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Die Erfindung betrifft eine von Luft durchströmbare Mantelbeton-Klimawand bestehend aus mindestens einer Dämmschicht und einer Luftschicht, sowie einem Ventilator.
Die für den Luftaustausch bewohnter und beheizter Räume erforderliche Frischlufteinbringung erfolgt üblicherweise durch Öffnung der Fenster. Bei stärker frequentierten Räumen, wie Gasthöfen u. a. werden zum schnelleren Luftaustausch auch Ventilatoren in Wanddurchbrüchen oder Fenstern zur unmittelbaren Lufteinbringung angeordnet. Ausserdem sind Fensterkonstruktionen bekannt, bei denen die Frischluft über hohle Fensterrahmen oder kastenförmige Fensterbänke in den Raum gelei- tet wird. Bei den bekannten Klimaanlagen ist neben dem mechanischen Luftwechsel auch eine Ab- luftwärmerückgewinnung und eine Aufbereitung der Abluft mittels Luftwäsche u. a. möglich.
Erfindungsgemäss sind drei Dämmschichten und sowohl aussenseitig wie innenseitig eine Luft- schicht vorhanden, wobei beide Luftschichten mittels wanddurchdringender Rohre miteinander ver- bunden sind, und der Ventilator die in die Aussenluftschicht gedrückte Frischluft unter Mitnahme der von innen nach aussen ziehenden Transmissionswärme über die Rohre in die Innenluftschicht drückt, in der sie von der Rückseite eines Flachheizkörpers weiter erwärmt wird, sodann in eine in der Innenluftschicht angeordnete U-förmige Luftabschottung strömt und durch die an den
Fensterbänken angeordneten Durchlässe in den zu erwärmenden Raum dringt.
Mit der Erfindung wird also ein anderer Weg beschritten, u. zw. wird die für den Luftaustausch bewohnter Räume einzubringende Frischluft nicht unmittelbar auf dem kürzesten Weg in den Raum eingebracht, sondern strömt über die in den Klimawänden angeordneten Luftschichten auf langen Umwegen durch die Wand, ehe sie den Raum erreicht. Diese erfindungsgemässe Frischluftdurchströmung der Aussenwand löst unter anderem zwei bedeutsame Vorteile aus :
Zum einen greift die in der Zeitperiode mit niedriger Aussentemperatur die Klimawand von aussen nach innen durchströmende Frischluft in der äusseren Luftschicht die ihr entgegenkommende Transmissionswärme zum grössten Teil auf und führt diese in den Raum zurück. Dieser, mit der Erfindung ausgelöste Transmissionswärmeumkehreffekt kann mit keiner der bekannten Frischluft- - Zubringungsarten erreicht werden.
Zum andern ist ein wesentlicher Erfindungsvorteil darin zu sehen, dass sich die gemäss ihrer niedrigen Temperatur mit einem entsprechend niedrigen Feuchtigkeitsgehalt in die Wand strömende Frischluft mittels der aufgenommenen Transmissionswärme erwärmt und nun entsprechend ihrer höheren Temperatur zusätzliche Feuchtigkeit aufnehmen und austragen kann. Auch hiebei löst die Erfindung einen Umkehreffekt aus, mit dem die Wand permanent trocken zu halten ist. Ein weiterer Vorteil dürfte darin zu sehen sein, dass mittels der erfindungsgemässen Frischlufteinbringung in der sommerlichen Hitzeperiode ohne Öffnung der Fenster kühle Nachtluft in die Schlafräume eingebracht und die Wände abgekühlt werden können.
In bezug auf die Zeichnungen wird die Erfindung näher erläutert. Fig. 1 zeigt im Vertikalschnitt eine Mantelbeton-Klimawand, Fig. 2 zeigt die Ansicht einer Wand mit der Anordnung der Einbauten, Fig. 3 zeigt ein Teilstück der Mantelbetonwand im Vertikalschnitt.
Von einem vorzugsweise im Dachraum untergebrachten Ventilator --19-- wird Frischluft mit Aussentemperatur in die zwischen zwei Dämmschichten --2, 3-- befindliche Aussenluftschicht --9-- gedrückt. Hier nimmt sie die von innen nach aussen ziehende Transmissionswärme --20-- auf und strömt nun mit höherer Temperatur durch die Wanddurchlässe zur Innenluftschicht, die zwischen der raumseitigen Wandbekleidung-10-und der raumseitigen Dämmschicht --1-- angeordnet ist. Von der Rückseite des luftdicht angeschlossenen Flachheizkörpers--18--nun weiter erwärmt, strömt die Frischluft auf dem Weg zum Auslass --15-- an der Wandbekleidungsrückseite --10-- vorbei.
