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Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum feuergesicherten Verschliessen einer Durchführung für eine Leitung, wie z. B. ein elektrisches Kabel, durch einen Gebäudeteil, welcher einen gegossenen Gebäudekörper aufweist, wobei ein elastisches, feuerbeständiges Schaummaterial in der Durchdringung angeordnet wird. Des weiteren bezieht sich die Erfindung auf eine vorteilhafte Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
Durchführungen, d. h. Öffnungen in Wänden oder Decken, ermöglichen den Durchgang von elektrischen Kabeln, Rohren, Ventilationsleitungen und andern Gebäudeelementen von einem Raum in den andern und bilden immer eine grosse Gefahrenquelle in Verbindung mit Feuer, weil derartige Durchgangsöffnungen offensichtlich Ausbreitungswege sowohl für Rauch als auch für Flammen darstellen. Es ist daher von entscheidender Bedeutung für den Feuerschutz, dass die Durchführungen auf eine Weise verschlossen bzw. abgedichtet werden, die in wirksamer Weise verhindert, dass sowohl Rauch als auch Flammen sich ausbreiten. Eine Durchführung wird gewöhnlich dadurch geschaffen, dass in einer Wand od. dgl. während des Giessens, Mauerns usw. eine Ausnehmung vorgesehen wird.
Anderseits kann eine Durchführung auch aus einer fertig gegossenen oder fertig aufgebauten Wand herausgearbeitet werden. In einem späteren Bauabschnitt werden die gewünschten Leitungen durch diese Durchgangsöffnungen hindurchgeführt und die Durchführung wird dann in feuerhemmender Weise bzw. feuergesichert abgedichtet oder verschlossen, d. h. der freie Raum zwischen den Leitungen und der Wand der Durchgangsöffnung wird mit einem feuersicheren Füllstoff gefüllt.
Es ist bekannt, einen Klemmrahmen in der Durchführung zu befestigen. Dieser Rahmen wird mit mehreren parallelepipedischen Blöcken gefüllt. Mindestens einige dieser Blöcke sind geteilt und haben halbkreisförmige Hohlräume, die zur Schaffung einer Leitung aufeinander zu gerichtet sind. Der zylindrische Raum zwischen diesen Blockhälften wird mit einem zylindrischen Abdichtteil gefüllt, welcher auch entfernt werden kann, um für eine Leitung Raum zu schaffen. Durch das Einklemmen begünstigt der Rahmen den gewünschten Dichteingriff zwischen den Blöcken und den Leitungen. Der Nachteil bei einem solchen Klemmrahmen besteht jedoch darin, dass die vorgesehenen Blöcke nur eine Abdichtung für gewisse Kabel- oder Leitungsmasse und für eine gewisse Anzahl von Kabeln ermöglichen.
Dies wieder hat dazu geführt, dass beim späteren Legen von Ergänzungskabeln durch einen solchen Rahmen ein vollständiger Block entfernt wird, so dass die Abdichtung zwischen dem Kabel und den benachbarten Blöcken nicht mehr wirksam ist. Ferner ist in Verbindung mit der Handhabung dieser Blöcke oft beobachtet worden, dass sie verlorengingen und nicht ersetzt worden sind, so dass die feuergesicherte Durchführung eine durchgehende Öffnung aufwies, wodurch der Feuerschutz oder die feuerhemmende Funktion der Vorrichtung zunichte ging.
Es ist auch bekannt, Isolierscheiben aus Kautschuk zu verwenden, um Kabeldurchgänge abzudichten (s. GB-PS Nr. 953, 869), wobei ein rohrförmiger Kautschukstopfen in die Durchdringung eingepresst wird und eine Gruppe von Kabeln dann durch das Loch in dem Stopfen hindurchgezwängt wird. Eine solche Technik ist insbesondere für den Zweck einer Feuerschutzabdichtung nicht von Nutzen, weil die Kabel gewöhnlich ein langes Stück weit durch den Stopfen hindurchgezogen werden müssen ; ausserdem muss eine neue Durchführung angebracht und ein neuer Stopfen vorgesehen werden, wenn eine weitere Kabelgruppe durch die Wand hindurchzuziehen ist.
Man hat daher eine Formungstechnik in situ entwickelt, wonach die Kabel oder Leitungen in der Durchführung angeordnet werden und ein zeitweiliges Abdichten der Durchführung durch Verschalen erfolgt, wonach ein feuerbeständiger Silikonkautschuk in der Durchführung an Ort und Stelle ausgeschäumt wird. Diese Technik wurde von der Patentinhaberin entwickelt und hat die Bezeichnung "Feuerschutzsystem FC-225" erhalten, wobei ein bei Raumtemperatur vernetzender Silikonkautschuk verwendet wird, der im Handel zur Verfügung steht. Falls es jedoch später erwünscht
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der Durchführung unter Verwendung der FC-225-Technik. Dies ist insbesondere dann schwierig, wenn die Wand aus Beton besteht ; dieses Verfahren ist auch teuer, nicht zuletzt im Hinblick auf Wandverkleidungen, wie z. B. Verputz und Tapete, die oft beschädigt werden und ersetzt werden müssen.
