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Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von verschleissfesten Verbundwerkstoffen durch Warmpressen eines eine hochschmelzende und eine niedrigschmelzende Komponente enthaltenden Gemenges und kommt bei der Herstellung von Erzeugnissen nach den Verfahren der Pulvermetallurgie zur Anwendung.
Verschleissfeste Verbundwerkstoffe, darunter Werkstoffe auf Basis von Hartlegierungen sowie Diamantkörner enthaltende Werkstoffe, werden immer mehr auf verschiedenen Gebieten der Technik angewendet. In der Regel werden die erwähnten Werkstoffe im Warmpressverfahren hergestellt.
Jedoch ist es bis heute nicht gelungen, eine hohe Qualität verschleissfester Verbundwerkstoffe wegen des Entweichens der niedrigschmelzenden Komponente des Gemenges beim Warmpressen zu erreichen.
Es ist ein Warmpressverfahren bekannt, bei welchem das hoch- und niedrigschmelzende Komponenten enthaltende Gemenge in eine der Form und Grösse der Fertigerzeugnisse entsprechende Pressform aus Graphit eingebracht und der Strom eingeschaltet wird, der bei seinem Durchfluss durch die Matrize der Pressform das Gemenge auf die Sintertemperatur von 1573 bis 1873 K erhitzt. Je nach Temperaturanstieg wird der Druck auf das zu sinternde Gemenge erhöht, und wenn die Pressformoberfläche auf eine Temperatur kommt, die um 323 bis 373 K unter der Sintertemperatur liegt, wird der Gesamtdruck von 6, 8 bis 9, 8 MPa angelegt, unter dessen Wirkung das endgültige Schwinden vor sich geht. Danach wird die Stromzufuhr eingestellt, der Druck abgebaut und eine schnelle Abkühlung der Pressform durchgeführt.
Möglich ist auch eine langsame Abkühlung der Pressform samt Erzeugnis in einem Behälter mit Graphitsand.
Bei einem Kobaltgehalt im Gemenge von 6 bis 8% wird im Verlaufe des Pressvorgangs ein erhebliches Ausdrücken der flüssigen Phase durch die Spalte zwischen den Stempeln und der Matrize der Pressform bzw. deren Durchsickern über die Wände der porigen Graphitmatrize beobachtet.
Demzufolge wird empfohlen, beim Warmpressen von Gemengen mit einem hohen Gehalt an Kobalt (niedrigschmelzende Komponente) entweder die Temperatur und den Pressdruck zu senken, was eine negative Auswirkung auf die Qualität des verschleissfesten Verbundwerkstoffes zur Folge hat, oder
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izdatelstvo technicheskoi literatury, [1962], S. 182 bis 183).
Ferner ist ein Verfahren zur Herstellung von überharten Erzeugnissen bekannt (BE-PS Nr. 823112), das darin besteht, dass das Gemenge, welches als hochschmelzende Komponente Wolframkarbid, als niedrigschmelzende Komponente Kobalt und als überharte Komponente Diamantkörner enthält, in einer Pressform aus Graphit auf eine Temperatur von 1473 K mit einer Geschwindigkeit von 1273 bis 1373 K/min unter Anwendung des spezifischen Drucks von 4, 9 bis 9, 8 MPa erhitzt wird. Danach erfolgt unter solchen Bedingungen eine Haltezeit bis 2 min, die zur Auflösung von Kohlenstoff und Wolfram in Kobalt erforderlich ist.
Die weitere Erhitzung auf die Sintertemperatur von 2073 K erfolgt mit einer Geschwindigkeit von 3273 bis 3373 K/min bei einem Druck von 9, 8 bis 19, 6 MPa mit einer darauffolgenden Haltezeit von 2 bis 3 s unter dem genannten Druck. Danach wird der Werkstoff in der Presse unter Druck auf die Temperatur von 1023 bis 1073 K abgekühlt. Weiteres Abkühlen erfolgt in einem Behälter mit Sand.
