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Die Erfindung bezieht sich auf eine Schlagpresse, bestehend aus einem zur Abstützung einer
Werkzeugbaugruppe zur Umformung eines Werkstückes ausgebildeten Gestell, einer hin- und herbe- wegbar angetriebenen Büchse, die an dem Gestell zur Bewegung zu und von der Werkzeugbau- gruppe gleitend geführt ist, einem zwischen einer bezüglich der Büchse eingezogenen Stellung und einer ausgezogenen Schlagstellung auf einen Abschnitt der Werkzeugbaugruppe gleitend geführ- ten Stempel, einer lösbaren Festhalteeinrichtung zum Festhalten des Stempels in der eingezogenen
Stellung und einer Löseeinrichtung zum Lösen der Festhalteeinrichtung an einer vorbestimmten
Stelle während der Bewegung der Büchse zur Werkzeugbaugruppe.
Bei einer bekannten Vorrichtung wird die Energie von einer Pneumatikanlage geliefert, um den Pressstempel entlang einer Bahn vorzutreiben, bis er mit dem Werkzeug zusammenstösst bzw. auf dieses aufschlägt. Eine Schwierigkeit bei einer solchen Konstruktion ist, dass ihr Leistungs- vermögen begrenzt ist. Bei Verwendung z. B. mit einem Abschneidewerkzeug ist die maximale Dicke von Stahl, den sie durchschneiden kann, etwa 19 mm. Weiters mangelt einer solchen Vorrichtung die Fähigkeit, ein Werkzeug zum gesteuerten Umformen zu verwenden, z. B. ein Verbundwerkzeug, das in einem Arbeitsgang ein Werkstück entweder ausstanzt oder abschneidet und umformt.
Ein praxisbedingter Grund dafür, dass solche pneumatisch betriebenen Vorrichtungen nicht in grösseren
Grössen gebaut werden, ist der, dass die Grösse der nötigen pneumatischen Bestandteile so gross wäre, dass sie im Handel nicht erhältlich wären, und somit die Kosten einer solchen Vorrichtung so hoch wären, dass die Vorteile der Verwendung dieser Art Presse ausgeglichen wären.
Bekannt ist ferner eine Schlagpresse der vorstehend erläuterten Art, bei der ein vom Gestell getragener Höcker als Festhalteeinrichtung dient und zwischen Büchsen und Stempel eine Feder angeordnet ist, in der jedoch nicht die mögliche Gesamtenergie gespeichert werden kann, weil die Energie nur während desjenigen Teiles des Schlaghubes gespeichert wird, der dem Weg des unteren Endes der Büchse bis zum Höcker entspricht ; während der Aufwärtsbewegung der Büchse gibt die Feder keine nutzbare Energie mehr ab.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Schlagpresse zu schaffen, bei der diese Nachteile beseitigt sind und bei der der Schlag an vorbestimmter Stelle während des Büchsenhubes auslösbar ist.
Diese Aufgabe wird mit einer Schlagpresse der eingangs angegebenen Art dadurch gelöst, dass erfindungsgemäss der Stempel in der Büchse gleitend gelagert und nur von dieser geführt ist, dass die Festhalteeinrichtung von der Büchse getragen ist und sich durch diese zum Stempel erstreckt und dass die Löseeinrichtung kraftbetrieben sowie von dem Gestell getragen ist.
In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung kann eine jederzeit völlig in der Büchse angeordnete sowie zwischen der Büchse und dem Stempel wirkende Feder vorgesehen sein, in der die volle Energie gespeichert ist, wenn sich der Stempel in der eingezogenen Stellung befindet.
Bei der erfindungsgemässen Schlagpresse ist also eine Einrichtung zum Lösen der Festhalteeinrichtung an einer vorbestimmten Stelle während der Bewegung der Büchse zum Werkzeug vorgesehen, wodurch der Stempel freigelassen wird, um sich auf einer geführten Bahn frei zu bewegen, bis er gegen das Werkzeug schlägt. Die fortgesetzte Büchsenbewegung wird zum Wiedereinfangen des Stempels ausgenutzt, der von der Festhalteeinrichtung gehalten wird. Das Ausmass der freien Bewegung, welche der Stempel hat, kann bei Verwendung dünner Materialien wahlweise vermindert werden.