Die Wandbekleidung --10-- nimmt dabei Wärme auf und gibt einen Grossteil davon als Strahlungswärme --22-- an den Raum weiter.
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luft über den am Luftmengenregler --17-- angeschlossenen Rohrstutzen hinter dem Heizkörper --18-- in die Innenluftschicht--8-. Damit sie nicht auf dem kürzesten Weg zu den Fenster- bankauslässen--15--gelangen kann, ist eine U-förmige Luftabschottung --14-- angeordnet, welche die erwärmte Luft zwingt, Umwege zu machen, so dass die gesamte Fläche der raumseitigen Wandbekleidung --10-- von der vorbeiströmenden Frischluft berührt wird, ehe sie die Luftdurch- liasse-15-- an den Innenfensterbänken unterhalb der Fenster --13-- passiert und in den Raum eintritt.
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Die Dämmplatten--1, 2-gemäss Fig. 3 fassen den Kernbeton--7--, der die Aufgaben der Statik, des Brandschutzes und des Luftschallschutzes übernimmt, ein. Mit Dämmstoff --6-- unter- fütterte Halteelemente--5--, mit denen die Mantelbeton-Dämmschichten --1, 2-- schalungsmässig eingreifend oder übergreifend zusammengehalten werden, wird der luftschichtbildende Abstand zur äusseren Dämmschicht--3--, auf die vorzugsweise ein Kunststoff-Dünnputz --11-- aufgebracht wird und der raumseitigen Wandbekleidung--10--der vorzugsweise mit Gipskartonplatten hergestellt wird, gebildet. Zusätzlich erforderliche Unterstützungen werden mit Lattenstücken --4-- her- gestellt.
Die abstandhaltenden Teile --4, 5, 6-- bilden lediglich punktförmige Luftschichtunterbrechungen, die den Luftdurchgang nur unwesentlich behindern. Die dritte, äusserste Dämmschicht --3-- ist bei üblichen Mantelbetonwänden nicht vorgesehen. Bei der erfindungsgemässen Mantelbeton-Klimawand hat diese dritte Mantelschicht die Aufgabe, den Wärmeabfluss nach aussen zu mindern, so dass der grösste Teil der von innen nach aussen ziehenden Transmissionswärme --20-- von der Frischluft in den Raum zurückgeführt werden kann, ehe sie nach aussen verloren geht.
Die vorzugsweise Anwendung der Erfindung in Verbindung mit einer Mantelbeton-Aussenwand ist jedoch nicht zwingend erforderlich. Auch jede andere Neubau- oder Altbau-Aussenwand kann mittels entsprechender Luftschichtenanordnung und erfindungsgemässen Ausgestaltung in die Erfindung einbezogen werden.
Auch eine Bindung an eine bestimmte Heizungsart ist für die Erfindungsanwendung nicht not-
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am Heizkörper vorgenommen.
Alternativ zur Ausbildung der Erfindung mit zwei Luftschichten ist der wesentlichste Teil des Erfindungsgedankens auch dann zu erreichen, wenn nur eine äussere Luftschicht --9-- angeordnet wird. Bei dieser Ausführung wird die in der Aussenluftschicht --9-- mit Transmissionswär- me --20-- angewärmte Frischluft über die Wanddurchlässe --21-- direkt in den Raum eingelassen.
Eine Ergänzung des Erfindungsgedankens ist auch in der Fassadenwärmenutzung zu erkennen. Auch an kalten Wintertagen scheint in der Heizperiode die Sonne öfters und erwärmt mit ihrer Strahlung insbesondere die südlich und westlich gelegenen Hauswände. Wird an diesen
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so können diese Schichten ihre solare Speicherwärme teilweise in die Aussenluftschicht --9-- abgeben.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Von Luft durchströmbare Mantelbeton-Klimawand, bestehend aus mindestens einer Dämmschicht und einer Luftschicht sowie einem Ventilator, dadurch gekennzeichnet, dass drei Dämmschichten (1, 2,3) und sowohl aussenseitig wie innenseitig eine Luftschicht (8, 9) vorhanden ist, wobei beide Luftschichten (8, 9) mittels wanddurchdringender Rohre (21) miteinander verbunden sind, und der Ventilator (19) die in die Aussenluftschicht (9) gedrückte Frischluft unter Mitnahme der von innen nach aussen ziehenden Transmissionswärme (20) über die Rohre (21) in die Innenluftschicht (8) drückt, in der sie von der Rückseite eines Flachheizkörpers (18) weiter erwärmt wird, sodann in eine in der Innenluftschicht (8) angeordnete U-förmige Luftabschottung (14) strömt und durch die an den Fensterbänken angeordneten Durchlässe (15)
in den zu erwärmenden Raum dringt.