Anderseits kann in einer bereits bestehenden Durchführung ein Loch in die Feuerschutz-
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abdichtung gebohrt werden, wobei der Ringspalt zwischen dem Loch und dem Kabel nach dem Durch- legen des Kabels abgedichtet wird.
Aufgabe der Erfindung ist daher die Schaffung einer neuen Technik für das Verschliessen von Durchführungen mit feuerschützendem Material, wobei die vorstehend erwähnten Nachteile be- rücksichtigt, verringert oder gänzlich vermieden werden.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss mit einem Verfahren zum feuersicheren Verschliessen einer
Durchführung für eine elektrische Leitung in einem Gebäudeteil mit einem gegossenen Gebäude- körper gelöst, wobei ein elastisches, feuerbeständiges Schaummaterial in der Durchführung ange- ordnet wird, welches Verfahren dadurch gekennzeichnet ist, dass beim Giessen des Gebäudekörpers ein vorgefertigter Einsatzteil in den Gebäudekörper in situ miteingegossen wird, wobei der Einsatz- teil eine rohrförmige Ummantelung aufweist, die mit dem elastischen, feuerbeständigen Schaum- material gefüllt ist und dieses quer zur Axialrichtung der Ummantelung zusammengedrückt hält, und dass beim Eingiessen des Einsatzteils die Ummantelung so angeordnet wird, dass ihre Längs- achse etwa senkrecht zu den gegenüberliegenden Durchdringungsoberflächen des Gebäudekörpers verläuft,
dass ein rohrförmiger Dorn durch den Einsatzteil aus elastischem, feuerbeständigem
Schaummaterial geführt wird, und dass die elektrische Leitung durch den Hohlraum dieses Dorns hindurchgeführt und der Dorn herausgezogen wird, wonach das Schaummaterial elastisch in Dicht- eingriff gegen die elektrische Leitung zurückkehrt und an dieser anliegt.
Bei Ausführung des erfindungsgemässen Verfahrens kann die elektrische Leitung durch das Schaummaterial in dem eingegossenen Einsatzteil z. B. dadurch hindurchgeführt werden, dass ein im wesentlichen rohrförmiger Spann- bzw. Ziehdorn durch den Einsatzteil getrieben wird, wobei sein Eintreibende mit einer konischen Eintreibspitze versehen ist, wonach der mittige Hohlraum des Dorns durch Entfernen der Eintreibspitze freigelegt wird, worauf die Leitung durch den Dorn gedreht und schliesslich der Dorn aus dem Einsatzteil zurückgezogen wird, so dass das Schaummaterial elastisch bzw. federnd in abdichtenden Eingriff gegen die Leitung kommt. Sodann wird die rohrförmige Wand des Dorns geöffnet, um das Werkzeug quer zu der Leitung zu entfernen. Ein Werkzeug zum Hindurchführen der Leitung durch den Einsatzteil weist somit z.
B. einen im wesentlichen rohrförmigen, axial geschlitzten Dorn mit einer konischen Treiberspitze auf, die am Treiberende der Einrichtung lösbar angebracht ist.
Bei dem erfindungsgemässen Verfahren ist es somit möglich, Einsatzteile zu verwenden, die in der Fabrik unter solchen Voraussetzungen hergestellt werden können, bei denen die Schäumungsbedingungen leicht und gut gesteuert werden können. Die Einsatzteile können in Längen hergestellt werden, welche der Dicke der Gebäudekörper, in die sie eingegossen werden sollen, entsprechen, d. h. Blöcke aus belüftetem Beton, wie z. B. Glasbeton-Blöcke, oder Wandbausteine oder sogenannte Bodenplanken, die aus Beton oder belüftetem Beton hergestellt sind. Die Einsatzteile können anderseits aber auch in fortlaufenden Längen hergestellt und zugeführt werden, so dass eine solche Länge an Ort und Stelle auf die richtige Länge gesägt werden kann, um den Einsatzteil in einer Wand oder in einem Boden, wo Ortbeton gegossen wird, anzuordnen.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens weist einen vorgefertigten Einsatzteil mit einer rohrförmigen Ummantelung auf, die mit einem elastischen, feuerbeständigen Schaummaterial gefüllt ist und das Schaummaterial quer zur Längsrichtung der Ummantelung zusammengedrückt hält, wobei der Einsatzteil beim Giessen des Gebäudekörpers mit diesem gemeinsam anordenbar ist, sowie einen rohrförmigen Dorn, der durch den Einsatzteil aus elastischem, feuerbeständigem Schaummaterial hindurchführt, wobei ausserdem die elektrische Leitung durch den Hohlraum dieses Dorns hindurchführbar und der Dorn selbst aus dem Schaummaterial herausziehbar ist, derart, dass das Schaummaterial elastisch in Dichteingriff gegen die elektrische Leitung zurückkehrt und an dieser anliegt.
