<Desc/Clms Page number 1>
Die Erfindung betrifft eine Packung zum Brauen von Kaffee, bei der ein Beutel aus wasserdurchlässigem Material die Kaffeesubstanz enthält.
Seit vielen Jahren wird Tee in Beuteln mit grossem Erfolg verkauft. Kaffeepackungen, insbesondere wasserdurchlässige Kaffeepackungen, welche gerösteten und gemahlenen Kaffee enthalten, sind ebenfalls seit langem bekannt.
Viele Versuche wurden unternommen, eine Packung zum Brauen von Kaffee herzustellen, um den Erfolg der Teepackungen zu wiederholen, doch gelang es nicht, den kommerziellen Erfolg und die gute Aufnahme der Teepackungen zu erreichen.
Beispiele für bekannte Kaffeepackungen sind die folgenden :
Die USA-Patentschrift Nr. 1, 454, 739 zeigt eine ringförmige Patrone aus einem Gewebe, welche Kaffee enthält. Die USA-Patentschrift Nr. 2, 531, 594 zeigt, wie Kaffee in einem"Teesack"aus"non-woven"Material verpackt werden kann. Die USA-Patentschrift Nr. 3, 183, 096 beschreibt eine Kaffeepackung aus synthetischem Filterpapier, worin Kaffeepartikel eingeschlossen sind.
Alle bekannten Kaffeepackungen haben jedoch Nachteile. Beispielsweise ist die Menge des im gebrauten Getränk enthaltenen Satzes zu hoch, wenn man ein mit Bezug auf Geschmack und Stärke annehmbares Getränk erhalten will. Erniedrigt man die Menge des Satzes auf ein annehmbares Niveau, dann erhält man ein Getränk, das nicht stark genug und geschmacklich unbefriedigend ist.
Das Herstellen von Kaffeeflocken ist ebenfalls bekannt. Nach der USA-Patentschrift Nr. 1, 903, 362 werden Kaffeeteilchen mechanischem Druck unterworfen und zerquetscht, wodurch das Verdunsten des Aromas verhindert und ein besseres Getränk erhalten wird. Auch das Verpressen von Kaffee zu Tabletten ist bekannt.
Erfindungsgemäss wird jetzt bei einer Packung zum Brauen von Kaffee, bei der ein Beutel aus wasserdurchlässigem Material die Kaffeesubstanz enthält, vorgeschlagen, dass als Kaffeesubstanz Kaffeeflocken vorgesehen sind, welche in an sich bekannter Weise durch Walzenmahlen hergestellt sind. Durch die erfindungsgemässe Massnahme ergeben sich zahlreiche und unerwartete Vorteile. Verwendet man Kaffeeflocken, dann ist weniger Kaffee pro Tasse nötig, um ein Getränk zu brauen, das bezüglich Stärke mit einem Getränk vergleichbar ist, das aus gemahlenem oder tablettiertem Kaffee in einer Packung erhalten wird, da das Flocken die Zellstruktur des Kaffees zerstört und somit ermöglicht, aus einer bestimmten Kaffeemenge ein stärkeres Getränk zu erhalten.
Die Verwendung von Kaffeeflocken erlaubt auch die Herstellung eines aromatischeren Getränks, da aus Kaffeeflocken ein grösserer Anteil an Aromastoffen extrahiert werden kann. Das Verpacken von Kaffee ergibt weniger Satz und öl im gebrauten Getränk, da das Packungsmaterial eine Filterwirkung ausübt.
Eines der gut bekannten Probleme bei der Kaffeeherstellung besteht im Bestimmen der richtigen Menge von Kaffee zum Herstellen eines Getränks von gewünschter Stärke und gewünschtem Aroma. Das Abfüllen bestimmter Kaffeemengen in Packungen löst dieses Problem und verhindert Schwankungen im hergestellten Getränk. Ferner erlaubt das Verpacken von Kaffee, den Satz nach der Getränkzubereitung in einfacher Weise zu verwerfen.