Da auch bei diesem Verfahren der maximale Druck auf den Werkstoff bei Erreichung der maximalen Temperatur des Warmpressens angelegt wird, bei welcher sich Kobalt im flüssigen Zustand befindet, kommt dessen Entweichen durch die Spalte zwischen dem Stempel und der Matrize sowie durch die Poren der Pressform aus Graphit zustande. Das Entweichen der niedrigschmelzenden Komponente des Gemenges beim Warmpressen führt zur Senkung von dessen physikalisch-mechanischen Kenndaten.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung von verschleissfesten Verbundwerkstoffen zu entwickeln, welches es ermöglicht, durch Veränderung der technologischen Parameter des Vorgangs, durch welche die Erhaltung der plastischen Phase und die Verfestigung der Kristalle, aus denen die plastische Phase besteht, gewährleistet wird, die Qualität des verschleissfesten Verbundwerkstoffes zu erhöhen.
Die gestellte Aufgabe wird dadurch gelöst, dass bei dem erfindungsgemässen Verfahren zur Herstellung von verschleissfesten Verbundwerkstoffen durch Warmpressen, welches die Erhitzung
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des Gemenges auf 1, 01 bis 1, 15 mal der Temperatur der Bildung der flüssigen Phase, das Halten bei dieser Temperatur und die Abkühlung unter Druck einschliesst, a) die Erhitzung auf 1, 01 bis 1, 15 mal der Temperatur der Bildung der flüssigen Phase, das Halten sowie die Abkühlung auf 0, 98 bis 1, 12 mal der Temperatur der Bildung der flüssigen Phase unter einem Druck erfolgt, welcher zwischen 1, 95 und 8, 8 MPa liegt ;
b) bei Erreichung von 0, 98 bis 1, 12 mal der Temperatur der Bildung der flüssigen Phase bei der Abkühlung der Druck im Verhältnis zu dem Druck, unter welchem die Erhitzung, das Halten und die Abkühlung auf die besagte Temperatur erfolgten und welcher zwischen 8, 8 bis
19, 6 MPa liegt, aufgebaut wird.
Es ist zweckmässig, die Abkühlung von 0, 98 bis 1, 12 mal der Temperatur der Bildung der flüssigen Phase an unter beständigem Druck durchzuführen, welcher zwischen 8, 8 und 19, 6 MPa liegt.
Durch das erfindungsgemässe Verfahren wird die Erhöhung der Qualität des herzustellenden verschleissfesten Verbundwerkstoffes gewährleistet. Dies wird dadurch erreicht, dass die Erhitzung, das Halten und die Abkühlung bei einem geringem Druck'vor sich gehen, wodurch auf dem Stadium, wenn die Auflösung von Wolfram und Kohlenstoff in Kobalt unter Bildung eines niedrig- schmelzenden Eutektikums sowie die Umkristallisierung von Wolframkarbid über die flüssige Phase stattfindet, die Erhaltung der plastischen Phase sowie günstigere Bedingungen zur effektiven Wirkung der Oberflächenspannungskräfte gesichert werden.
Darüber hinaus wird durch die endgültige Verdichtung des Werkstoffes unter den vorstehend erwähnten Bedingungen der Abkühlung die Verfestigung der Kristalle, aus welchen die plastische Phase besteht, bewirkt, wodurch die weitere Erhöhung der Qualität des verschleissfesten Verbundwerkstoffes erzielt wird.
Es ist vorteilhaft, die Erhitzung, das Halten und die Abkühlung auf 0, 98 bis 1, 12 mal der Temperatur der Bildung der flüssigen Phase unter einem Druck von 1, 95 bis 2, 45 MPa, und die Abkühlung von 0, 98 bis 1, 12 mal der Temperatur der Bildung der flüssigen Phase unter einem Druck von 8, 8 bis 9, 80 MPa durchzuführen.
Die erwähnte Durchführungsvariante des Verfahrens macht es möglich, aus einem Gemenge mit hohem Anteil der niedrigschmelzenden Komponente einen verschleissfesten Verbundwerkstoff mit hoher Kerbschlagzähigkeit zu erhalten.
Es ist möglich, die Erhitzung, das Halten und die Abkühlung auf 0, 98 bis 1, 12 mal der Temperatur der Bildung der flüssigen Phase unter einem Druck von 3, 9 bis 5, 8 MPa, und die Abkühlung von 0, 98 bis 1, 12 mal der Temperatur der Bildung der flüssigen Phase unter einem Druck von 12, 7 bis 14, 7 MPa durchzuführen.
Eine derartige Durchführungsvariante des Verfahrens ermöglicht es, einen verschleissfesten Verbundwerkstoff mit hoher Biegefestigkeit zu erhalten.
