Verfahren und blasehine zum Biegen von Rohren. Bei dem Biegen von Rohren, insbesondere von dünnwandigen Rohren, wie man sie bei spielsweise für Portierenstangen verwendet, ergibt sich der Nachteil, dass auf der Innen seite der Biegungsstelle starke Falten senk recht zur Rohrachse entstehen, welche unschön wirken. Sollen diese Falten nach Möglichkeit vermieden werden, so wird das Material auf der Aussenseite der Biegungs- stelle beim Biegen sehr stark auf Zug bean sprucht, so dass es sehr leicht reisst.
Man kann nämlich in diesem Fall das Material auf der Innenseite der Biegungsstelle nicht genügend zusammendrücken, so dass eben auf der Aussen seite sehr starke Dehnung auftritt.
Um diesen Nachteil zu beseitigen, werden gemäss der vorliegenden Erfindung auf der Innenseite der Biegungsstelle Längsrillen ein gedrückt. Diese Längsrillen nehmen das zur Bildung von Querrillen neigende Material auf und verteilen es. Sie geben dem Rohr kein unschönes Aussehen, und sie gestatten das ungehinderte Verschieben von Gegen ständen, beispielsweise von Ringen auf der Biegungsstelle. Ausserdem entsteht durch die Vergrösserung der Oberfläche auf der Innen seite der Biegungsstelle eine geringe Zug beanspruchung des Materials auf der Aussen seite, so dass das Material nicht reissen kann.
Die Längsrillen können beispielsweise dadurch hergestellt werden, dass das Rohr zwischen einem bogenförmigen, mit Längs rippen versehenen Formstück, an dem das Rohr festgehalten wird, und einem Widerla- ger durch Drehen des Formstückes um den Krümmungsmittelpunkt seines Bogens gebo gen wird, während ein mit den gewünschten Rohrquerschnitt ergebenden Rillen versehener Dorn einen Gegendruck auf die Innenseite der Rohrwandung ausübt, so dass die Rillen des Rohres zwisehen den Rippen des Formstückes und den Rillen des Dorns ausgebildet werden.
Ein anderer Weg, das neue Verfahren durchzuführen, besteht darin, dass ein mit Rillen versehener Dorn um ein feststehendes, am Umfang mit entsprechenden Längsrippen versehenes Formstück wandert.
Auf der Zeichnung ist eine zur Durchfüh rung des Verfahrens geeignete Maschine beispielsweise dargestellt. Fig. I ist eine Vorderansicht; Fig. 2 ein Grundriss der Maschine; Fig. 3 ist ein Schnitt nach Linie A-B durch das Formstück in grösserem Massstab; Fig. 4 zeigt teils einen wagrechten Längsschnitt, teils eineu Grundriss des Dorns in grösserem Massstab; Fig. "5 ist ein senkrechter Längsschnitt durch den Dorn.
An dem Maschinengestell ist das Form stück a. um den senkrechten Zapfen b dreh bar angeordnet. Das Formstück a besitzt an seinem Umfang eine dem Durchmesser des zu biegenden Rohres g entsprechende halb kreisförmige Nut e. Gegenüber dein Form stück a ist eine ebenfalls profilierte Druck leiste d angeordnet, die mit Hilfe eines schwenkbaren Hebels e und einer Druck schraube<I>f</I> gegen das Rohr g gepresst wer den kann. Zwischen dem Hebel e und der Leiste d sind zweckmässig Gleitrollen e' angeordnet, um die Biegearbeit zu erleich tern.
Das gerade verlaufende Ende des Form stückes a besitzt zwei Laschen h, zwischen denen, um einen Bolzen i drehbar, ein Ex zenter<I>lt</I> mit Handgriff <I>l</I> angeordnet ist. Zwischen den Laschen h ist eine profilierte Druckleiste in angeordnet, die durch das Exzenter k gegen das Rohr g gepresst wer den kann.
Auf dem Bett n des Maschinengestells ist ein Hebel o um den Bolzen p drehbar an geordnet. Der Dorn q ist mittelst des Bol zens i@ an dem Hebel o angelenkt. Eine Anschlagschraube o' dient zur Begrenzung des Weges des Hebels o und damit auch zur Begrenzung der Vorbewegung des Dorns q.
Wie die Fig. 2 und 3 erkennen lassen, ist die profilierte Nut c des Formstückes a auf einem Teil des Umfanges mit Rippen s versehen. Die Rippen s liegen an der ge krümmten Stelle des Formstückes, durch welche die Biegung des Rohres bewirkt werden soll.
Wie die Fig. 4 und 5 erkennen lassen, besitzt der Dorn q am Vorderende eine drehbare rolle<I>t,</I> die mit Rillen ic am Um fang versehen ist. Die Rillen u sind so bemessen, dar sie zusammen mit den Rip pen s des Formstückes a den gewünschten Rolii-querschuitt ergeben.
An dein Vorderende des Dorns q ist eine Kugel v mittelst des Zapfens<B>zu</B> auge- lenkt. Mit der Kugel zi ist eine weitere Kugel x durch das Gelenk y verbunden.
Das Biegen des Rohres J mit Hilfe die ser Maschine erfolgt in der Weise, dass das Rohr zwischen das Formstück a und die als _N'iderlager dienenden Druckleisten d und in gebracht wird, worauf der Dorn q finit der rolle<I>t</I> und den Kugeln i; und<I>x</I> soweit in das Rohr eingeführt wird, bis die Rolle t das Unterende des Bogens des Formstrickes a erreicht hat.
Alsdann wird die Schraube j' fest angezogen und der Handhebel 7, in Dich tung des Pfeils P gedreht. Hierbei klemmt das Exzenter k die Druckleiste nt zunächst gegen das Rohr g ; alsdann wird bei weite rer Bewegung des Handhebels d in der glei chen Richtung das Formstück a um den Zap fen b gedreht, wobei das Rolir g gebogen wird. Bei der Drehung des Formstückes drücken sich dessen Rippen x in die Rohrwandung ein.
Die Rolle t übt hierbei einen Gegendruck auf die Innenseite der Rohrwandung aus. Zwischen den Rippen s des Formstückes a und den Rillen 2t der Rolle t werden die Längsrillen auf der Innenseite der Rohr- krümmung erzeugt.
Die an dein Vorderende des Dorns q sitzenden Kugeln<I>v</I> und<I>x</I> haben die Aufgabe, beim Herausziehen des Dorns aus dem Rohr, abgesehen von den erzeugten Längsrillen, den kreisförmigen Querschnitt wiederzugeben, der etwa während des Biegens verändert worden ist.
Die Kugeln v und x sind mit Rillen ,@ beziehungsweise z' versehen, damit sie durch die fertiggestellte und mit Längs rillen versehene Krüinmungsstelle beim Ent fernen des Dorns hindurchgezogen werden können. Der grösste Querschnitt der Kugeln rechtwinklig zu ihren Längsrillen entspricht dem Rohrholilraumquerschnitt in der Biegung. Bei dem dargestellten Ausführungsbei spiel sind die Rillen zt auf einer Rolle t des Dorns q angeordnet. Man könnte die Rillen aber auch unmittelbar auf dem Stangenkör per des Dorns q vorsehen.
Das neue Verfahren ist für Rohre mit und ohne Naht von kreisförmigem und von jedem beliebigen andern Querschnitt geeignet. Für andere als kreisförmige Querschnitte muss das Profil des Formstückes a und das Pro fil der Rolle t entsprechend abgeändert wer den. Ebenso müssen an Stelle der Kugeln v und x entsprechend anders gestaltete Kör per treten.