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Die Erfindung bezieht sich auf eine Ablesevorrichtung für ein medizinisches Untersuchunggerät, das mit mindestens einem stabförmigen Gefäss für eine aus voneinander getrennt gehaltenen Flüssigkeitssäulen bestehende Probe und mit einer Ableseskala zur Ablesung der Probenanteile ausgerüstet ist.
Eine aus der US-PS Nr. 3, 168, 473 bekanntgewordene Ausführung bezieht sich auf ein als Zentrifuge wirkendes Untersuchungsgerät, in deren Rotor Probenröhrchen radial ausgerichtet eingesetzt werden können. Diese Röhrchen werden aber nach dem Füllen an beiden Enden mittels eines Pfropfens verschlossen und die am Rotor angebrachte spiralförmig gekennzeichnete Skala ist verdrehbar. Beim Verschliessen der Proberöhrchen kann leicht Luft mit eingeschlossen werden, was das Ergebnis beeinflusst und was natürlich auch ein exaktes Einstellen der Skala erforderlich macht.
Das Abdichten der Röhrchen erfordert ebenso wie das Skaleneinstellen einen entsprechenden Zeitaufwand, wobei sich überdies Fehler einschleichen können.
Es ist die Aufgabe der Erfindung, die Ablesung des Messwertes ohne umständliche Einstellungen und fehlerfrei zu ermöglichen. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass das Gefäss an beiden Enden offen ist und mit der Probe ganz aufgefüllt in stets konstanter Aufnahmestellung mit beiden Enden in einer Aufnahme des Gerätes gehalten wird, und dass entlang der Gefäss-Aufnahme im Gerät eine dem Proben-Ganzen entsprechende Ableseskala angeordnet ist, deren Anfangs- bzw. Endwert dem Aufnahme-Anfang bzw. -Ende zugeordnet ist. Auf diese Weise werden Fehler vermieden und es wird der zu ermittelnde Messwert direkt aus oder neben dem Gefäss abgelesen und die Messauswertung dadurch wesentlich vereinfacht sowie beschleunigt.
Bei der bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist im Deckel des Gerätes ein optisches Vergrösserungsmittel vorgesehen, mit dessen Hilfe die z. B. am Rotor angebrachte Ableseskala und die Marke im Gefäss zugleich beobachtbar sind. Damit wird die Genauigkeit der Messwertablesung wesentlich gesteigert.
Man verwendet zur Vorbereitung von Messflüssigkeiten für medizinische Untersuchungszwecke häufig eine Zentrifuge, in deren Rotor mehrere mit Proben gefüllte Kapillaren zum Zentrifugiervorgang eingespannt und durch einen gemeinsamen schwenkbaren Deckel abschliessbar sind. Bei dieser Geräteart ist es nach einem andern Erfindungsmerkmal vorteilhaft, das optische Vergrösserungsmittel als Lupe auszubilden, die im Deckel angeordnet und mit demselben in eine definierte Ablesestellung bringbar ist. Die definierte Ablesestellung wird dabei in zweckdienlicher Weise durch einen als Anschlag dienenden seitlichen Arm des Deckels bestimmt, der mit einem Gegenanschlag am Gerätegehäuse zusammenarbeitet.
Die Lupe kann dabei als ein getrenntes Element im Deckel befestigt sein. Man kann aber den Deckel auch aus durchsichtigem Material herstellen und einen bestimmten Materialbereich desselben zu einer Lupe ausarbeiten.
In der nachstehenden Beschreibung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung an Hand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen die Fig. 1 und 2 die Vorrichtung in Ablesestellung an einer in Ansicht und Draufsicht dargestellten Zentrifuge, die Fig. 3 und 4 eine andere Stellung der Aufbauelemente nach den Fig. 1 und 2, Fig. 5 eine in vergrössertem Massstab dargestellte Ableseskala, und Fig. 6 eine abweichend gestaltete Einzelheit nach Fig. 1.
Die Zentrifuge besitzt ein mehrteiliges Gehäuse --10--, in dem ein elektrischer Antriebsmotor für einen tellerförmigen Rotor --12-- untergebracht ist. In diesem Rotor können vier gleiche Kapillaren -14-- von definiertem Inhalt und definierter Länge in radialer Richtung eingelegt und mit Hilfe eines Spannknopfes --16-- festgespannt werden. Die Einzelheiten einer solchen Einspannvorrichtung können beispielsweise gemäss der Bauart nach der DE-OS 2553044 ausgeführt sein und sollen hier daher nicht weiter erläutert werden.
