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Die Erfindung betrifft ein Impulssstrom-Therapie-Gerät mit einem Magnetbandgerät, auf dessen Magnetband die gewünschten Impulsfolgen aufgezeichnet sind und zwischen dessen Wiedergabeausgang und dem den Strom an den Patienten abgegebenen Elektrodenpaar ein Verstärker eingeschaltet ist.
Ein derartiges Gerät ist bekannt (DE-OS 2133999). Bei diesem bekannten Gerät sind Impulse und Stromformen auf einem Magnetband gespeichert, die bei der Wiedergabe abgenommen und über einen Transformator in einen Verstärker eingespeist werden. Als Verstärker dient ein Triodensystem, in dessen Anodenkreis das Elektrodenpaar geschaltet ist, so dass der Anodenstrom über den Patienten fliesst, an den das Elektrodenpaar angelegt ist. Dabei können jedoch nur pulsierende Ströme in stets der gleichen Richtung durch den Patienten fliessen, weil die Stromflussrichtung durch die Triode fest vorgegeben ist und eine Stromrichtungsumkehr nicht möglich ist. Dadurch ist die Zahl der möglichen Behandlungsformen beschränkt. Zwar ist bei diesem bekannten Gerät noch ein zweites Tonbandgerät vorgesehen, doch hat dieses nur Steuerungsfunktionen.
Es übt keinen Einfluss auf die Stromform des dem Patienten zugeführten Stromes aus.
Es ist ferner eine Vielzahl von elektrotherapeutischen Geräten bekannt, die die unterschiedlichsten Impulsgeneratoren mit nachgeschalteten Verstärkern und gegebenenfalls Stromformern oder Intervallschaltern verwenden, wobei teils die Generatoren beeinflusst und teils eine Vielzahl parallelgeschalteter Generatoren eingesetzt wird (AT-PS Nr. 306916, DE-OS 2416401, DE-OS 2461516). Allen diesen Geräten ist jedoch gemeinsam, dass sie durch Fachleute bedient werden müssen, die die verschiedenen zur Behandlung erforderlichen Impulsfolgen einstellen. Keines der Geräte eignet sich für die Benutzung durch Laien.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Impulsstrom-Therapie-Gerät der eingangs genannten Art so weiterzubilden, dass es eine Vielzahl von Impulsstromformen mit beliebigem Verlauf und wahlweiser Einwirkung auf den Patienten zu erzeugen gestattet.
Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäss dadurch, dass das Magnetbandgerät für das Einlegen und Abspielen von zwei Magnetbändern über zwei Wiedergabekanäle mit jeweils eigenem Verstärker und eigenem Elektrodenpaar ausgebildet ist, dass ein Umschalter zur wahlweisen Umschaltung der Kanäle auf das eine oder andere Elektrodenpaar und/oder zur Interferenzstrombildung aus den Strömen der beiden Kanäle ausgebildet ist.
Durch Verwendung von zwei Kanälen lässt sich nicht nur eine wesentlich erhöhte Vielfalt von unterschiedlichen Impuls- und Stromformen erzeugen, es lassen sich auch diese Impuls- und Stromformen wahlweise über die verschiedenen Kanäle dem Patienten unterschiedlich zuführen. Dabei kann die Einwirkung der Ströme aus den beiden Wiedergabekanälen abwechselnd oder gleichzeitig erfolgen. Werden dabei Bänder eingesetzt, auf denen Impulse aufgezeichnet sind, deren Frequenzen bestimmte harmonische Verhältnisse einhalten, lassen sich besondere therapeutische Effekte erzielen. Auch lassen sich die Ströme beider Kanäle auf ein Elektrodenpaar aufschalten, wodurch ein Interferenzstrom gebildet wird. Die vorstehend erwähnten Möglichkeiten lassen sich noch dadurch weiter verbessern, dass die Grundfrequenzen vom Herz-oder Atmungsrhythmus abgeleitet sind.
Das Gerät ermöglicht somit eine Vielzahl von Behandlungsvariationen, die durch unterschiedliche Anbringung der Elektrodenpaare am Patienten noch weiter ausgestaltet werden können. Auch ist es möglich, die zwei verschiedenen Stromformen der beiden Kanäle abwechselnd zur Einwirkung kommen zu lassen. Dabei können die verschiedenen Stromformen der beiden Kanäle abwechselnd demselben Elektrodenpaar zugeführt werden. Es können beispielsweise in dem einen Kanal pulsierende Gleichströme und im andern Kanal Wechselströme dem Patienten zugeführt werden.
