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Die Erfindung betrifft ein Dämpfungsventil, insbesonders für hydraulische Betätigungsanordnungen für bewegbare Teile an Fahrzeugen, bestehend aus zumindest einem steuerbaren Ventil und einer Drossel für das Arbeitsfluid, die strömungstechnisch gesehen parallel geschaltet sind, sowie eine hydraulische Betätigungsanordnung, insbesonders für bewegbare Teile an Fahrzeugen, mit zumindest einem Arbeitszylinder, der während zumindest eines Arbeitshubes einen Übergang zwischen zumindest zwei Druckniveaus, beispielsweise einen Übergang zwischen einer Druckund einer Zugphase, durchläuft, und einer Versorgungseinheit inklusive Tank für das Hydraulikmedium.
Bei Hydraulikzylindern sind Anlagen bekannt, die für den Fall beispielsweise einer Rohrbruches ein unkontrolliertes Absinken einer Last verhindern sollen. So ist in der EP 141 301 A1 beschrieben, zu diesem Zweck durch einen gemeinsamen Pilotdruck in Öffnungsrichtung beaufschlagbare Ventile vorzusehen und parallel zu diesen Ventilen Rückschlagventile sowie parallel zu einem der Ventile eine Drossel anzuordnen. Der Pilotdruck ist dabei prinzipiell unabhängig vom Druck an der Drossel. Die DE 197 49 484 A1 beschreibt eine ähnlich Anordnung mit einer Drossel, die parallel zu einem durch eine Druckdifferenz gesteuerten Kolbenventil geschaltet ist.
Bei vielen Arten und Anwendungsgebieten von hydraulischen Betätigungsanordnungen ist es erwünscht oder notwendig, dass eine anfangs schnelle Bewegung anschliessend verlangsamt wird.
Beispielsweise soll bei Verdecksystemen von Fahrzeugen mit Faltverdeck oder beweglichen Festdächern der Beginn des Öffnungs- oder Schliessvorganges schnell erfolgen. Kurz vor dem Erreichen der vollständig geöffneten oder vollständig geschlossenen Stellung, in welcher die Verdeckabschnitte aufeinander und in ihrem Aufbewahrungsabteil zu liegen kommen oder in der sie an der Karosserie verriegelt werden sollen, muss jedoch die zuerst schnelle Bewegung verlangsamt werden, um eine Beschädigung der an- oder aufeinander zu liegen kommenden Teile zu vermeiden.
Bei vielen Betätigungsanordnungen, insbesonders bei Verdecksystemen, müssen andererseits oder zusätzlich zu den obigen Überlegungen durch die Kinematik der Verdecke bedingte Übergänge von der Druck- in die Zugphase der Arbeitszylinder, in welchen sich beispielsweise die Gewichtskräfte und Betätigungskräfte durch die Arbeitszylinder addieren, aufgefangen werden. Auch in diesem Fall muss der in die ursprüngliche Bewegungsrichtung wirkenden Betätigungskraft entgegengewirkt werden, vorzugsweise durch Drosselung des Abströmens des nicht druckbeaufschlagten Arbeitsraumes des Arbeitszylinders.
Für derartige Zwecke wurden Endlagendämpfungssysteme entwickelt, die in die Arbeitszylinder integriert sind und bei Erreichen bestimmter Positionen durch den Kolben des Arbeitszylinders entweder die Zufuhr von Arbeitsfluid in den druckbeaufschlagten Arbeitsraum oder das Abströmen des Arbeitsfluids aus dem gegenüberliegenden Arbeitsraum drosselt. Diese Systeme, bei welchen der Startpunkt der Dämpfung im Zylinder selbst definiert ist, sind aber aufwendig, erhöhen die Baugrösse und das Gewicht der Arbeitszylinder. Insbesondere bei den in Verdecksystemen bei Fahrzeugen integrierten Arbeitszylindern wirken sich diese Nachteile besonders gravierend aus.
