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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von einschichtigen Belags- oder Be- kleidungsplatten, die aus Einzelelementen zusammengesetzt sind, insbesondere von einschichtigen
Parkettafeln, wobei eine Anzahl von Einzelelementen auf einem ebenen Abschnitt einer Transport- bahn aneinandergereiht und durch auf ihre Verlegeseite aufgebrachte, flexible streifen- oder netzartige Verbindungsteile zu einer Platte lose verbunden werden, worauf die Platte über einen konvex geformten Abschnitt der Transportbahn bewegt wird, wobei sich zwischen je zwei Einzel- elementen ein V-förmiger Spalt öffnet, sowie eine Vorrichtung zu dessen Durchführung.
Derartige Platten, insbesondere Parkettafeln, bestehen meist aus zwei Schichten, wobei zwi- schen einer Trägerschicht und einer Oberflächenschicht zu unterscheiden ist, die im Falle von
Parkettafeln aus einzelnen Holzlamellen besteht, die auf der Trägerschicht verklebt sind. Be- dingt durch den zweischichtigen Aufbau haben derartige Platten ein relativ grosses Gewicht, sind verhältnismässig dick, und bei der Herstellung ist ein grosser Klebstoffverbrauch gegeben, da sie vollflächig aufgeklebt werden. Die Seitenränder der Platten sind bevorzugt mit Nut und Feder ver- sehen, und sie werden auf einer Unterkonstruktion oder direkt auf dem Untergrund ver- legt.
Es ist auch bereits versucht worden, einschichtige Platten herzustellen, bei denen keine eigene stabile Trägerschicht benötigt wird. Beispielsweise zeigt die DE-PS Nr. 960229 eine Parkett- diele, die aus spitzwinkelig zugeschnittenen Einzelbrettchen zusammengefügt ist, und an den Längskanten mit Nut und Feder versehen ist, so dass sie wie ein gewöhnliches Brett verlegt werden kann.
Weiters beschreibt die DE-PS Nr. 1124666 ein Verfahren zum Verleimen stumpf aneinanderstossender Parkettstäbchen zu einer Parkettafel, wobei die aneinandergereihten Parkettstäbchen mit einem Versiegelungsmittel überzogen werden, das mehr oder minder in die Fugen eindringt und dadurch die Parkettstäbchen untereinander verklebt.
Die AT-PS Nr. 264120 beschäftigt sich mit einer flexiblen Verbindung von Parkettleisten zu einschichtigen Platten, indem die aneinandergereihten Einzelteile durch ein auf die Rückseite fortlaufend aufgebrachtes Netz mit klebfähiger Oberfläche verbunden werden. Das so gebildete Leistenband läuft in weiterer Folge über eine Kante, an der sich zwischen den Leisten V-förmige Spalten öffnen. In Abständen, die der Länge der herzustellenden Platten entsprechen, greift in die Spalte ein Trennmesser ein, das das Netz durchtrennt. Die entstehenden Platten sind jedoch ausschliesslich durch das Netz verbunden.
Aus der CH-PS Nr. 454430 ist es bekanntgeworden, einzelne Parkettleisten zu losen Platten zusammenzufügen, die an ihren Unterseiten durch Streifen aus dehnbarem Material lose zusammengehalten werden. Die Oberseiten der Parkettleisten werden mit einer geschlossenen Versiegelungsschicht versehen, die ebenfalls eine schwache Verbindung der Parkettleisten bewirkt. Um nun eine störende Verformung der gesamten Parkettplatten bei der Verlegung auf Grund der Feuchtigkeitsaufnahme aus dem üblicherweise verwendeten wasserhältigen Leim zu vermeiden, werden die versiegelten Parkettplatten über eine konvexe Fläche geführt, wodurch die Versiegelungsschicht entlang der Fugen zwischen den Parkettleisten bricht. Dabei bleibt der lose Zusammenhalt durch die dehnbaren Streifen gewahrt und die feste Verbindung erfolgt erst durch die Verleimung- mit dem Untergrund.