Dabei genügt zum Umschalten der Kanäle ebenso wie zum Mischen der Ausgangssignale der Kanäle ein einziger Schalter.
Bevorzugt sind die beiden Kanäle hinsichtlich Verstärkung und Abschwächung der Signale getrennt regelbar, um eine Anpassung an die jeweiligen Bedürfnisse der Behandlung vornehmen zu können.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist in mindestens einem der Kanäle ein den Signalfluss bei Öffnung unterbrechender Schalter vorgesehen und es ist dieser Schalter mit einem selbsttätig sein periodisches Betätigen bewirkenden Antrieb versehen. Beispielsweise ist dieser Schalter wie ein an sich bekannter Blinkschalter ausgeführt. Dadurch lässt sich eine periodische Unterbrechung und Einschaltung der dem Patienten zugeführten Signale bewirken, was häufig zu besonderen therapeutischen Effekten ausgenutzt werden kann.
Bevorzugt sind die Magnetbänder in Magnetbandkassetten untergebracht, die mit unterschiedlich angeordneten mechanischen Vorsprüngen oder Vertiefungen versehen sind, denen kongruente Vertiefungen
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und Vorsprünge in der mechanischen Aufnahmevorrichtung des Gerätes zugeordnet sind. Dadurch lässt sich garantieren, dass die verschiedenen Kassetten mit den unterschiedlichen auf ihnen aufgezeichneten Signalen nicht verwechselt und falsch eingelegt werden können. Vielmehr ist durch die mechanischen Vorsprünge und Vertiefungen sichergestellt, dass jeweils die richtige Kassette in die richtige Aufnahme des Gerätes eingelegt wird.
In den Zeichnungen sind Schaltbilder und Ansichten sowie Schwingungsformen eines ImpulsstromTherapie-Gerätes dargestellt, das nachfolgend beschrieben wird. Es zeigen in vereinfachter, schematisierter Darstellung. Fig. 1 ein Blockschaltbild eines Stromtherapiegerätes, Fig. 2 das Schaltschema eines einzelnen Kanales, Fig. 3 eine Fremdansicht eines Gerätes mit dem Blockschaltbild gemäss Fig. l, und Fig. 4 die Darstellung einiger für die elektrotherapeutische Behandlung geeigneter Schwingungsformen und Kombinationen.
Das in Fig. 3 als Ausführungsbeispiel dargestellte elektromedizinische Behandlungsgerät und dessen Blockschaltbild nach Fig. l ist für zwei Tonbandkassetten konzipiert. Mit diesem Gerät können die unterschiedlichsten Kombinationen erreicht werden, weshalb es sich insbesondere auch für die ärztliche Praxis eignet.
Gemäss dem Blockschaltbild nach Fig. l umfasst das Gerät zwei voneinander unabhängige, an sich bekannte Kassettenwiedergabesysteme mit einem Wiedergabekopf --1--, einem Vorverstärker --2-- und einem Endverstärker Zwischen dem Wiedergabeteil-l, 2 und 3-- und dem nachfolgenden stromformenden Teil ist der Übertrager --4-- geschaltet, der die für den vorgesehenen Anwendungszweck zu niedrige Ausgangsspannung, von z. B. 4 bis 12 V, in eine Spannung von z. B. 200 V transformiert. Um kapazitative Kopplungen zu verhindern, können wie in Fig. 1 und 2 angedeutet, Primär- und Sekundärwicklung durch eine geerdete metallische Zwischenlage voneinander getrennt werden.
Der stromformende Teil des Gerätes wird im wesentlichen, wie aus Fig. l und 2 ersichtlich, beispielsweise aus einem Brückengleichrichter dem vierpoligen Umschalter --6-- und einem Stromregler --7-- gebildet. Der durch Umformung gewonnene Behandlungsstrom wird über einen in den
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stattdessen oder zusätzlich eine Schwellstromvorrichtung zum periodischen Anheben und Absenken des Stromes zwischengeschaltet werden.
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verschiedene Behandlungen an einem Patienten vorgenommen werden können. Wird der Schalter --11-nach rechts umgelegt (in Fig. 3 nach unten), so sind beide Behandlungsströme miteinander gekoppelt zum Interferenzstrom.
