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Verfahren und Einrichtung zum Herstellen von lagerfähigen Futtermitteln
DieErfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Einrichtung zum Herstellen von lagerfähigen Futtermitteln, wie z. B. Milchpulverersatz zum Mästen von Kälbern oder Schweinen, wobei pulverisierte, entrahmte Milch oder Futtermehl mit flüssigen pflanzlichen und/oder tierischen Fetten sowie Antibiotika, Hormonen, Vitaminen u. dgl. fallweise gemischt werden.
Dergleichen Verfahren bzw. dazu dienliche Einrichtungen sind bekannt. Die erhaltene Mischung wird in Säcken abgefüllt, die besonders in der kalten Jahreszeit für einige Wochen an der frischen Luft gelagert werden, so dass die Mischung ausreifen und das Fett kristallisieren kann. Die Kristallisation des Fettes bewirkt ein Verhärten des Pulvers zu einer Masse, die vor Gebrauch bzw. Versand erst wieder zerkleinert werden muss. Auf diese Weise sind mehrere Arbeitsgänge notwendig, ehe das Futtermittel verwendet werden kann, wie das Füllen der Lagersäcke, der Transport zur und von der Lagerstätte, das Zerkleinern der erhärteten Masse und das neuerliche Füllen von Säcken für den Verkauf. Ein weiterer Nachteil ist die Beschaffung des Verpackungsmaterials, das oft während der ganzen Aufbereitung zerreisst.
Ausserdem erfordert die Speicherung der Säcke erhebliche Anlagekosten und auch einen erheblichen Zeitaufwand.
Die Erfindung betrifft somit ein Verfahren zum Herstellen von lagerfähigen Futtermitteln, wie z. B. von Milchpulverersatz zum Mästen von Kälbern oder Schweinen, wobei pulverisierte entrahmte Milch oder Futtermehl mit flüssigen pflanzlichen und/oder tierischen Fetten sowie gegebenenfalls mit Antibiotika, Hormonen, Vitaminen u. dgl. gemischt werden, das dadurch gekennzeichnet ist, dass die feinverteilte Mischung in innigen Kontakt mit einem Gasstrom, vorzugsweise aus feuchtigkeitsgesättigter Luft, gebracht wird, dessen Temperatur nicht höher als 00 C ist und dessen Geschwindigkeit etwa 5 bis 10 m/sec beträgt. Durch diese Vorgangsweise nehmen die Fettanteile im Pulver kristalline Struk- tur an, die einem Zusammenbacken entgegenwirkt.
Die Fortschrittlichkeit des erfindungsgemässen Verfahrens kann aus dem folgenden Vergleichsversuch ersehen werden.
In einer Anlage wurden 800 kg Pulver mit einer Temperatur von 150 C mit 200 kg flüssigem Fett, dessen Temperatur 500 C betrug, gemischt. Nach dem Mischen hatte das Gemisch eine Temperatur von 320 C. Ein erster Teil dieses Gemisches wurde in Säcke verpackt und aufbewahrt. Nach zwei Tagen war
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Gemisch war noch lange Zeit schüttbar, d. h. es backte nicht zusammen.
Durch das erfindungsgemässe Verfahren ist es möglich, das fertige Produkt sogleich in verkaufsfähige Säcke abzufüllen, da kein Zusammenbacken auftritt, und das erhaltene Pulver sofort dem Verbraucher zugeführt werden kann.
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Ein weiteres Merkmal des Verfahrens besteht darin, dass die Teilchen der Mischung, nachdem sie nach Verlassen des ersten Gasstromes mit wenigstens einem weiteren Gasstrom in Kontakt gebracht werden, dessen Strömungsrichtung, Geschwindigkeit, Temperatur und Feuchtigkeitsgehalt unabhängig vom erstgenannten Gasstrom einstellbar sind.
Diese stufenweise Behandlung der Mischung hat den Vorteil, dass die einzelnen Behandlungsbedingungen genauer geregelt werden können, als es mit nur einem Gasstrom möglich ist, so dass die Eigenschaften des Endproduktes in engen Grenzen gehalten werden.
Weiters wird erfindungsgemäss die Geschwindigkeit des ersten Gasstromes grösser bemessen als die der weiteren.
Eine zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens geeignete Einrichtung ist gekennzeichnet durch folgende entlang einer in sich geschlossenen Bahn angeordneten Elemente : ein Kühler mit je einer Leitung zu einem ersten und einem zweiten Ventilator, die unabhängig voneinander je einen Gasstrom in einen Kessel leiten, in dem vor einer Öffnung, von der eine Rückleitung zum Kühler führt, ein Filter oder ein Zyklonabscheider angeordnet ist, wobei nahe dem Gaseinlass wenigstens ein Auslass für die behandelte Mischung vorgesehen ist, der zu Verpackungseinrichtungen oder sonstigen Verarbeitungsstellen führt.
Mit dieser Einrichtung wird eine kontinuierliche Bearbeitung des Grundmaterials ermöglicht, ohne dass die Umgebung durch Staub, Schmutz und andere Abfälle des Verfahrens behindert wird. Weiters ist das Verfahren hygienisch und kon klimatischen Einflüssen der Aussenwelt unabhängig. Durch die vertikale Anordnung der Einrichtungsbestandteile kann ihr Raumbadarf in erträglichen Grenzen gehalten werden, wie auch die Strömungswiderstände und damit der Energiebedarf für den Antrieb gering gehalten werden können.