Die Erfindung hat es sich nun zur Aufgabe gestellt, einschichtige Platten, insbesondere Parkettafeln aus Einzelelementen nach dem eingangs erwähnten Verfahren herzustellen, die, unmittelbar miteinander verklebt, eine starre, verlegefertige Einheit bilden.
Erfindungsgemäss wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass in jeden V-förmigen Spalt Klebstoff eingespritzt wird, und dass anschliessend die Platte auf einem zweiten ebenen Abschnitt der Transportbahn weiterbewegt wird, wobei sich jeder V-förmige Spalt am Übergang zum zweiten ebenen Abschnitt wieder schliesst, und dass schliesslich durch den aushärtenden Klebstoff eine starre Verbindung der Einzelelemente erzielt wird.
Durch die die Einzelelemente lose zusammenhaltenden Verbindungsteile bewirkte, zwangsläufige Schliessung der V-förmigen Spalte bei der Weiterbewegung der Platte auf den zweiten ebenen Abschnitt der Transportbahn kann überschüssiger Klebstoff austreten, der zu Beginn des zweiten 3benen Abschnittes von der Oberfläche der Platte leicht entfernt werden kann.
Weiters ist es vor-
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teilhaft, die verklebten Platten im zweiten ebenen Abschnitt der Transportbahn nach der Entfer- nung des überschüssigen Leims durch eine Einrichtung laufen zu lassen, die einen Pressdruck senkrecht zur Transportbahn ausübt, so dass gegebenenfalls entstandene geringfügige Höhenab- stufungen zwischen den Einzelelementen vor der Aushärtung des Klebstoffes ausgeglichen werden.
Die Aushärtung des Klebstoffes kann gegebenenfalls durch Zufuhr von Wärme oder Hochfrequenz- energie beschleunigt werden.
Werden Klebstoffe verwendet, deren Aushärtungen unter nicht allzu hohem seitlichem Press- druck erfolgt, beispielsweise Polyvinylacetatklebstoffe, so ist keine seitliche Pressung der Plat- te im zweiten ebenen Abschnitt erforderlich, da der seitliche Pressdruck durch die die Einzel- elemente zusammenhaltenden Verbindungsteile erzielt wird.
Wenn jedoch Klebstoffe verwendet werden, deren Aushärtung einen höheren Pressdruck erfor- derlich macht, beispielsweise Harnstoff-, Melamin- und Resorcinformaldehydklebstoffe, so ist er- findungsgemäss weiters vorgesehen, dass im zweiten ebenen Abschnitt auch parallel zur Transport- bahn beidseitig auf die Platte ein zusätzlicher Pressdruck ausgeübt wird.
Zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens ist bei einer Vorrichtung mit einer
Transportbahn, die einen ebenen Abschnitt, in dem die Einzelelemente lose miteinander verbun- den werden, und einen konvex geformten Abschnitt aufweist, in dem die V-förmigen Spalten ent- stehen, vorgesehen, dass oberhalb des konvex geformten Abschnittes eine Klebstoffauftragseinrich- tung vorgesehen ist, die für jeden V-förmigen Spalt zumindest eine Leimdüse aufweist, wobei der konvex geformte Abschnitt vorzugsweise in der Längsrichtung der Transportbahn eben ist, so dass die V-förmigen Spalten sich ebenfalls in Längsrichtung öffnen. Die Leimdüsen, die jeweils un- mittelbar oberhalb der Spalte münden, sind daher im wesentlichen im Kreisbogen angeordnet.
Der konvex geformte Abschnitt der Transportbahn ist jedoch vorzugsweise nicht kreisbogenförmig ge- krümmt, sondern entspricht im Schnitt einem Vieleckabschnitt, wobei jede Seitenlänge der Brei- te eines Einzelelementes entspricht, so dass die Einzelelemente eben auf dem konvex geformten
Abschnitt aufliegen.
Es wäre auch denkbar, diesen Abschnitt der Transportbahn in der Längsrichtung konvex zu formen und in der Querrichtung eben auszubilden, so dass die Einzelelemente senkrecht zum Transportband angeordnet werden können.
