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Durchschreibematerial
Die Erfindung betrifft Durchschreibematerial.
Bisher wurden Kopierblätter mit einer Übertragungsschicht aus einem druckempfindlichen Pigment, gewöhnlich Russ, hergestellt, wobei bei der Ausübung von Druck auf eine Oberfläche des Kopierblattes, beispielsweise mit Hilfe einer Schreibmaschinentaste, ein Bild des Eindruckes auf eine Oberfläche, die sich in Kontakt mit der Übertragungsschicht befindet, übertragen wird.
Wenn diese Kopierblätter auch zur Herstellung von beispielsweise mit der Schreibmaschine geschriebenen Durchschlägen vollständig befriedigend sind, so haben sie doch den Nachteil, dass, falls ein Kopierblatt versehentlich einer Druckeinwirkung unterzogen wird, beispielsweise mit einem Kugelschreiber, ein Bild von dem Kopierblatt auf jede Oberfläche übertragen wird, die sich in Kontakt mit der Übertragungsschicht befindet.
Es ist auch schon ein Durchschreibematerial bekannt, bei dem ein Kohlekopierpapier vorgesehen ist, bei dem jedes Blatt eine Tragschicht und eine im wesentlichen wachs-und ölfreie Farbschicht aufweist und bei dem die Farbabgabeseite eines Blattes der Farbaufnahmeseite des nächsten Blattes gegen- überliegend angeordnet wird und wobei auf der Farbabgabeseite oder auf der Farbaufnahmeseite eine dünne Lage adhäsiven Kunststoffmaterials vorgesehen wird, so dass zufolge der Verwendung dieses Materials die auf das Farbaufnahmeblatt unter der Wirkung von Druck übertragene Farbe fest und fleckenlos haftet Im adhäsiven Plastikmaterial können Polyäthylene, Polypropylene und auch plastische Zellulosederivate enthalten sein.
Auch bei diesem Durchschreibematerial besteht allerdings die Möglichkeit, dass von der Übertragungsschicht Farbstoff auf ein unbeschichtetes Blatt übertragen wird.
Die Erfindung betrifft ein Durchschreibematerial, bestehend aus mindestens einem Blatt, dessen Unterseite mit einer Übertragungsschicht überzogen ist, die ein in Alkohol lösliches Harz und einen übertragbaren Füllstoff mit einem in Alkohol unlöslichen Pigment enthält und mindestens einem weiteren Blatt, das mit einer Empfangsschicht für die Kopie versehen ist, so dass bei mit diesen Schichten aufeinanderliegenden Blättern die Ausübung eines Druckes auf eines der Blätter einen Druckkontakt der Schichten und die Übertragung des Füllstoffes von der Übertragungsschicht auf die Empfangsschicht bewirkt, wobei die Erfindung im wesentlichen darin besteht, dass die Empfangsschicht ein in Alkohol löslichesHarz sowie Alkylzellulose und/oder Alkyl-Hydroxyalkylzellulose enthält, wobei vorzugsweise die Übertragungsschicht ein wachsähnliches, langkettiges Amid enthält.
Durch die Erfindung wird erreicht, dass bei gegenüberliegender Übertragungs- und Empfangsschicht eine ausgezeichnete Übertragung des Füllstoffes und damit der Farbe stattfindet, aber dann, wenn sich der Übertragungsschicht nicht die spezifische Empfangsschicht gegenüber befindet, unter der Einwirkung von Druck nur wenig oder überhaupt kein Farbmaterial aus der Übertragungsschicht abgegeben werden kann.
Das in der Übertragungsschicht enthaltene Harz ist vorzugsweise ein modifiziertes, mit Pentaeritritol verestertes Harz, beispielsweise ein Harz-Maleinatkondensat, das mit Pentaeritritol verestert und im Handel unter der Bezeichnung "Bedesol 76" erhältlich ist oder ein mit Glyzerin verestertes Harz,
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beispielsweise ein Harz-Maleinatkondensat, das mit Glyzerin verestert und im Handel unter der Be- zeichnung "Crayvallac 502" erhältlich ist. Im ersteren Fall wirkt die in der Übertragungsschicht ent- haltene Alkylzellulose und Alkyl-Hydroxyalkylzellulose als Weichmacher, welcher verhindern soll, dass die Schicht spröde wird und beim Falten des Bodens abbröckelt.
