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Die Erfindung bezieht sich auf ein Fenster oder eine Tür mit einem in einer Wand- öffnung angeordneten Stockrahmen und mit einem im Stockrahmen gelagerten Flügel, der einen Flügelrahmen und eine in einen Falz auf der Aussenseite des Flügelrahmens eingesetzte Isolierverglasung aufweist, die durch an den Schenkeln des Flügelrahmens befestigte, den Rand der Isolierverglasung übergreifende Halter gesichert ist, die aus über die Schenkellängen des Flügelrahmens durchgehenden Halterungsprofilen bestehen.
Um eine ausreichende Belüftung des Umfangsspaltes zwischen einer Isolierverglasung und dem Aufnahmefalz des Flügelrahmens bei einem wärmegedämmten Fenster zu gewährleisten und um eine Dampfsperre durch eine den Rahmenschenkein vorgesetzte, durch ein Metallprofil geschützte Wärmedämmschicht aus Schaumstoff zu vermeiden, ist es bekannt (AT 409 522 B), die Wärmedämmschicht an der Verglasung entlang eines Randstreifens anzukleben, wobei zwischen der Wärmedämmschicht und dem jeweiligen hölzernen Rahmenschenkel zumindest abschnittsweise gegen den Aussenumfang des Rahmens offene Belüftungskanäle vorgesehen sind.
Allerdings besitzt dieses Fenster bzw. diese Tür den selben Nachteil wie alle übrigen bisher bekannten Fenster oder Türen, die einen Stock und einen im Stockrahmen gelagerten Flügel umfassen, nämlich, dass die Einheit aus Stockrahmen und Flügelrahmen eine erhebliche Breite aufweist, wodurch die effektiv für die Verglasung nutzbare Fläche merklich reduziert und die Lichtausbeute verringert wird. Ausserdem müssen beim Einsatz der Einheit in einem Niedrigenergiehaus bzw. bei einem gewünschten hohen Wärmedämmwert stets aufwendige Wärmedämmungen vorgesehen werden, wie dies oben bereits ausgeführt wurde.
Eine maximale Lichtausbeute durch eine möglichst grosse, für die Verglasung nutzbare Fläche liess sich bisher nur mit sogenannten Fixfenstern
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realisieren, also bei Fenstern bei denen die Verglasung direkt in den Stockrahmen eingesetzt und das Fenster somit nicht öffenbar ist.
Zur Schaffung eines gut gegen Witterungseinflüsse geschützten, wärmegedämmten Fensters ist es bekannt (AT 409 400 B), an der Aussenseite des Fensters eine isolierende Laibung vorzusehen, die eine mit dem Rahmen in eine Maueröffnung einsetzbare Einheit bildet. Nachteilig ist dabei allerdings, dass die Laibung vor einem Versetzen der Fenster am jeweiligen Rahmen aufwendig montiert werden muss.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein öffenbares Fenster oder eine Tür der eingangs geschilderten Art so auszugestalten, dass eine möglichst grosse für die Verglasung nutzbare Fläche geschaffen wird und das sich durch eine gute Wärmedämmung bei einer schlanken Konstruktion auszeichnet.
Die Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, dass die Halterungsprofile in der Schliessstellung des Flügels durch Stege des Stockrahmens zumindest teilweise abdeckbar sind, wobei die Stege des Stockrahmens die Halterungsprofile des Flügels bis zu ihrem gasseitigen Längsrand abdecken.
Durch die erfindungsgemässen Massnahmen ergibt sich sowohl von innen als auch von aussen her eine sehr schlanke Ansichtsbreite von Stock und Flügel und kann auf einfache Art und Weise eine möglichst grosse Fläche für die Verglasung genutzt werden. Mit der Erfindung ergibt sich eine erheblich höhere Lichtausbeute verglichen mit einem herkömmlichen Fenster bei gleicher Rahmengrösse. Dadurch, dass die Halterungsprofile in der Schliessstellung des Flügels durch die dem Stockrahmen zugehörigen Stege zumindest teilweise abdeckbar sind, kann auf eine an der Flügelaussenseite befestigte Wärmedämmschicht verzichtet werden, da der Stockrahmen, bzw. die dem Stockrahmen zugehörigen Stege einen Beitrag zur Wärmedämmung liefern.
