CH199816A - Verfahren und Vorrichtung zur Vermessung von Richtfehlern bei Scharf- und Blindschiessübungen gegen bewegte Ziele, insbesondere Luftfahrzeuge. - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Vermessung von Richtfehlern bei Scharf- und Blindschiessübungen gegen bewegte Ziele, insbesondere Luftfahrzeuge.Info
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Description
Verfahren und Vorrichtung zur Vermessung von Richtfehlern bei Scharf- und Blindschiessübungen gegen bewegte Ziele, insbesondere Luftfahrzeuge. Bei allen Schiessübungen gibt es Schüsse, die das Ziel nicht treffen, sondern in einiger Entfernung am Ziel vorbeifliegen (beim Schiessen mit Aufschlagzündermunition) oder in einiger Entfernung vom Ziel krepieren (beim Sohiessen mit auf Zeit tempierten Ge schossen). Um ein Schiessen beurteilen zu können, müssen auch diese Schüsse mit dem Ziel in Verbindung gebracht werden.
Nicht jeder Schuss, der sein Ziel verfehlt hat, war falsch abgegeben worden. Die artil- leristische Streuung verursacht ganz zufällig Fehler, die - eben weil sie zufällig sind nicht zum voraus bekannt sein können. Zur Beurteilung eines Schiessens muss man daher die. sogenannten mittleren Flugbahnen oder Auftreffpunkte bezw. die mittleren Spreng punkte mit dem jeweiligen Ziel in Zusam menhang bringen.
LTm Klarheit zu behalten und Verwechslungen zu vermeiden, sollen in der folgenden Beschreibung alle Abweichun gen eines einzeln tatsächlich abgefeuerten Schusses vom Ziel zur Unterscheidung von den Abweichungen der mittleren Geschoss- bahnen bezw. mittleren Sprengpunkte vom Ziel durch die Vorsilbe "Schuss-" gekenn zeichnet werden.
Ein Richtfehler bezieht sich also im folgenden immer auf eine mittlere Flugbahn bezw. einen mittleren Sprengpunkt, während sich ein Schussrichtfehler auf die tatsächliche Flugbahn bezw. den tatsäch lichen Geschoss-Sprengpunkt eines abgefeuer ten Geschosses bezieht. Bei Schiessübungen gegen bewegte Ziele ist die Ermittlung der Fehler gleich welcher Art naturgemäss viel schwieriger als bei solchen gegen ruhende Ziele.
Bei Flakschiessübungen ist es üblich, zur Beurteilung eines Schiessens den Zielfehler anzugeben, das heisst das Mass, um welches falsch geschossen worden ist. Bei Schiessen mit Aufschlagzündermunition ist zum Bei spiel der Zielfehler bezw. Schusszielfehler gleich dem kürzesten Abstand eines auf einer mittleren bezw. tatsächlichen Geschossflug- bahn fliegenden Geschosses vom jeweiligen Flugzeugort;
bei Zeitzünderschiessen wird der Abstand der mittleren bezw. tatsäch- liehen Sprengpunkte vom Flugzeugort Ziel fehler bezw. Schusszielfehler gennannt. Es sind schon Verfahren und Vorrichtungen zur Vermessung dieser Zielfehler bekannt.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf die Vermessung der bei der Fliegerbe kämpfung weniger geläufigen Richtfehler. Unter einem Richtfehler sind diejenigen Kor rekturen an den Schusselementen zu ver stehen, die hätten vorgenommen werden müs sen, um das Flugzeug zu treffen. Die Richt- fehler sind mit den Zielfehlern nicht iden tisch; beim Schiessen gegen bewegte Ziele können die Richtfehler auch nicht auf ein fache Weise aus den Zielfehlern bestimmt werden.
