AT403554B - Verfahren zur lagerung von shredderabfall in mülldeponien - Google Patents
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Description
AT 403 554 B
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Deponierung von Shredderabfall auf einer Mülldeponie und eine durch das Verfahren geschaffene Mülldeponie.
Aus der US 5,536,899 A ist es bekannt, den Austrag von Blei aus bleihaltigen Deponien mit dem Sickerwasser dadurch zu vermeiden, daß wasserlösliches Phosphat und komplexbildendes Material in wässeriger Lösung auf die Deponie aufgebracht werden, wodurch Blei in Form von Komplexen gebunden wird und nicht mehr so stark ausgetragen werden kann.
Aus der US 5,443,157 A ist es bekannt, Shredder-Material, das von Autos stammt, in verschiedene Größenfraktionen zu zerlegen, innerhalb dieser Fraktionen magnetische Teile abzuscheiden, die verbliebenen Materialien nach spezifischem Gewicht zu sortieren, Schaumstoffmaterial abzusondern, textiles Material auszugliedern und jeweils als Rohmaterial für die Herstellung anderer Waren einzusetzen und den verbleibenden Rest, falls möglich, zu verbrennen oder zu deponieren. Über die Art der Deponierung selbst, wird in dieser Druckschrift nichts geoffenbart.
Aus der GB 2 164 331 A ist es bekannt, einen Shredder zur Zerkleinerung von Abfall zu verwenden, um eine gewünschte Größenverteilung zu erhalten. Der so vorbehandelte Abfall wird sodann einer Magnetscheidung unterzogen und schließlich durch pneumatische Trennung in eine leichte und eine schwere Fraktion geteilt. Die schwere Fraktion wird kompostiert, die leichte Fraktion zu Pellets verpreßt.
Als Shredderabfall wird im Abfallkatalog-Ö-Norm S2100 eine genau definierte Art von zerkleinertem Abfall, bestehend unter anderem aus der Aufbereitung von Altfahrzeugen, Sammelschrott und Sperrmüll verstanden. Diese Art von Abfall wird auch als Shredder-Light-Fraktion und als Fluff, in der Schweiz auch als Resh bezeichnet. Die Zerkleinerung erfolgt üblicherweise in Hammermühlen.
Aufgrund des Ausgangsmaterials weist der Shredderabfall einen hohen spezifischen Brennwert, in der Größenordnung von Braunkohle, auf. Es ist daher die Deponierung derartigen Abfalles wegen der Gefahr der Selbstentzündung nicht ohne Probleme.
Trotz des hohen Heizwertes ist, wiederum wegen seiner Herkunft, Shredderabfall auch nur schwer und auf wirtschaftliche Weise noch gar nicht in Müllverbrennungsanlagen zu verbrennen, da sich einerseits der hohe Anteil an Metallen und Kunststoffen störend auswirkt und anderseits im Zuge der notwendigen, aufwendigen, mehrstufigen Rauchgasreinigung Rückstände (wasserlösliche Halogenide, Quecksilber- und Cadmiumverbindungen) entstehen, die schlechter zu deponieren sind als der ursprüngliche Shredderabfall.
Bei der Rückgewinnung von Metallen, beispielsweise im Hochofen oder mittels hochofenähnlicher Prozesse, kann Shredderabfall wiederum wegen der darin enthaltenen Stoffe, insbesondere Zinn und Kupfer, nicht günstig eingesetzt werden, da diese die Qualität des entstehenden Eisens wesentlich herabsetzen, wobei gleichzeitig die im Shredderabfail enthaltenen nichtmetallischen Bestandteile hohe Emissionen von Luftschadstoffen, wie oben ausgeführt, bewirken, was aus ökologischen Gründen untragbar ist.
Die Erfindung schlägt nun ein Verfahren zur Deponierung vor, bei dem die genannten Nachteile nicht auftreten und bei dem überraschenderweise wesentliche Vorteile beim Betrieb der Deponie auf dem Gebiete der Geruchsbekampfung und des Sickerwasseranfalles erzielt werden.