Die erfindungsgemässen Fenster oder Türen können aus jedem gewünschten Werkstoff gefertigt werden, wie beispielsweise aus Holz, aus einer Holz-Aluminium-Kombination, Kunststoff od. dgl., wie dies ja allgemein bekannt ist.
Mit der Erfindung werden Fenster oder Türen geschaffen, die von innen her wie ein
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sehr schlanke Isolierglasfenster und von aussen wie ein Fixfenster wirken, da von aussen lediglich im wesentlichen die Isolierverglasung, der Stockrahmen und gegebenenfalls ein Fensterbrett sichtbar sind. Die geringe Stockrahmenaussenbreite hat als weiteren Vorteil zur Folge, dass aufgrund der geringeren Stock- bzw. Flügel- rahmenaussenfläche kaum eine Angriffsfläche für Umwelteinflüsse und somit für eine Abwitterung der Rahmen gegeben ist. Besonders vorteilhafte Verhältnisse ergeben sich dadurch, dass die Stege des Stockrahmens die Halterungsprofile des Flügels bis zu ihrem gasseitigen Längsrand abdecken, da somit lediglich der Stockrahmen aber nicht der Flügelrahmen den Umwelteinflüssen ausgesetzt ist.
Zudem wird der Wärmedämmwert des Fensters durch diese Massnahme erhöht.
Soll die Wärmedämmung weiter verbessert werden, wie dies beispielsweise bei einem Einsatz des Fensters oder der Tür in einem Niedrigenergiehaus erforderlich ist, wird vorgeschlagen, zumindest den oberen und die seitlichen Schenkel des Stockrahmens an ihrer Aussenseite mit einer Wärmedämmschicht zu versehen.
Diese Wärmedämmschicht erstreckt sich vorzugsweise auch über die Stege und deckt somit einerseits die Stege und anderseits die Halterungsprofile im Idealfall nahezu vollständig ab, womit der gewünschte Effekt verstärkt wird, eine möglichst hohe Wärmedämmung zu erzielen. Als Wärmedämmschicht kann beispielsweise ein Isolierputz oder jede andere beliebige, auf den Stockrahmen aufgebrachte Dämmschicht verwendet werden.
Um gegebenenfalls für eine Hinterlüftung der Isolierverglasung im Falz sorgen zu können bzw. um eine Ansammlung von Wasser im Falz und im Bereich zwischen den Halterungsprofilen und dem Stockrahmen zu vermeiden, sind zwischen den Stegen des Stockrahmens und den Halterungsprofilen des Flügels Lüftungsspalte vorgesehen. Diese Lüftungsspalte können mit dem Falz, in dem die Isolierverglasung eingesetzt ist, verbunden sein.
Um den unteren Bereich des Fensters oder der Tür vor Schlagregen und Witterungseinflüssen schützen zu können, kann zumindest der Steg des unteren Schenkels des Stockrahmens aus einer an diesem befestigbaren Profilschiene bestehen. Diese Profilschiene kann dabei einerseits die Halterungsprofile abdek-
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ken und anderseits Spritz- und/oder Regenwasser einem Fensterbrett zuleiten, wodurch der Stockrahmen verbessert vor Umwelteinflüssen geschützt wird.
Besonders vorteilhafte Konstruktionsverhältnisse ergeben sich, wenn die Halte- rungsprofile die Stirnseite der äusseren Scheibe der Isolierverglasung mit einem abgewinkelten Profilsteg übergreifen, wodurch eine besonders stabile Flügelrah- menkonstruktion erreicht wird. Es können aber auch Halteprofile mit im wesentli- chen rechteckförmiger Profilfläche verwendet werden. Diese zeichnen sich durch ihren besonders geringen Platzbedarf aus.
Mit der Erfindung wird ein Fenster oder eine Tür geschaffen, deren Stock und
Flügel bei entsprechender Einbauweise von aussen beinahe unsichtbar, pflege- und wartungsarm sind.