Ein weiterer Nachteil ist auch die Tatsache, dass diese herkömmlichen Endlagendämpfungen wegabhängig arbeiten und daher nur bei niedrigsten Toleranzen im System ordnungsgemäss arbeiten. Je mehr Bauteile allerdings miteinander verbunden werden, desto mehr Einzeltoleranzen addieren sich und so können einige Millimeter Toleranz am Arbeitszylinder für den Beginn der Wirksamkeit der Endlagendämpfung Unterschiede von etlichen Zentimetern am Ende der Bauteilkette, beispielsweise dem dem Arbeitszylinder entfernt liegenden Vorderende des Verdecks, ergeben, welcher Unterschied über rechtzeitiges Bremsen oder aber Beschädigung der Bauteile entscheidet.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung war daher ein Dämpfungsventil der eingangs angegebenen Art, welches in ein System mit herkömmlichen Arbeitszylindern eingesetzt werden kann und druck- anstelle von wegabhängig den Startpunkt des Beginns der Drosselung des Durchflusses durch eine Leitung, insbesonders von einem Arbeitsraum dieser Arbeitszylinder zurück zum Tank oder zum Druckversorgungssystem, ein- oder ausschaltet. Eine weitere Aufgabe bestand darin, eine hydraulische Betätigungsanordnung derart zu verbessern, dass allein abhängig vom Druckniveau auf einer Seite eines Arbeitszylinders das Abströmen der gegenüberliegenden Seite erleichtert bzw. freigegeben oder aber gedrosselt werden kann.
Zur Lösung der gestellten Aufgabe ist das Dämpfungsventil erfindungsgemäss dadurch
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gekennzeichnet, dass ein kombiniertes Druckbegrenzungs- und Rückschlagventil in Öffnungsrichtung mit einem vom Druck des Arbeitsfluids an Ventil oder Drossel unabhängigen Steuerdruck beaufschlagbar ist in Schliessstellung des kombinierten Druckbegrenzungs- und Rückschlagventils dieses über die Drossel umgangen ist. Mit einem derartigen Ventil kann unabhängig vom Weg bzw. Arbeitshub diverser fluidisch betätigter Bauteile eine rein druckabhängige Dämpfung bzw.
Änderung in der Bewegungscharakteristik erzielt werden, bei welcher allfällige baulich bedingte Toleranzen im Verlauf des Arbeitshubes nicht zum Tragen kommen, sondern rein das durch die Resultierende aus Betätigungskräften und durch die Kinematik bedingten wechselnden Kräften, beispielsweise Übergängen von Druck- und Zugphase oder umgekehrt, definierte Druckniveau im System.
Um eine gute Dichtwirkung sowie eine rasche Freigabe eines grossen Durchströmquerschnittes zu ermöglichen, weist das Schliesselement des kombinierten Druckbegrenzungs- und Rückschlagventils einen kegelförmigen, mit einer kreisförmigen Sitzkante zusammenwirkenden Abschnitt auf.
Vorzugsweise ist vorgesehen, dass das Schliesselement mittels einer Schliessfeder auf die Sitzkante hin mit der Schliesskraft beaufschlagt ist.
Um den Druckpunkt für das Umschalten des Dämpfungsventils genau einstellen bzw. an die gegebenen Verhältnisse anpassen zu können, ist vorteilhafterweise die Länge der Schliessfeder und damit der Schaltpunkt des kombinierten Druckbegrenzungs- und Rückschlagventils über ein Einstellelement veränderbar.
Für die einfache konstruktive Ausführung der Druckbeaufschlagung des Schliesselementes mit dem Steuerdruck ist vorgesehen, dass das Schliesselement einen sich an den kegelförmigen Abschnitt anschliessenden zweiten Abschnitt aufweist, welcher sich über die Fluidleitung des zu begrenzenden Drucks hinaus erstreckt und durch den Steuerdruck beaufschlagbar ist.