Zur Reinigung der Plattensichtfläche kann weiters vorgesehen sein, dass zu Beginn des zweiten ebenen Abschnittes zumindest eine Reinigungseinrichtung vorgesehen ist, die zumindest eine Rolle mit bahnförmigem, saugfähigem Material und zumindest ein an der zu reinigenden Oberfläche der Platte anliegendes Andrückelement aufweist, wobei die Materialbahn zwischen der Plattenoberfläche und dem Andrückelement hindurchgeführt ist, wobei vorzugsweise auch der Unterseite der Platte zumindest eine zweite, von einem Andrückelement geführte Materialbahn zugeordnet ist, da ein Austritt des Klebstoffes auch auf dieser Seite möglich ist.
In weiterer Folge ist es günstig, die mit Klebstoff versehene Platte durch eine Aushärtungseinrichtung laufen zu lassen, in der zu beiden Seiten der Platte flächige Hochfrequenzelektroden angesetzt werden, durch die gleichzeitig auch ein Pressdruck senkrecht zur Platte ausgeübt wird, um eine völlig plane Platte zu erzielen.
Zur Ausübung eines seitlichen Pressdruckes während der Aushärtung des Klebstoffes kann weiters vorgesehen sein, dass im zweiten ebenen Abschnitt beidseitig der Transportbahn an den Seitenflächen der Platte anliegende Presseinrichtungen vorgesehen sind, von denen jede ein in Bewegungsrichtung umlaufendes, aus Druckgliedern bestehendes Band aufweist.
Die so in einfacher und rationeller Weise hergestellten Platten können anschliessend oberflächenbehandelt und an den Stirnseiten mit Nut und Feder versehen werden. Sie sind insbesondere dafür gedacht, unmittelbar auf den Untergrund verlegt, bevorzugt verklebt zu werden, beispielsweise auf einen Betonestrich oder auf eine Wand. Selbstverständlich ist auch die Verlegung auf einer Lattung möglich. Vor allem als Parkettafel besitzt die erfindungsgemäss hergestellte Platte den Vorteil der geringen Dicke, so dass kein Niveauunterschied zu Teppichbelägen oder andern Bodenbelägen aus PVC usw. auftritt.
Nachstehend wird nun die Erfindung an Hand der Zeichnungen näher beschrieben, ohne darauf beschränkt zu sein. Die Fig. l zeigt schematisch eine erste Ausführung der Vorrichtung
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zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens, Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie Il-Il der Fig. 1, Fig. 3 eine Draufsicht auf den zweiten ebenen Abschnitt der Transportbahn einer weiteren Ausführung der Vorrichtung, und Fig. 4 einen Schnitt nach der Linie IV-IV der Fig. 2.
Leisten- oder stäbchenförmige Einzelelemente --5--, insbesondere Parkettbrettchen, werden auf einen ersten ebenen Abschnitt-l-einer Transportbahn etwa nach der in der AT-PS Nr. 264120 beschriebenen Weise aneinandergereiht und durch Zusammenhaltmaterialien-16-- auf der Unterseite lose und flexibel verbunden. Als Zusammenhaltmaterialien --16-- eignen sich beispielsweise Papier- oder Textilklebestreifen, Schmelzfäden, Schmelzfadennetze, Kunststoffvlies, Aluminiumfäden usw. Die dadurch entstehenden, lose verbundenen Platten --4-- werden auf einen vorzugsweise in Querrichtung konvex geformten Abschnitt --2--, der in Längsrichtung eben ist, entsprechend Pfeil A weiterbewegt.
Wie aus Fig. 2 ersichtlich, ist der konvexe Abschnitt --2-- im Querschnitt vieleckig ausgebildet, wobei die Seitenlänge jeweils der Breite eines Einzelelementes --5-- entspricht. Der Mittelteil des konvexen Abschnittes verläuft in der Höhe des vorangehenden ebenen Abschnittes-l-und des nachfolgenden zweiten ebenen Abschnittes-l-und des nachfolgenden zweiten ebenen Abschnittes -3-- der Transportbahn, während die Randbereiche im Übergang vom ebenen zum konvexen Abschnitt-l, 2 bzw. 2, 3-- nach unten verlaufen, so dass die in Fig. 2 gezeigte Querschnittsform des konvexen Abschnittes --2-- erreicht wird.
