<Desc/Clms Page number 1>
Formfüllapparat.
Um leicht erstarrende Materien, wie Fette, Gelatine, Kakaobutter, Schokolade usw., in der im Kleinhandel gebräuchlichen Form zu dosieren und zu verpacken, wird das Fett in flüssigem Zustande in entsprechend vorgerichtete und geformte Tüten oder Säcke eingelassen, welche nach dem Erstarren des Fettes zur Bereitstellung für den Verkauf an der noch offenen Seite geschlossen werden.
Um die Tüten oder Säcke während des Einfüllens und Erstarrens des Fettes in entsprechender Stellung zu halten, werden Formfüllapparate verwendet, wie solche z. B. durch das österreichische Patent Nr. 36961 bekannt geworden sind.
Die in dieser Patentschrift beschriebene Vorrichtung besteht ihrem Wesen nach aus einer Reihe von zu einem starren Systeme vereinten vertikalen Taschen, deren Bodenfläche mit einer Längs-und den beiden Seitenflächen starr verbunden ist, während die Rück-d-ache durch eine bewegliche Wand gebildet wird, welche während des Einfüllens und Erstarrens des Fettes gegen die starren Formteile gehalten und zum Zwecke der Entnahme der Pakete von diesen abgerückt wird, um das Ausheben der Pakete nach oben zu ermöglichen.
Da die Pakete diesen Formfüllapparaten nach oben hin entnommen werden, so muss bei den im oberwähnten österreichischen Patente Nr. 36961 beschriebenen Einrichtungen die Form nach oben hin ihrem ganzen Querschnitte nach freibleiben ; infolge dieses Umstandes kommt es häufig vor, dass das flüssige Fett während des Einfiillens zwischen die Formwände und die Aussenflächen der Tüten gelangt, letztere an ihrer Aussenseite verunreinigt und zur Entstehung von Ausschussware Anlass gibt.
Um zu verhindern, dass das flüssige Fett zwischen die Tüten-und Formwände gelange und ein Beschmutzen der Tüten herbeiführe, werden die Formtaschen im Sinne der vorliegenden Verbesserung unter Belassung einer für jede Formtasche vorgesehenen Einfüllöffnung nach oben hin derart abgedeckt, dass die Tütenrander von den verbleibenden Teilen der Deckfläche überdeckt werden und jede der Füllöffnungen wird mit nach abwärts in die Tüte reichenden Leit- flächen oder einem vollen Trichter ausgestattet.
Um ungeachtet der teilweisen Abdeckung der
Formtaschen die gefüllten Tüten der Form entnehmen zu können, wird entweder lediglich die die Füllöffnungen und Trichter enthaltende Deckfläche aufklappbar angeordnet, oder es wird die Formtasche derart unterteilt, dass eine Längswand starr, die zweite, mit den Deckflächen starr verbundene Längswand umklappbar angeordnet ist, wobei die Seitenflächen entweder an der starren oder an der umklappbaren Seitenwand befestigt sein können.
In Fig. 1 bis 4 der Zeichnung ist eine Ausführungsform der Füllform in Vorderansicht, partiell nach A-A geschnittener Draufsicht und zwei Querschnitten nach B-B und C-C der Fig. 2 gezeigt. Bei dieser Ausführungsform sind die beiden Längs-und die Seitenflächen der
Formen mit dem Formboden starr verbunden, während die die Einfüllöffnungen und Emfüll- trichter oder Leitflächen enthaltende Deckfläche an einer der starren Längswände angelenkt ist.
Bei der in Fig. 5 bis 10 gezeigten Ausführungsform wird das Freilegen der Formlinge dadurch erzielt, dass die mit der Deckfläche starr verbundene, die Formtaschen bildende Längsseite an der mit der zweiten Längsseite starr verbundenen Basisfläche schwingbar verbunden ist und aus der vertikalen Arbeitsstellung in die horizontale Entnahmestellung gekippt werden kann. Diese
Ausführungsform ist in Fig. 5 und 6 in Vorderansicht und einer nach H-H der Fig. 5 teilweise geschnittenen Draufsicht gezeigt.
Fig. 7 und 8 zeigen Schnitte nach D-D und F-F der Fig. 6. Fig. 9 zeigt einen Längsschnitt nach G-G der Flg. 6. Fig. 10 zeigt einen Teil des in Fig. 7 gezeigten Schnittes, bei welchem jedoch die die Formausbuchtungen und die Deckfläche tragende Wand halb niedergeklappt ist.
Bei beiden in den Zeichnungen gezeigten Ausführungsformen sind behufs Erzielung einer gewissen Stabilität sowie zur Beschleunigung des Füllverfahrens zwei Formreihen I, II vermittelst eines U-förmigen Bügels v miteinander verbunden, wobei die aU88chwingbaren Teile der beiden Formreihen immer derart angeordnet sind, dass sie nach entgegengesetzten Richtunger aus-bzw. voneinander schwingen.
