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Die Erfindung betrifft ein Reifenprüfgerät zur Anwendung von insbesondere zerstörungsfreien und statischen Mess-und Prüfmethoden bei Luftreifen.
Eine Vielzahl von Mess- und Prüfmethoden gestattet derzeit, fertige Reifen zu untersuchen. Hier kommt neben der dynamischen Prüfung, also der Prüfung unter diversen Belastungen, der statischen Prüfung bzw.
Untersuchung der fertigen Reifen besondere Bedeutung zu. Bei derartigen Untersuchungen, Messungen bzw.
Prüfungen steht es im Vordergrund, jene Fehlerquellen zu ermitteln, die im Laufe der Produktion des Reifens, wo ja eine Vielzahl von aufeinanderfolgenden Arbeitsvorgängen beim Aufbau des Reifens erforderlich sind, festzustellen. Eine der bekannten Reifenprüfmethoden ist das sogenannte Holographieverfahren. Hiebei wird durch Interferenz von Laserstrahlen ein erstes holographisches Bild des Reifens erzeugt. Nach Änderung der Interferenzbedingungen durch geringfügige geometrische Veränderung des Reifens, und zwar dadurch, dass der Reifen rundum Druck ausgesetzt wird, wird ein zweites Hologramm aufgenommen und mit dem ersten verglichen. Dort, wo der Reifen Luft- oder Fremdkörpereinschlüsse besitzt, tritt ein abweichendes Interferenzverhalten auf, das Rückschlüsse auf die Art des Fehlers zulässt.
Eine weitere bekannte Reifenprüfmethode stellen röntgenographische Untersuchungen dar. Auf diese Weise sind beim nicht gespannten Reifen insbesondere Kontrollen bezüglich des Verlaufes der Stahlgürtellagen bzw.
Radiallagen möglich.
Diesen und weiteren bekannten, insbesondere zerstörungsfreien Untersuchungs- bzw. Prüfmethoden haftet jedoch der Nachteil an, dass sie bisher bei aufgespannten bzw. zentrierten und/oder unter Spannung gesetzten Reifen nicht anwendbar waren.
Die Erfindung hat sich daher die Aufgabe gestellt, ein Reifenprüfgerät zur Anwendung von Mess- und Prüfmethoden vorzuschlagen, das vor allem das Durchführen der Prüfung nach bekannten Verfahren, wie Holographie, Röntgenuntersuchung, Sichtkontrolle, am gespannten Reifen gestattet.
Gelöst wird die gestellte Aufgabe erfindungsgemäss dadurch, dass ein den Reifen zentriert erfassender, aus zwei Teilen, nämlich einem Kessel mit aufsetzbarem Deckel, bestehender und mit Haltevorrichtungen für die Wulstbereiche des Reifens versehener Behälter vorgesehen ist, wobei zumindest eine der an jedem Behälterteil vorgesehenen Haltevorrichtungen eine am zugehörigen Behälterteil ausgebildete Öffnung umschliesst, so dass der Behälter im geschlossenen Zustand eine nur die Aussenseite des Reifens umschliessende Kammer bildet, deren Innenraum mittels einer Vakuumpumpe od. dgl. einem gegenüber dem äusseren Luftdruck geringeren Druck, also Unterdruck, aussetzbar ist.
Dieses neue erfindungsgemässe Prüfgerät eröffnet eine Vielzahl von Möglichkeiten, den Reifen nicht nur mit den bereits erwähnten und bekannten Prüfmethoden zu untersuchen, sondern auch gänzlich neue Mess- und Prüfmethoden anwenden bzw. Grundlagenstudien durchführen zu können, die bisher nicht möglich waren.
Das Prüfgerät bietet beispielsweise erstmals die Möglichkeit, zerstörungsfreie statische Messungen an der Innenseite von zentrierten und gespannten Reifen durchzuführen. Da der von aussen auf den Reifen wirkende Unterdruck einem gleichermassen wirkenden Überdruck im Inneren des Reifens gleichkommt, sind wertvolle Rückschlüsse durch Beobachtungen, Messungen und Prüfungen möglich, die bisher nicht realisierbar waren. Es. seien hier insbesondere jene Untersuchungen erwähnt, die im Zusammenhang mit TNU (Tire-Non-Uniformity) besonders wichtig sind. Dabei ist sehr wesentlich, dass erstmalig ein Reifen zentriert und gespannt mit den bekannten Methoden untersucht werden kann. So können z.
B. holographische Verformungsmessungen durchgeführt werden, die Vergleiche von Hologrammen, die einerseits die Reifeninnenseite im nicht gespannten Zustand und andererseits im gespannten Zustand, also von aussen unter Unterdruck gesetzt, zeigen, zulassen.
Derartige Untersuchungen bzw. Messungen geben unter anderem wichtige Hinweise auf die Gleichmässigkeit der Radiallagenausspannung und auf den Umgürtungsverlauf, da bei Spannungsänderungen im Reifen in der Walkzone und im Seitenwandbereich grössere Veränderungen auftreten als im Laufflächenbereich. Weiters können neue Aspekte bei röntgenographischen Untersuchungen sich als sehr wesentlich und wichtig erweisen.
Insbesondere kann hiebei die Gleichmässigkeit der Gürtellagen und der Radiallagen im gespannten Zustand festgestellt werden und mit dem ungespannten Zustand verglichen werden.
Da der Innenraum des Reifens nun auch ohne weiteres einer Sichtkontrolle beim Aufbringen des Unterdruckes zugänglich ist, kann beispielsweise über einen an der Innenseite aufgebrachten Raster eine ungleichmässige Verformung während des Unterdruckaufbringens beobachtet werden. Röntgenographische Untersuchungen sind auf einfache Weise dadurch möglich, dass an der Reifenaussenseite vor dem Einlegen in die Vorrichtung ein Röntgenfilm entsprechend positioniert wird.