Vorteilhafterweise ist dabei vorgesehen, dass der Steuerdruck auf einen Steuerkolben einwirkt, welcher dadurch im wesentlichen parallel zum Schliesselement frei verschiebbar ist und dieses Schliesselement, vorzugsweise dessen zweiten Abschnitt, bei anliegendem Steuerdruck mit einer der Kraft der Schliessfeder entgegengesetzten Kraft in Öffnungsrichtung beaufschlagt.
Vorzugsweise kann gemäss einer vorteilhaften Ausgestaltung des Ventils strömungstechnisch gesehen parallel zum kombinierten Druckbegrenzungs- und Rückschlagventil ein Rückschlagventil mit gleicher Öffnungsrichtung vorgesehen sein.
Das Schliesselement des Rückschlagventils ist dabei, abgesehen von eventueller geringer Federbeaufschlagung zur Gewährleistung einer definierten Grundstellung, im wesentlichen frei beweglich.
Gemäss einer zweiten vorteilhaften Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Schliesselement des kombinierten Druckbegrenzungs- und Rückschlagventils durch eine Kugel gebildet ist, die mit einer kreisförmigen Sitzkante zusammenwirkt.
Vorzugsweise wirkt wiederum der Steuerdruck auf einen Steuerkolben ein, der mit einer Verlängerung versehen ist, welche durch die von der Sitzkante gebildete Dichtkontur hindurch auf das Schliesselement einwirkt.
Um das Druckniveau für die Öffnung des Rückschlagventils zu definierten ist in dieser Ausführungsform vorgesehen, dass der Steuerkolben durch ein vorzugsweise einstellbares Federelement mit einer Kraft in Schliessrichtung des Rückschlagventils beaufschlagt ist.
Um auch bei nicht wirkendem Steuerkolben eine definierte Grundstellung des kombinierten druckgesteuerten Ventils zu gewährleisten, ist das Schliesselement des kombinierten Druckbegrenzungs- und Rückschlagventils mittels eines Federelementes in Schliessrichtung beaufschlagt.
Die Drossel zur Umgehung des geschlossenen kombinierten Druckbegrenzungs- und Rückschlagventils kann in einfacher konstruktiver Art dadurch gebildet sein, dass in der Sitzkante des kombinierten Druckbegrenzungs- und Rückschlagventils zumindest eine Ausnehmung eingearbeitet, welche die Drossel des kombinierten Druckbegrenzungs- und Rückschlagventils darstellt.
Für eine hydraulische Betätigungsanordnung der eingangs angegebenen Art wird die gestellt Aufgabe erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass einer der Arbeitsräume des Arbeitszylinders über eine Leitung mit dem kombinierten Druckbegrenzungs- und Rückschlagventil eines externen Dämpfungsventils gemäss einem der vorhergehenden Absätze mit der Versorgungseinheit verbunden ist. Damit werden baulich aufwendige und grössere Arbeitszylinder mit Endlagendämpfung vermieden, und zusätzlich wird der Vorteil einer nicht wegabhängig sondern allein druckabhängig
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einsetzenden Dämpfung der Bewegung der Arbeitszylinder mit nur einem zusätzlichen hydraulischen Element ausserhalb der Arbeitszylinders selbst erreicht.
Bei Anordnungen mit mehreren parallelen Zylindern wird ebenfalls nur ein einziges erfindungsgemässes Dämpfungsventil für alle Zylinder benötigt.
Vorteilhafterweise wird dabei vorgesehen, dass der Druck des Arbeitsraumes jener Seite, welche nicht mit dem kombinierten Druckbegrenzungs- und Rückschlagventil des externen Dämpfungsventils verbunden ist, als Steuerdruck am Dämpfungsventil anliegt.
In der nachfolgenden Beschreibung soll die Erfindung anhand der beigefügten Zeichnungen bevorzugter Ausführungsbeispiele näher erläutert werden.
