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Beleuchtungslinsensystem für mikroskopische Zwecke.
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Apparaten im Gebrauch sind, bestehen im allgemeinen aus Kollimator und Kollektor, wozu noch der Mikroskopkondensor hinzukommt. Beim Wechsel der Mikroskopobjektive muss entsprechend den sich ändernden massstäblichen Beziehungen in der Grösse und Lage der Eintrittspupille des Objektivs sowie der Grösse des objektiven Gesichtsfeldes nicht nur ein Wechsel des Kondensors, sondern auch ein Wechsel des Kollektors ausgeführt werden ; wobei der neue Kollektor ausserdem noch an einer andern Stelle im Strahlengang eingeschaltet werden muss. Hiedurch wird die richtige Handhabung der Apparatur, besonders wenn sehr kleine Lichtquellen Verwendung finden sollen, schwierig und empfindlich.
Ferner ist eine sphärische bzw. aplanatische Korrektur des gesamten Beleuchtungssystems nur mit komplizierten Hilfsmitteln möglich, die sich noch mehr komplizieren würden, wenn auch eine nennenwerte Besserung der chromatischen Aberrationen angestrebt würde.
Im Gegensatz zu diesen Einrichtungen ist bei dem vorliegenden Beleuchtungslinsensystem ein Kollimator üblicher Bauart mit einem Zusatzsystem kombiniert, welches aus einem sammelnden und einem dagegen verschiebbaren zerstreuenden Bestandteil besteht. Gemäss der Erfindung sind die Brennweiten des sammelnden und zerstreuenden Teiles ihren absoluten Beträgen nach mit praktisch hinreichender Annäherung gleich und liegen zwischen dem 1. 5 und 2. 5 fachen der Brennweite des Kollimators.
Eine derartige Anordnung erübrigt erstens den Kollektorwechsel vollständig. Die beim Wechsel der Mikroskopobjektive sich ergebenden massstäblichen Beziehungen werden lediglich durch den Kondensorwechsel in Verbindung mit einer geringen Verschiebung des zerstreuenden Teiles längs der optischen Achse hergestellt. Dabei bleibt der notwendige Kondensorwechsel höchstens auf die gleiche Anzahl von Fällen beschränkt wie bei den bisherigen Einrichtungen.
Die genannten Massverhältnisse des Zusatzsystems gestatten ferner bei den beiden Teilen solche Durchbiegungen der Linsen zu finden, dass in Verbindung sowohl mit einfachen Brillenglaskondensoren wie auch mit dem einfachen zweilinsigen Mikroskopkondensor eine derart weitgehende Korrektion der sphärischen Aberration bewirkt werden kann, wie sie sonst nur durch Anwendung gröBerer-Hilfsmittel, z. B. von sphärisch korrigierten Kollektoren und Kondensoren erreicht wird. Auch der chromatische Korrektionszustand wird naturgemäss bei der neuen Anordnung weit günstiger.
Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung in schematischer Form dargestellt.
Eine Lichtquelle a steht im Brennpunkt eines Kollimators b, der anstatt wie gezeichnet aus einer Linse auch aus mehreren Linsen zusammengesetzt sein kann. Hinter dem Kollimator b befindet sich ein aus einer sammelnden Linse e und einer zerstreuenden Linse d bestehendes Zusatzsystem. Während die Linse c fest angeordnet ist, ist die Linse d mit Hilfe eines Tlieblmopfes e einstellbar, so dass die Brennweite des ganzen aus b, c und d zusammengesetzten Beleuchtungslinsensystems veränderlich ist. Je nach Art des benutzten Mikroskopkondensors kann daher ein Bild der Lichtquelle a mehr oder minder weit entfernt entworfen werden.
In diesem Ausführungsbeispiel sei die Brennweite tri des Kollimators b gleich 60 mm, die Brenn-
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Bei der Benutzung eines starken Mikroskopobjektivs wird der zerstreuende Teil d dem sammelnden Teil e dicht genähert, so dass einmal die Lichtquelle a in grösserer Entfernung vom Beleuchtungslinsensystem stark vergrössert abgebildet wird und zweitens infolge der vollen Ausnützung der ganzen Öffnung des
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zerstreuenden Teiles eine so starke sphärische Überkorrektion erzielt wird, dass die Unterkorrektion eines zweilinsigen Mikroskopkondensors praktisch ausgeglichen wird. Bei der Verwendung von schwachen Mikroskopobjektiven wird der zerstreuende Teil d des Zusatzsystems je nach dem Objektiv um 1 bis zirka3cmvondemsammelnden Teil c mit Hilfe des Triebknopfes e entfernt.
Infolgedessen wird ein weniger stark vergrössertes Bild der Lichtquelle a in geringerer Entfernung vom Beleuchtungslinsensystem ent-
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zur Kompensation der geringeren sphärischen Unterkorrektion einfacher Brillenglaskondensoren notwendig ist.