Die Ummantelung des Einsatzteils kann zweckmässig für eine formschlüssige Halterung beim Miteingiessen in den Gebäudekörper ausgebildet werden und die Wand der Ummantelung kann vorteilhaft in Längsrichtung der Ummantelung geriffelt oder gerippt sein. Die Ummantelung kann insbesondere aus einem Material mit einer niedrigen Wärmeleitfähigkeit, wie z. B.
Kunststoff, bestehen.
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1Spitze --2-- vom Ende des Doms-l-mit Hilfe der Leitung --9-- herausgestossen wird, Die Lei- tung --9-- kann danach in gewünschter Länge hindurchgeführt werden, wobei die radialen Flansch- elemente --6-- verhindern, dass der Dorn-l-durch das Schaummaterial --8-- durch Reibung ge- gen die Leitung --9-- hindurchgezogen wird,
Der Dorn-l-wird dann zurückgezogen, wie in Fig. 7 gezeigt ist, wobei das Schaum- material --8-- elastisch bzw.
federnd in Dichteingriff gegen die Leitung --9-- zurückkehrt. Wenn der Dorn-l-vollständig aus dem Schaummaterial --8-- entfernt ist, kann der Axial- schlitz --3-- des Dorns von Hand geweitet werden, so dass der Dorn quer zur Leitung von dieser gelöst werden kann, wie in Fig. 8 gezeigt ist. Der Dorn-l-weist vorzugsweise gegenüber dem
Schlitz --3-- ein Gelenk --4-- auf, um sein Öffnen zu erleichtern. Mit dem Begriff "Leitung" soll hier ein elektrisches Kabel, ein Rohr, eine Ventilationsführung od. dgl. bezeichnet werden. Der Ausdruck "Leitung" kann natürlich auch eine Gruppe dieser Teile, z. B. eine Gruppe elektrischer
Kabel, umfassen.
Das Werkzeug ist zweckmässigerweise aus einem elektrisch isolierenden Material hergestellt, wie z. B. Kunststoff, und hat vorzugsweise eine niedrige Reibung gegen das Silikonschaummaterial --8--, wobei Polytetrafluoräthylen als ein zweckmässiges Material für den Dorn-l-des Werkzeuges angesehen wird. Der erfindungsgemässe feuergesicherte Einsatz- oder Verschlussteil kann im wesentlichen jede gewünschte Querschnittsform haben. Der Querschnitt des Teils ist vorzugsweise kreisförmig, aber auch quadratische, rechteckige oder ovale Formen sind günstig.
Dadurch, dass man das Schaummaterial in der Ummantelung komprimiert hält, hat man zwei Vorteile gewonnen, nämlich der eine, dass sich das Schaummaterial ausdehnt und die Durchführung ausfüllt, falls die Ummantelung durch Feuer zerstört oder der Durchführungsquerschnitt z. B. durch Wärmeausdehnung vergrössert werden sollte, und zweitens, dass das Schaummaterial einen guten Griff oder ein gutes Klemmen gegen die Leitungen bietet, wodurch ein leichtes Herausziehen der Leitungen aus der Durchführung verhindert wird.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum feuergesicherten Verschliessen einer Durchführung für eine elektrische Leitung in einem Gebäudeteil mit einem gegossenen Gebäudekörper, wobei ein elastisches, feuerbeständiges Schaummaterial in der Durchführung angeordnet wird, dadurch gekennzeichnet, dass beim Giessen des Gebäudekörpers (7) ein vorgefertigter Einsatzteil (8,28) in den Gebäudekörper (7) in situ miteingegossen wird, wobei der Einsatzteil (8,28) eine rohrförmige Ummantelung (28) aufweist, die mit dem elastischen, feuerbeständigen Schaummaterial (8) gefüllt ist und dieses quer zur Axialrichtung der Ummantelung zusammengedrückt hält, und dass beim Eingiessen des Einsatzteils (8, 28) die Ummantelung so angeordnet wird, dass ihre Längsachse etwa senkrecht zu den gegenüberliegenden Durchdringungsoberflächen des Gebäudekörpers (7) verläuft,
dass ein rohrförmiger Dorn (1) durch den Einsatzteil (8,28) aus elastischem, feuerbeständigem Schaummaterial geführt wird, und dass die elektrische Leitung (9) durch den Hohlraum dieses Dorns (1)
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