AT528506B1 - Stopfaggregat zum Unterstopfen von Schwellen eines Gleises - Google Patents

Stopfaggregat zum Unterstopfen von Schwellen eines Gleises

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AT528506B1 ATA51012/2024A AT510122024A AT528506B1 AT 528506 B1 AT528506 B1 AT 528506B1 AT 510122024 A AT510122024 A AT 510122024A AT 528506 B1 AT528506 B1 AT 528506B1
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Stopfaggregat (7) zum Unterstopfen von Schwellen (3) eines Gleises (2), insbesondere einer Weiche, mit einem höhenverstellbaren Werkzeugträger (14), auf dem durch Antriebe (22, 23) in Schwingung versetzbare und zueinander beistellbare Stopfwerkzeuge (18) mit Stopfpickeln (28, 29) gelagert sind, wobei zumindest ein Stopfwerkzeug (18) zum seitlichen Hochschwenken der Stopfpickel (28, 29) zwei durch ein Drehgelenk (24) um eine gemeinsame Drehachse (27) verschwenkbare Stopfpickelhalterungen (25, 26) umfasst. Dabei ist zumindest ein Gelenkabschnitt (32) der einen Stopfpickelhalterung (25, 26) auf einem rotationssymmetrischen Gelenkabschnitt (32) der anderen Stopfpickelhalterung (26, 25) gelagert. Auf diese Weise greifen die Gelenkabschnitte (32) der beiden Stopfpickelhalterungen (25, 26) ineinander, sodass eine schlanke Bauform erreicht wird.

Description

Beschreibung
STOPFAGGREGAT ZUM UNTERSTOPFEN VON SCHWELLEN EINES GLEISES
[0001] Die Erfindung betrifft ein Stopfaggregat zum Unterstopfen von Schwellen eines Gleises, insbesondere einer Weiche, mit einem höhenverstellbaren Werkzeugträger, auf dem durch Antriebe in Schwingung versetzbare und zueinander beistellbare Stopfwerkzeuge mit Stopfpickeln gelagert sind, wobei zumindest ein Stopfwerkzeug zum seitlichen Hochschwenken der Stopfpickel zwei durch ein Drehgelenk um eine gemeinsame Drehachse verschwenkbare Stopfpickelhalterungen umfasst.
[0002] Zur Korrektur einer Gleislage werden Gleisstrecken und Weichen mit Schotterbettung regelmäßig mittels einer Stopfmaschine bearbeitet. Dabei wird ein aus Schienen und Schwellen gebildeter Gleisrost durch eine Hebe- und Richtaggregat in eine vorgegebene Gleislage gebracht und durch ein Stopfaggregat in dieser neuen Lage fixiert. Das Stopfaggregat umfasst Stopfwerkzeuge mit Stopfpickeln, die bei einem Stopfvorgang mit Schwingungen beaufschlagt in das Schotterbett eintauchen und zueinander beigestellt werden. Dabei wird Schotter unter die jeweilige Schwelle verlagert und verdichtet.
[0003] Bei einem Einschwellen-Stopfaggregat mit sogenannter Split- Head-Ausführung sind jeder Schiene des Gleises zwei Stopfaggregatsegmente zugeordnet. Damit wird bei einem Stopfvorgang beidseits der jeweiligen Schiene eine Schwelle unterstopfen. Jedes Stopfaggregatsegment umfasst zwei gegenüberliegende Stopfwerkzeuge. Gewöhnlich sind an jedem Stopfwerkzeug zwei Stopfpickel nebeneinander angeordnet. Konkret sind jeweils ein neben der Schiene eintauchender innerer Stopfpickel und ein im größeren Abstand zur Schiene eintauchender äuBerer Stopfpickel vorgesehen. Mit beiden nebeneinander in den Schotter eingetauchten Stopfpickeln ist ein breiter Wirkbereich gegeben. Bei Hindernissen im Gleis und insbesondere im Bereich einer Weiche bleibt jedoch oft zu wenig Platz für das gleichzeitige Eintauchen der beiden nebeneinander angeordneten Stopfpickel.