In der Zeichnung ist die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispieles schematisch dargestellt. Es zeigen : Fig. 1 ein erfindungsgemässes Fenster im Querschnitt und Fig. 2 eine Konstruktionsvariante des Fensters aus Fig. 1 im Teilquerschnitt.
Ein erfindungsgemässes Fenster 1 bzw. eine erfindungsgemässe Tür umfasst einen in einer Wandöffnung 2 angeordneten, in ein Mauerwerk 3 eingesetzten Stockrahmen 4 und einen im Stockrahmen 4 gelagerten Flügel 5, der einen Flügelrahmen 6 und eine in einem Falz 7 auf der Aussenseite des Flügelrahmens 6 eingesetzte Isolierverglasung 8 aufweist. Die Isolierverglasung 8 ist durch an Schenkeln 9 des Flügelrahmens 6 befestigte und den Rand der Isolierverglasung 8 übergreifende Halterungsprofile 10 gesichert. Zwischen Isolierverglasung 8 und Flügelrahmen 6 einerseits sowie Isolierverglasung 8 und Halterungsprofil 10 anderseits sind Dichtelemente 11 angeordnet. Die Halterungsprofile 10 übergreifen die Stirnseite der äusseren Scheibe der Isolierverglasung 8 mit einem abgewinkelten Profilsteg.
Zwischen Flügelrahmen 6 und Stockrahmen 4 sind zwei Dichtelemente 12 in üblicher Weise vorgesehen. Bei Bedarf können aber auch mehrere Dichtelemente 12 vorgesehen sein. Die Halterungsprofile 10 erstrecken sich über die Schenkellän-
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gen des Flügelrahmens 6 und sind in der Schliessstellung des Flügels 5 durch dem Stockrahmen 4 zugehörige Stege 13 abgedeckt, so dass von aussen lediglich der Stockrahmen 4 aber nicht der Flügelrahmen sichtbar ist und der Eindruck eines Fixfensters erwirkt wird. Der Steg 13 des unteren Schenkels des Stockrahmens 4 besteht aus einer am Stockrahmen 4 befestigten Profilschiene 14 geringer Aussichtshöhe, um den Stockrahmen 4 und den im Stockrahmen 4 gelagerten Flügel 5 bestmöglich vor Umwelteinflüssen zu schützen.
Die Profilschiene 14 besitzt Durchtrittsöffnungen 15, über die gegebenenfalls im Bereich zwischen Profilschiene 14 und Halterungsprofile 10 gelangendes Wasser aus diesem Bereich abgeleitet werden kann. Im unteren Bereich des Stockrahmens 4 ist in üblicher Weise ein Fensterbrett 16 vorgesehen.
Um einen möglichst guten Wärmedämmwert der Einheit, aus Flügel 5, Stock 4 und Isolierverglasung 8 zu gewährleisten, sind der obere und die seitlichen Schenkel des Stockrahmens 4 an der Aussenseite mit einer Wärmedämmschicht 17 aus Isolierputz versehen. In Fig. 2 erstreckt sich die Wärmedämmschicht 17 vollständig bis zum gasseitigen Längsrand der Halterungsprofile 10. Dadurch ergibt sich eine geringstmögliche Witterungseinflüssen ausgesetzte Stockrahmenaussenfläche, die bei Bedarf auch mit Wetterschutzprofilen, beispielsweise aus Aluminium od. dgl. abgedeckt sein kann. Bei dieser Ausgestaltungsform ist von aussen lediglich die Wärmedämmschicht 17, die Isolierverglasung 8, die Profilschiene 14 und das Fensterbrett 16 sichtbar. Ebenso kann die Profilschiene 14 bei Bedarf mit einem Wärmedämmittel ausgeschäumt sein.
Wie aus der Fig. 2 ersichtlich, erstreckt sich die Wärmedämmschicht 17 nahezu bis zum gasseitigen Längsrand der Halterungsprofile 10, wodurch besonders gute Wärmedämmwerte der Einheit erzielt werden.