Dazu ist erfindungsgemäß vorgesehen, den Shredderabfall schichtenweise auf den anderen in der Deponie gelagerten Abfall aufzubringen, auf die Shredderabfallschichte wieder eine Schichte des anderen zu deponierenden Abfalles, darauf erneut eine Schichte Shredderabfall und so weiter.
Die Erfindung betrifft auch eine Mülldeponie für Shredderabfall und anderen Müll, insbesondere Restmüll, und ist dadurch gekennzeichnet, daß der Shredderabfall schichtenförmig in der Deponie vorliegt und daß die einzelnen Schichten aus Shredderabfall durch Schichten anderen Mülls voneinander getrennt sind, wobei bevorzugt die Schichten aus Shredderabfall eine Dicke von 10 bis 120 cm, bevorzugt von 20 bis 40 cm, aufweisen.
Bevorzugt wird dabei der Shredderabfall am Ende eines Arbeitstages aufgebracht, er bewirkt aufgrund seiner Zusammensetzung eine merkliche Reduktion der geruchsbelasteten gasförmigen Emissionen der anderen Abfälle und darüberhinaus ist er wegen seiner Konsistenz in der Lage, größere Mengen an Feuchtigkeit aus Regenfällen oder Schnee und selbstverständlich auch den Nachts fallenden Tau aufzunehmen, in der Schichte, somit nahe der Oberfläche der Deponie, zu speichern und die Feuchtigkeit am nächsten Tag bzw. nach Ende des Niederschlages wieder zu verdunsten, wodurch eine deutliche Reduktion des Sickerwasseranfalles der Deponie erzielbar ist.
Beim fortlaufenden erfindungsgemäßen Aufbau der Deponie bewirken die nach Art einer Doboschtorte übereinanderliegenden Schichten von Restmüll und Shredderabfall eine wesentliche Vergleichmäßigung des Sickerwasseranfalles im Drainagesystem der Deponie, was für den Betriebsablauf der Deponie günstig ist und es ermöglicht die hohe Speicherkapazität des Shredderabfalles in Verbindung mit seiner schichtenförmigen Aufbringung, die ein rasches Durchbrechen der aus Niederschlägen herrührenden Flüssigkeit verhindern, daß Sickerwasser auf die jeweils oberste Shredderabfallschichte gesprüht werden kann, von wo 2
Claims (3)
- AT 403 554 B es zufolge der Wärme der Deponie (es handelt sich hier ja prinzipiell um Reaktordeponien) im großen Ausmaß verdunstet und nur in geringem Ausmaß wieder durch die Deponie sickert und als Sickerwasser erneut anfällt. Es soll in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen werden, daß die reinen Entsorgungskosten von s Sickerwasser von Deponien bereits im Bereich von S 1000,- pro Tonne Sickerwasser liegen, wobei die Kosten für das Sammeln, Zwischenlagern und Abtransportieren zur Entsorgung nicht eingerechnet sind. Besonders bevorzugt wird, daß die unterste Abfallschichte der Deponie aus Shredderabfall besteht, da diese das anfallende Sickerwasser vorreinigt und eine Reduktion des zu entsorgenden Sickerwassers begünstigt. io Die erfindungsgemäß aufgebrachte Zwischenschichte aus Shredderabfall hat eine Dicke von 10 bis 120 cm, bevorzugt von 20 bis 40 cm, gemessen nach der Aufbringung und Komprimierung, aber vor dem Aufbringen weiterer Schichten aufgebracht wird, wobei die untere Grenze durch die Fähigkeit der Schichte zur Geruchsbindung und zur Feuchtigkeitsaufnahme, die obere Grenze durch die Gefahr der Selbstentzündung bestimmt wird. Es hängt die jeweils anzustrebende optimale Schichtdicke daher auch von der Natur 15 des darunterliegenden Deponiematerials (Geruchsentwicklung) ab, selbstverständlich auch davon, ob der aufzubringende Shredderabfall einen eher hohen oder niedrigen Anteil an Schaumstoffen u.dgl. Fraktionen mit großer spezifischer Oberfläche aufweist oder nicht, und schließlich sogar vom zu erwartenden Feuchtigkeitseintrag. Die