Bei dieser Schlagpresse wird die gesamte Energie in der Feder gespeichert, bevor der Schlaghub beginnt. Sobald der Stempel das Werkzeug erreicht, wird der Schlaghub fortgesetzt und alle Energie in der Feder gespeichert, die für den nächsten Schlag erforderlich ist, ehe der Rückzugshub beginnt.
Die Erfindung schafft somit eine Konstruktion, die ohne weiteres in grösseren Grössen hergestellt werden kann, um die Schaffung von Schlagpressen zu ermöglichen, ohne übermässige Kosten und Platzerfordernis nach sich zu ziehen.
Die Erfindung schafft ferner eine Schlagpresse, bei der Werkzeuge zum Umformen verwendet werden können, die bei normaler Verwendung zur Materialdurchtrennung führen würden.
Die Erfindung wird unter Bezugnahme auf die Zeichnungen näher erläutert, in welchen eine bevorzugte Ausführungsform als Anschauungsbeispiel gezeigt ist ; in den Zeichnungen zeigen Fig. 1
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eine Seitenansicht der erfindungsgemässen Schlagpresse, wobei ein Teil des Gehäuses weggebrochen ist ; Fig. 2 einen Vertikalschnitt entlang der Linie II-II in Fig. l ;
Fig. 3 einen Ausschnitt aus
Fig. 2 mit zusätzlichen Bauteilen, im Querschnitt, Fig. 4 einen Horizontalschnitt entlang der
Linie IV-IV in Fig. 3, Fig. 5 bis 8 verschiedene Zustände, die bei einem Arbeitsspiel auftreten,
Fig. 9 einen Vertikalschnitt, wobei Teile des Gehäuses und Gestelles im Querschnitt sowie von der- jenigen Pressenseite gezeigt sind, die der in Fig. 1 dargestellten gegenüberliegt, Fig. 10 einen
Querschnitt entlang der Längsmitte der Schlagpresse, Fig. 11 einen horizontalen Schnitt entlang der Linie XI-XI in Fig. 9, Fig. 12 einen Schnitt entlang der Linie XII-XII in Fig. 9, Fig. 13 und
14 Konstruktionen, die Alternativen der in Fig. 4 dargestellten sind, Fig. 15 und 16 zeigen eine weitere alternative Konstruktion, im Schnitt entlang der Linie XVI-XVI in Fig. 15, und Fig. 17 eine weitere Alternative zu der im oberen Teil der Fig.
3 dargestellten Einzelheit, jedoch in umgekehrter Darstellung.
Eine in Einklang mit der Erfindung konstruierte Schlagpresse ist in Fig. 1 dargestellt und mit dem Bezugszeichen --20-- bezeichnet. Die dargestellte Presse weist ein Gestell --21--, das eine Werkzeugbaugruppe --22-- trägt, die zum Umformen eines Werkstückes dient, wie Stanzen, Abschneiden, Profilieren oder eine Kombination hievon auf. Erwünschtenfalls kann von dem Ge- stell --21-- ein Geradrichter --23-- getragen werden, um einen Streifen oder einen Draht geradzurichten, der dann zu einer Zuführung --24-- und zu einer Werkstück bremse --25-- gelangt.
Die Konstruktion, welche die Werkzeugbaugruppen --22--, den Geradrichter --23--, die Zuführung --24-- und die WerksWckbremse --25-- betätigt, ist in den andern Ansichten gezeigt.
Wie am besten in Fig. 2 zu sehen, weist das Gestell --21-- eine Grundplatte --26--, auf der die Schlagpresse --20-- gelagert ist, eine Deckplatte --27--, auf der die Werkzeugbaugruppe --22-- und anderes Zugehör gelagert ist, und ein Paar im Abstand angeordnete vertikale Seitenplatten --28, 29-- auf, zwischen denen sich ein Führungsblock --30-- befindet.
Wie am besten in Fig. 1 und 2 ersichtlich, ist ein Motor --31-- auf einer Stange --32-schwenkbar gelagert und hat eine Abtriebsscheibe --33--, die über einen Riemen --34-- mit einer Antriebsscheibe --35-- verbunden ist, die auf einer Welle --36-- sitzt, die drehfest ein Zahn- rad --37-- trägt, das mit einem Zahnrad --38-- auf einer Welle --39-- kämmt, welches mit einem auf einer Kurbelwelle --41-- befestigten Zahnrad --40-- kämmt. Die Zahnradverbindung ist auch in Fig. 11 von oben dargestellt.