[0004] Beispielsweise offenbart die AT 379 178 B ein Stopfaggregat mit seitlich hochschwenkbaren Stopfpickeln. Dabei umfasst das jeweilige Stopfwerkzeug zwei Stopfpickelhalterungen, die auf einem gemeinsamen Gelenkbolzen eines Drehgelenks gelagert sind. Auf diese Weise ist zunächst der äußere Stopfpickel separat hochschwenkbar, wenn zwischen den Schienen, Schwellen und Gleiseinbauten nur Platz zum Eintauchen eines Stopfpickels bleibt. Wenn auf einer Schwellenseite keine Eintauchstelle frei ist, wird auch der innere Stopfpickel hochgeschwenkt. Die Stopfeinheit ist dann lediglich mit den Stopfpickeln des gegenüberliegenden Stopfwerkzeugs absenkbar. Nachteilig bei dieser Anordnung ist der Platzbedarf für das Drehgelenk samt der Schwenkantriebe.
[0005] Ein Stopfaggregat mit hochschwenkbaren Stopfpickeln und schlanker Bauweise ist aus der AT 522 456 A4 bekannt. Die schlanke Bauweise kommt durch die Anordnung von zwei Drehgelenken zustande. Damit sind die Stopfpickelhalterungen um zwei zueinander versetze Drehachsen verschwenkbar. Nachteilig ist hier die notwendige Anordnung zusätzlicher Koppelelemente für die jeweilige Kopplung der Stopfpickelhalterungen mit zugeordneten Schwenkantrieben.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Stopfaggregat eingangs genannter Art dahingehend zu verbessern, dass für zwei Stopfpickelhalterungen eine schlanke und robuste Bauweise mit einem gemeinsamen Drehgelenk ermöglicht wird.
[0007] Gelöst wird diese Aufgabe durch die Merkmale des unabhängigen Anspruchs 1. Abhängige Ansprüche geben vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung an.
[0008] Dabei ist zumindest ein Gelenkabschnitt der einen Stopfpickelhalterung auf einem rotationssymmetrischen Gelenkabschnitt der anderen Stopfpickelhalterung gelagert. Auf diese Weise greifen die Gelenkabschnitte der beiden separat verschwenkbaren Stopfpickelhalterungen ineinander, sodass eine schlanke Bauform erreicht wird. Dabei sind die Durchmesser und die Brei-
tenmaße des rotationssymmetrischen Gelenkabschnitts der einen Stopfpickelhalterung und des darauf gelagerten Gelenkabschnitts der anderen Stopfpickelhalterung aufeinander abgestimmt. Mit dieser Anordnung vergrößert sich die jeweilige Auflagefläche der Gelenkabschnitte gegenüber einer bisher üblichen Aneinanderreihung der Gelenkabschnitte auf einem gemeinsamen Gelenkbolzen. Dadurch kann das Drehgelenk bei ansonsten gleichen Bedingungen höhere Kräfte übertragen.
[0009] Vorteilhafterweise umfasst das Drehgelenk zwei äußere Tragarme und zumindest einen mittleren Tragarm. Ein Gelenkbolzen ist dabei durch Bohrungen der Tragarme geführt und an den äußeren Tragarmen fixiert. Zwischen den Tragarmen sind die Gelenkabschnitte der Stopfpickelhalterungen angeordnet. Damit ergibt sich ein besonders stabiles Drehgelenk zur Übertragung hoher Kräfte.
[0010] Für verbesserte Verschleißeigenschaften ist zwischen einer Innenfläche des rotationssymmetrischen Gelenkabschnitts und einem Gelenkbolzen eine Gleitbuchse angeordnet. Damit wird bei hohen Radialkräften die Lebensdauer des Gleitbolzens und des direkt darauf gelagerten rotationssymmetrischen Gelenkabschnitts erhöht. Insbesondere ist die Gleitbuchse mit einer Passung in der Innenfläche des Gelenkabschnitts der Stopfpickelhalterung fixiert und mit einer Gleitschicht am Gelenkbolzen angeordnet. Dabei ist das Material der Gleitschicht auf das Material des Gelenkbolzens abgestimmt, wodurch ein etwaiger Verschleiß minimiert wird. Beispielsweise ist die Gleitschicht aus Polyoxymethylen (POM) mit Schmiertaschen für eine geschmierte Anwendung ausgebildet. Als Trägermaterial kommt zum Beispiel verzinkter Stahl zum Einsatz.