Zur Herstellung von Kaffeeflocken werden Kaffeebohnen zunächst in üblicher Weise geröstet und dann durch Mahlen, Brechen, oder Schneiden auf das erforderliche Mass zerkleinert. Das Rösten erfolgt üblicherweise durch Erhitzen der Kaffeebohnen in einem Gasmedium bei etwa 170 bis 220 C, wobei die Röstzeit von den Eigenschaften des zu brauenden Kaffeegetränks abhängt. Beim chargenweisen Rösten beträgt die Röstzeit einer Charge bei den genannten Temperaturen etwa 10 bis 20 min. Beim kontinuierlichen Rösten beträgt die Verweilzeit der Bohnen in der Röstzone etwa 4 bis 8 min, vorzugsweise etwa 5 min. Der geröstete Kaffee wird nachher auf die gewünschte Feinheit vermahlen. Diese Feinheit hängt von der Art des Kaffeebrauens ab.
Normale Feinheit wird für einen Perkolator empfohlen, eine etwas gröbere Körnung für Aufgusskannen und eine feine Mahlung für Vakuumtöpfe.
Zur Herstellung der Flocken für die erfindungsgemässe Packung kann man Kaffeepulver von beliebiger gebräuchlicher Feinheit verwenden. Obwohl man die Flocken für die erfindungsgemässe Packung vorzugsweise aus gemahlenem Kaffee herstellt, kann man auch geröstete Kaffeebohnen, ohne sie vorher zu vermahlen, direkt zu Flocken auswalzen.
Der geröstete und gemahlene Kaffee wird Druck ausgesetzt, indem man ihn zwischen zwei parallelen Walzen einer Walzenmühle durchtreten lässt. Auf diese Weise erhält man Kaffeeflocken. Die Arbeitstemperatur der Walzenmühlen bei der Herstellung von Kaffeeflocken beträgt normalerweise etwa 0 bis 150 C, vorzugsweise etwa 10 bis 90 C. Die Temperatur beim Flocken ist nicht kritisch. Extrem hohe Temperaturen sollten aber vermieden werden, da das Aroma des gerösteten Kaffees leiden könnte. Extrem tiefe Temperaturen würden Kühleinrichtungen notwendig machen. Normalerweise wird der Kaffee unmittelbar nach dem Mahlen zu Flocken verwalzt. Man kann den gemahlenen Kaffee aber vor dem Flocken auch auf Raumtemperatur abkühlen lassen.
Der von den Walzen auf den gemahlenen Kaffee ausgeübte Druck kann tief oder hoch sein. Geeignete Drucke liegen zwischen etwa 200 bis 2000 kg pro linearen cm Walzenspalt, und vorzugsweise zwischen etwa 125 und 1250 kg/cm.
Flocken können bereits durch einmaliges Durchtreten des Kaffeepulvers durch eine Zweiwalzenmühle erhalten werden, deren Walzendurchmesser zwischen etwa 5 bis etwa 200 cm, vorzugsweise zwischen 7, 5 bis
<Desc/Clms Page number 2>
etwa 100 cm liegen kann. Die Umlaufgeschwindigkeit der Walzen kann etwa 30 bis etwa 16000 cm/min, vorzugsweise etwa 300 bis etwa 8000 cm/min betragen. Die beste Ausbeute wird normalerweise erhalten, wenn beide Walzen mit der gleichen Geschwindigkeit laufen. Man kann aber auch verschiedene Walzenumfangsgeschwindigkeiten anwenden. Unterschiede von mehr als 1, 5 : 1 sind jedoch nicht erwünscht.
Vorzugsweise beträgt das Verhältnis der Walzenumfangsgeschwindigkeiten etwa 1 : 1 bis etwa 1, 4 : 1.
Der Feuchtigkeitsgehalt des zu flockenden Kaffees ist nicht kritisch, er kann etwa 2 bis etwa 8% des Kaffeegewichtes betragen. Vorzugsweise ist der Feuchtigkeitsgehalt derjenige des gemahlenen Kaffees, d. h. etwa 2, 5 bis etwa 6%. Extrem niedrige Feuchtigkeitsgehalte sind zu vermeiden, da die Flocken sonst zu brüchig werden. Bei hohen Feuchtigkeitsgehalten tritt zwischen den Walzen Wasser aus und die Flocken neigen dazu, an den Walzen zu kleben.
