.
2. Das Gerät umschliesst verschiedene Or gane zur Erzeugung von Rauch und Wärme, so dass den Verhältnissen entsprechend elek trischer Strom, Gas, Sägemehl oder Holz zur Erzeugung von Rauch und Wärme verwen det werden kann.
3. Das Gerät kann von Leuten ohne Fach kenntnisse aus dem Rauchofen entfernt und gereinigt werden, da der Anschluss der elek trischen Leitung durch Stecker erfolgt und die Gaszufuhr durch Lösen einer Verschrau bung unterbrochen werden kann.
4. Durch das automatische Zu- und Ab schalten einer zusätzlichen Wärmequelle zu einer permanenten Wärmequelle werden Temperaturschwankungen auf ein Minimum reduziert. Durch die Verwendung verschie denartiger Wärme- und Rauchquellen, d. h. Holz, Sägemehl, Gas und Elektrizität, und die Kombination derselben können die Feuch tigkeitsverhältnisse im Rauchraum weit gehend bestimmt werden. Durch das Ab schalten aller Wärmequellen und einer plötz lichen Entlüftung des Rauchraumes durch Öffnen einer zusätzlichen Luftklappe wird ein Überhitzen der Ware unmöglich, auch dann, wenn zur Erzeugung des Rauches aus schliesslich Holz verwendet wird.