[0011] Eine weitere Verbesserung sieht vor, dass der Gelenkbolzen an einem Ende ein Gewinde aufweist und mit einer gesicherten Gewindemutter fixiert ist. Mit dieser lösbaren Verbindung ist das Drehgelenk einfach zu montieren. Bei Bedarf können die Stopfpickelhalterungen zerstörungsfrei demontiert und Verschleißteile getauscht werden.
[0012] Bevorzugt umfasst jede Stopfpickelhalterung eine Gelenkgabel mit zumindest zwei Gabelarmen. Die Aufteilung der Übertragungskräfte auf mehrere Gabelarme reduziert die Belastung der einzelnen Gelenkelemente, wodurch sich deren Lebensdauer erhöht.
[0013] Für eine vorteilhafte gleichmäßige Belastung umfasst jede Gelenkgabel einen eigenen rotationssymmetrischen Gelenkabschnitt, auf dessen Außenfläche eine zugeordnete Innenfläche der anderen Gelenkgabel gelagert ist. Insbesondere sind die rotationssymmetrischen Gelenkabschnitte und die darauf gelagerten Gelenkabschnitte jeweils gleich breit, wodurch sich insgesamt ein symmetrischer Aufbau des Drehgelenks ergibt.
[0014] Verbessert wird diese Anordnung mit einer jeweiligen Gleitbuchse zwischen der Außenfläche des jeweiligen rotationssymmetrischen Gelenkabschnitts und der zugeordneten Innenfläche. Die Materialien der Gleitbuchse sind auf die Materialien der anderen Gelenkelemente abgestimmt. Bevorzugt kommt eine Stahlbuchse mit einer Gleitschicht aus Polyoxymethylen (POM) mit Schmiertaschen zum Einsatz.
[0015] Eine verbesserte Anordnung der Gelenkgabeln sieht vor, dass ein Gabelarm der einen Gelenkgabel und ein Gabelarm der anderen Gelenkgabel gemeinsam zwischen zwei Tragarmen des Drehgelenks angeordnet sind. Auf diese Weise sind entlang des Gelenkbolzens zwei Gabelarmgruppen angeordnet. Gelagert ist die jeweilige Gabelarmgruppe auf einem Abschnitt des Gelenkbolzens, der zwischen zwei Tragarmen abgestützt ist. Dabei ist pro Gabelarmgruppe der eine Gabelarm über den zugehörigen rotationssymmetrischen Gelenkabschnitt direkt am Gelenkbolzen gelagert, insbesondere mittels einer Gleitbuchse. Der andere Gabelarm ist über den zugeordneten rotationssymmetrischen Gelenkabschnitt indirekt am Gelenkbolzen gelagert, wobei auch hier bevorzugt eine Gleitbuchse angeordnet ist.
[0016] Vorteilhafterweise sind zwischen den Gabelarmen der Gelenkgabeln und den Tragarmen des Drehgelenks Gleitringe angeordnet. Damit wird ein etwaiger Verschleiß durch auf das Drehgelenk wirkende Axialkräfte verringert. Bevorzugt sind auch zwischen den nebeneinander angeordneten Gabelarmen Gleitringe vorgesehen. Insbesondere sind die Gleitringe aus Bronze gefertigt.
[0017] Die Erfindung wird nachfolgend in beispielhafter Weise unter Bezugnahme auf die beigefügten Figuren erläutert. Es zeigen in schematischer Darstellung:
[0018] Fig. 1 Stopfmaschine auf einem Gleis in einer Seitenansicht; [0019] Fig. 2 Stopfaggregatsegment in einer Seitenansicht; [0020] Fig. 3 Stopfaggregatsegment in einer Vorderansicht;
[0021] Fig. 4 Explosionszeichnung eines Drehgelenks, mit dem Stopfpickelhalterungen an einem Stopfwerkzeug montiert werden;
[0022] Fig. 5 Zusammengebautes Drehgelenk gemäß Fig. 4; [0023] Fig. 6 Schnittzeichnung des Drehgelenks gemäß Fig. 5; [0024] Fig. 7 Schrägansicht des Drehgelenks gemäß Fig. 5.