Die Kurbelwelle --41-- ist mittels zweier Gruppen Nadellager --42, 43-- gelagert, von denen jedes eine innere Wälzbahn, die unmittelbar an der Kurbelwelle --41-- anliegt, und eine von einem Paar mit einem Flansch versehene rohrförmige, an der Seitenplatte --28 bzw. 29-- befestigte Stützlager --44, 45-- aufgenommene äussere Wälzbahn hat. Ein Paar Beilagscheiben --46, 46-trennt das Zahnrad --40-- vom Stützlager --44-- und das Stützlager --45-- von einer Nabe, die untenstehend beschrieben ist.
Die angetriebene Kurbelwelle --41-- hat einen Exzenter --47--, der mit einer Pleuelstange --48-- verbunden ist, die über einen Zapfen --49-- an eine Büchse --50-- angeschlossen ist, die in dem Führungsblock --30-- des Gestelles --21-- gleitend sowie hin- und herbewegbar geführt ist. Die Pleuelstange --48-- ist am Exzenter --47-- und am Zapfen --49-- mit geeigneten Lagern versehen, und der Führungsblock --30-- ist gleichfalls mit geeigneten Büchsenlagern versehen. Die Zahnräder --37, 38 und 40-- sind von einem Getriebedeckel --51-- umschlossen, wie am besten aus Fig. 1 und 2 ersichtlich.
Die Antriebsscheibe --35-und das Zahnrad --37-- vermindern die tatsächliche Geschwindigkeit des Motors --31--, und die Zahnräder --38 und 40-- sind von gleicher Grösse, so dass ihre Drehung synchron, aber in entgegengesetzten Richtungen erfolgt.
Bei im wesentlichen auf Hüfthöhe befindlicher Deckplatte --27-- bietet der Raum darunter einer Konstruktion gewisser Grösse Platz. Die dargestellte Anordnung ist kompakt, und die Konstruktion ist von einem Gehäuse --52-- eingeschlossen, das an jeder seiner vier Seiten einen abnehmbaren Deckel und einen die Werkzeugbaugruppe --22-- umschliessenden Deckel hat. Die Werkzeugbaugruppe --22-- hat einen abwärtsgerichteten Abschnitt --22a--, der in eine Öffnung --53-- vorspringt, die mit der Büchse --50-- ausgerichtet ist.
Falls erwünscht ist, Werkstückmaterial von schwererem Gewicht handhaben zu können, so dass in dem dargestellten Raum nicht genügend Platz vorhanden wäre, dann wird die Antriebs-
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vorrichtung für die Büchse --50-- über der Deckplatte --27-- angeordnet, und es gibt ersicht- licherweise keine Grenze für die Grösse der darüber befindlichen Konstruktion. In diesem Fall würde sich die Büchse-50-zur Werkzeugbaugruppe-22-abwärtsbewegen, anstatt aufwärts, wie dies in den Zeichnungen dargestellt ist.
Die Büchse --50-- ist hohl, und in ihrer Bohrung --54-- ist ein Stempel --55-- angeordnet, der darin gleitend sowie drehbar gelagert ist. Der Stempel --55-- hat eine axial gerichtete Schul- ter --56--, die an das Ende der Büchse --55-- anlegbar ist, und die Anlage bestimmt im wesent- lichen die eingezogene Stellung des Stempels --55-- in der Büchse --50--. Bei dieser Ausführungs- form ist der Stempel --55-- von einer schraubenförmigen Druckfeder --58-- vorgespannt, die zwischen der Büchse --50-- und dem Ende des Stempels --55-- wirkt. Der Stempel --55-- hat am Umfang eine Nut --57--, die einen Teil der nachstehend beschriebenen Festhalteeinrich- tung --59-- bildet.
Wenn die Festhalteeinrichtung --59-- gelöst ist, so kann sich der Stem- pel --55-- frei bewegen und seiner Trägheitsbewegung und/oder der Vorspannung folgen, und die einzige Konstruktion, welche eine solche Bewegung sperrt, ist der Abschnitt --22a-- der Werk- zeugbaugruppe --22--, die somit im wesentlichen die ausgezogene Stellung des Stempels bestimmt, bei der der Schlag erfolgt.