Die erhaltenen Kaffeeflocken sind sehr dünn und unregelmässig geformt. Oft fallen die Flocken von den Walzen in Form von unregelmässigen Blättern von mehreren cm2. Die Dicke der Flocken beträgt etwa 0, 01 bis etwa 0, 73 mm, vorzugsweise etwa 0, 1 bis etwa 0, 6 mm. Die Dichte der Flocken ist nicht kritisch, sie beträgt
EMI2.1
Das wasserdurchlässige Material für den Beutel kann aus Geweben oder nicht gewobenen Filzen hergestellt werden. Dazu gehören Gewebe oder Filze aus synthetischen Fasern, wie etwa Rayon-, Nylon-, Polyester-, Polyacryl- und Polypropylenfasern sowie aus natürlichen Fasern, wie etwa Hanf-oder Baumwollfasern.
Für den spezifischen Erfindungszweck spielt die Faserart keine Rolle, solange das Gewebe oder der Filz chemisch inert, praktisch geruchsfrei und genügend stark ist, um während einer normalen Behandlung, Verpackung und Versendung der Packung, Zubereitung des Kaffeegetränks und Verwerfung des Kaffeesatzes als Einheit bestehen zu bleiben.
Das Gewebe oder der Filz soll als Filter wirken, um eine Satzbildung im gebrauten Kaffee zu verhindern.
Die Dicke des Gewebes oder des Filzes kann verschiedene Werte besitzen, jedoch wird im allgemeinen eine Dicke von etwa 0, 05 bis etwa 3 mm, vorzugsweise etwa 0, 075 bis etwa 0, 25 mm bevorzugt. Die Porengrösse des
EMI2.2
werden, ganz unabhängig von der aufgewendeten Zeit, alle gewünschten Aromastoffe und Kaffeebestandteile aus der Packung zu extrahieren, da so enge Poren während des Brauens verstopft werden können. Wenn die Poren sehr fein sind, benötigt man ungebührlich lange Herstellungszeiten für den Kaffee, und da heute automatische Kaffeemaschinen einen grossen Anteil des Kaffeeverbrauches befriedigen, würden so feine Poren ein unbefriedigendes und unaromatisches Getränk ergeben.
Porengrössen von mehr als 1000 J1 sollten vermieden werden, da sie kleineren Kaffeepartikeln erlauben, aus der Packung auszutreten, was staubige Packungen von wenig ansprechendem Aussehen ergibt.
Die erfindungsgemässe Kaffeepackung kann leicht und einfach hergestellt werden. Es ist lediglich nötig, aus dem wasserdurchlässigen Material einen Beutel für die Kaffeeflocken zu formen. Man kann z. B. den Beutel an einem Ende mittels einer Schnur zusammenbinden oder vernähen. Eine bevorzugte Ausführungsform besteht darin, das wasserdurchlässige Material heiss zu versiegeln.
Die bevorzugte Heisssiegelbarkeit kann mit einem heisssiegelbaren Bindemittel mittels bekannter Verfahren erzielt werden. Geeignete Bindemittel sind solche, welche einen Schmelzpunkt haben, der niedriger als der Erweichungspunkt des Beutelmaterial, jedoch höher als die Siedetemperatur des Wassers ist. Das Bindemittel muss auch chemisch inert und geruchsfrei sein. Es ist ferner erforderlich, dass das Bindemittel unlöslich in heissem Wasser ist.
Taucht man Kaffeeflocken in einem wasserdurchlässigen Beutel in kochendes Wasser, so erhält man ein stärkeres und besseres Aroma des Getränks, als wenn man gemahlenen Kaffee in einer Packung verwenden würde. Das rührt davon her, dass das Wasser den höchstmöglichen Betrag an Aromastoffen aus dem Kaffee erhält. Das Getränk ist pro verwendete Kaffeegewichtseinheit stärker konzentriert, weil die Zellstruktur während des Mahlens zerstört wird und so das heisse Wasser besseren Zugang zu den extrahierbaren Geschmackstoffen hat.