Im letzteren Fall dient die Alkylzellulose oder die Alkyl-Hydroxyalkylzellulose als Bindemittel, da "Crayvallac 502" allein nur ein unzureichendes Bindevermögen besitzt.
Geeignete Weichmacher für die Übertragungs- und Aufnahmeschicht sind die unter den Warenzeichen HOWFLEX SB, HOWFLEX CS, HOWFLEX DAP und HOWFLEX SA erhältlichen Weichmacher. Alle HOWFLEX-Weichmacher sind von Howards of Ilford erhältlich. HOWFLEX DAP ist ein Phthalsäureester aus gemischten aliphatischen Alkoholen mit 7 bis 9 Kohlenstoffatomen. Vorzugsweise wird dieser Weichmacher mit HOWFLEX CS, einem Cyclohexanolstearat, vermischt. HOWFLEX SA ist eine Mischung aus isomeren Dimethylcyclohexyladiapaten, während HOWFLEX SB eine Mischung aus isomeren Dimethylcyclohexylsebacaten darstellt. Gewisse Mengen an Additiven, wie beispielsweise GLOKEM E-2-0 und GLOKEM E-2-S, welche wachsähnliche, langkettige Amide darstellen, können sowohl in die Übertragungsschicht als auch in die Aufnahmemassen eingemengt werden.
Das in der Übertragungsschicht verwendete Pigment kann ein dunkelgraues, dunkelblaues oder monastralblaues Pigment sein, wobei typische Pigmente Dark Grey M5466, Dark Blue DC1325 und ED1 Monastral BX (alle von der ICI Limited erhältlich) sind.
Die Übertragungsschicht kann ferner eine bestimmte Menge eines Polyvinylpyrrolidons, beispielsweise das im Handel unter der Bezeichnung"Albigin A"vertriebene Produkt, als Abstreifmittel enthalten. Ferner kann in der Übertragungsschicht eine bestimmte Menge eines die Oxydation verhindernden Mittels enthalten sein. Ein für diesen Zweck typisches Mittel ist das im Handel unter der Bezeichnung "ANNULEX BHT"vertriebene Produkt. Die Übertragungsschicht kann ferner eine organische Verbindung mit wenigstens einer funktionellen Gruppe, die ein Elektronenpaar aufweist, enthalten, wobei ein typisches Beispiel für eine derartige organische Verbindung Benzochinon ist.
Eine typische Übertragungsschicht kann durch Vermischen von 1 bis 2 Gew.-Teilen eines in Alkohol löslichen Harzes mit 2 bis 5 Gew.-Teilen des Pigments hergestellt werden. Die auf diese Weise erhaltene Mischung wird anschliessend mit einem Alkohol, in welchem das Harz löslich ist, beispielsweise mit Lackbenzin, vermischt, u. zw. in einer Menge, die dem Gewicht der Mischung entspricht.
Das Polyalkylen des Bindemittels der Aufnahmemasse ist vorzugsweise Polyäthylen, während die in
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Aufnahmemasse1000C liegt. Sowohl die Empfangs- als auch die Übertragungsschichten können eine bestimmte Menge eines Füllstoffs enthalten, beispielsweise eines Trübungsmittels, wie z. B. Titandioxyd, das im Handel unter dem Warenzeichen TIOXIDE A-HR erhältlich ist, ein feinteiliges Kaolin oder eine feinteilige Kieselerde, wie beispielsweise die im Handel unter dem Warenzeichen GASIL 23 erhältliche Kieselerde.