Bei gewissen Betriebsarten ist die Feder-58-- entbehrlich und die dem Stempel --55-- zufolge seiner Hin- und Herbewegung eigene Trägheit ausreichend. Auch können andere Konstruktionen zur Energiespeicherung an Stelle der Feder --58-- verwendet werden. Da es sich um eine Schrau- benfeder handelt, besteht bei Kompression und Extension die Neigung, dass sich das eine Ende bezüglich des andern verdreht, und diese Drehung wird auf den Stempel --55-- übertragen. Bei
Versuchen wurde festgestellt, dass der Stempel --55-- bei 40 Hüben eine vollständige Umdrehung macht, so dass also eine schrittweise Drehung in der Grössenordnung von 9 je Hub erfolgt. Eine derartige Drehung des Stempels --55-- ist vorteilhaft, weil die Stirnfläche während des Gebrauches ein gleichmässiges Profil beibehält.
Die Büchse --50-- und der Stempel --55-- tragen gemeinsam die Festhalteeinrichtung --59--.
Die Festhalteeinrichtung --59-- weist die umfängliche Nut --57-- auf, eine Anzahl radialer Öffnungen --60-- in der Büchse --50--, von denen jede Halteelemente --61-- enthält, welche in die umfängliche Nut --57-- bewegbar sind, wenn diese mit einem solchen Halteelement --61-- ausgerichtet ist. Die Halteelemente --61-- weisen bei dieser Ausführungsform Paare im Abstand angeordneter Kugeln auf, wobei es auch andere Ausführungen gibt, wie unten beschrieben. Die Festhalteeinrichtung --59-- weist ferner einen Sperring --62-- auf, der zur Steuerung des Lösens des Stempels --55-- ausgebildet ist.
Zu diesem Zweck hat der Sperring --62-- eine innere umfängliche Rille --63--, welche die Büchse --50-- umgibt, wobei der Sperring --62-- auf der Büchse --50-- axial gleitet und sich auf der Büchse --50-- drehen kann. Der Sperring --62-- ist in Axialrichtung vorgespannt, so dass die Rille --63-- in dem Sperring --62-- in Axialrichtung von den Halteelementen --61-- weggedrückt wird, wobei die Vorspannung in diesem Fall von einer Federeinrichtung --64-- geschaffen wird, die zwischen einem vom Ende der Büchse --50-- getrage- nen Gewindering --65-- und dem Sperring --62-- wirkt.
Die von der Feder --58-- bewirkte Vorspannung des Stempels --55-- drückt den Rand der umfänglichen Nut --57-- gegen die Halteelemente --61--, wodurch dieselben radial nach aussen gepresst werden, doch die Halteelemente --61-- werden mittels des Sperringes --62-- axial blockiert. Wenn der Sperring --62-- axial verschoben und die innenliegende Rille --63-- in Übereinstimmung mit den Halteelementen --61-gebracht wird, so bewegt die Kraft von der Stempelnut --57-- die Halteelemente --61-- radial nach aussen, und wenn die Nut --57-- mit der Rille --63-- fluchtet, so ist der Stempel --55-in Axialrichtung frei.
Die Exzentrizität des Exzenters --47-- bestimmt die Bewegung der Büchse --50--. Diejenige Stelle im Arbeitsspiel, an der die Festhalteeinrichtung --59-- gelöst wird, bestimmt das Ausmass der Bewegung, die der Stempel --55-- auszuführen vermag, wenn er sich der Werkzeugbaugrup- pe --22-- nähert.
Unter Bezug auf Fig. 5 wird gerade bei Stempelauslösung durch die Festhalteeinrichtung --59-- (wie unten erläutert) eine Kraft in Richtung der Pfeile auf den Sperring --62-- ausgeübt. Dieser Kraft wirkt die Federeinrichtung --64-- entgegen, welche somit Energie speichert. Sobald die
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dargestellt und der Stempel --55-- beginnt sich der Werkzeugbaugruppe --22-- zu nähern. Dies erfolgt mit äusserst grosser Geschwindigkeit. Wenn die Feder --58-- auf diese Weise den gelösten
Stempel --55-- zur Bewegung vorspannt, übt sie auch ein Drehmoment auf den Stempel --55-- aus, das dessen Drehung verursacht.