Zu den bereits beschriebenen Vorteilen kommt bei der Verwendung von Kaffeeflocken in einer Packung noch ein weiterer Vorteil. Durch das Mahlen wird Kohlensäure, welche sich während des Röstens in den Zellen gebildet hat, ausgetrieben. Somit können in einem Beutel befindliche Kaffeeflocken unter Vakuum oder Inertgas in einen versiegelten Behälter verpackt werden. Dabei tritt kein durch Altern bedingtes Ausbauchen des Behälters auf. Es können zum Verpacken der erfindungsgemässen Beutel auch leichtere Materialien verwendet werden als für das Verpacken von Kaffeepulver.
Mit den erfindungsgemässen Packungen kann man auf zahlreiche Arten Kaffee brauen. Die Form der Packung kann der jeweiligen Herstellungsart angepasst werden, so z. B. in Form eines"Teebeutels", d. h. mit einer Schnur. Diese Ausführungsform besitzt den Vorzug, dass eine einzige Tasse des Getränks für sich hergestellt werden kann.
Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung besteht in einem im Querschnitt dreieckigen "Teebeutel", der aus einem Schlauch aus wasserdurchlässigem Material leicht hergestellt werden kann. Der Schlauch ist an beiden Enden offen und enthält die gewünschte Menge Kaffee. Zur Herstellung der Packungen wird der Schlauch
<Desc/Clms Page number 3>
mittels zwei Querfalten in drei nahezu gleiche Abteile getrennt, von denen jedes etwa die gleiche Menge Kaffee enthält. Die beiden offenen Enden des Schlauches werden übereinandergestülpt, um einen Verschluss herzustellen, welcher sich beim Lagern nicht öffnet. Vorzugsweise wird diese stapelbare Packung mit einer Schnur zum Herausziehen der Packung aus einer Tasse versehen.
Eine solche fertige Packung weist drei praktisch gleiche, im allgemeinen rechteckige Abteile mit Kaffee auf, welche aneinandergereiht sind und eine hohle Packung von ungefähr dreieckigem Querschnitt bilden. Mit dieser Packung kann man mit bekannten Beuteln Kaffee in ähnlicher Weise wie Tee herstellen.
Bei s pie 1 : 250 kg grüne Kaffeebohnen werden in einem Röster während etwa 20 min bei einer Bohnentemperatur von etwa 2000C geröstet. Der geröstete Kaffee wird auf eine Feinheit von beispielsweise 33% 14-Tylermesh, 55% 28-Tylermesh und 12% 28-Tylermesh gemahlen. 2, 5 kg des gemahlenen Kaffees werden durch eine Walzenmühle mit zwei parallelen Walzen hindurchgeführt, die 15 cm Durchmesser, 260 cm Länge und 1, 25 cm Abstand aufweisen. Der Druck beträgt 200 kg/cm Walzenspalt und die Umfangsgeschwindigkeit der
EMI3.1
30 g dieser Flocken werden auf ein rundes Stück Rayonfilz mit einem Durchmesser von 10 cm gelegt, welcher Filz mit Polypropylenfasern verstärkt ist und eine Dicke von 0, 15 mm sowie eine durchschnittliche Porengrösse von 50 un und ein Heisssiegelbindemittel aufweist.
Eine gleiche Scheibe aus dem gleichen Material wird über die Kaffeeflocken auf der ersten Scheibe gelegt. Die Ränder der beiden Scheiben werden miteinander bei etwa 2000C während 0, 5 sec verschweisst, um den Beutel zu bilden. Dieser Kaffeebeutel wird in eine vier Tassen entsprechende Wassermenge von 88 bis 930C gelegt. Nach 5 min wird die Packung entfernt und verworfen. Es werden so vier Tassen Kaffeegetränk von annehmbarer Stärke und gutem Geschmack erhalten.
Es wird eine gleiche Packung wie beschrieben hergestellt, wobei jedoch die Mitte der beiden Filzscheiben ebenfalls verschweisst und dann mit einer Öffnung versehen wird, so dass die Packung ringförmig ausgebildet ist. Wenn diese Packung in den Korb eines Perkolators gegeben wird, der eine vier Tassen entsprechende Menge Wasser enthält, erhält man durch das Perkolieren praktisch gleiche Resultate wie oben. Das Kaffeegetränk hat eine annehmbare Stärke und guten Geschmack.