Einphasenkondensatormotor geringer Leistung. Die Erfindung bezieht sich auf einen Einphasenkondensatormotor geringer Lei stung und ist insbesondere durch die Verwen dung von ausgeprägten lamellierten Polen gekennzeichnet, die mit abnehmbaren, mas siven Polschuhen versehen sind, die zusam men einen Ring bilden. Dieser Ring kann in einem Gebiete zwischen den Polen mit einer Reihe von Öffnungen versehen sein, die in bezug auf die Richtung der Rotorwelle schräg verläuft.
Insbesondere für Einphasenmotoren ge ringer Leistung, wie zum Beispiel Grammo phonmotoren, die an das Stadtnetz ange schlossen werden können, ist es im Hinblick auf den Wirkungsgrad günstig, die erfor derliche Phasenverschiebung für das Stator drehfeld mittels eines Kondensators zu er zeugen.
Aus wirtschaftlichen Erwägungen ist es ferner erwünscht, bei einem derartigen Motor ausgeprägte Pole zu benutzen, da dies die Verwendung von einfachen zylindrischen Stromspulen, anstatt der in Schlitzen an geordneten Formspulen, ermöglicht. Dadurch, dass man die beiden letztgenannten Merkmale (Verwendung eines Kondensators und aus geprägter Pole) mit den übrigen, oben erwähnten Merkmalen kombiniert, wodurch in dem Luftspalt des Motors eine günstige Feldverteilung auftritt, wird ein Motor ge ringer Leistung erhalten, der sich auf ein fache und billige Weise herstellen lässt und ausser einem hohen Wirkungsgrad (z.
B. 10 % ) ein zum Beispiel für Grammophonmotoren erwünschtes und erforderliches konstantes Drehmoment besitzt. Da die Polschuhe zweck mässig aus massivem Material hergestellt wer den, ist es praktisch möglich, die Abmessun gen in der Richtung der Rotorwelle grösser als die Stapelhöhe der Statorbleche zu machen, was an Hand der Figuren der bei liegenden Zeichnung noch näher erläutert wird.
Es kann infolgedessen der aus dem Stator austretende magnetische graftfluss beim -Übergang in die Polschuhe sich über eine grössere Oberfläche verteilen, was zur Folge hat, dass der magnetische Widerstand des Luftspaltes bei dem gleichen Spielraum zwischen Stator und Rotor der Oberfläche umgekehrt proportional verringert wird. Von dem kleinsten Spielraum, der bei Massen herstellung mechanisch noch zu erzielen ist, ausgehend, bedeutet dies, dass der Motor aus dem Netz einen kleineren Strom aufnimmt.
Dieser Vorteil tritt bei Verwendung von lamellierten Polschuhen nicht auf, da in die sem Fall der Kraftfluss bei seiner Verbrei terung die zwischen den Lamellen liegenden Isolationsschichten in Reihe durchsetzen muss und dadurch der Vorteil der Verbreite rung wieder verloren geht.
Ein weiterer Vorteil von massiven und axial längeren Polschuhen besteht darin, dass die Statorstreuung erheblich herabgesetzt wird, was der Grösse des Drehmomentes zu gute kommt.
Da die Polschuhe abnehmbar sind, wird bekanntlich noch der weitere Vorteil erzielt, dass sich die Feldspulen von innen aus leicht auf die als Spulenkerne wirkenden Pole schieben lassen.
Einige Ausführungsbeispiele des Gegen standes der Erfindung sind auf der Zeich nung dargestellt.
Fig. 1 und 2 sind ein Längsschnitt und ein Querschnitt eines erfindungsgemässen Motors; die Fig. 3 bis 8 stellen verschiedene Ausfüh rungsarten von Polschuhen dar, wie sie im Motor nach Fig. 1 angewendet werden können.
In Fig. 1 und 2 ist der Stator 1 aus einer Anzahl von Blechen aufgebaut, die mittels vier durch die Löcher 2 durchzusteckenden Bolzen zusammengepresst sind. Der Stator ist in diesem Fall mit vier ausgeprägten Polen 3 versehen, um welche herum die Strom spulen 4 angeordnet sind. Jeder Pol ist mit einem Polschuh 5 versehen, der die in Fig. 3 schaubildlich dargestellte Form hat. Die Polschuhseiten 6 verlaufen in Richtung der Welle i des Rotors 7a, schräg in bezug auf diese Welle. Es wird dadurch erreicht, dass der magnetische Widerstand in der Richtung des in Fig. 3 dargestellten Pfeils 8, das heisst der ausserhalb der Pole hervorragenden Teile, zunimmt. Einer der Polschuhe 5 der Fig. 3 ist in Fig. 4 in abgewickeltem Zustand dar gestellt.