Zum gleichen Moment wirkt die Federeinrichtung --64-- auf den Sperring --62--, so dass der Rand der Rille --63-- die Kugeln der Halteelemente --61-- endseits gegen den Schaft des Stempels --55-- drückt. Der Stempel --55-- bewirkt, dass sich die Kugeln, die an ihm anliegen, mit der Oberfläche des Stempels --55-- mitdrehen, und eine Kugel bewirkt, dass sich die nächste dreht. Jedenfalls bewirkt die Drehung des Stempels --55-- um seine Achse auch, dass die Kugeln der Halteelemente --61-- eine Bewegung um eine vertikale Achse erfahren, wobei die eine auf die nächste übertragen wird, und dass die ihre Bewegung auf den Sperring --62-- übertragende, somit auch dem Sperring --62-- eine geringe Winkelbewegung aufprägt. Die Kraft reicht aus, dass die Federeinrichtung --64-- eine solche Bewegung nicht verhindert.
Der Vorteil dieser Bewegung ist der, dass es nicht nur kein Eindrücken der Kugeln in die Nut --57--, sondern auch kein Eindrücken in die Rillen --63-- gibt, wodurch die Oberflächen der Nut --57-- und der Rille --63-- trotz oftmaliger Verwendung glatt bleiben.
Im Zusammenhang mit der Werkzeugbaugruppe --22-- ist ein Paar Bezugslinien eingezeich- net, von denen die untere der Lage der Werkzeugoberfläche vor dem Schlag entspricht. Nachdem der Schlag erfolgt ist, so wie dies in Fig. 7 dargestellt ist, bewegt sich die Werkzeugbaugrup- pe --22-- um einen geringen Betrag mit sehr hoher Geschwindigkeit. Je härter das Werkstück ist, desto weniger Weg ist nötig. Es kann angenommen werden, dass ein Abscheren gerade dann auftritt, wenn sich die Bauteile in der in Fig. 7 dargestellten Anordnung befinden. Typischerweise ist für die Werkzeugbaugruppe --22-- eine (nicht dargestellte) Abstützung vorgesehen, so dass sie keine über die zweite oder obere Bezugslinie hinausgehende Bewegung ausführen kann.
Allerdings setzt die Kurbelwelle --41-- die axiale Verschiebung der Büchse --50-- fort, so dass trotz der im wesentlichen beendeten Bewegung des Stempels --55-- gemäss Fig. 7 die Büchse --50-- sich weiterbewegt. An dieser Stelle kann die Lösekraft am Sperring --62-- aufhören, aber die Anlage des Stempels --55-- an den Kugeln hält den Sperring --62-- noch immer in der in Fig. 7 dargestellten Stellung. Dieser Zustand dauert an, bis die Büchse --50-- ihre Halteelemente --61-- an eine Stelle bewegt hat, wo die Halteelemente --61-- erneut mit der Nut --57-- ausgerichtet sind.
Im wesentlichen zu dieser Zeit, wie durch die oberen Pfeile dargestellt, kann sich der Stempel --55-- wegen der Reaktionskraft der Werkzeugbaugruppe --22-- nicht mehr weiterbewegen, und die Schulter --56-- an dem Stempel --55-- trifft auf das Ende der Büchse --50--. Wenn dieser Zustand eintritt, ist die Federeinrichtung --64-- frei und kann sich ausdehnen, wodurch der Sperring --62-- in seine völlig zurückgezogene Stellung zurückbewegt wird und für den nächsten Hub bereit ist.
Sobald der Stempel --55-- auf diese Weise gesperrt ist, nimmt die Büchse --50-- ihre Bewegung in der entgegengesetzen Richtung auf und die Feder --58-- dehnt sich leicht aus, so dass ein eher kleiner Spalt an der Schulter --56-- gemäss Fig. 5 und Fig. 3 entsteht, so dass die Halteelemente --61-- auf den unteren Rand der Nut --57-- einwirken.
Es ist möglich, die Kraft auf den Sperring --62-- (wie dies durch die Pfeile in Fig. 5 dargestellt ist) einwirken zu lassen, bevor die Büchse --50-- am Ende ihres Weges ist, so dass noch eine Bewegung des Sperringes --62-- erfolgen kann, u. zw. fast bis zur Stelle der Stempellösung, bevor die Büchse --50-- sich zur Werkzeugbaugruppe --22-- zu bewegen beginnt. Wenn anderseits der Stempel --55-- ziemlich nahe der Werkzeugbaugruppe --22-- ist, bevor der Stempal --55-- freigesetzt wird, dann wird ein geringerer Betrag der gespeicherten Energie ausgenutzt, und es ist ein geringerer Betrag an Arbeit notwendig, um den Stempel --55-- in seiner eingezogenen Stellung in der Büchse --50-- wieder zu arretieren.
