AT344765B - Verfahren zur gezielten herstellung von gusseisen mit kugelgrafit, insbesondere fuer dickwandige gussstuecke - Google Patents

Verfahren zur gezielten herstellung von gusseisen mit kugelgrafit, insbesondere fuer dickwandige gussstuecke

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AT344765B
AT344765B AT611975A AT611975A AT344765B AT 344765 B AT344765 B AT 344765B AT 611975 A AT611975 A AT 611975A AT 611975 A AT611975 A AT 611975A AT 344765 B AT344765 B AT 344765B
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graphite
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thick
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spherical graphite
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AT611975A
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Peter Dipl Ing Dr Mont Strizik
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Waagner Biro Ag
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C21METALLURGY OF IRON
    • C21CPROCESSING OF PIG-IRON, e.g. REFINING, MANUFACTURE OF WROUGHT-IRON OR STEEL; TREATMENT IN MOLTEN STATE OF FERROUS ALLOYS
    • C21C1/00Refining of pig-iron; Cast iron
    • C21C1/10Making spheroidal graphite cast-iron

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Metallurgy (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Refinement Of Pig-Iron, Manufacture Of Cast Iron, And Steel Manufacture Other Than In Revolving Furnaces (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



   Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur gezielten Herstellung von Gusseisen mit Kugelgraphit, frei von Graphitentartungen, insbesondere für dickwandige Gussstücke mit einer Wandstärke von mindestens 50 mm, vorzugsweise für die Herstellung von Motorenguss. Insbesondere bei Motorenguss, wie   z. B.   



  Zylinderblöcken   und-köpfen,   ist es wesentlich, dass diese Gussstücke homogen sind und in allen Gussstückbereichen einwandfrei ausgebildete Graphitkugeln aufweisen, also frei von jeder Art von Graphitentartungen sind. 



   Es ist bekannt, dass bei Gusseisen mit Kugelgraphit schon oft bei Wandstärken ab 50 mm Graphitentartungen, wie   z. B.   explodierter Graphit, Quasi-Flake Graphit, lamellenähnlicher Graphit, Chunky Graphit und unregelmässig ausgebildete Graphitkugeln auftreten. Diese Graphitentartungen bewirken einen starken Abfall der mechanischen Eigenschaften. Besonders die Motorenhersteller benötigen Gussstücke, wie   z. B.     Zylinderblöcke   oder Zylinderköpfe, mit guten Festigkeitseigenschaften und hoher Dehnung, wobei Gusseisen mit Kugelgraphit Verwendung findet. Diese Eigenschaften hängen jedoch weitgehend mit der Graphitausbildung zusammen. 



   Aus der Fachliteratur ist bekannt, dass mit zunehmender Wandstärke die Zahl der Graphitkugeln abnimmt und ihre Grösse zunimmt. Unregelmässige Graphitkugeln treten bei ungenügender Impfung, insbesondere Formimpfung, auf. Im Bereich der zuletzt erstarrten Restschmelze kommt es zur Ausbildung eines lamellenähnlichen Graphits, wobei ein hoher Gehalt an Spurenelementen im Einsatzmaterial diese Ausbildung begünstigt. Die Wirkung der Spurenelemente steigt mit abnehmender Abkühlungsgeschwindigkeit. Zu hoher Gehalt an Cer führt zur explodierten Graphitform. Quasi-Flake Graphit soll bei niedrigen Magnesiumgehalten entstehen. Die Entstehung von Chunky Graphit ist noch ungeklärt. Oft steht das Auftreten von Chunky Graphit mit zu reinem Einsatzmaterial und zu hohem Nickelgehalt in Verbindung. 



  Ein erhöhtes Kohlenstoffäquivalent über 4% und kalziumhältiges Impfferrosilizium begünstigen ebenfalls die Bildung von Chunky Graphit. Das Kohlenstoffäquivalent errechnet sich aus dem Kohlenstoffgehalt und einem Drittel des Siliziumgehaltes. Vanadium, Titan und Molybdän können an der Korngrenze zur Karbidbildung führen. Bei grösseren Zusätzen von Zinn kann es zu Versprödungen kommen. 



   Das erfindungsgemässe Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass unter Einhaltung der Schmelz- und Giessbedingungen für Gusseisen mit Kugelgraphit zur Vermeidung von Graphitentartungen sowohl bei niedrigem als auch bei hohem Kohlenstoffäquivalent Zinn in der Grössenordnung von 0, 005 bis 0, 5% zulegiert wird. Insbesondere liegt die Giesstemperatur unterhalb von   1350 C.   Vorzugsweise liegt die Formimpfung unterhalb von 0,2%. Nach einem weiteren wesentlichen Erfindungsmerkmal werden zur Erhöhung der Abkühlgeschwindigkeit an die thermischen Zentren Kokillen angelegt. 