Der Rotor -12-- mit eingespannten Kapillaren --14-- wird vor Beginn des Zentrifugiervorganges durch einen Deckel --18-- abgeschlossen, der mit seinen Zapfen --18a-- in zwei vorspringenden Lageraugen-lOf-- des Gehäuses-10-- schwenkbar gelagert ist. In der Schliessstellung rastet der Deckel --18-- mit seiner Raste --18r-- an einem Rastvor- sprung-lOr-- des Gehäuses-10-- ein. Der Deckel ist aus durchsichtigem Material hergestellt und ein bestimmter Materialbereich desselben zu einer Vergrösserungslupe --18p-- ausgearbeitet. An einer Seitenwandung des Deckels -16-- sind zwei nach unten ragende,
in Richtung zum
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Zapfen -18a-- elastische Vorsprünge --18b und 18c-- vorgesehen. Der Vorsprung --18b-- arbeitet mit einem Gegenanschlag-10g-des Gehäuses-10-zusammen und bestimmt die Ablesestellung des Deckels --18-- (Fig. 1 und 2). Der andere Vorsprung --18c-- dient als eine federnde Endraste für die Offenstellung des Deckels-18- (Fig. 3 und 4) beim Einlegen und Festspannen der Kapillaren.
Seitlich neben jeder Kapillare --14-- ist im Rotor-12-eine Skala --12s-- angebracht, z.B. im Material eingeprägt und gut sichtbar farbig ausgelegt. Dabei sind den Skalenstrichen in Prozenten ausgedrückte Messwertzahlen zugeordnet.
Die durchsichtigen Kapillaren --14- werden für eine bestimmte medizinische Untersuchung beispielsweise mit Blut des untersuchten Patienten gefüllt, in die Zentrifuge eingespannt und einem Zentrifugiervorgang unterzogen. Es entstehen hernach in jeder Kapillare zwei Bestandsteilsäulen, nämlich eine aussen liegende Säule-14a-- mit Blutkuchen und eine innen liegende Säule --14b-- mit Blutplasma. Die beiden Säulen sind durch eine klar ersichtliche Stoss stelle --14t-- voneinander getrennt. Da jede Kapillare --14-- voll gefüllt wird, kann ihr Gesamtvolumen als 100%-Wert für ihre ganze Länge angesetzt werden, wobei weitere Werte in gleichen Teilungsabständen innerhalb dieses Bereiches entlang der Kapillare --14-- im Rotor --12-- angebracht sind.
Es lässt sich daher-sobald man den Deckel --18-- in die Ablesestellung nach den Fig. 1 und 2 bringt-unmittelbar der Anteilswert der beiden Säulen am Gesamtvolumen der Kapillare ablesen.
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des Gesamtvolumens, also des 100%igen Basiswertes, ablesbar.
Beim Handverdrehen des Rotors --12-- können nacheinander alle Kapillaren in die Ablesestellung unter die Lupe --18p-- gebracht, ihre Werte abgelesen sowie notiert werden.
An Stelle der aus dem Material des Deckels geformten Lupe --18p-- kann im Deckel --18-auch eine besondere Lupe --180-- aus optischem Glas eingesetzt werden, falls besonders starke optische Vergrösserung gewünscht wird.
Es sei noch erwähnt, dass die erfindungsgemässe Art der Ablesung in Prozentwerten auch bei andern medizinischen Untersuchungsgeräten anwendbar ist, bei denen die Grössen von Bestandsteilsäulen in einem Gefäss gemessen und abgelesen werden sollen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Ablesevorrichtung für ein medizinisches Untersuchungsgerät, das mit mindestens einem stabförmigen Gefäss für eine aus voneinander getrennt gehaltenen Flüssigkeitssäulen bestehende Probe und mit einer Ableseskala zur Ablesung der Probenanteile ausgerüstet ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Gefäss (14) an beiden Enden offen ist und mit der Probe ganz aufgefüllt in stets konstanter Aufnahmestellung mit beiden Enden in einer Aufnahme (12a) des Gerätes (10) gehalten wird, und dass entlang der Gefäss-Aufnahme (12a) im Gerät (10) eine dem Proben-Ganzen (100%) entsprechende Ableseskala (12s.) angeordnet ist, deren Anfangs- bzw. Endwert dem Aufnahme-Anfang bzw. -Ende zugeordnet ist.
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