Zur Herstellung von verschleissfesten Verbundwerkstoffen wird ein Gemenge verwendet, das aus pulverförmigem Wolframkarbid und Kobalt besteht, welche im unterschiedlichen Verhältnis zueinander genommen werden. Das Gemenge kann auch Diamantkörner unterschiedlicher Grösse enthalten.
Die Gemengeeinwaage wird in die sorgfältig vorbereiteten Hohlräume der Pressform aus Graphit eingebracht. Es werden die Metallstempel eingesetzt, die Pressform in der Presse montiert und das Verdichten des Gemenges unter einem Druck von 2, 9 MPa durchgeführt.
Danach wird die Pressform in der Presse in einem Induktor derart angeordnet, dass der Spalt zwischen der Pressform und dem Induktor 2 bis 3 cm beträgt. Die Erhitzung erfolgt im Induktionsverfahren auf 1, 01 bis 1, 15 mal der Temperatur der Bildung der flüssigen Phase unter einem beständigen Druck, welcher zwischen 1, 95 und 8, 8 MPa liegt. Die Temperatur der Bildung der flüssigen Phase beträgt 1573 K. Die Temperaturüberwachung erfolgt mit einem optischen Präzisionspyrometer.
Nach der Erreichung der vorgegebenen Temperatur folgt eine Haltezeit von 10 bis 60 s. Danach erfolgt die Abkühlung, welche bei dem gleichen Druck wie auch Erhitzung und Halten durchgeführt wird. Die Abkühlung von 0, 98 bis 1, 12 mal der Temperatur der Bildung der flüssigen Phase erfolgt bei einem höheren Druck. Dieser Druck liegt zwischen 8, 8 und 19, 6 MPa. Bei dem besagten Druck wird die Abkühlung auf die Temperatur von 1023 bis 1373 K vorgenommen. Die
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darauffolgende Abkühlung der Pressform erfolgt in einem Behälter mit Sand. Danach werden die Probestücke aus der Pressform herausgenommen, von Graphit gesäubert und mechanisch bearbeitet.
Die erhaltenen Probestücke werden physikalisch-mechanischen Prüfungen unterzogen. Nachstehend werden die Durchführungsverfahren der physikalisch-mechanischen Prüfungen angeführt.
Zur Bestimmung der Querfestigkeit ist eine Einrichtung zu verwenden, welche zwei unbewegliche freiliegende zylindrische Biegeauflager sowie eine bewegliche, freiliegende zylindrische Biegeschneide mit einem Durchmesser von 6 0, 2 mm aufweist. Der Durchmesserunterschied zweier unbeweglicher Biegeauflager darf 0, 05 mm nicht überschreiten und die Länge der Biegeauflager nicht weniger als 10 mm betragen. Die Biegeauflager werden aus einer Hartlegierung auf der Grundlage von Wolframkarbid hergestellt, welches bis zu 15% (massenmässig) Bindemetall enthält.
Die Rauhigkeit der Oberfläche der Biegeauflager beträgt 0,63 lam.
Die Biegeauflager werden derart angeordnet, dass sie die Beibehaltung der bedingten zulässigen Abweichung der Seitenparallelität des Probestückes gewährleisten. Von dem zu prüfenden Satz werden sechs Probestücke vorbereitet. Die Probestücke weisen nach dem Sintern die Form eines
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Die Oberfläche der Probestücke wird derart bearbeitet, dass die Möglichkeit von deren Beeinflussung durch Wärme auf ein Minimum gebracht wird. Die Bearbeitung wird auf den vier Längsseiten und-kanten des Probestückes mit keramischen oder organischen Diamantschleifscheiben mit einer Körnung von 80 bis 100 11m und 100%iger Konzentration bei reichlicher Abkühlung unter folgender Betriebsführung durchgeführt : Umlaufgeschwindigkeit der Schleifscheibe höchstens 20 m/s, Längsvorschub höchstens 2 m/min, Quervorschub höchstens 1 mm/Gang, Schleiftiefe höchstens 0, 01 mm/zwei Gänge.