[0025] Die in Fig. 1 dargestellte Stopfmaschine 1 ist sowohl für einen Streckenbereich eines Gleises 2 als auch für einen Weichenbereich optimiert. Das Gleis 2, auf dem die Stopfmaschine 1 verfahrbar ist, umfasst Schwellen 3 mit darauf befestigten Schienen 4. Der aus Schwellen 3 und Schienen 4 bestehende Gileisrost ist in einem Schotterbett 5 gelagert. Bei einem Arbeitsvorgang der Stopfmaschine 1 wird der Gleisrost zyklisch mit einem Hebe- und Richtaggregat 6 in eine gewünschte Gleislage gebracht und mit einem Stopfaggregat 7 in der neuen Lage fixiert.
[0026] Die dargestellte Stopfmaschine 1 ist für einen kontinuierlichen Betrieb vorgesehen. Dabei ist ein Maschinenrahmen 8, auf dem die Aggregate 6, 7 angeordnet sind, Teil eines Stopfsatelliten 9. Dieser Stopfsatellit 9 ist auf einem Schienenfahrwerk 10 und längsverschiebbar an einer Hauptmaschine 11 abgestützt. Im Betrieb wird der Stopfsatellit 9 von Schwelle 3 zu Schwelle 3 bewegt, während die Hauptmaschine 11 kontinuierlich in einer Arbeitsrichtung 12 vorwärtsfährt. Auf diese Weise muss nicht die gesamte Maschine 1 zyklisch abgebremst und beschleunigt werden, wodurch insbesondere in einem Streckenabschnitt eine besonders effiziente Bearbeitung mit hoher Leistung erfolgen kann.
[0027] Für die effiziente Bearbeitung in einem Streckenabschnitt ist das Stopfaggregat 7 zudem als Dreischwellen-Stopfaggregat ausgebildet. Es umfasst in einer Arbeitsrichtung 12 pro Schienenseite drei hintereinander angeordnete Stopfaggregatsegmente 13. Damit sind mit einem Stopfvorgang drei Schwellen 3 gleichzeitig unterstopfbar. In einer anderen Ausführung sind zwei oder vier Stopfaggregatsegmente 13 hintereinander angeordnet. Die Geometrie und Kinematik des jeweiligen Stopfaggregatsegments 13 sind auf eine minimale Schwellenteilung t abgestimmt, sodass jede Art von Mehrschwellen-Stopfaggregat mit denselben Stopfaggregatsegmenten 13 zusammenstellbar ist. Dieser Vorteil wird durch die schmale Bauweise des Stopfaggregatsegments 13 erreicht.
[0028] Das jeweilige Stopfaggregatsegment 13 umfasst einen eigenen Werkzeugträger 14, der auf Vertikalführungen 15 eines Aggregatrahmens 16 gelagert und unabhängig von den anderen Stopfaggregatsegmenten 13 durch einen zugeordneten Höhenstellantrieb 17 höhenverstellbar ist. Am Werkzeugträger 14 sind gegenüberliegende Stopfwerkzeuge 18 um eine jeweilige Lagerachse 19 drehbar gelagert. Ausgerichtet sind diese Lagerachsen 19 quer zu einer Gleislängsrichtung 20. Bei dem symmetrisch aufgebauten Stopfaggregatsegment 13 sind zudem die Lagerachsen 19 mit gleichem Abstand gegenüber einer Symmetrieebene 21 angeordnet.
[0029] Das jeweilige Stopfwerkzeug 18 ist hebelartig ausgebildet, mit einem bezüglich der zugeordneten Lagerachse 19 oberen Hebelarm, der endseitig mit einem Beistellantrieb 22 verbunden ist. Beispielsweise ist der jeweilige Beistellantrieb 22 ein Hydraulikzylinder, dessen Kolbenstange mit dem zugeordneten Stopfwerkzeug 18 verbunden und dessen Zylinderkörper auf einer Exzenterwelle eines Vibrationsantriebs 23 gelagert ist. Eine Rotation der Exzenterwelle wird mittels des Hydraulikzylinders in eine oszillierende Vibrationsbewegung des Stopfwerkzeugs 18 übertragen. Durch ein Ausfahren der Kolbenstange wird dieser Vibrationsbewegung eine Beistellbewegung überlagert. In einer anderen Ausprägung ist der Hydraulikzylinder mit einem Proportional- oder Servoventil angesteuert und zur Erzeugung der Vibrations- und der Beistellbewegung eingerich-
tet.
