AT283976B - Sprengkapsel mit elektrischer Zündung und Selbstzerstöreinrichtung für Unterwassersprengungen - Google Patents

Sprengkapsel mit elektrischer Zündung und Selbstzerstöreinrichtung für Unterwassersprengungen

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AT283976B
AT283976B AT1154468A AT1154468A AT283976B AT 283976 B AT283976 B AT 283976B AT 1154468 A AT1154468 A AT 1154468A AT 1154468 A AT1154468 A AT 1154468A AT 283976 B AT283976 B AT 283976B
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AT
Austria
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water
detonator
substances
container
permeable
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Application number
AT1154468A
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English (en)
Inventor
Josef Dr Prior
Aloys Florin
Original Assignee
Dynamit Nobel Ag
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Description


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   Sprengkapsel mit elektrischer Zündung und Selbstzerstöreinrichtung für Unterwassersprengungen 
Die normalen Spreng- und Zündmittel, die zur Durchführung von Sprengungen im Gebrauch sind, besitzen eine fast unbegrenzte Resistenz gegen Wasser. Diese unter normalen Schiessbedingungen erwünschte Eigenschaft ist aber für das Schiessen unter Wasser von Nachteil. Etwaige Versager von Sprengschüssen können hiebei, vor allem bei grösseren Wassertiefen, nicht wieder entschärft werden und sind 
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 liche Initialstoffe enthalten. 



   Man hat bereits vorgeschlagen, solche Sprengkapseln, die üblicherweise mit Stopfen aus thermoplastischem Material zur Aufnahme der elektrischen Zuleitungen verschlossen sind, mit Verschlussmassen zu versehen, die sich im Wasser nach einiger Zeit auflösen oder darin quellen. Diese Massnahme bedeutet aber nicht eine sichere Vermeidung der Gefahr, denn das eindringende Wasser durchsetzt zwar die Sprengkapsel, vor allem die Initialladung, und macht sie zeitweilig unbrauchbar. Gelangen diese Sprengkapseln aber in einen trockenen Bereich, beispielsweise durch Anschwellen an das Ufer, so können sie wieder trocknen und sind dann ebenso empfindlich wie vorher. 



   Ferner macht die Verwendung eines Stopfenmaterials aus löslichen oder quellfähigen Materialien teilweise erhebliche Schwierigkeiten, weil geeignete Materialien, wie Methylcellulose, Polyvinyläther u. dgl. nur unter erheblichen technischen Schwierigkeiten in eine Form gebracht werden können, die sowohl einen sicheren Abschluss der Hülse mit der Durchführung der elektrischen Zuleitung als auch eine Auflösung innerhalb solcher Zeiten gestattet, die in der Praxis in Betracht kommen. 



   Die Erfindung will den geschilderten Nachteilen abhelfen und ist demnach darauf gerichtet, eine Sprengkapsel mit elektrischer Zündung zu schaffen, die eine sicher wirkende Selbstzerstöreinrichtung besitzt. 



   Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus, dass einmal der Zutritt des Wassers in das Innere der Sprengkapsel und damit zu dem dort befindlichen Initialsprengstoff gewährleistet sein muss und weiter, dass unter Mitwirkung des Wassers die Initialkraft des Sprengstoffes zerstört wird. 



   Erreicht wird dieses zweifache Ziel der Erfindung dadurch, dass einmal die eigentliche Sprengkapsel von einem allseitig geschlossenen, dosenförmigen Behälter, der gegebenenfalls feste Säuren und/oder deren saure Salze oder Alkalien oder Oxydationsmittel in seinem Hohlraum enthält, umgeben ist, der Öffnungen aufweist, die durch für Wasser halbdurchlässige oder in Wasser lösliche Stoffe, verschlossen, sind, und dass zum andern die Sprengkapselhülse in ihrem Leerraum Bohrungen besitzt, und dass ferner dem Initialsprengstoff mit Wasser unter Gasbildung reagierende Stoffe zugemischt sind. 



   Durch die Massnahmen gemäss der Erfindung wird die Sprengkapselladung nach einer grösseren Lagerzeit im Wasser unwirksam gemacht. Es wird der Zusammenhalt des Initialsprengstoffes zerstört und 

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 der Sprengstoff durch das Wasser weitgehend aus der Sprengkapselhülse ausgespült. Stoffe, die gemeinsam mit Wasser durch Umsetzung mit diesem unter Gasbildung die gewünschte zerstörende Wirkung ausüben, sind z. B. Silicium,   Ca1ciumsilicid,   Magnesium und Aluminium. Sie werden zweckmässig als Pulver dem Initialsprengstoff zugesetzt. Geeignete Mischungen sind   Bleiazid/Silicium ;   Bleiazid/Styph-   nat/Calciumsilicid : Bleiazid/Magnesium.    



   Bei Verwendung von Silicium und/oder Siliciden kommen nur die Alkalien oder die Oxydationsmittel als Zuschlagstoffe in Betracht, während bei der Verwendung von Magnesium die festen Säuren die bevorzugten Zuschlagstoffe sind. 



   Damit auch bei Süsswasser (im Gegensatz zu Meerwasser) die besagte zerstörende Wirkung gewährleistet ist, wird in den Hohlraum des dosenförmigen Behälters ein Stoff gefüllt, der die Umsetzung der obenerwähnten Zuschlagstoffe (Silicium u. dgL) mit dem Wasser fördert. Geeignete Stoffe sind feste Säuren wie Oxalsäure, Citronensäure, Weinsäure oder ihre sauren Salze sowie alkalische Stoffe, z. B. 



