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Die Erfindung bezieht sich auf ein Streckwerk mit einem Hochverzugfeld, von dessen beiden hinsichtlich ihres Durchmessers unterschiedlich grossen Austrittswalzen die grössere eine Förderstrecke für die Faserlunte bildet, wobei der entlang der Faserlunte gemessene Abstand zwischen den Klemmspalten einerseits der Austrittswalzen und anderseits eines Klemmwalzenpaares zulaufseitig des Hochverzugfeldes grösser als die grösste Faserlänge der Faserlunte ist.
Streckwerke dieser Art (AT 402 742 B) weisen den Vorteil auf, dass die vom Klemmspalt zwischen den Austrittswalzen erfassten Fasern der zu verstreckenden Faserlunte bereits von den Klemmwalzen auf der Eingangsseite des Hochverzugfeldes freigegeben und entlang der durch die Austrittswalze mit dem grösseren Durchmesser gebildeten Förderstrecke beschleunigt werden, weil der entlang der Faserlunte gemessene Abstand zwischen dem Klemmspalt der Klemmwalzen und dem des Austrittswalzenpaares grösser als die grösste Faserlänge der Faserlunte ist. Damit wird eine vorteilhafte Voraussetzung für eine gleichmässige Luntenverstreckung geschaffen, weil die Gefahr eines Mitreissens von Fasern aus dem durch die Klemmwalzen zurückgehaltenen Faserverband wirksam unterbunden wird.
Trotz dieser vorteilhaften Wirkung macht sich jedoch eine Abhängigkeit der Verstreckung von Unregelmässigkeiten im Bereich der vorgelegten Faserlunte bemerkbar, und zwar insbesondere im Zusammenhang mit der durch Dick- und Dünnstellen bedingten ungleichmässigen Eindrehung der vorgelegten Faserlunte. Ungleichmässigkeiten hinsichtlich der Fasereindrehung haben demnach wegen der Abhängigkeit der Verstreckung vom Faserzusammenhalt einen ungleichmässigen Verzug zur Folge.
Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, ein Streckwerk der eingangs geschilderten Art so auszugestalten, dass der Einfluss von Ungleichmässigkeiten im Bereich der vorgelegten Faserlunte auf die Verstreckung im Hochverzugfeld erheblich verringert werden kann.
Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, dass die der kleineren Austrittswalze nähere Klemmwalze mit der grösseren Austrittswalze einen Führungsspalt für die Faserlunte formt und dass zwischen der entfernteren Klemmwalze und der grösseren Austrittswalze eine gegen die nähere Klemmwalze gerichtete Blasdüse vorgesehen ist.
Durch die besondere Anordnung der der Austrittswalze mit dem kleineren Durchmesser näheren Klemmwalze bildet diese Klemmwalze für die aus dem Klemmspalt des Klemmwalzen-paares austretende Faserlunte eine Umlenkführung, die in den Führungsspalt zwischen der grösseren Austrittswalze und dieser Klemmwalze übergeht. Die gegen die Klemmwalze gerichtete Blasluft übt eine auffächernde Wirkung auf die Luntenfasern unmittelbar vor ihrem Eintritt in den Führungsspalt aus, so dass mit dem dadurch verbundenen, teilweisen Aufbrechen des Faserverbandes der Einfluss einer ungleichmässigen Lunteneindrehung auf den Zusammenhalt der Fasern zurückgedrängt wird, wenn die Fasern aus dem Führungsspalt über die Austrittswalzen mit erhöhter Geschwindigkeit abgezogen werden.
Wegen der Faserauffächerung stellt sich ausserdem eine gleichmässigere Verteilung der Fasern in Richtung der Breite des Führungsspaltes ein, was zu einem gleichmässigeren Ausziehwiderstand der Fasern aus dem Führungsspalt führt, so dass sich insgesamt eine vorteilhafte, gleichmässige Verstreckung der Faserlunte ergibt.
Da die die Höhe des Führungsspaltes massgeblich den Ausziehwiderstand der Fasern aus dem Führungsspalt bestimmt, empfiehlt es sich, die Höhe des Führungsspaltes zwischen der grösseren Austrittswalze und der einen Klemmwalze einstellbar auszubilden, was sich konstruktiv mit üblichen Mitteln durchführen lässt. Aussderdem kann über die Blasdüse Einfluss auf die Auffächerung der Luntenfasern genommen werden, wenn die Blasdüse um eine zu den Walzachsen parallele Achse schwenkverstellbar undloder hinsichtlich der Blasluftmenge einstellbar ist. Damit wird der Auftreffwinkel der Blasluft auf die Klemmwalze und die Strömungsgeschwindigkeit steuerbar.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise dargestellt, und zwar wird ein erfindungsgemässes Streckwerk in einer schematischen, zum Teil aufgerissenen Seitenansicht gezeigt.