Die Richtfehler ergeben sich durch Ver gleich der Sollwerte der Schusselemente, mit denen das Flugzeug getroffen worden wäre, mit den zu derjenigen Zeit am Geschütz tat sächlich eingestellten Elementen, zu welcher ein Zielschuss (Treffer) mit den Sollwerten hätte abgegeben werden müssen. Es ist bis heute noch kein Verfahren zur Vermessung der Richtfehler bei Flakschiessübungen be kannt.
Das erfindungsgemäss gekennzeichnete Verfahren ermöglicht. die Vermessung von Richtfehlern auf relativ einfache Weise, in dem sowohl die Stellungen zweier auf das Ziel (Flugzeug) gerichteter Visiereinrich- tungen, zum Beispiel von Theodoliten, als auch die Stellungen von Geschütz und Tem- piermaschine fortlaufend durch Fernsteue rung nach einer zentralen Apparatur übertra gen werden,
wobei die Laufzeit der Bewe gungsübertragung der Werte von Geschütz und Tempiermaschine nach der zentralen Apparatur durch besondere Verzögerungs einrichtungen in dem Masse künstlich ver grössert wird, dass sie derjenigen Geschoss- flugzeit gleichkommt, welche ein Geschoss bis zum Erreichen (Treffen) des Flugzeuges jeweils benötigt. Das Verfahren ist in glei cher Weise anwendbar bei Schiessübungen mit Aufschlagzünder- und solchen mit Zeit zündermunition.
Bei den letzteren tritt ledig lich ein Richtfehler in der Tempierungskoor- dinate hinzu; die Richtfehler in Bezug auf Seite und Elevation sind aber in beiden Fäl len dieselben.
Die auf das Ziel gerichteten Visierein- richtungen dienen zur Vermessung des Flug zeugortes. Sie können zum Beispiel aus Theodoliten bestehen und auch in Verbin dung mit photographischen Aufnahmeappa raten verwendet werden. Die künstliche Vergrösserung der Laufzeit der Bewegungs übertragung der Werte von Geschütz und Tempiermaschine kann in einer oder meh reren Stufen, ebenso vor, zwischen und/oder nach Koordinatenumwandlungen vorgenom- den werden.
Die Bestimmung des Richtfehlers selbst kann in an sich bekannter Weise durch Ver gleichen der durch die Visiereinrichtungen, zum Beispiel Theodolite ermittelten Koordi naten des wahren Flugzeugortes mit den ver zögerten artilleristischen Koordinaten, die den Stellungen am Geschütz und an der Tempiermaschine entsprechen, erfolgen. Die ser Vergleich erfolgt zweckmässig in der zen tralen Apparatur, die aus an sich bekannten Elementen bestehen kann.
Der Aufbau einer beispielsweisen Aus führungsform einer zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens geeigneten Vorrichtung ist in der beigelegten Zeichnung schematisch dargestellt.
Die Vorrichtung weist zur Vergrösserung der Laufzeit der Übertragung von artilleri- stischen Koordinaten mindestens eine an sich bekannte Stahlbandverzögerungseinrichtung auf mit mindestens einem umlaufenden end losen Stahlband zur Aufnahme magnetischer Registrierungen der Bewegungen eines Ge bers (am Geschütz und an der Tempierma- schine) zwecks verzögerter Weiterleitung der selben an mindestens einen Empfänger (in der zentralen Apparatur).
Die Übertragung der artilleristischen Koordinaten kann in verschiedenen Übertra gungskanälen, zum Beispiel elektrischen Lei tungen erfolgen. Im allgemeinen werden die Impulse und Zeichenfolgen eines jeden Ka nals auf einem besonderen Stahlband in der Verzögerungseinrichtung registriert.
Es ist jedoch auch möglich, für die Verzögerung einer Bewegungsübertragung über mehrere Übertragungskanäle nur ein einziges Stahl band zu verwenden, zum Beispiel durch ört lich auf dem Stahlband getrennt vorgenom mene magnetische Registrierungen der erfor derlichen mehrfachen Aufzeichnungen oder durch magnetische Aufzeichnung mittels einander überlagerter modulierter Träger ströme.