Dabei zeigt die Fig. 1 ein Dämpfungsventil in einer ersten Ausführungsform mit separatem kombinierten Druckbegrenzungs- und Rückschlagventil, Rückschlagventil und Drossel, Fig. 2 ist eine andere Ausführungsform eines erfindungsgemässen Dämpfungsventils mit einem kombinierten druckgesteuerten Ventil mit integrierter Drosselstelle, und Fig. 3 ist ein hydraulischer Schaltplan einer einfachen Betätigungsanordnung mit druckabhängiger Endlagendämpfung durch ein erfindungsgemässes externes Dämpfungsventil.
In einem Ventilgehäuse 1 ist eine Bohrung 2 ausgearbeitet, in welcher durch eine Verengung eine Sitzkante 3 eines Dichtsitzes für ein kombiniertes Druckbegrenzungs- und Rückschlagventil ausgebildet ist. Ein Schliesselement 4 mit kegelförmigem Dichtabschnitt 4a wird mittels einer Schliessfeder 5 auf den Dichtsitz 3 hin mit einer Kraft beaufschlagt. Dabei ist diese Schliesskraft mittels einer Einstellschraube 6, welche auch gleichzeitig die Bohrung 2 im Ventilgehäuse 1 dichtend verschliesst, veränderbar.
Vom kegelförmigen Abschnitt 4a des Schliesselementes 4 geht ein weiterer Abschnitt 4b aus, welcher sich über die Passage 7 vom Druckanschluss P2 zum Dichtsitz 3 hinaus erstreckt. Dieser weitere Abschnitt 4b wirkt mit einem Steuerkolben 8 zusammen, welcher in einem Bohrungsabschnitt frei beweglich ist und im Zuge seines Arbeitshubes das Schliesselement 4 in Öffnungsrichtung mit einer Kraft beaufschlagt und auch vom Dichtsitz 3 abheben kann. Mittel der Dichtung 8a des Steuerkolbens 8 ist die Bohrung 2 mit dem Schliesselement 4 gegen eine Passage 9 abgedichtet, die sich im Ventilgehäuse 1 zwischen zumindest einem weiteren Druckanschluss P1 und einem vierten Anschluss A erstreckt. Eine Verschlussschraube 10 schliesst die Bohrung 2 im Ventilgehäuse 1 auf der Seite des Steuerkolbens 8 dichtend ab.
Parallel, zumindest im strömungstechnischen Sinn, zu diesem kombinierten Ventil aus den oben erläuterten Komponenten 3 - 7 verlaufen zwischen dem ersten Druckanschluss P2 und dem Anschluss B auf der Öffnungsseite des Schliesselementes 4 zwei weitere Passagen 11,12. In einer Passage 11befindet sich eine Drossel 13, beispielsweise durch eine Düse oder eine Kaskadenschaltung von Düsen gebildet, über welche das Arbeitsfluid gedrosselt am geschlossenen gesteuerten Druckbegrenzungs- und Rückschlagventil 3 - 7 vorbeiströmen kann. Die zweite Passage 12 beinhaltet ein Rückschlagventil, das in gleichem Sinn wie das gesteuerte Druckbegrenzungs- und Rückschlagventil 3 - 7 öffnet.
Das mit dem Dichtsitz 12a zusammenwirkende Schliesselement 14 dieses Rückschlagventils kann allenfalls in drucklosem Zustand mittels eines Federelementes (nicht dargestellt) in einer definierten Grundstellung gehalten werden.
Je nach dem in der Passage 9, welche auch eine von nur einem Steueranschluss ausgehende Steuerleitung sein könnte, herrschenden Druck und damit der Stellung des Steuerkolbens 8 gegen die Kraft der Schliessfeder 5 des Schliesselementes 4 des kombinierten druckgesteuerten Ventils 3 - 7 wird das Schliesselement 4 in Offenstellung gehalten oder bleibt es geschlossen und kann in beiden Richtungen nur durch die Passage 11 mit der Drossel 13 umgangen werden, in Öffnungsrichtung des Rückschlagventils 12a, 14 in der zweiten Passage 12 auch durch diese zweite Passage 12. Wenn also über den Druckanschluss P2 Arbeitsfluid in den schmalen Abschnitt 2a der Bohrung 2 einströmt, wird das Arbeitsfluid über die Passage 12 und anschliessend den weiteren Anschluss B auf der Öffnungsseite des Schliesselementes 4 aus dem Ventilgehäuse 1 unbeeinflusst abfliessen.