Die Zusammensetzung der Schmier- und Kühlflüssigkeit ist folgende : 0, 06% Trinatriumphosphat ; 0, 3% Borax ; 0, 1% Natriumnitrit ; 0, 05% Vaselinöl ; 0, 25% Triäthanolamin ; Rest-Was- ser. Die Kanten des Probestückes dürfen für nicht mehr als 0,2 mm unter einem Winkel von 45 ab- geschrägt (abgefast) sein. Die Dicke der von jeder Seite abzunehmenden Schicht darf mindestens 0, 1 mm und die Oberflächenrauhigkeit Ra6 0,63 ,um betragen.
Die Prüfungsmuster weisen nach dem Schliff die Form eines Stabes mit rechteckigem Querschnitt auf mit folgenden Abmessungen : Breite 5 : 0, 25 mm, Höhe 5 0, 25 mm.
Die Prüfung wird bei Raumtemperatur durchgeführt. Das Probestück wird auf den Biegeauflagern waagrecht derart angeordnet, dass seine Längsachse zu den Achsen der Biegeauflager senkrecht verläuft. Die Belastung wird mit einer gleichbleibenden Geschwindigkeit angelegt, die 2 mm/min nicht übersteigt.
Die Querfestigkeit wird nach folgender Formel berechnet :
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Hierin bedeuten : F-Zerstörungsbelastung ; l-Biegeabstand (Abstand zwischen den Biegeauflagern) ; b, h- Breite bzw. Höhe des Probestückes.
Zur Bestimmung der Kerbschlagzähigkeit von Hartlegierungen ist ein Pendelschlagwerk mit einer Leistung von 4, 91 bis 9, 81 Nm zu verwenden, dessen Aufbau es ermöglicht, die Prüfung eines auf den zwei Biegeauflagern freiliegenden Probestückes durchzuführen. Der Biegeabstand beträgt 20 0, 5 mm.
Die Geschwindigkeit der Biegeschneide des Pendelhammers liegt zum Zeitpunkt des Anschlags zwischen 4 und 7 m/s. Die Pendelebene ist senkrecht und verläuft im gleichen Abstand von den beiden Biegeauflagern. Die Forderungen an die Abmessungen und die Bearbeitungsgüte der Oberfläche entsprechen denen an die Probestücke zur Bestimmung der statischen Querbiegung.
Die Kerbschlagzähigkeit wird nach folgender Formel berechnet :
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schlag aufgewendete Arbeit ; P -Pendelmasse ; hl, 2 - Hubhöhe des Pendels vor und nach dem Anschlag ; l-Entfernung des Pendelschwerpunktes von der Drehachse ; a, ss - Steigwinkel des Pendels vor und nach der Probenzerstörung.
Die Rockwell-Härte stellt die Differenz der Eindringtiefen des Prüfkörpers beim Anlegen und
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lastung (588, 6 N) bzw. Vorbelastung (98, 1 N) ; 100 konventionelle Zahl ; 0, 002 die einer Skalenteilung des Gerätes entsprechende Eindringtiefe des Prüfkörpers (mm).
Zur Prüfung werden aus einem Satz 2 bis 3 Probestücke genommen. Die Oberfläche (bzw.
Oberflächenabschnitte) des Probestückes, auf welcher (bzw. welchen) die Härte bestimmt wird, wird derartig geschliffen, dass die Rauhigkeit R 0, 63 jim beträgt. Beim Schleifen ist die Erwärmung der Oberfläche unbedingt zu vermeiden. Bei der Bestimmung der Härte des Probestückes mit einer krummlinigen Oberfläche darf der Krümmungsradius 15 11m nicht unterschreiten. Die Dicke der von der Oberfläche des Probestückes abgeschliffenen Schicht darf nicht unter 0, 1 mm liegen.
Das Probestück hat nach dem Schliff die Dicke nicht unter 1,6 mm. Die Oberfläche des Probestückes, auf welcher das Eindringen des Prüfkörpers erfolgt, muss zur Stützfläche parallel sein.
Die Geschwindigkeit beim Anlegen von Hauptbelastung wird durch die Bedingung eingeschränkt, dass beim Leerlauf unter der Belastung F = 588, 6 N die Verlagerungszeit des Prüfkörpers des Rockwellhärteprüfers 5 bis 8 s beträgt. Die Haltezeit unter Gesamtbelastung nach dem Zeigerstillstand soll 2 s nicht überschreiten. Danach wird die Hauptbelastung im Laufe von 2 s zügig abgehoben.
Das jeweilige Probestück wird an den drei Punkten geprüft, welche diagonal im gleichen Abstand von den Rändern des Probestückes liegen.