Bei der in Fig. 1 bis 4 gezeigten Ausführungsform besteht jede der Formtaachenreihen 7, 77
EMI1.1
<Desc/Clms Page number 2>
EMI2.1
liegen kommen ; hiedurch wird bei dem nachträglich erfolgenden Eingiessen das Einfliessen des flssigen Fettes in den zwischen den Formflächen und den Tüten gelegenen Zwischenraum vermieden und das Beschmutzen der Aussenseiten der Tüten hintangehalten.
Bei dem in den Fig. 5 bis 10 dargestellten Ausführungsbeispiele sind zwei in einem Abstande von etwa 8 bis 10 cm parallel zueinander laufende, durch Bügel v, v miteinander verbundene Winkelbleche angeordnet, deren vertikale Flächen p zueinander parallellaufen und deren horizontale Teile q sich nach entgegengesetzten Richtungen erstrecken.
Diese Winkelbleche bilden je eine Längswand und die Bodenfläche der Formreihen I, Il ; die Seitenflächen sowie die Vorderwande je einer Formtaschenreihe werden von einem durch die Scharniere z am Vorderrande des Bodens q angelenkten, mit Ausbuchtungen versehenen Bleche r gebildet, welches derart geformt ist, dass die Scheitellinien der Ausbuchtungen in vertikal aufgeklappter Stellung die starre Vertikalwand p beruhren ; die Schenkelflächen der Ausbuchtungen bilden die Seitenwände der einzelnen Form- taschen x.
Das mit den taschenförmigen Ausbuchtungen versehene Blech r wird von einem fortlaufenden Blechstreifen u abgedeckt, in welchem für jede Formtasche x eine rechteckige Öffnung c vorgesehen ist ; das durch Ausdrücken dieser Öffnungen aus dem vollen Bleche gewonnene Material bildet nach abwärtsgerichtete Lappen d. In der Arbeitsstellung wird der schwingbare, aus den Blechen r und u bestehende Formteil an dem starren Teile durch federnde Fallen k festgehalten, welche beim Zuklappen des schwingbaren Teiles r, u die beiden seitlichen Ränder der feststehenden Wand p überfahren und hinter derselben einklinken, wenn der schwingbare Formteil r, t in vertikale Stellung gelangt ist.
Die Achse der den schwingbaren Teil r, u mit dem starren Boden q verbindenden Scharniere z liegt nicht in der Ebene des Bodens q, sondern etwa 1 bis 2 cm oberhalb desselben, wodurch, wie später erläutert, die Entnahme der Formlinge erleichtert wird.
Die Verwendung des Apparates geschieht in folgender Weise : Der Apparat wird ebenfalls in Verbindung mit entsprechend vorgerichteten Papiertüten o verwendet, welche an ihrer Unterseite geschlossen, an ihrer Oberseite offen sind. Im niedergeklappten Zustande der schwingbaren Formhälfte (siehe punktierte Stellung Fig. 8) wird in jede der Formtaschen x eine Tüte o derart eingelegt, dass das geschlossene Ende an der Scharnierseite liegt, die offene Tüteneeite mit der Einfüllöffnung, der betreffenden Formtasche x korrespondiert. wobei die nach abwärts gebogenen
EMI2.2
wird nunmehr der angelenkte Formteil r, c vertikal nach aufwärts geschwungen (Fig. 7,8) und durch das Einklinken der Federfallen k in der vertikalen Stellung festgehalten.
Es wird nunmehr durch einen geeigneten Füllapparat in jede Taschenöffnung c eine entsprechend dosierte Quantität des noch Qüssigen Matenales cingegossen. wobei ein Eindringen des Fettes zwischen Form und Tüte absolut ausgeschlossen ist, weil letztere an den oberen Rand der Deckfläche anschliessen und die von den beiden Lappen gebildeten Leitflächen von den Tütenrändem umfasst werden.
Nachdem das Fett in den Tüten erstarrt ist, werden die sehwingbaren Formteile r, u horizontal neh abwärts geschwungen ; da die Scharniere z höher als die Basisnachen y liegen, gleiten die mit Fett gefiillten Tüten mfolge ihrer Schwere während des Umlegens ein wenig aus den Formtaschen heraus (siehe Fig 10) und können an dem unteren, freiwerdenden Ende leicht erfasst werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Formfüllapparat für beim Erkalten erstarrende Flüssigkeiten, wie Fette, Gelatine und dgl., bei welchem zu Reihen vereinigte Formtaschen in Anwendung kommen, dadurch gekennzeichnet, dass ein die Deckfläche umfassender Teil des Formfüllapparates an den übrigen starren Teilen der letzteren schwingbar angeordnet ist und hiebei in der Deck-fläche mit nach abwärts gerichteten Leitflächen versehene Einfüllönnungen vorgesehen sind.