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Schleifmaterial
Die Erfindung bezieht sich auf ein Schleifmaterial und insbesondere auf ein faserartiges Schleifmaterial.
Schon seit der Steinzeit, als noch Steine und Sand als Schleifmittel verwendet wurden, hat man ständig danach getrachtet, neue und bessere Wege zu finden, um Materialien zu polieren und ihnen die gewünschte Endform zu verleihen. Im 13. Jahrhundert wurden von den Chinesen Seemuscheln gemahlen und mit Baumgummi auf Pergament geklebt und dieses primitive Werkzeug war ein Vorgänger der heute sehr verbreitet verwendeten Poliermaterialien, nämlich beschichteter Schleifmittel.
Im Laufe der Jahre sind verschiedene Verbesserungen auf dem Gebiet der Technologie beschichteter Schleifmaterialien erfolgt ; es ist jedoch anerkannt, dass selbst eine hohe technische Verfeinerung des jahrhundertealten Verfahrens zum Aufkleben von Schleifmaterial auf Unterlagsmaterialien mit den rasch steigenden Anforderungen bei der Endbehandlung heute üblicher Materialien nicht Schritt halten kann. Es sind daher zahlreiche Untersuchungen durchgeführt worden, die darauf abzielen, jene Faktoren zu ermitteln, die die Lebensdauer und Leistungsfähigkeit von beschichteten Schleifmittel im allgemeinen begrenzen.
Obwohl beschichtete Schleifmaterialien seit Jahrhunderten verwendet worden sind, haben sie gewisse Nachteile, die deren Anwendbarkeit im Rahmen industriell ausgeführter Schleif- und Poliermethoden einschneidend beschränken. Beispielsweise passen sich die meisten beschichteten Schleifmaterialien den zu beschleifenden oder zu polierenden Oberflächen nicht leicht an, insbesondere wenn es sich um Oberflächen handelt, die scharfe oder unregelmässige Umrisslinien aufweisen. Ausserdem wird durch die derzeit übliche Methode der Beschichtung mit Kornmaterial das Ausmass der nutzbaren Gesamtkornoberfläche begrenzt. Mit Körnern, die in eine kontinuierliche Klebstoffschicht eingebettet sind, wird nur ein Teil jedes Kornes ausgenützt, bevor die scharfen Kanten verbraucht sind und das Produkt verworfen werden muss.
Ausserdem wird durch Materialaufnahme und Verstopfung die Wirksamkeit des Produktes bald nach Beginn des Schleif- und Poliervorganges erheblich vermindert. Zusätzlich wird bei manchen Arbeitsgängen durch übermässige Wärmeentwicklung ein Erweichen der Klebstoffbindung bewirkt, wodurch unbenutzte Schleifmaterialkörner abfallen.
Aus dem vorstehenden kann entnommen werden, dass Schleifmineralien selbst kein Problem ergeben. Sie können zum Polieren beliebiger Oberflächen und beliebiger Materialien unter Erzielung des gewünschten Ergebnisses verwendet werden. Die übliche Methode jedoch, durch welche die Schleifmaterialien festgehalten werden, nämlich das Versehen mit einem Unterlagsmaterial, verhindert, dass diese Schleifmineralien ihre Wirksamkeit in bester Weise ausüben. Vor Jahren sind bereits Untersuchungen unternommen worden, um den Schleifmittelträger zu verbessern. Unterlagsmaterialien mit verbesserter Biegsamkeit und erhöhter Zähigkeit sowie in in höherem Masse wärmebeständige Kunststoffbin-
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dungen sind nur einige wenige Beispiele für die Ergebnisse dieser Forschungen.
Diese Vorschläge bieten jedoch nur eine TeilIösung des Problems, dem sich die beschichtete Schleifmittel-erzeugende Industrie gegenübersieht.
Zur Vermeidung der Probleme, die mit beschichteten Schleifmaterialien verbunden sind, sind Ver- suche unter Verwendung faserartiger Gewebe, insbesondere mit Polyamidfaserprodukten, unternommen worden, die Schleifmittelkörner daran gebunden aufweisen. Die früheren Fasermaterialien, welche mit
Schleifmittelkörnern imprägniert waren, erbrachten nur relativ geringen Erfolg, da es sehr schwierig war, die Körner gleichmässig über das Fasermaterial zu verteilen. Ausserdem stellte das Abfallen der Körner ein weiteres Problem dar.
Die Klebmittel, wie sie in diesen früheren Produkten verwendet wurden, waren prinzipiell harte phenolische Harze, die nicht immer eine sichere Bindung des Schleifmittelminerals mit den sehr feinen Fasern, die im allgemeinen aus synthetischen Fasern aus Polyamiden, Kondensationsprodukten von Dimethylterephthalat und Äthylenglykol oder aus tierischen Fasern bestanden, gewährleisteten.
Bei der Herstellung faserartiger, gespinstförmiger Schleifmaterialgebilde war es allgemein anerkannt, dass die Bindung des Schleifminerals oder der-körner an die Fasern unter Verwendung der härteren, steiferen Harze, wie der phenolischen Harze, bewirkt werden muss. Es ist angenommen worden, dass solche harte Bindematerialien nicht nur deswegen notwendig sind, um eine entsprechende Fixierung der Körner auf den Fasern zu bewirken, sondern dass auch eine wesentliche Schmierwirkung auftreten würde, wenn etwas anderes als die Harze Anwendung fänden.