Die obenbeschriebene Ausführung macht es möglich, den Polbogen a (Fug. 4), gleich 2/, der Polteilung = 2/, X 180 = 120 zu machen. Es kann dadurch bekanntlich er reicht werden, dass die Verteilung des Dreh feldes auf den Umfang des Rotors möglichst sinusförmig ist, was der Konstanz des an treibenden Drehmomentes zugute kommt. Ausserdem nimmt dadurch das häufig vor kommende, von höheren harmonischen Fel dern herrührende Summgeräusch ab. Diese Massnahme kann viermal längs des Rotor umfanges wiederholt werden, da der Motor zweipolig ist und der Stator gleichsam vier Zähne und vier Nuten hat. Die Polschuhe können mittels einer Kopfschraube 9 (Fug. 1) an den Polen befestigt werden.
Aus Fig. 2 ist deutlich ersichtlich, dass die axiale Abmessung l der Polschuhe 5 grö sser als die Stapelhöhe h des Stators 1 ist. Beim Austreten aus dem Stator verbreitert sich der magnetische Kraftfluss daher in einem Verhältnis l/h.
Das elektrische Schema kann sehr einfach ausgeführt sein. Die Spulen einander gegen überliegender Zähne können in Reihe oder parallel geschaltet werden. Der eine Satz von Spulen wird unmittelbar aus dem Einphasen wechselstromnetz 10 gespeist und der andere Satz von Spulen ist über einen Kondensator 11 an dieses Netz angeschlossen.
Die Schlitze zwischen den Polschuhen in der schaubildlichen Fig. 3 können zum Bei spiel mit Kupfer oder einem sonstigen un- magnetischen Material zugelötet sein. Es wird dadurch der Vorteil erzielt, dass ein ringförmiges mechanisches Ganzes entsteht, das zwischen die Pole eingeklemmt werden kann, so dass sich weitere Befestigungsmittel erübrigen.
Durch das Vorhandensein von Schlitzen, Löchern oder sonstigen schwä cheren Stellen besteht die Möglichkeit, dass der Ring beim Einpressen einigermassen von der Kreisform abweicht. Dies ist jedoch un bedenklich, da dies eine vorteilhafte Zu nahme des magnetischen Widerstandes vom Luftspalt zu den Polschuhseiten bedeutet.
In den Fig. 5 bis 7 sind verschiedene an dere Ausführungsformen der zu einem ring förmigen Ganzen vereinigten Polschuhe dar gestellt. In Fig. 5 sind aus einem Metall streifen Schlitze 12 herausgestanzt. Dieser Metallstreifen wird dann zu einem Ring ge bogen und zwischen die Polschuhe einge klemmt.
In Fig. 6 sind zur Erhöhung des magne tischen Widerstandes an den erwünschten Stellen Löcher 13 gebohrt.
In Fig. 7, die einen Längsschnitt durch den Metallstreifen darstellt, sind Nuten 14 ausgefräst, die den gleichen Richtungsver lauf wie die Schlitze oder Löcher in den vor hergehenden Figuren haben.
In Fig. 8 ist schliesslich ein vollkommen geschlossener Metallring dargestellt, bei dem überraschenderweise gleichfalls die gleiche Wirkung wie bei Anwendung von schrägen Schlitzen oder dergleichen auftritt. Die erfor derliche magnetische Kraftflussverteilung zwi schen Polen und Rotor, die infolge der oben beschriebenen Massnahmen auf erzwungene Weise erfolgte, tritt dabei wahrscheinlich zwangsläufig auf, was eine Erklärung der guten Wirkung sein dürfte.
Die in diesem dünnen Ring auftretenden Wirbelstromver luste sind bei Motoren einer derart geringen Leistung wie hier vorgesehen ist, praktisch nicht bemerkbar. Obwohl die geschlossene Ringform mit einer Abnahme des Dreh momentes, z. B.. um 20%, einhergeht, wird dieser Nachteil von den Vorteilen einer ein facheren und billigeren Herstellung in jenen Fällen, in denen nicht das Äusserste von der Motorleistung verlangt wird, vollkommen ausgeglichen. Für einen Grammophonmotor bleibt das Drehmoment noch reichlich aus reichend.
Es ist in diesem Fall zum Beispiel möglich, einen Motor mit einem Volumen von 70 X 70 X 30 meng zu bauen, der bei 2000 Umdrehungen in der Minute ein Drehmoment von gut 50 gr. cm. liefert.
Der Rotor in dem obenbeschriebenen Mo tor kann von der gewöhnlichen kurzschluss- ankertype sein.
Ein Drehmoment bis zu zum Beisipel 350 gr. cm. bei 2000 Umdrehungen in der Minute lässt sich mit einem Wirkungsgrad von<B>10%</B> und mehr mit dem erfindungs- gemässen Motor leicht erzielen, im Gegensatz zu den im Handel befindlichen Motoren ge ringer Leistung, die im allgemeinen bei einem etwa dreimal grösseren Volumen nur ein Drehmoment von etwa 50 gr. cm. bei 1000 Umdrehungen in der Minute und mit einem Wirkungsgrad von 1 bis 3 % liefern.
Der Motor gemäss der Erfindung ist nicht nur als Grammophonmotor besonders geeig net, sondern kann im allgemeinen überall dort Anwendung finden, wo ein gedrungener Motor geringer Leistung erwünscht ist, zum Beispiel in (Radio-)Geräten zum Antrieb von bewegbaren Organen mit Fernbedienung.