Die Dichte der gesinterten Probestücke wird durch hydrostatische Wägung festgestellt. Um das Eindringen von Wasser in die Poren bei hydrostatischer Wägung zu verhindern, wird das Probestück gewöhnlich mit flüssigem Paraffin getränkt. Die Dichte des Probestückes wird nach folgender Formel berechnet :
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getränkten Probestückes an der Luft und die des getränkten Probestückes in Wasser ; v. = Wasserdichte.
Im weiteren wird das Wesen der Erfindung an Hand von konkreten Ausführungsbeispielen erläutert.
Beispiel 1 : Ein Gemenge, enthaltend 70%-Masse Wolframkarbid und 30%-Masse Kobalt, wurde in einer Pressform aus Graphit auf 1,01 mal der Temperatur der Bildung der flüssigen Phase erhitzt, die 1590 K beträgt. Die Erhitzung wurde unter einem Druck von 1,95 MPa vorgenommen.
Nach einer Haltezeit von 10 s erfolgte die Abkühlung, welche bis auf 0, 98 mal der Temperatur der Bildung der flüssigen Phase, d. h. bis auf 1543 K, unter einem Druck von 1, 95 MPa durchgeführt wurde. Beim Erreichen der Temperatur von 1586 K wurde der Druck bis 8, 8 MPa aufgebaut und bei diesem Druck wurde die Abkühlung bis auf die Temperatur von 1073 K fortgesetzt. Die Abkühlung auf die Temperatur unter 1073 K erfolgte wie vorstehend beschrieben. Die bei dieser Betriebsführung erhaltenen Probestücke wurden physikalisch-mechanischen Prüfungen unterzogen.
Die Ergebnisse der Prüfungen sind in Tabelle I zusammengefasst. Zum Vergleich sind in dieser Tabelle die Prüfungsergebnisse der Probestücke angeführt, welche durch Anwendung des bekannten Verfahrens aus einem Gemenge mit der gleichen Zusammensetzung erhalten waren.
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Tabelle I
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<tb>
<tb> Kenndaten <SEP> Beispiel <SEP> 1 <SEP> BE-PS <SEP> Nr.
<SEP> 823112
<tb> Härte, <SEP> HRA <SEP> 83, <SEP> 5 <SEP> 85, <SEP> 5 <SEP>
<tb> Dichte, <SEP> g/cm3 <SEP> 12, <SEP> 7 <SEP> 13,7
<tb> Biegefestigkeit, <SEP> MPa <SEP> 1900 <SEP> 1600
<tb> Kerbschlagzähigkeit,
<tb> A <SEP> 10-"-7, <SEP> 0 <SEP> 4, <SEP> 5 <SEP>
<tb> m2
<tb>
Wie aus den angeführten Daten ersichtlich ist, haben die verschleissfesten Verbundwerkstoffe, die gemäss der Erfindung hergestellt wurden, eine höhere Biegefestigkeit und Kerbschlagzähigkeit als der Werkstoff, der nach dem bekannten Verfahren hergestellt wurde.
Beispiel 2 : Ein Gemenge, enthaltend 96%-Masse Wolframkarbid und 4%-Masse Kobalt, wurde in einer Pressform aus Graphit auf 1, 15 mal der Temperatur der Bildung der flüssigen Phase erhitzt, die 1810 K beträgt. Die Erhitzung erfolgte unter einem Druck von 8, 8 MPa. Nach einer Haltezeit von 60 s erfolgte die Abkühlung, welche unter einem Druck von 8, 8 MPa durchgeführt wurde.
Bei Erreichung der Temperatur von 1763 K wurde der Druck bis 19, 6 MPa aufgebaut und die darauffolgende Abkühlung auf 1073 K erfolgte wie vorstehend beschrieben.
Die bei der erwähnten Betriebsführung erhaltenen Probestücke wurden physikalisch-mechanischen Prüfungen unterzogen. Es wurden folgende Ergebnisse erhalten :
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<tb>
<tb> Härte, <SEP> HRA <SEP> 90, <SEP> 5 <SEP>
<tb> Dichte, <SEP> g/cm3 <SEP> 15, <SEP> 1 <SEP>
<tb> Biegefestigkeit, <SEP> MPa <SEP> 1400
<tb> Kerbschlagzähigkeit, <SEP> A <SEP> 10-4 <SEP> ## <SEP> 1,6
<tb>
Beispiel 3 : Ein Gemenge, enthaltend 90%-Masse Wolframkarbid und 10%-Masse Kobalt, wurde in einer Pressform aus Graphit auf 1, 08 mal der Temperatur der Bildung der flüssigen Phase erhitzt, die 1700 K beträgt. Die Erhitzung erfolgte unter einem Druck von 5, 85 MPa.