[0030] Am unteren Hebelarm des jeweiligen Stopfwerkzeugs 18 ist ein Drehgelenk 24 zum seitlichen Verschwenken einer inneren Stopfpickelhalterung 25 und einer äußeren Stopfpickelhalterung 26 angeordnet. Eine gemeinsame Drehachse 27 ist dabei orthogonal zur Lagerachse 19 des Stopfwerkzeugs 18 ausgerichtet. An der inneren Stopfpickelhalterung 25 ist ein innerer Stopfpickel 28 befestigt und in der äußeren Stopfpickelhalterung 26 ist ein äußerer Stopfpickel 29 befestigt. Beim Unterstopfen einer Schwelle 3 neben einer Schiene 4 taucht der innere Stopfpickel 28 näher an der Schiene 4 in das Schotterbett 5 ein als der äußere Stopfpickel 29.
[0031] Die Optimierung für einen Weichenbereich ergibt sich aus den hochschwenkbaren Stopfpickeln 28, 29. In einem Anfangsbereich und einem Endbereich einer Weiche erfolgt die Unterstopfung einer Schwelle 3 gewöhnlich mit allen Stopfpickeln 28, 29. Im Bereich dazwischen müssen abzweigende Schienenstränge, Führungsschienen, Weichenzungen, das Weichenherz und diverse weitere Weichenelemente und Einbauten beachtet werden. Oft ist bei einem Stopfvorgang nicht der notwendige Freiraum für das Eintauchen aller Stopfpickel 28, 29 zu vorhanden. Wenn eine freie Eintauchstelle für einen einzelnen Stopfpickel 28 vorhanden ist, wird vor dem Eintauchen die äußere Stopfpickelhalterung 26 mit dem äußeren Stopfpickel 29 hochgeschwenkt. Im Mittelbereich der Weiche gibt es durchgehende Schwellen 3, die an manchen Stellen nur einseitig unterstopft werden können. Bei einem Paar gegenüberliegender Stopfwerkzeuge 18 des entsprechenden Stopfaggregatsegments 13 kommt dann nur eines der Stopfwerkzeuge 18 zum Einsatz. Beim anderen Stopfwerkzeug 18 werden vor dem Absenken des Werkzeugträgers 14 beide Stopfpickelhalterungen 25, 26 mit den Stopfpickeln 28, 29 hochgeschwenkt.
[0032] Beim Eintauchen der nicht hochgeschwenkten Stopfpickel 28, 29 und während einer Beistellbewegung wirken vom Schotterbett 5 Reaktionskräfte auf die Stopfpickel 28, 29 und in weiterer Folge auf das Drehgelenk 24. Insbesondere wirken bei einem verkrusteten Schotterbett hohe Reaktionskräfte und -rmomente auf das Drehgelenk 24. Für die Auslegung des Drehgelenks 24 werden bevorzugt eine Vertikalkraft F als Reaktionskraft beim Eintauchen und ein Drehmoment M als Reaktionsmoment beim Beistellen angenommen. Für die Vertikalkraft F werden beispielsweise 50 kN bis 70 kN, insbesondere 57 kN angenommen. Für das Drehmoment M werden beispielsweise 20 kNm bis 30 kNm, insbesondere 25 kNm angenommen.
[0033] Das jeweilige Drehgelenk 24 umfasst einen Gelenkbolzen 30, der an Tragarmen 31 des unteren Hebelarms des zugeordneten Stopfwerkzeugs 18 befestigt ist, wobei eine Symmetrieachse des Gelenkbolzens 30 der Drehachse 27 des Drehgelenks 24 entspricht. Als weitere Elemente des Drehgelenks 24 sind an den Stopfpickelhalterungen 25, 26 Gelenkabschnitte 32 angeordnet, die direkt oder indirekt auf dem Gelenkbolzen 30 gelagert sind. Erfindungsgemäß ist zumindest ein Gelenkabschnitt 32 der einen Stopfpickelhalterung 25 oder 26 auf einem rotationssymmetrischen Gelenkabschnitt 32 der anderen Stopfpickelhalterung 26 oder 25 gelagert. Die Gelenkabschnitte 32 der beiden Stopfpickelhalterungen 25, 26 sind somit entlang der Drehachse 27 ineinandergeschoben. Auf diese Weise wird bei einer beschränkter Breite b des Drehgelenks 24 eine ausreichend große Auflagefläche des jeweiligen Gelenkabschnitts 32 erreicht, damit die auf das Drehgelenk 24 wirkenden Reaktionskräfte N und Reaktionsmomente M sicher aufgenommen werden können.