Das dargestellte Streckwerk 1 weist ein einem Vorverzugsfeld 2 nachgeordnetes Hochverzugfeld 3 auf, das zulaufseitig durch einen Klemmspalt 4 zwischen zwei Klemmwalzen 5 und 6 und ablaufseitig durch einen Klemmspalt 7 zwischen zwei Austrittswalzen 8 und 9 begrenzt wird, deren Umfangsgeschwindigkeit um ein Vielfaches grösser als die Umfangsgeschwindigkeit des Klemmwalzenpaares 5,6 ist. Die Austrittswalze 9 weist einen grösseren Durchmesser als die Austrittswalze 8 auf und bildet mit der der kleineren Austrittswalze 8 näheren Klemmwalze 5 einen Führungsspalt 10 für die Faserlunte 11, die aufgrund dieser Walzenanordnung aus dem Klemmspalt 4
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entlang der Klemmwalze 5 in den Führungsspalt 10 einläuft, um entlang der grösseren Austrittswalze 9 dem Klemmspalt 7 zwischen den Austrittswalzen 8 und 9 zugefördert zu werden.
Die grössere Austrittswalze 9 bildet somit im Umfangsabschnitt zwischen dem Führungsspalt 10 und dem nachfolgenden Klemmspalt 7 zwischen den beiden Austrittswalzen 8 und 9 eine Förderstrecke für die Faserlunte 11.
Zwischen der von der kleineren Austrittswalze 8 entfernteren Klemmwalze 6 und der grösseren Austrittswalze 9 ist eine Blasdüse 12 vorgesehen, die gegen die Austrittswalze 5 genchtet ist, auf der die Faserlunte 11 dem Führungsspalt 10 zugefördert wird. Die durch die Blasdüse 12 gegen die Klemmwalze 5 gerichtete Blasluft wird am Mantel der Klemmwalze 5 zumindest teilweise seitlich abgelenkt, was auf die Fasern der Faserlunte 11 eine auffächernde Wirkung mit sich bringt.
Die unmittelbar nach ihrer Auffächerung in den Führungsspalt 10 zwischen der Klemmwalze 5 und der grösseren Austrittswalze 9 eintretenden Fasern werden zunächst über die Austrittswalze 9 und dann durch beide Austrittswalzen 8 und 9 beschleunigt aus dem Führungsspalt 10 abgezogen, sobald die Fasern vom Klemmspalt 4 zwischen den Klemmwalzen 5 und 6 freikommen. Der entlang des Luntenverlaufes gemessene Abstand zwischen den Klemmspalten 4 und 7 einerseits der Klemmwalzen 5 und 6 und anderseits der Austrittswalzen 8 und 9 ist ja grösser als die längste Luntenfaser.
Durch das Zusammenwirken der durch die Blasluft bedingten Auffächerung der Fasern und der Führung im Führungsspalt 10 zwischen der einen Klemmwalze 5 und der grösseren Austrittswalze 9 wird eine Vergleichmässigung des Ausziehwiderstandes der einzelnen Fasern aus dem Faserverband erreicht, so dass die anschliessende Verstreckung über die Luntenförderung durch den Klemmspalt 7 zwischen den Austrittswalzen 8 und 9 mit einer hohen Gleichmässigkeit erfolgt.
Die in dieser Weise verstrecke Faserlunte 11 kann im Bereich einer Saugzone 13 gebündelt werden, die durch einen Saugeinsatz 14 innerhalb des gelochten Mantels der Austrittswalze 9 gebildet wird. Die nach ihrer Verstreckung gebündelte Faserlunte 11 kann dann durch den Spalt zwischen der Austrittswalze 9 und einer Andrückwalze 15 einer angeschlossenen Rlngspinneln- richtung zugeführt werden.
Um das dargestellte Streckwerk an unterschiedliche Verhältnisse anpassen zu können, kann beispielsweise der Führungsspalt 10 zwischen der Klemmwalze 5 und der Austrittswalze 9 der Höhe nach in Abhängigkeit vom Fasermaterial der Faserlunte eingestellt werden. Die Auffächerung der Luntenfasern über die Blasdüse 12 kann durch die Neigung der Blasdüse 12, aber auch durch die Menge der Blasluft bzw. der Stromungsgeschwindigkeit beeinflusst werden.