geruchsbindende Wirkung der erfindungsgemäßen Schichte aus Shredderabfall beruht, wie er-20 wähnt, auf deren adsorptiven Eigenschaften und auf der Tatsache, daß zumindest etwa 40 %, in den meisten Fällen aber 50 % und mehr der entstehenden Gase durch die momentane (Beschickungsfläche", bei der noch keine endgültige obere Deponieabdeckung (mit Gasabzug u.dergl.) aufgebracht ist, austritt. In diesem Bereich der Deponie befindet sich auch der frische, reaktionsfähigste Müll. Bei nur geringem Anfall an Shredderabfall ist es selbstverständlich möglich, vor dem Beginn des 25 Eintragens anderen Abfalles, die (tags) zuvor aufgebrachte Schichte aus Shredderabfall im wesentlichen abzutragen und an einer passenden Stelle der Deponie zwischenzulagern und den Shredderabfall nach Aufbringung des frisch angefallenen Abfalles erneut mit dem in der Zwischenzeit neu angelieferten Shreddermaterial wieder abzudecken. Dies geschieht üblicherweise am Abend, während in der Früh die Entfernung der Shredderabfallschich-30 te vorgenommen werden kann. Fällt genügend Shredderabfall an, so wird dieser im Zuge seiner Anlieferung einfach an passender Stelle der Deponie abgekippt und nach dem Ende der täglichen Anlieferung und Deponierung des anderen Abfalles über diesen gezogen und mit den üblichen Methoden verdichtet und geglättet. Wie bereits kurz ausgeführt, beruhen die erfindungsgemäß erreichbaren Effekte im wesentlichen auf 35 dem Anteil des Shredderabfalles, der über eine große relative Oberfläche verfügt, beispielsweise Schaumgummi u.dgl. Material aus Autositzen und Sperrmüll, doch weist der Shredderabfall aufgrund seiner Herstellung, zumeinst in Kammermühlen, auch einen zusätzlichen hohen Anteil an Feinmaterial auf, das über eine große spezifische Oberfläche verfügt. Es weist somit dieser Abfall beachtliche adsorptive Eigenschaften auf, die durch die erfindungsgemäße 40 Deponierung erstmals nützlich gemacht werden. Zusätzlich ermöglicht es die erfindungsgemäße Deponierung, daß man der Schichte des Shredderabfalles an genau definierbaren Stellen und somit in genau definierbaren Bereichen der Deponie wünschenswerte oder notwendige Zusätze, beispielsweise Koksmehl, Kalk od.ähnl. beifügt, da derartige Zusätze in der Shredderabfallschichte gehalten und so in der Deponie fixiert werden können. 45 Patentansprüche 1. Verfahren zur Lagerung von Shredderabfall in Mülldeponien, dadurch gekennzeichnet, daß der Shredderabfall schichtenförmig zwischen Bereichen des anderen Abfalles deponiert wird. 50
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Shredderabfall in einer Schichtdicke von 10 bis 120 cm, bevorzugt von 20 bis 40 cm, gemessen nach der Aufbringung und Komprimierung, aber vor dem Aufbringen weiterer Schichten aufgebracht wird.
- 3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß dem Shredderabfall vor oder während der Deponierung Zuschlagstoffe wie Adsorptionshilfsmittel, beispielsweise Koksmehl, zugefügt werden. 3 AT 403 554 B Mülldeponie für Shredderabfall und anderen Müll, insbesondere Restmüll, dadurch gekennzeichnet, daß der Shredderabfall schichtenförmig in der Deponie vorliegt und daß die einzelnen Schichten aus Shredderabfall durch Schichten anderen Mülls voneinander getrennt sind, wobei bevorzugt die Schichten aus Shredderabfall eine Dicke von 10 bis 120 cm, bevorzugt von 20 bis 40 cm, aufweisen. Mülldeponie nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die unterste Abfallschichte der Deponie aus Shredderabfall besteht. 4
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