Die hier verwendete Löseeinrichtung betrifft die Bauteile --66 und 76-- am Gestell --21-zur Lösung der Festhalteeinrichtung --59-- und findet sich in verschiedenen Ansichten. Die Löseeinrichtung ist am besten in Fig. 9 und 10 dargestellt. Die Kurbelwelle --41-- ist mit einer Nabe --66-- versehen, die auf diese aufgekeilt ist, und ein radial geteilter Exzenter --67-ist auf die Nabe --41-- mit Hilfe von Schrauben --68-- aufgespannt. Der Exzenter --67-- funktioniert dadurch, dass er eine exzentrisch angeordnete Schraube --69-- trägt, mit der ein Ver-
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bindungshebel --70-- verbunden ist.
Eine Steuerwelle --71-- ist in Lagern in den Seitenplat- ten-28, 29-gelagert, wobei wenigstens ein Lösearm --72, 73-- vorhanden ist, der von der
Steuerwelle --71-- radial absteht. Wie am besten aus Fig. 12 ersichtlich, hat jeder der Löse- arme --72, 73-- eine Rolle --74--, die an der unteren Stirnfläche des Sperringes --62-- angrei- fen kann. Die Konstruktion zur Übertragung der Bewegung von dem Verbindungshebel --70-- auf die Steuerwelle --71-- ist am besten in Fig. 9 zu sehen. Der Verbindungshebel --70-- ist an einem
Kolben --75-- angeschlossen, der an einem Ende eines Antriebsarmes --76-- angreift, der von der Steuerwelle --71-- ausserhalb der Seitenplatte --29-- getragen ist.
Da der Exzenter --47-- auf der Kurbelwelle --41-- die Axialstellung der Büchse --50-- steuert und bestimmt und da der Exzentertrieb --67-- auf der Nabe --66-- in jeder beliebigen Winkelstellung aufgespannt werden kann, verdreht der Antriebsarm --76-- die Steuerwelle --71-- zu einer ausgewählten Zeit, die in Beziehung zu und somit in Abhängigkeit von der Axialstellung der Büchse --50-- steht.
Am andern Ende der Steuerwelle --71--, nämlich am linken Ende in Fig. 12, sind ein Hand- griff --77-- und ein Anschlag --7S-- vorgesehen, wobei der Handgriff --77-- an der Welle --71-- befestigt ist. Der am Anschlag --78-- anschlagende Handgriff --77-- begrenzt den Betrag, den sich die Rollen --74-- vom Sperring --62-- abwärts wegbewegen können. Der Handgriff --77-- kann auch als manuelles Betätigungsglied in Verbindung mit der Einstellung der Sollstellung des
Exzentertriebes --67-- der Löseeinrichtung verwendet werden.
Es gibt auch Gelegenheiten, bei denen erwünscht ist, einen Schlag zum Schneiden zu verhindern.
Ein solches Ergebnis wird bei vorliegender Vorrichtung durch ausgewähltes Ausserbetriebsetzen der Löseeinrichtung erzielt, indem die Verbindung der Lösearme-72, 73-- mit ihrer Kraftquelle unterbrochen wird. Bei diesem Ausführungsbeispiel weist der Antriebsarm --76-- einen Zapfen --79-- auf, der von einer Feder belastet ist und darin gleitet. Ein Solenoid-80-kann erregt werden, um ein Zurückziehen des Zapfens --79-- zu bewirken.
Wenn das passiert, so fällt der Antriebsarm --76-- gemäss Fig.9 nicht im Gegenuhrzeigersinn herunter, weil ihn der Handgriff --77-- am andern Ende der Steuerwelle --71-- abstützt. Zur selben Zeit, zu der sich der Exzentertrieb --67-- zur dargestellten Lage aufwärtsbewegt, die in Fig. 9 den völlig gelösten Sperring --62-- andeutet, bewegt sich der Kolben --75-- lediglich am Ende des Antriebs- armes --76-- während derjenigen Anzahl Hübe vorbei, während der das Solenoid-80-erregt ist, und daher für diejenige Anzahl Hübe, während der die Löseeinerichtung ausser Betrieb ist.
Auf diese Weise verhindert der Zapfen --79-- das Lösen des Stempels --55--.