Arbeitsfluid hingegen, das in entgegengesetzter Richtung über den Anschluss B in das Ventil gelangt, wird je nach dem Druckniveau in der Passage 9 entweder sehr stark gedrosselt über die Passage 11und den Anschluss P2 oder - bei einem Steuerdruck, der einer Kraft grösser als jener der Schliessfeder 5 entspricht - über das nun durch den Steuerkolben 8 geöffnete kombinierte druckgesteuerte Ventil 3 - 7 weitestgehend unbeeinflusst abfliessen.
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Eine andere Ausführungsform eines erfindungsgemässen Dämpfungsventils ist in Fig. 2 dargestellt. Wieder ist in einem Ventilgehäuse 1 eine Bohrung 2 ausgearbeitet. In dieser Bohrung 2 ist nun wieder eine Verengung definiert, welche durch einen ringförmigen Körper 18 gebildet ist. Mit der inneren Umfangskante des ringförmigen Körpers 18 als Dichtsitz 3 wirkt nun als Schliesselement eines kombinierten druckgesteuerten Ventils anderer Bauart eine Kugel 15 zusammen, die allenfalls von einer (nicht dargestellten) Feder auf den Körper 18 hin und damit in eine definierte Grundstellung beaufschlagt sein kann. Auf der dem Schliesselement 15 abgewandten Seite des Dichtsitzes 3 führt ein Druckanschluss P2 ins Ventilgehäuse 1 und auf der Seite des Schliesselementes 15 ist ein weiterer Anschluss B vorgesehen.
Auf der dem Körper 18 abgewandten Seite des Schliesselementes 15 ist die Bohrung 2 mittels eines Verschlusskörpers 16 dichtend verschlossen.
Auf der dem Schliesselement 15 gegenüberliegenden Seite des Körpers 18 ist im Ventilgehäuse 1 wieder eine Passage 9 von einem oder mehreren Anschlüssen P1, A zu einem Abschnitt der Bohrung 2 vorgesehen, in welchem Abschnitt wieder ein vom Druck in der Passage 9 beaufschlagter Steuerkolben 8 geführt ist, der die Bohrung 2 mittels der Dichtung 8a gegen die Passage 9 abdichtet. Die dem Druck in der Passage 9 entgegenwirkende Kraft wird im Ausführungsbeispiel der Fig. 2 durch die Rückstellfeder 17 ausgeübt, welche zwischen dem ringförmigen Körper 18 und dem Steuerkolben 8 eingespannt ist.
Durch Anpassung der Länge und damit Vorspannung der Rückstellfeder 17 kann auch hier das Druckniveau eingestellt werden, bei welchem der Steuerkolben 8 das kombinierte druckgesteuerte Ventil 3,18, 15 zur ungehinderten Durchströmung von der Seite des Schliesselementes 15 her, also von Anschluss B zu Anschluss P2, öffnet. Dieses Öffnen wird durch Abheben des Schliesselementes 15 vom Dichtsitz 3 mittels der Verlängerung 8b des Steuerkolbens 8 bewirkt, welche Verlängerung 8b durch die zentrale Öffnung des ringförmigen Körpers 18, d. h. durch den Dichtsitz 3, hindurch ragt. Die Längenveränderung der Rückstellfeder 17 kann beispielsweise dadurch erreicht werden, dass der ringförmige Körper 18 ein Aussengewinde aufweist und in einem Innengewinde in der Bohrung 2 in Längsrichtung des Ventils justierbar gehalten ist.
