AT77790B - Verfahren zur Gewinnung von Ammoniak aus Harn und aus stickstoffhaltigen Abwässern. - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von Ammoniak aus Harn und aus stickstoffhaltigen Abwässern.

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 nicht angegriffen wird und andere stickstoffhaltige Substanzen zu zersetzen vermag, so dass der elektrolysierte Harn an Stickstoff angereichert wird. 
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 ureae   liquefaciens)   eine gewisse Rolle. 



   Werden Reinkulturen dieser Organismen dpm    Urm, zugesetzt,   so laufen sie Gefahr, von den schon vorhandenen'Mikroorganismen überwuchert zu werden ; diesem Übelstande tritt die Elektrolyse entgegen, indem sie eine Sterilisierung herbeiführt ; durch Einwirkung eines Stromes von etwa 500 Milliampere durch eine Stunde gelingt es, die Zahl der Keirne auf den hundertsten Teil herabzudrücken. 



   Es stellt sich also das Verfahren folgendermassen dar :
Es wird der Urin elektrolysiert und dabei derart vorgegangen, dass nicht beide Elektroden in das gleiche Gefäss eintauchen, sondern die positive Elektrode in ein Nebengefäss ragt, welches mit dem Hauptgefässe in Kommunikation steht ; auf diese Weise wird die dem Verfahren schädliche Anreicherung von Chlor auf das Nebengefäss beschränkt, so dass sich im Hauptgefässe die Anreicherung von Ammoniak vollzieht. Die so von Harnsäure und anderen stickstoffhaltigen
Substanzen befreite, ammoniakreiche Flüssigkeit wird mit Pulver von Robiniasamen oder Sojabohnen oder anderer uereasenhaltiger Pflanzenbestandteile mit den obengenannten Bakterien, besonders mit dem Bacterium coli commune sowie dem Bacillus protenus, zersetzt ; bei Brut- temperatur tritt die   Harnstonzersetzung   schon nach wenigen Stunden ein.

   Noch   zweckmässiger   ist es, sich die Bakterien in einer Aufschwemmung von   urea, senhaltigen   Samen in Nährbouille zu züchten und die Bakterienfermente mit der   ureasenhaltigen   Flüssigkeit dem Urin zuzusetzen. Bei einer   32 bis 360 C   betragenden Temperatur geht die Zersetzung so rasch vor sich, dass nach etwa 10 Stunden der ganze   Harnston in Ammoniak übergeführt ist.   



   Manchmal erweist es sich als zweckmässig, den fermentierten Urin noch einmal der Elektrolyse auszusetzen, damit die in den Bakterienleibern selbst enthaltenen stickstoffhaltigen Substanzen ebenfalls der Umwandlung in Ammoniak anheimfallen. Auch hat es sich als zweckmässig herausgestellt, nicht bloss mit Reinkulturen der bestimmten Bakterien zu arbeiten, sondern fermentierten Harn bzw. fermentierte Abwässer den zu zersetzenden Flüssigkeiten zuzusetzen. 



   Die Gewinnung des freigewordenen Ammoniaks erfolgt nach bekannten Methoden teils   durch Destillation, teils durch Durchleitung von Luft (Press-oder Saugluft) durch die auf 500 C erwärmte Flüssigkeit mit daranschliesseudcr Durchführung durch gekühlte Säuren.   



     PATENT-ANSPRÜCHE   :
1. Verfahren zur Gewinnung von Ammoniak aus   Harn   und aus stickstoffhaltigen Abwässern, dadurch gekennzeichnet, dass   m   der Flüssigkeit zunächst durch den elektrischen Strom eine Reihe von stickstoffhaltigen Substanzen zerlegt und dass ihr dann eine Aufschwemmung bestimmter,   harnstoffspaltender Mikroorganismen   in ureasenhaltigen Flüssigkeiten bzw. die auf ureascnhaltigen Nährböden gewachsenen Rinkulturen dieser Mikroorganismen zugesetzt werden, welche bei Bruttemperatur durch einige Stunden einwirken. 

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Claims (1)

  1. 2. Verfahren zur Gewinnung von Ammoniak aus Harn und stickstoffalkigen Abwässern, dadurch gekennzeichnet, dass die nach Verfahren 1 behandelte Flüssigkeit nochmals der Einwirkung des elektrischen Stromes unterworfen wird. **WARNUNG** Ende CLMS Feld Kannt Anfang DESC uberlappen**.
AT77790D 1916-03-18 1916-03-18 Verfahren zur Gewinnung von Ammoniak aus Harn und aus stickstoffhaltigen Abwässern. AT77790B (de)

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