Verfahren zum Löschen von Kurzschlüssen in Wechselrichtern. Es ist bekannt, dass in Wechselrichtern ein Kurzschluss entsteht, sobald sie infolge unzulässiger Erhöhung der Stromstärke oder infolge eines Defektes in der Steuerung über die Trittgrenze hinaus beansprucht werden, und dass der Kurzschluss nur durch Schalter unterbrochen werden kann. Es ist ferner bekannt, diese Kurzschlüsse mit Hilfe einer von Kondensatoren erzeugten Gegenspannung zu löschen. Diese Art der Löschung von Kurzschlüssen in Wechselrichtern hat aber den Nachteil, dass grosse Kondensatoren er forderlich werden.
Gegenstand der Erfindung ist nun ein Ver fahren zum Löschen von Kurzschlüssen in Wechselrichtern ohne Verwendung von Kon densatoren. Das Verfahren gemäss der Er findung besteht darin, dass der Strom der nach dem Kurzschlusspunkt brennenden Anode auf eine Anode komunutiert wird, die eine ge nügende positive Wendespannung aufweist und deren Spannung gegenüber der Kathode im Abnehmen begriffen ist. Ausführungsbeispiele des Verfahrens seien anhand der Fig. 1 und 2 erläutert. In den Figuren sind die Phasenspannungen 1 bis 6 eines sechsphasigen Wechselrichters einge zeichnet; mit e ist die Spannung des Gleich stromnetzes benannt.
Im normalen Wechsel richterbetrieb brennen die Anoden in der Phasenfolge zeitlich nacheinander, wobei der Stromübergang von der jeweils brennenden Anode auf die Folgeanode durch den Kommu- tierungspunkt A bestimmt wird, dessen Lage durch Zündpunktverschiebung mittels Gitter steuerung und Kontaktapparaten oder Steuer ventilen veränderlich ist. Der Strom der Anode 2 wird also beim Punkt .A auf Anode 3 übergehen. Erfolgt nun dieser Übergang nicht, dann brennt die Anode 2 über den Kom- mutierungapunkt A hinaus. Vom Kurzschluss- punkt P an wird die Wendespannung nega tiv.
Das heisst mit andern Worten, die Anode 2 kann von der Anode 3 nicht mehr abge löst werden; es entsteht ein Kurzschluss, des sen Strom durch die Abfälle im Gleichstrom- kreis und im Wechselrichter, sowie durch die Differenz zwischen Phasenspannung 2 und Gleichspannung e bestimmt wird. Um diesen Kurzschluss zu löschen, wird erfindungsgemäss der Kurzschlussstrom der Anode 2 auf z. B. die Anode 5 kommutiert. Dies geschieht im Punkt B, weil in diesem Punkt die Spannung der Anode 5 positiver ist als die Spannung der Anode 2.
Da die Differenz zwischen der Spannung der Anode 5 und der Gleichspan nung e abnimmt, so wird der Kurzschluss- strom auf den Normalstrom reduziert, und es kann nun nach der Anode 5 in normaler Weise die Anode 6 und nachher die Anode 1 wieder im Punkt A gezündet werden. An statt, wie beschrieben, bei einem Kurzschluss der Anode 2 die Zündung der Anoden 3 und 4 zu überspringen und die Anode 5 zu zün den, besteht, falls der Kurzschlussstrom nicht sehr gross ist, die Möglichkeit, im Punkte D die Anode 4 zu zünden. Dies hat den Vor teil, dass dann der Kurzschlussstrom nicht zu stark ansteigen kann. Im letzteren Fall wird dann nur die Anode 3 übersprungen.
Wesent lich für die Durchführung des Verfahrens zum Löschen von Kurzschlüssen in Wechsel richtern gemäss der Erfindung ist die Kommu- tierung des Kurzschlussstromes auf eine Anode, die einerseits eine genügende Wendespannung aufweisen muss und deren Spannung ander seits gegenüber der Kathode im Abnehmen begriffen ist, das heisst die Zündung der den Kurzschlussstrom übernehmenden Anode muss auf dem absteigenden Ast ihrer Spannungs kurve erfolgen.
Das Verfahren lässt sich so durchführen, dass dem Gitter derjenigen Anode, welche die Kommutierung jeweils übernehmen soll, durch Unterbrechung des normalen Zünd- vorganges das positive Zündpotential im ge gebenen Zeitpunkt in Abhängigkeit vom Kurz schlussstrom aufgedrückt wird. Die Gitter steuerung kann dabei mit Hilfe eines Kon taktapparates erfolgen, der beispielsweise mit zwei Bürsten versehen ist, von denen die eine für die normale Zündsteuerung, die andere für die Zündsteuerung bei der Durchführung der Kommutierung des Kurzschlussstromes ge mäss der Erfindung dient; es kann auch eine Ventilsteuerung benutzt werden.
Es kann dabei zweckmässig sein, im Gleichstromkreis des Wechselrichters eine Drosselspule vorzu sehen, die verhindert, dass der Gleichstrom bei einem Kurzschluss rasch auf dem maxi malen Wert ansteigt, wodurch die Sicherheit des Verfahrens noch erhöht wird.
Tritt nun der Fall ein, dass der Gleich strom nach Kommutierung des Kurzschluss- stromes in der oben erläuterten Weise von Anode 2 auf Anode 5 noch nicht auf den Normalstrom abgeklungen ist und dass somit die normale Kommutation von Anode 5 auf Anode 6 erschwert ist, so kann wiederholt der von der jeweils gezündeten Anode über nommene Kurzschlussstrom auf eine solche Anode kommutiert wefden, die eine genügende positive Wendespannung aufweist und deren Spannung gegenüber der Kathode im Abneh men begriffen ist. Dies kann z.
B., wie in Fig. 2 dargestellt, dadurch erfolgen, dass der Kurzschlussstrom wiederholt auf unmittelbar einander folgende Anoden kommutiert wird, bis die normale Zündpunktlage wieder erreicht ist. In diesem Fall wird im Punkt B der Kurzschlussstrom der Anode 2 auf die Anode 5 kommutiert, von Anode 5 im Punkte E auf die Anode 6, von Anode 6 im Punkte T auf Anode 1, und schliesslich von Anode 1 im Punkte 6 bezw. El auf Anode 2, worauf darin die normale Zündfolge einsetzt.
Anstatt wie bei Fig. 1 beschrieben, die erforderliche Zündpunktverschiebung auf eine Anode zu beschränken und einen Kontakt apparat mit zwei Bürsten vorzusehen, ist es ohne weiteres möglich, den Zündpunkt aller Anoden um den gleichen Betrag vorzuver- schieben, indem z. B. die Kontaktscheibe des Kontaktapparates rasch vorverschoben wird. Der gleiche Zweck kann auch mit einer sta tischen Steuerapparatur erzielt werden.