[0034] Bevorzugt ist der jeweilige rotationssymmetrische Gelenkabschnitt 32 zylindrisch ausgebildet, wobei sich eine zylindrische Innenfläche und eine zylindrische Außenfläche über den gesamten Umfang erstrecken. Alternativ dazu können die rotationssymmetrischen Flächen als Kegelabschnitte oder als gewölbte Flächen ausgebildet sein. Unter Beachtung eines Schwenkwinkels a der jeweiligen Stopfpickelhalterung 25, 26 können sich die rotationssymmetrischen FIlächen auch nur über einen Umfangabschnitt erstrecken.
[0035] Eine vorteilhafte Ausprägung des Drehgelenks 24 wird anhand der Figuren 4 bis 7 erläutert. Dabei sind am unteren Hebelarm des Stopfwerkzeugs 18 in gleichen Abständen drei parallele Tragarme 31 ausgebildet. In den beiden Zwischenräumen zwischen den äußeren Tragarmen 31 und dem mittleren Tragarm 31 sind jeweils die Gelenkabschnitte 32 der Stopfpickelhalterungen 25, 26 angeordnet. Dabei ist an jeder Stopfpickelhalterung 25, 26 eine Gelenkgabel mit zwei
im Wesentlichen parallelen Gabelarmen 33 ausgebildet. Jede der beiden Stopfpickelhalterungen 25, 26 weist einen Gabelarm 33 mit einem rotationssymmetrischen Gelenkabschnitt 32 auf. Auf dem jeweiligen rotationssymmetrischen Gelenkabschnitt 32 der einen Stopfpickelhalterung 25 oder 26 ist der Gelenkabschnitt 32 des anderen Gabelarms 33 der anderen Stopfpickelhalterung 26 oder 25 gelagert.
[0036] Beim Zusammenbau des jeweiligen Stopfwerkzeugs 18 werden zunächst die Gelenkabschnitte 32 ineinandergeschoben (Fig. 4). Dabei sind die Breitenmaße der Gabelarme 33 und der Gelenkabschnitte 32 aufeinander abgestimmt. Zwischen den Gelenkabschnitten 32 sind bevorzugt Gleitringe 34 und Gleitbuchsen 35 angeordnet. Insbesondere ist jeweils der auf den rotationssymmetrischen Gelenkabschnitt 32 geschobene Gelenkabschnitt 32 gemeinsam mit einem etwaigen Gileitring 34 genauso breit wie der zugeordnete rotationssymmetrische Gelenkabschnitt 32. Zudem ist das Drehgelenk 24 im Wesentlichen bezüglich einer Mittelebene symmetrisch ausgebildet (Fig. 6).
[0037] Im ineinandergeschobenen Zustand bilden die beiden Stopfpickelhalterungen 25, 26 eine Einheit mit zwei Gabelarmgruppen 37, deren Gelenkabschnitte 32 gemeinsam in die Zwischenräume zwischen den Tragarmen 31 geschoben werden, bis sich Bohrungen in den Tragarmen 31 und Gabelarmen 33 decken. Dabei sind die Breitenmaße der Zwischenräume und der Gabelarmgruppen 37 mit dazwischen angeordneten Gleitringen 34 aufeinander abgestimmt. In den Bohrungen der Gelenkabschnitte 32 sind Gleitbuchsen 35 angeordnet. Im letzten Schritt des Zusammenbaus wird der Gelenkbolzen 30 in die Bohrungen geschoben und mit einer Gewindemutter 38 fixiert (Fig. 5).