Die Empfangsschicht kann in typischer Weise 2, 5 bis 3, 5 Gew.-Teile des aus einer Mischung aus thermoplastischem Polyäthylen und Äthyl-Hydroxyäthylzellulose oder Äthylzellulose bestehenden Bindemittels, 2, 5 Gew.-Teile des Füllstoffs und 1, 2 Gew.-Teile des Weichmachers enthalten. Das Bindemittel der Empfangsschicht kann ferner eine bestimmte Menge an Polyterpenen enthalten.
Jede der Massen kann durch Dispergierung in wenigstens ihrem eigenen Gewicht an Alkohol, welcher als Lösungsmittel für das Harz dient, dispergiert und anschliessend auf einen Unterlagebogen aufgebracht werden, worauf der Alkohol verdampfen gelassen wird. Dabei bleibt ein Überzug aus der Empfangs- und/oder Übertragungsschicht auf dem Bogen zurück. Ein Unterlagebogen kann mit einem Überzug aus der Empfangsmasse auf der einen Seite und einem Überzug aus der Übertragungsmasse auf der andernSeite beschichtet sein.
Typische Lösungsmittel sind niedere aliphatische Alkohole, beispielsweise Isopropylalkohol und Äthanol. Der Unterlagebogen kann aus Papier, einem Textilgewebe, wie beispielsweise Baumwolle, Seide, Syntheseseide oder Polyäthylenterephthalat, einer regenerierten Zellulose, einem Zelluloseester, einem Polyvinylchlorid, einem Polyvinylidenchlorid und/oder einem Polyvinylchloridacetat bestehen. Entweder eine oder beide Schichten können kleine Mengen eines Parfüms zur Verleihung eines angenehmen Geruchs enthalten.
Nachstehend werden Beispiele für Durchschreibematerial gemäss der Erfindung angegeben.
Beispiel l : Eine Übertragungsschicht wird aus folgenden Bestandteilen hergestellt :
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<tb>
<tb> Lackbenzin <SEP> 8 <SEP> I <SEP>
<tb> Bedesol <SEP> 76 <SEP> Harz <SEP> (ICI <SEP> Ltd. <SEP> 950 <SEP> g
<tb> Äthyl-Hydroxyäthylzellulose <SEP> 500 <SEP> g
<tb> Howflex <SEP> SA <SEP> Weichmacher
<tb> (Howards <SEP> of <SEP> Ilford <SEP> Ltd.) <SEP> 200 <SEP> ml
<tb> Tioxide <SEP> A-HR
<tb> (British <SEP> Titan <SEP> Products <SEP> Ltd.
<SEP> 2500 <SEP> g
<tb> Gasil <SEP> 23 <SEP> 400 <SEP> g <SEP>
<tb> Vulcän <SEP> 3F <SEP> 175 <SEP> g
<tb> dunkelgraues <SEP> Pigment <SEP> 2100 <SEP> g
<tb> Glokem <SEP> E-2-0 <SEP> 1000 <SEP> g
<tb> Albicien <SEP> "A" <SEP> 500 <SEP> ml
<tb> Abstreifmittel-Annulex <SEP> BHT <SEP> 90 <SEP> g
<tb> Desodorans <SEP> 75 <SEP> ml
<tb>
Die Komponenten werden in Lackbenzin dispergiert, worauf diese Masse nach bekannten Beschichtungsmethoden auf Papierbögen aufgebracht wird. Das Lackbenzin in dem Überzug wird verdampfen gelassen. Danach stellt sich heraus, dass eine zufriedenstellende Übertragungsschicht in einer hellgrauen Farbe auf der Oberfläche der Bögen erhalten wird.