Die Antriebseinrichtung auf dem Gestell-21-weist auch ein Gestänge zum Antrieb der Zuführung --24-- sowie der Werkstückbremse --25-- auf. Die Zuführung --24-- kann von herkömmlicher Konstruktion sein und ergreift das Werkstück, schiebt es vor und löst sich vom Werkstück, worauf es an den Platz zurückkehrt, von dem es vor Ergreifen des Werkstückes gekommen ist. Damit die Werkstückszuführung genau ist, wird die Werkstückbremse --25-- vorzugsweise in betätigtem Zustand gehalten, so dass sich das Werkstück während der Zeit, während der die Zuführung --24-- zur Zurückbewegung und zum Wiederergreifen der Werkstückes gelöst ist, nicht bewegen kann.
Die Werkstückbremse --25-- ist schematisch in Fig. 9 dargestellt und hat einen federbelasteten Stössel --81--. Es ist ein Gestänge vorgesehen, um die Werkstückbremse --25-- im Zusammenspiel mit der Stempelbewegung zu betätigen. Die Welle-39 und 41-- sind mit derselben Geschwindigkeit angetrieben und miteinander mittels der Zahnräder --38, 40-- synchronisiert. An einer zentralen Stelle der Welle --39-- trägt diese einen Winkelhebel-82-, der an einer Welle-83-
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folgt, der auf der Welle --39-- aufgekeilt ist. Eine Stellschraube --85-- bestimmt das Ausmass der Bewegung, die dem Stössel-81-zur Anpassung an verschiedene Werkstückdicken mitgeteilt wird.
Die Zuführung --24-- wird ebenfalls synchron zur Bewegung der Büchse --50-- betätigt und von der Welle --39-- angetrieben. Wie in Fig. 10 dargestellt, ragt ein hin- und herbewegbarer Schieber --S6-- durch einen Schlitz in der Deckplatte --27-- und steht in Gleitverbindung
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mit einem Arm-87-, der vor einer Welle-88-schwenkbar getragen ist. Wenn die Welle --88-- verdreht wird, wird daher die Zuführung --24-- horizontal hin- und herbewegt.
Die Welle-88- springt (aus der Zeichnungsebene) durch die Seitenplatte --29-- vor und trägt am äusseren Ende einen abwärtsweisenden Arm-89-, der bei --90-- an einen weiteren Arm --91-- gelenkig ange- schlossen ist, der eine Gelenksverbindung --92-- mit einem einstellbaren Kreuzschlitten --93-- besitzt, der vom Ende der Welle --39-- getragen ist, wie am besten aus Fig. 11 ersichtlich.
Die Werkzeugbaugruppe --22-- kann ein Merkmal aufweisen, das ebenfalls eine Koordination mit andern Bauteilen der Maschine erfordert. Dies wird für den folgenden Fall angenommen, und weiters wird angenommen, dass eine geeignete Steuerung oder Regelung durch passende Verdrehung einer Steuerwelle --94-- vorgesehen werden kann. Mit dieser ist ein Hebel --95-- verbunden, und eine Verbindungsstange --96-- von einstellbarer Länge ist an den Hebel --95-- und an ein
Ende eines weiteren Hebels --97-- gelenkig angeschlossen, welch letzterer an dem Gestell-21- bei --9S-- angelenkt ist.
Der Hebel --97-- trägt eine Rolle --99--, die als Nockenfolger wirkt, und an einer Nockenfläche --100-- angreift, die den Aussenumfang der Nabe --66-- bilden kann.
Auf diese Weise wird jede Regulierung der Werkzeugbaugruppe --22-- synchron zu Bewegungen der Büchse --50-- ausgeführt.
Der über den Riemen-und-Zahnantrieb arbeitende Motor --31-- versetzt die Kurbelwel- le --41-- in Drehung, um die Büchse --50-- hin- und herzubewegen. Dieselbe Kurbelwelle --41-- steuert und treibt auch die Löseeinrichtung an, die an den Sperring --62-- an ausgewählten Stellen des Arbeitsspieles anlegbar ist, um den Sperring --62-- zu lösen und dadurch den Stempel --55-- zum Schlag gegen das Werkzeug freizugeben.
Die fortgesetzte Drehung der Kurbelwel- le --41-- entfernt die zur Betätigung des Sperringes --62-- notwendige Kraft, und die fortgesetzte Vorwärtsbewegung der Büchse --50-- zur Werkzeugbaugruppe --22-- bewirkt die Wiederarretierung des Stempels --55-- in seiner eingezogenen Stellung in der Büchse --50-- dank der Reaktionskraft der Werkzeugbaugruppe --22--. Ein vom selben Getriebe angetriebenes Gestänge bewegt die Zuführung --24-- hin und her, betätigt die Werkstückbremse --25-- und steuert erforderlichenfalls das Werkzeug.