Die Veränderung der Laufzeitvergrösse rung erfolgt zweckmässig durch Veränderung der Stahlbandlänge zwischen Sprech- und Hörköpfen.
Da die Ermittlung des Tempierungs- w ertes und die Einstellung desselben an der Tempiermaschine (bei Schiessübungen mit Zeitzündermunition) um die.
sogenannte Ladeverzugszeit vor der Schussabgabe erfolgt, besitzt die Vorrichtung zweckmässig einen Vorverzögerer (Stahlbandverzögerer), wel cher der Ladeverzugszeit Rechnung trägt und demzufolge die 'Übertragung der Tem- pierung um eine einstellbare Zeit vorver- zögert, um zeitlich zusammengehörige Werte der artilleristischen Koordinaten Seite,
Ele- vation und Tempierung zu erhalten.
Die Wirkungsweise der in der Zeichnung dargestellten Vorrichtung zur Vermessung von Richtfehlern bei einer Schiessübung gegen Luftfahrzeuge ist wie folgt: Ein Geschütz 1 ist mit irgendwelchen nicht dargestellten direkten oder indirekten Richtvorrichtungen auf einen für die jewei lige gerechnete Geschossflugzeit vorausbe rechneten (extrapolierten) Flugzeugort ge richtet. Die Richtelemente sind die Seite S, die Elevation E und die Temperierung T.
Der wahre Flugzeugort liegt bei 2; er wird von einer Messstation mittels zweier entfernt voneinander aufgestellter Theodolite 3 und 4 fortlaufend eingemessen. An Stelle der Theo dolite können beliebige andere an sich be kannte Visiereinrichtungen treten. Durch die vermessenen topographischen Koordinaten ist der wahre Flugzeugort 2 eindeutig bestimmt. Dabei kann das zur Vermessung verwendete Koordinatensystem beliebig gewählt werden. In der Zeichnung ist zum Beispiel eine Mes sung des Azimutes und des Geländewinkels von zwei Punkten 3 und 4 aus angenommen.
Die gemessenen Koordinaten des wahren Flugzeugortes 2 werden über die Leitungen 5 und 6 der zentralen Apparatur 7 zugeführt.
Die Geschützrichtelemente Seite S', Ele- vation E und Tempierung T werden der zen tralen Apparatur 7 über die Leitungen 8 bis 11 übermittelt, wobei die Laufzeit ihrer Übertragung durch die in diese Leitungen eingeschalteten Verzögerungseinrichtungen 12 Lind 13 in veränderbarem Masse künstlich vergrössert wird. Die Laufzeiteinstellung in.
der als Vorverzögerer dienenden Verzöge rungseinrichtung 12 erfolgt entsprechend der jeweiligen Ladeverzugszeit, so dass dem Hauptverzögerer 13 über die Leitungen 8 und 10 zeitlich zusammengehörige artilleri- stische Koordinaten Seite S, Elevation E und Tempierung T zugeführt werden.
Ihre Übertragung über die Leitungen 11 zur zentralen Apparatur 7 erfolgt mit einer durch den Hauptverzögerer 13 künstlich ver grösserten Laufzeit. Die Laufzeitverstellung erfolgt über die Leitungen 14 entsprechend derjenigen Geschossflugzeit, welche ein Ge schoss bis zum Erreichen des wahren Flug zeugortes 2 jeweils benötigt; diese wird in der zentralen Apparatur 7 bestimmt, nach dem die Koordinaten des wahren Flugzeug ortes 2 vermessen sind.
Dadurch wird erreicht, dass der zentralen Apparatur 7 die Koordinaten des wahren Flugzeugortes 2 gleichzeitig mit denjenigen am Geschütz eingestellten Elementen zuge führt werden, welche zu der Zeit am Ge schütz eingestellt waren, zu welcher ein Ziel schuss mit den aus den Koordinaten des wah ren Flugzeugortes 2 sich ergebenden Schuss- elementen hätte abgefeuert werden müssen. Ein Vergleich dieser zwei verschiedenen Schusselemente ergibt definitionsmässig den jeweiligen Richtfehler.