  Pottasche und Soda. Ferner kommen in Betracht Oxydationsmittel wie Kaliumpermanganat,   Perbora-   te, Percarbonate, Harnstoff-Wasserstoffperoxydaddukte sowie wasserlösliche Chromate, Chlorate und Perchlorate. 



   Die erwähnten Verbindungen können auch im Gemisch mit den Stoffen, die zum Verschliessen der Öffnungen des Behälters dienen, verwendet werden. 



   Zum Verschliessen der Öffnungen des besagten Behälters um die   Sprengkapseleignensichwasserlös-   liche Stoffe, wie Harnstoff, Zucker,   Dextrin, Stärke (wasserlöslich)   u. dgL Es können aber zum gleichen Zweck auch wasserdurchlässige Stoffe verwendet werden, wie Faservliese aus Natur-, Chemie- (z. B. Reyon) oder vollsynthetischen Fasern oder poröse Feststoffe. 



   Als poröse Feststoffe seien beispielsweise, Sintermassen, Tonwaren und Diatomeenkörper genannt. 



   Zum besseren Verständnis wird die Erfindung an Hand einer schematischen   Zeichnung erläutert   Der   Behälter -- 1-- besteht   aus einem oberen Teil   (Deckel) --2-- und   einem unteren Teil (Boden)   - -3--. Die Sprengkapsel --4-- wird   durch dafür vorgesehene Öffnungen im Deckel und im Boden geschoben. Eine ringförmige Dichtung --5-- im Deckel und eine entsprechende Dichtung --6-- im Bo- 
 EMI2.1 
 



   Sofern zum Verschliessen der   Öffnungen --7-- wasserlösliche   Stoffe verwendet werden, werden diese zu einem Ring verpresst. Zweckmässig werden die Verschlussringe in den Deckel eingeklebt. Nach unten ist dieser Ring innerhalb des Behälters durch einen   Stützring --9-- abgestützt.   Im Leerraum der Sprengkapselhülse sind Bohrungen --10-- vorgesehen. Diese sind normalerweise bei der Lagerung und beim Transport mit Klebeband geschlossen. Erst beim Zusammenfügen der Ladung werden die Löcher freigegeben. 



   Das Wasser, dass im Laufe der Zeit in den Hohlraum des Behälters eingedrungen ist, gelangt dann auch durch die   Öffnungen --10-- in   den Leerraum der Sprengkapsel, wo es nach wenigen Stunden die Zerstörung der über der   sekundärsprengstoffladung --11-- angeordneten Initialladung --12-- be-   wirkt. 



   Beispiel : In eine Sprengkapselhülse aus Aluminium, die in einer Höhe von 25 bzw. 15 mm vom Hülsenmund entfernt zwei radiale Bohrungen von zirka 2,5 mm    < p   aufweist, wird eine Ladung von zirka 0, 7 g Tetryl gepresst. Auf diese Unterladung werden 0, 3 g eines Gemisches von Bleiazid mit   5go   Silicium geladen und mit einem gelochten Innenhütchen verdichtet. Die obere Kante des Innenhütchens steht etwas unterhalb der untersten Wanddurchbohrung. Die Sprengkapsel wird mit einem elektrischen Zünder mit Stopfen geschlossen. 



   Diese elektrische Zündersprengkapsel wird in den Behälter-l-eingeschoben, dessen Bohrungen - mit einem gepressten   Ringkörperaus   Harnstoff und Milchzucker (Verhältnis 70 : 30) verschlossen ist. 



   Nach dem Eintauchen in Meerwasser war nach 5h das Wasser durch die Öffnungen im Behälter eingedrungen. Die Sprengkapsel liess sich nicht mehr zünden. Nach weiteren 3 h war der Initialsprengstoff so zerstört, dass auch nach dem Trocknen keine Zündung mehr erfolgte. 

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Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE : 1. Sprengkapsel mit elektrischer Zündung und Selbstzerstöreinrichtung für Unterwassersprengungen, dadurch gekennzeichnet, dass einmal die eigentliche Sprengkapsel von einem allseitig ge- <Desc/Clms Page number 3> EMI3.1 Behälter, der gegebenenfallskalien oder Oxydationsmittel in seinem Hohlraum enthält, umgeben ist, der Öffnungen aufweist, die durch für Wasser halbdurchlässige oder in Wasser lösliche Stoffe, verschlossen sind, und dass zum andern die Sprengkapselhülse in ihrem Leerraum Bohrungen besitzt, und dass ferner dem Initialsprengstoff mit Wasser unter Gasbildung reagierende Stoffe zugemischt sind.
    2. Sprengkapsel nach Anspruch 1, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass als Zusatzstoffe zu dem Initialsprengstoff Aluminium, Magnesium oder Calciumsilicid in Pulverform verwendet werden.
    3. sprengkapsel nach Anspruch 1 oder2, dadurch gekennzeichnet, dass der Initialsprengstoff Bleiazid ist.
    4. Sprengkapsel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als wasserdurchlässige Stoffe Faservliese aus Natur-, Chemie- oder vollsynthetischen Fasern oder poröse Feststoffe verwendet werden. EMI3.2 die in dem Hohlraum des Behälters sich gegebenenfalls befindlichen Stoffe den für Wasser halbdurchlässigen oder in Wasser löslichen Stoffen, die zum Dichten der Behälteröffnungen verwendet werden, untermischt.
AT1154468A 1967-11-29 1968-11-27 Sprengkapsel mit elektrischer Zündung und Selbstzerstöreinrichtung für Unterwassersprengungen AT283976B (de)

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