[0038] Zum Anschließen eines jeweiligen Schwenkantriebs 39 ist an jeder Stopfpickelhalterung 25, 26 ein bevorzugt gabelförmiger Hebelfortsatz 40 ausgebildet. Bohrungen durch die Hebelfortsätze 40 verlaufen parallel zur Drehachse 27. Der am jeweiligen Hebelfortsatz 40 angelenkte Schwenkantrieb 39 ist zum Beispiel ein Hydraulik- oder Pneumatikzylinder, der am oberen Hebelarm des entsprechenden Stopfwerkzeugs 18 gelenkig befestigt ist. Bevorzugt ist am oberen Hebelarm eine Konsole 41 angeordnet, an der der beide Schwenkantriebe 39 eines Stopfwerkzeugs 18 angelenkt sind. Bei Betätigung des jeweiligen Schwenkantriebs 39 wirkt eine Hebelkraft, welche die zugeordnete Stopfpickelhalterung 25 oder 26 um die Drehachse 27 verschwenkt. Dabei ist die jeweilige äußere Stopfpickelhalterung 26 durch den zugeordneten Schwenkantrieb 39 separat verschwenkbar. Ein gemeinsames Hochschwenken der inneren und der äußeren Stopfpickelhalterung 25, 26 kann durch alleinige Betätigung des anderen Schwenkantriebs 39 erfolgen, wobei die innere Stopfpickelhalterung 25 die äußere Stopfpickelhalterung 26 mit nach oben verschwenkt und der Schwenkantrieb 39 der äußeren Stopfpickelhalterung 26 dabei drucklos bleibt. Dazu sind an beiden Stopfpickelhalterungen 25, 26 entsprechende Kontaktflächen ausgebildet.
[0039] Bei einer vereinfachten Ausführungsvariante weist jede Stopfpickelhalterung 24, 26 des jeweiligen Stopfwerkzeugs 18 lediglich ein Gelenkauge als Gelenkabschnitt 32 auf. Eines dieser Gelenkaugen umfasst dabei den rotationssymmetrischen Gelenkabschnitt 32, auf dem der Gelenkabschnitt 32 des anderen Gelenkauges gelagert ist.

Claims (9)

Patentansprüche
1. Stopfaggregat (7) zum Unterstopfen von Schwellen (3) eines Gleises (2), insbesondere einer Weiche, mit einem höhenverstellbaren Werkzeugträger (14), auf dem durch Antriebe (22, 23) in Schwingung versetzbare und zueinander beistellbare Stopfwerkzeuge (18) mit Stopfpickeln (28, 29) gelagert sind, wobei zumindest ein Stopfwerkzeug (18) zum seitlichen Hochschwenken der Stopfpickel (28, 29) zwei durch ein Drehgelenk (24) um eine gemeinsame Drehachse (27) verschwenkbare Stopfpickelhalterungen (25, 26) umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Gelenkabschnitt (32) der einen Stopfpickelhalterung (25, 26) auf einem rotationssymmetrischen Gelenkabschnitt (32) der anderen Stopfpickelhalterung (26, 25) gelagert ist.
2. Stopfaggregat (7) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Drehgelenk (24) zwei äußere Tragarme (31) und zumindest einen mittleren Tragarm (31) umfasst.
3. Stopfaggregat (7) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen einer Innenfläche des rotationssymmetrischen Gelenkabschnitts (32) und einem Gelenkbolzen (30) eine Gleitbuches (35) angeordnet ist.
4. Stopfaggregat (7) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Gelenkbolzen (30) an einem Ende ein Gewinde aufweist und mit einer gesicherten Gewindemutter (38) fixiert ist.
5. Stopfaggregat (7) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass jede Stopfpickelhalterung (25, 26) eine Gelenkgabel mit zumindest zwei Gabelarmen (33) umfasst.
6. Stopfaggregat (7) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass jede Gelenkgabel einen rotationssymmetrischen Gelenkabschnitt (32) umfasst, auf dessen Außenfläche eine zugeordnete Innenfläche der anderen Gelenkgabel gelagert ist.
7. Stopfaggregat (7) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Außenfläche des jeweiligen rotationssymmetrischen Gelenkabschnitts (32) und der zugeordneten Innenfläche der anderen Gelenkgabel eine Gleitbuchse (35) angeordnet ist.
8. Stopfaggregat (7) nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass ein Gabelarm (33) der einen Gelenkgabel und ein Gabelarm (33) der anderen Gelenkgabel gemeinsam zwischen zwei Tragarmen (31) des Drehgelenks (24) angeordnet sind.
9. Stopfaggregat (7) nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Gabelarmen (33) der Gelenkgabeln und den Tragarmen (31) des Drehgelenks (24) Gleitringe (34) angeordnet sind.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen
ATA51012/2024A 2024-12-19 2024-12-19 Stopfaggregat zum Unterstopfen von Schwellen eines Gleises AT528506B1 (de)

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