Um eine optimale Zugänglichkeit des Innenraumes bzw. der Innenseite des zu untersuchenden Reifens zu gestatten, ist es von Vorteil, wenn nach einem weiteren Merkmal der Erfindung die von der Haltevorrichtung gebildete Öffnung am Deckel vorgesehen ist.
Besonders einfach gestaltet sich das Einbringen und Zentrieren des Reifens im Prüfgerät dadurch, dass jede Haltevorrichtung an ihrem dem Inneren des Behälters zugeordneten Endbereich je einen umlaufenden Wulsthaltering aufweist, der mit einer ebenfalls umlaufenden, vorzugsweise der Wulstkontur des Reifens angepassten Sitzfläche versehen ist.
Für weitere Untersuchungen und Messungen kann in das Prüfgerät eine Abplatteinrichtung eingebracht werden, die im wesentlichen aus einem an die Reifenaussenseite andrückbaren Teller od. dgl. besteht. Mittels dieser Abplatteinrichtung gewonnene Mess- oder Untersuchungsergebnisse lassen beispielsweise wertvolle
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Rückschlüsse auf das Abriebsverhalten der Lauffläche zu. In diesem Zusammenhang ist es von Vorteil, wenn zumindest der Teller der Abplatteinrichtung verdrehbar und/oder seitlich verschiebbar ist.
Weitere Merkmale, Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden nun anhand der Zeichnung, die ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemässen Reifenprüfgerätes darstellt, näher beschrieben. Hiebei zeigt Fig. 1 das erfindungsgemässe Reifenprüfgerät in schematischer Darstellung im Schnitt ohne eingelegten Reifen und Fig.
2 mit eingelegtem bzw. aufgespanntem Reifen.
Das erfindungsgemässe Reifenprüfgerät besteht aus einem Behälter, der einen Kessel (1) und einen Deckel (2) aufweist. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel hat der Kessel (1) einen kreisringförmigen Bodenteil (la) mit einem zylindrischen Wandteil. Der nach oben hin offene Kessel (1) ist durch den in Draufsicht ebenfalls kreisringförmigen Deckel (2) verschliessbar. Die mittige Öffnung des Bodenteiles (la) und die mittige Öffnung des Deckels (2) sind von je einer jeweils gegen den Innenraum des Kessels (1) gerichteten ringartigen Haltevorrichtung (3) umschlossen.
Jede Haltevorrichtung (3) trägt an ihrem dem Kesselinneren zugeordneten Endbereich einen Wulsthaltering (4), der jeweils mit einer vorzugsweise, und im Schnitt betrachtet, zumindest teilweise der Wulstkontur angepassten umlaufenden Sitzfläche versehen ist. Die Wulsthalteringe (4) bzw. deren Sitzflächen (6) halten einen in das Reifenprüfgerät eingelegten Reifen, wie dies aus Fig. 2 ersichtlich ist, zentriert im Reifenprüfgerät.
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Kranösen vorgesehen werden, um einerseits das Reifenprüfgerät leicht transportieren zu können und andererseits den Deckel (2) beim Öffnen und Schliessen des Prüfgerätes bewegen zu können.
Durch die mittigen Öffnungen im Deckel (2) und im Bodenteil (la) ist gewährleistet, dass der Innenraum bzw. die Innenfläche des zu prüfenden Reifens sowohl zur Sichtprüfung als auch zur Durchführung der unterschiedlichsten Messungen und Prüfungen frei zugänglich ist.
Zur Prüfung wird der Reifen auf den Wulsthaltering (4) des Kessels (1) aufgelegt und der Deckel (2) zentriert aufgesetzt und angeschraubt, wobei der am Deckel (2) vorgesehene Wulsthaltering (4) den zweiten Wulstbereich des Reifens gleichermassen erfasst. Anschliessend wird die Luft aus dem nun geschlossenen Innenraum des Kessels (1) mittels der nicht dargestellten Vakuumpumpe gesaugt, wodurch die Wulstbereiche des Reifens an die Wulsthalteringe (4) angepresst werden. Der über die Vakuumpumpe erzielbare Unterdruck beträgt etwa 1 bar, was demnach einem im Reifeninneren herrschenden gleichen Überdruck entspricht.
Wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, kann durch eine zusätzlich vorgesehene Abplatteinrichtung (8), die im wesentlichen aus einem im Kessel (1) wahlweise beweglichen Teller (8a) besteht, der an die Reifenaussenseite, vorzugsweise die Lauffläche, pressbar ist, eine weitere Anzahl von Untersuchungen bzw. Prüfungen durchgeführt werden. Durch eine drehbare und/oder verschiebbare Anordnung des Tellers (8a) sind noch weiterführende Beobachtungen bzw. Untersuchungen möglich.
Die Erfindung ist auf das dargestellte Ausführungsbeispiel nicht eingeschränkt, vielmehr ist eine Vielzahl von Abwandlungen möglich. So kann insbesondere die Sitzfläche am Wulsthaltering, im Schnitt betrachtet, L-förmig gestaltet werden oder eine andere dem zu überprüfenden Reifen angepasste Form aufweisen. Auch der Abstand der Wulsthalteringe kann durch geeignete Massnahmen variierbar sein. Auch kann es zweckmässig und von Vorteil sein, Mess- und Prüfmethoden anzuwenden, bei denen der Reifen zumindest teilweise beschädigt oder zerstört wird.
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