Der Vergleich erfolgt in der zentralen Apparatur 7, und der Richt- fehler kann an einem Instrument 15 abge lesen oder registriert werden. Die gezeichnete Vorrichtung kann sowohl bei Scharf- als auch bei Blindschiessübungen verwendet werden, so dass sie ein hervor- ragendes Mittel zur Truppenausbildung dar stellt. Es ist selbstverständlich auch möglich, diese Vorrichtung mit Vorrichtungen zur Zielfehlervermessung zu kombinieren.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCRE: I. Verfahren zur Vermessung und Registrie- rung von Richtfehlern bei Scharf- und Blindschiessübungen gegen bewegte Ziele, insbesondere Luftfahrzeuge, dadurch ge kennzeichnet, dass sowohl die Stellungen zweier auf das Ziel gerichteter Visierein- richtungen als auch die Stellungen von Geschütz und Tempiermaschine fortlau fend durch Fernsteuerung nach einer zentralen Apparatur übertragen werden,wobei die Laufzeit der Bewegungsüber tragung der Werte von Geschütz und Tempiermaschine nach der zentralen Apparatur durch besondere Verzöge- rungseinrichtungen in dem Masse künst lich vergrössert wird, dass sie derjenigen Geschossflugzeit gleichkommt, welche ein Geschoss bis zum Erreichen des Ziels je weils benötigt.<B>11.</B> Vorrichtung zur Durchführung des Ver fahrens nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die Verzögerungs einrichtungen zur Vergrösserung der Laufzeit mindestens ein umlaufendes endloses Stahlband zur Aufnahme mag netischer Registrierungen der Bewegun gen eines Gebers zwecks verzögerter Weiterleitung derselben an mindestens einen Empfänger aufweisen. LTNTERANSPRt?CHE 1. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass die künstliche Vergrösserung der Laufzeit in mehreren Stufen vorgenommen wird. 2.Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeich net, dass die künstliche Vergrösserung der Laufzeit der Bewegungsübertragung vor Koordinatenumwandlungen vorgenommen <B>wird.</B> 3. Verfahren nach Patentanspruch 1 und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeich net. dass die künstliche Vergrösserung der Laufzeit der Bewegungsübertragung zwi schen Koordinatenumwandlungen vorge nommen wird. 4.Verfahren nach Patentanspruch 1 und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeich net, dass die künstliche Vergrösserung der Laufzeit der Bewegungsübertragung nach Koordinatennmwandlungen vorgenommen wird. 5. Verfahren nach Patentanspruch 1. da durch gekennzeichnet, dass als Visierein- richtungen Theodolite verwendet werden. 6. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass die Visierein- riehtungen mit photographischen Auf nahmeapparaten verbunden sind.7. Vorrichtung nach Patentanspruch 1I. da durch gekennzeichnet, dass die Verzöge rungseinrichtungen zur künstlichen Ver grösserung der Laufzeit einer Bewegungs übertragung je nur ein einziges umlau fendes endloses Stahlband aufweisen. B. Vorrichtung nach Patentanspruch 11 und Unteranspruch 7, dadurch gekennzeich net, dass die Stahlbandlänge zwischen Sprech- und Hörköpfen in den Verzöge rungseinrichtungen zum Zwecke der Ver änderung der Laufzeitvergrösserung ver änderbar ist. 9.Vorrichtung nach Patentanspruch II und den Unteransprüchen 7 und 8, dadurch gekennzeichnet, dass dieselbe einen Vor- verzögerer mit mindestens einem umlau fenden endlosen Stahlband aufweist, welcher der Ladeverzugszeit Rechnung trägt und demzufolge die Übertragung der Tempierung um eine einstellbare Zeit vorverzögert, um zeitlich zusammen gehörige Werte der artilleristischen Koor dinaten Seite,Elevation und Tempierung zu erhalten.
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