Um bei einem Druckniveau in der Passage 9 unterhalb des durch die Rückstellfeder 17 definierten Öffnungsdruckes des kombinierten druckgesteuerten Ventils 3,18, 15 ein gedrosseltes Abfliessen des Arbeitsfluids vom Anschluss B zum Anschluss P2 zu ermöglichen, ist das Ventil 3, 18, 15 selbst mit einer genau definierten Undichtigkeit versehen. Diese Undichtigkeit wird durch zumindest eine Bohrung, vorteilhafterweise aber zumindest eine Ausnehmung oder Kerbe 3a im Dichtsitz 3 gebildet. Letztere Variante hat den Vorteil, dass allfällige Verunreinigungen zwischen Kugel 15 und Kerbe 3a bei jedem Öffnungsvorgang des kombinierten druckgesteuerten Ventils 3, 18, 15 ausgespült werden, und sie kann auch anstelle der separaten Drossel 13 für das gesteuerte kombinierte druckgesteuerte Ventil 3 - 7 der Ausführungsform der Fig. 1 zur Anwendung kommen.
Eine vorteilhafte Anwendung des erfindungsgemässen Dämpfungsventils wie oben beschrieben sind hydraulische Betätigungsanordnungen mit Arbeitszylindern, bei welchen im Falle von deutlichen Ubergängen im Druckniveau der Versorgung einer Seite dieser Arbeitszylinder die Ausströmcharakteristik aus dem gegenüberliegenden Arbeitsraum beeinflusst werden soll. Ein Beispiel dafür soll im Zusammenhang mit Fig. 3 erläutert werden, anhand eines hydraulischen Schaltplans für etwa einen bewegbaren Teil an einem Fahrzeug. Dies könnte eine Tür, Heck- oder Motorraumklappe oder auch ein Teil eines Verdecksystems eines Cabriolets oder Fahrzeuges mit beweglichem Festdach sein.
Ein Arbeitszylinderpaar 20 wird von einer Versorgungseinheit 21 mit Arbeitsfluid beaufschlagt, welche entweder über die Druckleitung 21 a oder die Druckleitung 21 b zu den Arbeitszylindern 20 gelangt und durch die Rücklaufleitung 21cin den Tank 21dder Versorgungseinheit 21. Ein schaltbares Umschaltventil 22 dient, in Zusammenarbeit mit dem Wechselventil 23, zur wahlweisen Druckbeaufschlagung bzw. Freigabe der Druckentlastung der stangenseitigen Arbeitsräume der Arbeitszylinder 20. Uber das Wechselventil 24 und das manuell betätigbare Ventil 25 kann eine Notbetätigung der Arbeitszylinder 20 freigegeben werden.
In der Druckleitung 21a zu den kolbenseitigen Arbeitsräumen der Arbeitszylinder 20 ist nun ein Dämpfungsventil 26 eingesetzt, welches in einer der oben beispielhaft angeführten Bauweisen ausgeführt sein kann. Dabei wird der Steuerdruck in der Passage 9 für den Steuerkolben 8 über eine Steuerleitung 27 zugeführt, welche Steuerleitung von der Druckleitung 28 ausgeht, welche Druckleitung 28 das Umschaltventil 22 mit den stangenseitigen Arbeitsräumen der Arbeitszylinder
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20 verbindet. Am Druckanschluss P2 des Dämpfungsventils 26 ist die Druckleitung 21 a der Versorgungseinheit 21 angeschlossen, während der Anschluss B mit den kolbenseitigen Arbeitsräumen der Arbeitszylinder 20 verbunden ist.
Bei Druckbeaufschlagung der Leitung 21a wird das Dämpfungsventil in Öffnungsrichtung der darin integrierten kombinierten druckgesteuerten Ventile bzw. vorhandener Rückschlagventile vom Arbeitsfluid beaufschlagt, so dass keinerlei Behinderung der Druckbeaufschlagung und des Ausfahrens der Arbeitszylinder 20 gegeben ist. Zum Einfahren der Arbeitszylinder 20 erfolgt die Druckbeaufschlagung der kolbenseitigen Arbeitsräume der Arbeitszylinder über die Leitung 21b und ein Umschalten des Umschaltventils 22, so dass in der Leitung 28 Druck aufgebaut wird. Dieser hohe Druck liegt über die Steuerleitung 27 auch am Dämpfungsventil 26 an und schaltet das darin integrierte schaltbare kombinierte druckgesteuerte Ventil 3 - 7 oder 3,18, 15 in Offenstellung.