   Erfindungsgemäss wurde gefunden, dass zur sicheren Verhinderung von Graphitentartungen in dickwandigen Gussstücken mit einer maximalen Wandstärke von mehr als 50 mm folgende Massnahmen zur Zulegierung von Zinn einzeln und in beliebiger Kombination untereinander notwendig sind. 



   1. Die Verwendung von Stahlschrott mit einem leicht erhöhten Gehalt an Spurenelementen als
Einsatzmaterial. 



   2. Die chemische Zusammensetzung der Schmelze, insbesondere der Kohlenstoff- und Siliziumgehalt kann im Bereich des Kohlenstoffäquivalentes von 3, 8 bis   4, 5%   liegen, wenn Elemente zulegiert werden, die die Kohlenstofflöslichkeit im Austenit erhöhen, ohne jedoch Karbidbildner zu sein, oder eine Störwirkung auf die Kugelausbildung zu besitzen. 



   3. Die Giesstemperatur darf maximal   1350 C   betragen. 



   4. Die Formimpfung darf maximal 0, 2% betragen. 



   5. An Stellen, wo thermische Zentren anfallen,   d. s.   Stellen, wo das Gusseisen die maximale
Wandstärke erreicht, ist das Anlegen von Kokillen zur Erhöhung der   Abkühlgeschwindigkeit   von
Vorteil. 



   6. Die Abstimmung der oben angeführten Punkte erfolgt unter Berücksichtigung der geforderten thermischen Eigenschaften, wobei Zinn entsprechend dem Kohlenstoffäquivalenten in einer Menge von 0, 005% bei niedrigem Kohlenstoffäquivalent, bis   0, 5%   bei hohem Kohlenstoffäquivalent zulegiert wird. 



   Die Erfindung gestattet eine homogene Ausführung bzw. Werkstoffverteilung dickwandiger Gusskörper, wobei die Festigkeitseigenschaften durch Entartungen der Graphitausbildung nicht gestört werden. Diese Eigenschaft ist besonders wichtig bei thermisch hoch beanspruchten Bauteilen, wie   z. B.   



  Motorblöcken, Zylinderköpfen, da durch die erfindungsgemässen Massnahmen die Lebensdauer des 

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 lohnkostenintensiven Motors gesteigert wird. Ein weiterer wesentlicher Vorteil ist darin zu sehen, dass die Ausschussquote wesentlich gesenkt werden kann und zufällige Imperfektionen in der Materialgüte des Einsatzmaterials bzw. der Zuschlagstoffe sich nicht in der Graphitausbildung bemerkbar machen. Dieses letztere Merkmal tritt insbesondere dann auf, wenn die ersten fünf umseitig genannten Punkte beachtet werden können. 



     PATENTANSPRÜCHE   : 
1. Verfahren zur gezielten Herstellung von Gusseisen mit Kugelgraphit, frei von Graphitentartungen, insbesondere für dickwandige Gussstücke mit einer Wandstärke von mindestens 50 mm, vorzugsweise für 
 EMI2.1 
 gekennzeichnet, dass unter Einhaltung derSchmelz-und Giessbedingungen für Gusseisen mit Kugelgraphit zur Vermeidung von Graphitentartungen sowohl bei niedrigem als auch bei hohem Kohlenstoffäquivalent Zinn in der Grössenordnung von 0, 005 bis 0, 5% zulegiert wird.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Giesstemperatur unterhalb von 1350 C liegt.
    3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Formimpfung unterhalb von 0, 2% liegt.
    4. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3, d a d u r c h g e k e n n - zeichnet, dass zur Erhöhung der Abkühlgeschwindigkeit an die thermischen Zentren Kokillen angelegt werden.
    5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Einsatzmaterial zur Erzeugung der Gusseisenschmelze Stahlschrott mit einem leicht erhöhten Gehalt an Spurenelementen verwendet wird. EMI2.2 des niedrigen Kohlenstoffäquivalentes, insbesondere von 3, 8%, in einer Menge von mindestens 0, 005% zulegiert wird.
    7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Zinn im Bereich des hohen Kohlenstoffäquivalentes, insbesondere von 4, 5%, in einer Menge bis zu maximal 0, 5% zulegiert wird.
AT611975A 1975-08-07 1975-08-07 Verfahren zur gezielten herstellung von gusseisen mit kugelgrafit, insbesondere fuer dickwandige gussstuecke AT344765B (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP2468903A1 (de) * 2010-12-27 2012-06-27 Frenos Iruña, S.A.L. Herstellungsverfahren von kugelförmigen Gussstücken

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