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Die Erfindung betrifft eine Wechselfassung für Ziehmatrizen aus Hartmetall oder Diamant, die eine Bohrung mit einem dem Matrizendurchmesser entsprechenden Durchmesser aufweist, in der eine in die Bohrung vorspringende Schulter zur einseitigen axialen Anlage der Matrize vorgesehen ist, wobei in der Fassung und/oder in der Matrize eine Umfangsnut zur Aufnahme eines beide Teile miteinander verspannenden hohlen Klemmringes vorgesehen ist.
Bekannt ist bereits eine pendelnde Lagerung für eine in einer Fassung gehaltene Ziehmatrize (US-PS Nr. 3,213, 663). Bei dieser Lagerung ist der Halter für die Fassung mit der Ziehmatrize kugelförmig ausgebildet und liegt mit einer Kugelringschale in einer kalottenförmig ausgebildeten Lagerschale.
Auf diese Weise kann sich der Werkzeughalter zusammen mit der fest eingefügten Ziehmatrize auf die Zieheinrichtung einstellen. Die Halterung und die Lagerung sind jedoch relativ aufwendig, insbesondere im Hinblick darauf, dass die Ziehmatrizen häufig ausgewechselt bzw. nachbearbeitet werden müssen. In diesem Falle ist jeweils der Halter mit den Fassungen und den Matrizen auszuwechseln.
Bekannt ist auch bereits eine Wechselfassung der eingangs genannten Art (DE-PS Nr. 2306613). Bei dieser Konstruktion kann sich die Ziehmatrize bereits zur Achsrichtung des durchgezogenen Drahtes ausrichten, jedoch erfolgt die Abstützung der Matrize gegenüber der Fassung nur über den beide Teile miteinander verspannenden Klemmring. Eine solche achsausgleichende Lagerung kann insbesondere bei sehr dünnen Drähten zu nicht ganz vollständig drallfreien gezogenen Drähten führen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, durch entsprechende Halterung und Lagerung der Matrize in der Fassung eventuell Ungenauigkeiten zwischen der Ziehrichtung und der Stellung der Ziehmatrize auszugleichen und die Qualität des gezogenen Drahtes zu verbessern.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird erfindungsgemäss vorgeschlagen, dass die Matrize selbst mit ihrem Austrittsende an der Schulter der Fassung pendelnd gelagert aufsitzt.
Nach einer bevorzugten Ausführungsart ist dabei die Matrize an ihrer Austrittsseite konvex ausgebildet. Die Auflagefläche an der Schulter ist konkav ausgebildet, u. zw. mit einem grösseren Krümmungsradius als der Krümmungsradius der konvexen Stirnfläche an der Austrittsseite der Matrize.
Mit einer solchen erfindungsgemässen Lagerung der Matrize in der Wechselfassung wird erreicht, dass sich die Matrize in sehr exakter Weise immer senkrecht zum gezogenen Draht ausrichtet. Selbst dünne gezogene Drähte sind drallfrei. Einseitiger Verschleiss der Matrize wird vermieden.
Wie bereits von den vorherbeschriebenen Wechselfassungen bekannt, lässt sich die erfindungsgemässe Wechselfassung infolge ihrer einfachen Zerlegbarkeit gut im Bereich der dem Verschleiss ausgesetzten Düsenbohrung nachbearbeiten. Insbesondere können die verwendeten Hartmetallmatrizen an ihren beanspruchten Innenflächen nach der Zerlegung bei sehr hohen Temperaturen boriert werden.
An Hand eines abgebildeten Ausführungsbeispieles wird die Erfindung im folgenden näher erläutert.
Es zeigen Fig. l einen Schnitt durch eine Wechselfassung mit Ziehmatrize in grösserem Massstab, Fig. 2 einen vergrösserten Ausschnitt --A-- entsprechend der Fig. 1 und 3 eine vergrösserte Ansicht einer Ziehmatrize.
Die mit--1-- bezeichnete Weehselfassung besteht aus einem warmfesten Kunststoff. In ihrer zentrischen Bohrung --11-- ist eine Schulter --12-- gebildet, auf der pendelnd gelagert die Ziehmatrize - aus einem Hartmetall aufsitzt. Dazu ist die Austrittsseite --22-- um den Ausgangstrichter --23-- der Matrize --2-- herum konvex ausgebildet. Entsprechend ist die Auflagefläche --13-- der Schulter konkav geformt, u. zw. mit einem grösseren Krümmungsradius als der Krümmungsradius der Stirnfläche an der Austrittsseite --22-- der Matrize --2--.
Verspannt werden die Fassung --1-- und die Ziehmatrize --2-- durch einen hohlen Klemm- oder Sprengring --3--. Dieser Ring-3-- greift dabei in die Nut --14-- in der Fassung und in die umlaufende Nut --24-- an der Ziehmatrize --2-- ein. Diese Halterung der Ziehmatrize --2-- und ihre pendelnde Lagerung an der Schulter in der Fassung-l-ermöglichen bei entsprechender Beaufschlagung eine ausreichende Neigung der Ziehmatrize --2-- zur Ausrichtung auf die Achs- bzw. Ziehrichtung des Drahtes. Die Achse der Ziehmatrize richtet sich dabei immer automatisch auf die Ziehrichtung aus, wodurch die Qualität des gezogenen Drahtes verbessert ist, insofern er ausserordentlich drallfrei ist, und ein äusserst konstanter Durchmesser bei gleichbleibendem Querschnitt erreicht wird.
Zur Erhöhung der Verschleissfestigkeit der Matrizenbohrung --21-- ist es zweckmässig, die Innenfläche --25-- ganz oder teilweise zu borieren. Da die Ziehmatrize --2-- aus der Wechselfassung --1-- infolge der Klemmringverbindung herausnehmbar ist, kann diese Borierung jederzeit wieder neu vorgenommen werden. Die Borierung führt zu einer äusserst verschleissfesten Oberfläche und ergibt eine sehr hohe Standzeit des Werkzeuges.