Damit kann der Druck der kolbenseitigen Arbeitsräume der Arbeitszylinder 20 weitestgehend ungehindert abgebaut werden, das Arbeitsfluid wird über die Leitung 21czum Tank 21d abgeleitet und die Arbeitszylinder 20 fahren schnell ein.
Bei einem Übergang im Druckniveau, d. h. einem deutlichen Druckabfall in der Leitung 28, während des Einfahrens der Arbeitszylinder 20, was beispielsweise bei einem durch die Kinematik der hydraulischen Betätigungsanordnung bedingten Übergang von der Druck- in eine Zugphase der Arbeitszylinder 20 geschehen kann, fällt auch der Steuerdruck des Dämpfungsventils 26 in der Leitung 27 entsprechend ab. Dessen Steuerkolben 8 wird unter dem Einfluss der Schliessfeder 5 oder der Rückstellfeder 17 in seine Grundstellung zurückgedrückt und das schaltbare kombinierte druckgesteuerte Ventil 3 - 7 bzw. 3,18, 15 geht aus der Offenstellung in die Schliessstellung über, letzteres aufgrund des weiter am Anschluss B anliegenden Drucks des Arbeitsfluids aus den kolbenseitigen Arbeitsräumen der Arbeitszylinder 20.
In dieser Stellung des Dämpfungsventils 26 kann das Arbeitsfluid lediglich gedrosselt abgeleitet werden, was eine deutliche Dämpfung bzw.
Verlangsamung der weiteren Einfahrbewegung der Arbeitszylinder 20 bewirkt. Unabhängig vom während der Einfahrbewegung zurückgelegten Arbeitshub der Arbeitszylinder 20, und auch unabhängig von allenfalls aufgrund von Toleranzen unterschiedlichen zurückgelegten Arbeitshüben bei mehreren parallel wirkenden Arbeitszylindern 20, wird allein druckabhängig die Verlangsamung bzw. Dämpfung der Einfahrbewegung bewirkt.
Auch bei einander überlagernden, schlimmstenfalls addierten Toleranzen ganzer Ketten von Bauteilen von hydraulischen Betätigungsanordnungen, etwa aller Arbeitszylinder, Gelenksysteme, etc. bei Verdecksystemen von Fahrzeugen von Faltverdecken, erfolgt diese Umschaltung in die gedämpfte Bewegung immer am durch die Kinematik vorgegebenen, druckdefinierten Übergang zwischen Druck- und Zugphase der Arbeitszylinder 20, nicht an einem vordefinierten Punkt eines Arbeitshubes, welcher in Abhängigkeit von den Toleranzen mehr oder weniger stark variieren kann.
PATENTANSPRÜCHE:
1. Dämpfungsventil, insbesonders für hydraulische Betätigungsanordnungen für bewegbare
Teile an Fahrzeugen, bestehend aus zumindest einem steuerbaren Ventil und einer Dros- sel für das Arbeitsfluid, die strömungstechnisch gesehen parallel geschaltet sind, dadurch gekennzeichnet, dass ein kombiniertes Druckbegrenzungs- und Rückschlagventil (3 - 7;
3,18, 15) in Öffnungsrichtung mit einem vom Druck des Arbeitsfluids an Ventil oder Dros- sel unabhängigen Steuerdruck beaufschlagbar ist und in Schliessstellung des kombinierten Druckbegrenzungs- und Rückschlagventils (3 - 7 ; 18,15) dieses über die Drossel (13;
3a, 15) umgangen ist.