Beispiel 2 : Eine Übetragungsschicht wird aus folgenden Bestandteilen hergestellt :
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<tb>
<tb> Isopropylalkohol-Lösungsmittel <SEP> 9 <SEP> l <SEP>
<tb> Bedesol <SEP> 76 <SEP> Harz <SEP> 2100 <SEP> g
<tb> Äthyl-Hydroxy <SEP> mylzellulose <SEP>
<tb> (mit <SEP> geringer <SEP> Viskosität) <SEP> 500 <SEP> g
<tb> Howflex <SEP> SA <SEP> 250 <SEP> ml
<tb> Tioxide <SEP> A-HR <SEP> 2500 <SEP> g
<tb> Dark <SEP> Blue <SEP> DC <SEP> 1325 <SEP> 2000 <SEP> g <SEP>
<tb> Ed <SEP> 1 <SEP> Monastral, <SEP> BX,
<tb> hergestellt <SEP> von <SEP> ICI <SEP> Ltd. <SEP> 500 <SEP> g
<tb> Gasil <SEP> 23 <SEP> 750 <SEP> g
<tb> Albicien"A"500 <SEP> ml
<tb> Glokem <SEP> E-2-0 <SEP> 1750 <SEP> g
<tb> Annulex <SEP> BHT <SEP> 90 <SEP> g
<tb>
Diese Masse wird auf einen Unterlagebogen in der in Beispiel l beschriebenen Weise aufgebracht, Beispiel 3 :
Eine graue Übertragungsschicht wird aus folgenden Bestandteilen hergestellt :
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<tb>
<tb> Isopropanol-Lösungsmittel <SEP> 12 <SEP> 1 <SEP>
<tb> Bedesol <SEP> 76 <SEP> 1000 <SEP> g
<tb> Äthyl-Hydroxyäthylzellulose
<tb> (mit <SEP> geringer <SEP> Viskosität) <SEP> 500 <SEP> g
<tb> Howflex <SEP> SA <SEP> 250 <SEP> ml
<tb> Tioxide <SEP> A-HR <SEP> 2500 <SEP> g
<tb> Vulcan <SEP> 3F <SEP> 400 <SEP> g
<tb> Dark <SEP> Grey <SEP> M5466 <SEP> 2100 <SEP> g
<tb> Gasil <SEP> 23 <SEP> 750 <SEP> g
<tb> Albicien <SEP> "A" <SEP> 500 <SEP> ml
<tb> Glokem <SEP> E-2-0 <SEP> 2700 <SEP> g
<tb> Annulex <SEP> BHT <SEP> 90 <SEP> g
<tb>
Die vorstehend angegebene Masse wird vermischt und in ihrem Lösungsmittel dispergiert, worauf sie auf einen Papierunterlagebogen in der in Beispiel 1 beschriebenen Weise aufgebracht wird.
Beispiel 4 : Eine Empfangsschicht wird aus folgenden Bestandteilen hergestellt :
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<tb>
<tb> Lackbenzin <SEP> 121
<tb> Polyäthylen <SEP> 629 <SEP> 3 <SEP> 500 <SEP> g
<tb> Äthyl-Hydroxyäthylzellulose <SEP> 250 <SEP> g
<tb> Glokem <SEP> E-2-0 <SEP> Weichmacher <SEP> 800 <SEP> g
<tb> Glokem <SEP> E-2-S <SEP> Weichmacher <SEP> 400 <SEP> g <SEP>
<tb> Tioxide <SEP> A-HR
<tb> (British <SEP> Titan <SEP> Products <SEP> Ltd.) <SEP> 1050 <SEP> g
<tb> Kaolin <SEP> 300 <SEP> g
<tb>
Die Komponenten werden vermischt und in Lackbenzin dispergiert, worauf die Empfangsschicht auf einen Papierunterlagebogen aufgebracht wird.
Beispiel 5 : Eine Empfangsschicht wird aus folgenden Bestandteilen hergestellt :
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<tb>
<tb> Lackbenzin <SEP> 131
<tb> Polyäthylen <SEP> 629 <SEP> 3 <SEP> 500 <SEP> g
<tb> Äthyl-Hydroxyäthylzellulose
<tb> (mit <SEP> geringer <SEP> Viskosität) <SEP> 400g
<tb> Glokem <SEP> E-2-S <SEP> 3000 <SEP> g
<tb> Glokem <SEP> E-2-0 <SEP> 1000 <SEP> g
<tb> Tioxide <SEP> A-HR <SEP> 1 <SEP> 500 <SEP> g
<tb>
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