Nach einer Haltezeit von 30 s erfolgte die Abkühlung, welche auf 1, 05 der Temperatur der Bildung der flüssigen Phase, d. h. bis auf 1653 K, unter einem Druck von 5, 85 MPa durchgeführt wurde. Bei Erreichen der Temperatur von 1653 K wurde der Druck bis 14, 2 MPa aufgebaut und die Abkühlung auf die Temperatur von 1023 K unter dem genannten Druck fortgesetzt. Die weitere Abkühlung auf 1023 K erfolgte wie vorstehend beschrieben.
Die bei der beschriebenen Betriebsführung erhaltenen Probestücke wurden physikalisch-mechanischen Prüfungen unterzogen. Es wurden folgende Ergebnisse erhalten :
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<tb>
<tb> Härte, <SEP> HRA <SEP> 87, <SEP> 5 <SEP>
<tb> Dichte, <SEP> g/cm3 <SEP> 14, <SEP> 5 <SEP>
<tb> Biegefestigkeit, <SEP> MPa <SEP> 1650
<tb> Kerbschlagzähigkeit, <SEP> A <SEP> lO*"--3, <SEP> 0 <SEP>
<tb> m
<tb>
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:6% Kobalt, enthält, wurde in einer Pressform aus Graphit auf 1, 1 mal der Temperatur der Bildung der flüssigen Phase erhitzt, welche 1730 K beträgt. Die Erhitzung wurde unter einem Druck von 7, 8 MPa vorgenommen. Nach 30 s Haltezeit erfolgte die Abkühlung, welche auf 1, 06 mal der Temperatur der Bildung der flüssigen Phase, d. h. 1668 K, unter dem Druck von 7, 8 MPa durchgeführt wurde.
Bei Erreichung der Temperatur von 1668 K wurde der Druck bis 14, 7 MPa aufgebaut und die Abkühlung auf 1073 K verlief bei dem erwähnten Druck. Die Abkühlung unter 1073 K erfolgte wie vorstehend beschrieben.
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Die bei einer derartigen Betriebsführung hergestellten Probestücke wurden Prüfungen unterzogen. Man erhielt folgende Ergebnisse :
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<tb>
<tb> Dichte, <SEP> g/cm3 <SEP> 12,0
<tb> Biegefestigkeit, <SEP> MPa <SEP> 330
<tb> Kerbschlagzähigkeit, <SEP> A <SEP> 10-'1 <SEP> 1, <SEP> 0 <SEP>
<tb> m
<tb>
EMI6.2
dene Änderungen und Ergänzungen zulassen, die für einen Fachmann auf diesem Gebiet der Technik offenkundig sind. Möglich sind auch andere Modifikationen, wobei aber der Erfindungstatbestand und -inhalt im Rahmen der nachstehenden Patentansprüche erhalten bleiben.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von verschleissfesten Verbundwerkstoffen durch Warmpressen, welches die Erhitzung des Gemenges auf 1, 01 bis 1, 15 mal der Temperatur der Bildung der flüssigen Phase, das Halten bei dieser Temperatur und die Abkühlung unter Druck einschliesst, dadurch gekennzeichnet, dass a) die Erhitzung auf 1, 01 bis 1, 15 mal der Temperatur der Bildung der flüssigen Phase, das Halten sowie die Abkühlung auf 0, 98 bis 1, 12 mal der Temperatur der Bildung der flüssigen Phase unter einem Druck erfolgt, welcher zwischen 1,95 und 8,8 MPa liegt ;
b) bei Erreichung von 0, 98 bis 1, 12 mal der Temperatur der Bildung der flüssigen Phase bei der Abkühlung der Druck im Verhältnis zu dem Druck, unter welchem die Erhitzung, das Halten und die Abkühlung auf die besagte Temperatur erfolgten, und welcher zwischen 8, 8 bis 19, 6 MPa liegt, aufgebaut wird.