An Hand der Zeichnungen wird nun ein Ausführungsbeispiel der Erfindung beschrieben. Es zeigen Fig. l eine schematische Seitenansicht einer erfindungsgemässen, kontinuierlich arbeitenden Einrichtung, Fig. 2 einen Querschnitt nach der Linie II-II der Fig. l in Draufsicht.
Gemäss Fig. l wird ein Gemisch --M-- aus pulverisierter abgerahmter Milch, flüssigem pflanzlichem und/oder tierischem Fett sowie Antibiotika, Hormonen, Vitaminen und andern Zutaten, in eine aus einem Trichter --1-- und einer Förderschnecke --2-- bestehende Transporteinrichtung gebracht und mittels dieser in ein inneres Rohr --4-- gebracht. Durch dieses Rohr --4-- strömt ein scharfer Gasstrom, der durch einen Ventilator --5-- erzeugt wird, und die Mischung --M-- in einen Verarbeitungskessel --6-- treibt. In diesem Kessel --6-- wird die Mischung durch ein Filter --7-- aufgehalten, das auch durch einen Zyklonabscheider ersetzt werden kann, so dass die durch den Gasstrom mitgeführten feinen Teilchen sich zufolge ihres Gewichtes abwärts bewegen müssen.
Bei dieser Abwärtsbewegung werden die Teilchen durch einen weiteren, etwas langsameren Gasstrom erfasst, der durch das äussere Rohr - fliesst, dessen Auslass steuerbar ist. Dieser Gasstrom wird durch den Ventilator --9-- erzeugt.
Nachdem das zu behandelnde Material auch von diesem zweiten Gasstrom bearbeitet wurde und die Teilchen aus ihm ausgefallen sind, fallen sie als Produkt --P-- in den unteren Teil des Kessels --6--, von wo das Produkt durch den Auslass --10-- entnommen wird und zu einem Förderwerk --11-- ge- langt, das es einer Sackfüllmaschine --12-- zuleitet. Die gefüllten Säcke werden durch eine weitere Sackfülleinrichtung --13-- abtransportiert. Die einstellbaren Ventilatoren --5 und 9-- saugen das Be- handlungsgas über einen Kühler --14-- an, dessen Einlass durch eine Leitung --15-- mit einer Entlüftungsöffnung --16-- des Kessels --6-- verbunden ist. Zur Steuerung des Feuchtigkeitsgehaltes der Behandlungsgase sind je Rohr --4 und 8-- regelbare Einrichtungen zur Flüssigkeitszufuhr --17 -- vorge- sehen.
Die Gasgeschwindigkeit wird durch die Ventilatoren --5 und 9-- gesteuert und die Gastemperatur durch Klappen --18 und 19--.
Beispiel : Pulverisierte entrahmte Milch mit einer Temperatur von 5 C wurde mit Kokos, Palmkernen, Schweineschmalz und Schweinefett gemischt, letztere mit einer Temperatur von etwa 40 C.
Diese lose Mischung wurde mit einem Strom feuchtigkeitsgesättigter Luft von 0 C und einer Geschwindigkeit von 5 bis 10 m/sec behandelt. Das damit erzeugte Pulver zeigte kristallinische Gestalt, die sich auch nicht änderte, wenn es während zwei Wochen bei einer Temperatur von 0 bis -50 C gespeichert wurde. Das Produkt neigt auch nicht zum Bilden einer harten Masse und ist in Wasser oder andern wässerigen Lösungen leicht verteilbar.
Durch die erfindungsgemässe Anordnung ist eine kontinuierliche Behandlung fein verteilter Materialien unter dauernder Verwendung ein und desselben Gases möglich, wobei das Fett im Pulver oder im körnigen Material kristalline Gestalt annimmt, die nicht zum Zusammenbacken neigt. Zufolge der Einwirkung zweier Luftströme können die Eigenschaften des behandelten Materials innerhalb enger
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Grenzen eingehalten werden. Anderseits kann die Struktur des Futtermittels sehr unterschiedlich sein, etwa indem an den Auslass der Förderschnecke --3-- eine perforierte Platte gesetzt wird, durch die das Material körnig oder geflockt wird.
Es ist auch eine Sortierung im Produkt in der Richtung möglich, dass nur Körner oder Flocken bestimmter Grösse verpackt werden, während das Material, das dieser Auslese nicht entspricht, wieder zum Einlass-l-zurückgeführt wird. Erfindungsgemäss ist es auch möglich, die Behandlung in mehreren Stufen auszuführen, wie auch von andern Einzelheiten abgegangen werden kann, ohne den Rahmen der Erfindung zu überschreiten. So kann die Anzahl der Zufuhreinrichtungen, der Auslässe und der Steuer- und Regelungseinrichtungen geändert werden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Herstellen von lagerfähigen Futtermitteln, wie z. B. von Milchpulverersatz zum Mästen von Kälbern und Schweinen, wobei pulverisierte entrahmte Milch oder Futtermehl mit flüssigen pflanzlichen und/oder tierischen Fetten sowie gegebenenfalls mit Antibiotika, Hormonen, Vitaminen
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schwindigkeit etwa 5 bis 10 m/sec beträgt und der vorzugsweise aus Luft besteht.