Eine weitere Behandlungsstromform ergibt sich, wenn der Schalter --11-- nach links (in Fig. 3 nach oben) umgelegt wird und das Blinkrelais --10-- eingeschaltet ist. Die Einschaltung des Blinkrelais --10-kann zwangsläufig erfolgen, wenn an Stelle des zweipoligen Schalters --11-- ein dreipoliger verwendet wird. Die Relais-Umschaltkontakte --10'-- schalten nun beide Behandlungsströme periodisch abwechselnd ein, die an den Klemmen --12-- abgenommen werden können. Als Beispiel dienen dazu Fig. 4, Reihe Z, wo in Kolonne a ein Wechselstrom des einen Kanals sich mit dem Einwellenstrom in Kolonne d periodisch abwechseln. So entsteht die im Mittelfeld gezeichnete Stromform.
Das in Fig. 2 dargestellte Schaltschema ist der stromformende Teil eines Einkassettengerätes. Bis auf einige zusätzliche Details stimmt es mit dem Blockschaltbild und Fig. l überein. Der Übertrager-4-ist, z. B. sekundärseitig, mit Anzapfungen versehen, womit beim Umschalten auf eine andere Stromart die jeweils notwendige Spannungsanpassung automatisch erfolgt, so dass die sonst unvermeidlichen Spannungsund Stromsprünge ausbleiben. In Fig. 4 sind vier verschiedene Stromformen dargestellt, die sich mit dem Umschalter --6--, Stufe --a, b, c, d-ergeben. Reihe X zeigt die Stromformen ohne und Reihe Y mit eingeschaltetem Blinkrelais --10--. Um eine gleichbleibende Ausgangsspannung zu erhalten, muss selbstverständlich die Eingangsspannung bei allen Stufen verschieden sein.
Eine Spannungsanpassung kann auch auf andere Weise erfolgen, z. B. mittels einer dem Übertrager --4-- parallelgeschalteten Widerstandskette.
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Das Schaltschema gemäss Fig. 2 zeigt, wie mit dem vierpoligen Umschalter --6-- und nur einem Brückengleichrichter --5-- alle vier Stromformen auf einfachste Weise erzeugt werden können. In Stellung a wird die auf der Kassette gespeicherte Wechselstromform wiedergegeben, kann jedoch in ihrer Amplitude mit dem Regler-7-- variiert werden. In Stellung b ist nur die Diode --16-- des Brückengleichrichters eingeschaltet, womit sich der Einwellenstrom ergibt. In Stellung c ist der Brückengleichrichter voll eingeschaltet für den Vollwellenstrom und in Stellung d durch Zuschaltung des Kondensators - für den geglätteten Gleichstrom.
Die Widerstände --17-- sind als Schutz und Strombegrenzer gedacht, die dafür sorgen, dass der Behandlungsstrom auf ein ungefährliches Mass begrenzt wird und dass beim Umschalten auf andere Stromarten kein Kurzschluss entstehen kann ; das Gerät ist daher kurzschlusssicher. Für die Regulierung des Behandlungsstromes ist beispielsweise ein Tandempotentiometer --7-vorgesehen, das in der gezeichneten Anordnung eine gleichmässige Regelung gewährleistet. Der Schutzwiderstand --17-- begrenzt den Eigenverbrauch des Reglers.
Bekanntlich gibt es bei Weehselstrommessungen mittels eines Gleichstrominstruments mit vorgeschaltetem Gleichrichter eine nicht unerhebliche Differenz in der Anzeige. Zum Ausgleich sind in Fig. 2 zwei Einstellpotentiometer --P1 und P2-- vorgesehen. Mit --P1-- wird das Instrument fest auf Wechselstrom geeicht und mit --P2-- die Zeigerausschlagdifferenz bei Gleichstrom ausgeglichen.
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2,grosser Entfernung oder Überlastung der Arztpraxis.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Impulsstrom-Therapie-Gerät mit einem Magnetbandgerät, auf dessen Magnetband die gewünschten Impulsfolgen aufgezeichnet sind und zwischen dessen Wiedergabeausgang und dem den Strom an den Patienten abgebenden Elektrodenpaar ein Verstärker eingeschaltet ist, d. a dur c h gekenn- zeichnet, dass das Magnetbandgerät für das Einlegen und Abspielen von zwei Magnetbändern über zwei Wiedergabekanäle mit jeweils eigenem Verstärker und eigenem Elektrodenpaar ausgebildet ist, und dass ein Umschalter (11) zur wahlweisen Umschaltung der Kanäle auf das eine oder andere Elektrodenpaar (12) (13) und/oder zur Interferenzstrombildung aus den Strömen der beiden Kanäle ausgebildet ist.
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