Es gibt auch andere Konstruktionen der Festhalteeinrichtung, die in Abhängigkeit von der Grösse und dem Leistungsvermögen der jeweiligen Schlagpresse zu betrachten sind. Fig. 13 bis 17 zeigen einige andere Festhalteeinrichtungen. Jede derselben verwendet einen Stempel --101, 102, 103 bzw. 104--, der eine umfängliche Nut --105, 106,107 bzw. 108-hat, wobei der Stem- pel-104-- in Fig. 17 eine zweite umfängliche Nut --109-- besitzt. Diese Abwandlungen weisen jeweils eine Büchse --110, 111,112 bzw. 113-- mit radialen Öffnungen auf, die verschiedene Halteelemente --61-- aufnehmen.
Jeder dieser Ausführungsformen hat einen Sperring --114, 115, 116 bzw. 117--, der zur Steuerung der Stempellösung ausgebildet ist und jeweils eine innere umfängliche Rille-118, 119, 120 bzw. 121--, wobei der Sperring --117-- in Fig. 17 eine zweite innere umfängliche Rille --122-- besitzt. Die umfänglichen Nuten-108 und 109-- und Rillen --121 und 122-- bewegen sich zur selben Zeit in fluchtender Beziehung. Bei diesen Abwandlungen weisen die Halteelemente --61-- in jedem Fall Kugeln auf, gemäss Fig. 14 und 17 Kuppelpaare, wobei
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einen Sperring --124-- gibt, der einen sehr kräftigen Griff auf den Stempel --103-- ausüben kann, weil eine Linienberührung nahezu um den gesamten Umfang des Stempels --103-- vorhanden ist.
Wenn ein zusammengesetztes Werkzeug verwendet wird, können die verschiedenen oben beschriebenen Einstellungen eine leicht unterschiedliche Betriebsweise ermöglichen. Nachdem der Stem- pel --55-- gelöst worden ist und gegen das Werkzeug geschlagen hat, wie in Fig. 7 dargestellt, bewirkt die fortgesetzte Bewegung der Büchse --50--, dass ihr Ende an der Schulter --56-- des Stempels --55-- anschlägt, wie in Fig. 8 dargestellt. Wenn zu dieser Zeit die Büchse --50-- noch nicht das Ende des Bewegungsweges erreicht hat, so kann die fortdauernde Aufwärtsbewegung (Fig. 8) mittels des zusammengesetzten Werkzeuges zur Durchführung zusätzlicher Arbeit auf das Werkzeug ausgenutzt werden.
Solch ein Antriebsüberschuss bedeutet somit einen unmittelbaren Antrieb des Stempels --55-- durch die Antriebseinrichtung.
Mit einer herkömmlichen pneumatisch angetriebenen Zuführung --24-- ist die Schlagpres- se --20-- betriebsmässig auf etwa 180 Hübe pro Minute begrenzt. Ohne solche Zuführung --24--
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können kleinere Werkstücke bei normalem Betrieb von 500 Hüben pro Minute hergestellt oder umgeformt werden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Schlagpresse, bestehend aus einem zur Abstützung einer Werkzeugbaugruppe zur Umformung eines Werkstückes ausgebildeten Gestell, einer hin- und herbewegbar angetriebenen Büchse, die an dem Gestell zur Bewegung zu und von der Werkzeugbaugruppe gleitend geführt ist, einem zwischen einer bezüglich der Büchse eingezogenen Stellung und einer ausgezogenen Schlagstellung auf einen Abschnitt der Werkzeugbaugruppe gleitend geführten Stempel, einer lösbaren Festhalteeinrichtung zum Festhalten des Stempels in der eingezogenen Stellung und einer Löseeinrichtung zum Lösen der Festhalteeinrichtung an einer vorbestimmten Stelle während der Bewegung der Büchse zur Werkzeugbaugruppe, dadurch gekennzeichnet, dass der Stempel (55) in der Büchse (50) gleitend gelagert und nur von dieser geführt ist, dass die Festhalteinrichtung (59)
von der Büchse (50) getragen ist und sich durch diese zum Stempel (55) erstreckt und dass die Löseeinrichtung (71,
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