Zwischen den in Längsrichtung sich erstreckenden Einzelelementen --5-- bilden sich beim
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ordnet.
Bei der Weiterbewegung der Platte --4-- wird sie in den zweiten ebenen Abschnitt --3-- überführt, wobei die V-förmige, mit Klebstoff versehene Spalte --6-- zwangsläufig wieder geschlossen wird. Überschüssiger, dabei aus den Spalten --6-- austretender Klebstoff wird durch zwei
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--9--,Platte --4-- zugeordnet ist, aufgenommen. Jede Reinigungseinrichtung --9-- besteht aus einem An- drückelement --10-, beispielsweise einem Andrückblock oder einer Andrückrolle, sowie einer Rolle --11-- mit bahnförmigem, saugfähigem Material, beispielsweise Papier oder Vlies, wobei die Materialbahn --12-- von der Rolle --11-- abgewickelt, zwischen dem Andrückelement --10-- und der zu reinigenden Oberfläche der Platte --4-- hindurchgeführt und anschliessend entfernt wird.
Unmittelbar danach ist eine Aushärtungseinrichtung --13-- angeschlossen, die zwei umlaufende, die Platte --4-- übernehmende Förderbänder --15-- und zwei, je einer Plattenseite zuge-
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-14-- aufweist,gen --16-- vorgesehen, wie aus Fig. 3 und 4 ersichtlich. Die Presseinrichtungen -16-- bestehen aus um Ränder --19-- umlaufenden Bändern, beispielsweise Ketten-17-, die mit Druckglie- dern --18-- bestückt sind. Die Druckglieder-18-- werden von beiden Seiten mittels nicht gezeigter Andrückelemente an die Platte --4-- angepresst, wodurch der höhere Pressdruck erzielt wird.
Die auf der Transportbahn in Richtung des Pfeils A weitergeförderte, nunmehr völlig starre, einschichtige Platte --4-- kann nunmehr noch oberflächenbehandelt und mit stirnseitigen Federn und Nuten versehen werden. Es wäre ebenso denkbar, erfindungsgemäss hergestellte Platten nach demselben Verfahren weiter zu grösseren Platten zu vereinigen, beispielsweise um mosaikartig zusammengesetzte Parkettafeln herzustellen. Die erfindungsgemäss hergestell-
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ten Platten können ohne jede Unterkonstruktion direkt auf dem Untergrund verlegt werden, wo- bei deren geringe Dicke die einfache Herstellung mit geringem Klebstoffbedarf und die einfache
Verlegung wesentliche Vorteile bringen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von einschichtigen Belags- oder Bekleidungsplatten, die aus
Einzelelementen zusammengesetzt sind, insbesondere von einschichtigen Parkettafeln, wobei eine
Anzahl von Einzelelementen auf einem ebenen Abschnitt einer Transportbahn aneinandergereiht und durch auf ihre Verlegeseite aufgebrachte, flexible streifen- oder netzartige Verbindungsteile zu einer Platte lose verbunden werden, worauf die Platte über einen konvex geformten Abschnitt der
Transportbahn bewegt wird, wobei sich zwischen je zwei Einzelelementen ein V-förmiger Spalt öff- net, dadurch gekennzeichnet, dass in jeden V-förmigen Spalt (6) Klebstoff eingespritzt wird, und dass anschliessend die Platte (4) auf einen zweiten ebenen Abschnitt (3) der Transportbahn weiter- bewegt wird, wobei sich jeder V-förmige Spalt (6)
am Übergang zum zweiten ebenen Ab- schnitt (3) wieder schliesst, und dass schliesslich durch den aushärtenden Kunststoff eine star- re Verbindung der Einzelelemente (5) erzielt wird.