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Die Erfindung bezieht sich auf ein Entwässerungssieb für Papiermaschinen aus einem einlagi- gen oder mehrlagigen Grundgewebe, dessen Schussfäden zum grösseren Teil an der laufseitigen
Oberfläche verlaufen (Schussläufer).
Es ist bekannt, dass in den Randzonen von Entwässerungssieben in Papiermaschinen ein höherer Verschleiss auftritt als im Mittelbereich. Diese Erscheinung führt dazu, dass Siebe ausge- baut werden müssen, weil sie am Rand vollkommen verbraucht sind, wobei im Mittelbereich jedoch noch ausreichende Abriebreserven vorhanden sind. Dieser örtliche Verschleiss hat verschie- dene Ursachen, nämlich verstärkte Füllstoffkonzentration des Siebwassers im Randbereich ; ungünsti- gere Auflagebedingungen des Siebes an den Enden der saugenden Zone ; erhöhter Saugerverschleiss aus obigen Gründen, der wieder den Siebverschleiss beschleunigt.
Verschiedenste Massnahmen von der Papiermaschine her, wie Sprühen des Randbereiches mit zusätzlichem Wasser oder Versetzen der Begrenzungen der saugenden Zone der einzelnen
Sauger gegeneinander, bringen nur bedingt Abhilfe.
Auch eine Verstärkung des Siebes durch das Auftragen von Kunststoffstreifen, wie es in der AT-PS Nr. 358913 beschrieben ist, brachte keine wesentliche Verbesserung, da durch den abrupten Übergang in der Quersteifigkeit der ausgerüsteten Gewebe die nicht verstärkten Nebenzonen sehr rasch zum Verschleiss kamen. Eine Verstärkung dieser Zonen durch das obige Verfahren ist nicht möglich, da diese bereits im Bereich der weitergeführten Papierbahn liegen.
In der AT-PS Nr. 295990 ist ein Entwässerungssieb beschrieben, das mit einer in der Querrich- tung wechselnden Kettfadendichte gewoben ist. Die Bindungsart bleibt dabei gleich, nur liegen in den Randbereichen die Kettenfäden dichter aneinander als im mittleren Bereich. Dadurch soll die Durchlässigkeit des Siebes in Querrichtung verschieden, u. zw. in der Mitte grösser als an dessen Rändern sein. Diese Massnahme ergibt zwar zwangsläufig auch eine Erhöhung des Abriebvolumens an den Rändern, durch die Veränderung der Durchlässigkeit des Siebes besteht jedoch die Gefahr von im Papier entstehenden Markierungen.
Die Erfindung hat es sich zum Ziel gesetzt, ein Entwässerungssieb zu schaffen, bei dem eine Verstärkung der Randbereiche, aber auch von weiter in Siebmitte liegenden Bereichen möglich ist, ohne dass die Durchlässigkeit des Gewebes beeinflusst wird. Normalerweise werden Kunststoffsiebe derzeit als Schussläufer eingesetzt, d. h., dass sie auf den Schussfäden laufen, die durch den Web- und insbesondere Thermofixiervorgang an der Laufseite die wesentliche Auflage bilden.
Die Kettenfäden liegen von der Laufseite her betrachtet, tiefer im Gewebe und werden vom Abrieb erst später oder überhaupt nicht erreicht. Um den Abrieb dieser Schussfäden örtlich vor allem zu Beginn der Laufzeit zu verzögern, ist erfindungsgemäss vorgesehen, dass an der Laufseite des Siebes in den Randberichen Zusatzkettfäden, z. B. aus Polyester, Polyamid oder Polyvinylidendifluorid, in die Schussfäden des Grundgewebes eingebunden sind, die zur Erhöhung des vorhandenen Abriebvolumens beitragen.
Ein wesentlicher Vorteil eines erfindungsgemässen Entwässerungssiebes ist, dass diese Zusatzkettfäden in der Zahl und im Durchmesser so ausgewählt werden können, dass die Entwässerungsleistung des Gewebes nicht verringert wird und dass sie weiters auf die Erfordernisse der einzelnen Papiermaschinen in bezug auf die Zone des grössten Abriebes abgestimmt werden können. Für diese Zusatzkettfäden kann auch eine Materialauswahl getroffen werden, die verschleissmässig günstig ist, es können daher die Zusatzkettfäden aus Polyester, Polyamid oder Polyvinylidendifluorid bestehen, da diese Fäden an der Übertragung der Längsspannung im Sieb nicht wesentlich teilnehmen.
Nachstehend ist die Erfindung an Hand von in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen näher beschrieben. Es zeigen Fig. l den Querschnitt und Fig. 2 den Längsschnitt eines erfindungsgemässen einlagigen Siebes sowie Fig. 3 den Querschnitt und Fig. 4 den Längsschnitt eines erfindungsgemässen mehrlagigen Siebes.
Gemäss den Fig. l und 2 weist ein Grundgewebe Schussfäden --1-- und Kettfäden --2-- auf. In dieses Grundgewebe in 4-Schaft (Kreuzköper)-Bindung 30 x 23/0, 21 x 0, 25 sind an der Laufseite 30 Kettfäden 3/cm mit 0, 20 mm Durchmesser und aus Polyamid bestehend eingewebt.
In den Übergangszonen zur Siebmitte hin wird die Anzahl der Zusatzkettfäden --3-- allmählich verringert.
Beim doppellagigen Sieb nach den Fig. 3 und 4 mit den Schussfäden --4, 4'-- und den
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Mitte hin allmählich abnehmend eingewebt werden.
Wie aus den Ausführungsbeispielen eindeutig ersichtlich ist, sind die Zusatzkettfäden mittels einer vom Grundgewebe unterschiedlichen Bindung mit den Schussfäden des Grundgewebes abgebunden, wodurch eben der oben geschilderte Effekt erreicht wird.