Diese härteren steifen Harze vermindern tatsächlich die Tendenz von Schleifmaterialien, beim Gebrauch eine "Schmierwirkung" auszuüben; die härteren Harze haben jedoch einen sehr wichtigen Nachteil, der darin besteht, dass sie die Zugfestigkeit des faserartigen Schleifmittelproduktes auf Gespinstbasis erheblich vermindern. Die weicheren, kautschukartigen Harze oder Bindematerialien vermindern die Zugfestigkeit des Schleifmaterials nicht, besitzen jedoch verschiedene Nachteile. Vor allem zeigen die weicheren, kautschukartigen Bindemittel die Tendenz, beim Gebrauch eine Schmierwirkung auszuüben und üblicherweise werden daher Schleifmaterialien, die unter Verwendung weicherer Bindemittel hergestellt sind, z.
B. beim Polieren von Edelstahl, zusammen mit Gleitmitteln, wie Wasser und Kerosin, verwendet, welch letztere zum Kühlen dienen und einen Wärmestau verhindern, der zum weiteren Erweichen des Bindemittels und zum Schmierigwerden führen würde. Die Versuche haben ferner gezeigt, dass diese weicheren Bindemittel zum Abbröckeln neigen, wenn sie zusammen mit heissen Reinigungs- (Putz-) mittellösungen benutzt werden.
Ziel der Erfindung ist es in erster Linie, ein verbessertes faserartiges Schleifmaterial zu schaffen, das eine verbesserte Zugfestigkeit aufweist. Ferner zielt die Erfindung auf die Schaffung eines faserartigen Schleifmaterials ab, in dem die Fasern an ihren Kreuzungsstellen verbunden und mit einem kontinuierlichen, elastischen Film versehen sind, der die Schleifmittelteilchen mit den Fasern im wesentlichen über deren Länge verbindet. Erfindungsgemäss wird auch in Kombination mit einem unverwebten Fasermaterial, das willkürlich verflochten oder verschlungen ist, ein Bindemittel geschaffen, das die Schleifmittelkörner mit den Fasern im wesentlichen über ihre Länge verbindet.
Ausserdem wird durch die Erfindung ein faserartiges Schleifmaterial geschaffen, das nicht schmiert, das in Abwesenheit von Gleitmitteln verwendet werden kann und das gegen die Einwirkung heisser Lösungen starker Reinigungs- (Putz-) mittel und Alkalien ausserordentlich beständig ist.
Die Erfindung wird nachstehend an Hand einer Ausführungsform näher erläutert, die in den Zeichnungen dargestellt ist, worin Fig. 1 eine perspektivische Ansicht eines Schleifmaterials gemäss der Erfindung darstellt und Fig. 2 eine sehr vergrösserte Teilansicht eines Paares von Fasern des Schleifmaterials gemäss Fig. 1 zeigt.
Der in Fig. 1 dargestellte Gegenstand ist für viele Formen des Schleifmaterials illustrativ, das gemäss der Erfindung verwendet werden kann. Das veranschaulichte Material ist ein Polster oder Kissen bzw. ein Fasermaterial, das kreisförmige Gestalt aufweist und aus einer Masse relativ kurzer Fasern besteht, die vorzugsweise gekräuselt oder geringelt sind und zueinander in eine verflochtene bzw. verschlungene, nicht verwebte Beziehung gebracht worden sind, wobei die Fasern zu einem zusammenhängenden Kissen unter Verwendung eines Bindematerials vereinigt worden sind, das jene Stellen verbindet, an welchen die Fasern sich kreuzen und miteinander in Berührung stehen. Durch das Bindematerial --3-- sind mit den Fasern --1-- auch Schleifmittelkörner --2-- verbunden, wie dies aus Fig. 2 hervorgeht.
Das schliesslich erhaltene Kissen oder Faserprodukt, wie es in Fig. l dargestellt ist, kann als Bodenscheuerkissen für händische oder maschinelle Anwendung, als Reinigungsbausch und für eine Vielzahl anderer Zwecke benutzt werden. Ferner kann das Faser (Vliess) material mit einer Unterlage als
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Gurt zum Polieren und zur Endbehandlung von Metallen, Holz, Kunststoffgegenständen, Leder u. dgl. benutzt werden.
Der erste Schritt zur Bildung des Schleifmaterials sieht die Bildung eines offenen Faserproduktes bzw. Vliesses in einer Schicht mit der gewünschten Dicke vor. Dieser Arbeitsgang kann per Hand be- wirkt werden, wird jedoch vorzugsweise mechanisch oder mittels einer Krempelmaschine oder anderer bekannter Faserkissen-bildender Maschinen bewirkt werden. Wird eine Krempelmaschine verwendet, so wird vorzugsweise ein Lapper zusammen mit der Krempelmaschine benutzt, um eine zusätzliche Ver- mengung des Wirrfaserproduktes zu erreichen. Bei einer solchen Anlage soll die Menge der angewende- ten Fasern üblicherweise etwa 12,7 bis 102 mm betragen. Vorzugsweise werden im Rahmen der Erfin- dung Fasern von 38, 1 bis 50,8 mm Länge angewendet.
Die Fasern sollen vorzugsweise eine dreidimen- sionale Krümmung aufweisen, die sie durch Ringeln oder Kräuseln erhalten, wobei diese Ringelung oder
Kräuselung mittels mechanischer Mittel oder durch chemische Kräuselungsprozesse bewirkt werden kann. Die gekräuselte oder geringelte Oberfläche verleiht dem Endprodukt den erforderlichen bauschi- gen oder offenen Fasermaterialcharakter.
Nachdem das Fasermaterial in der oben beschriebenen Weise gebildet worden ist, wird auf das Fa- sermaterial ein Bindemittel aufgebracht, das längs der Fasern einen im wesentlichen kontinuierlichen
Film bildet. Ein solches Bindematerial bildet, wenn es auf die Wirrfasern aufgesprüht oder aufgebracht worden ist, einen kontinuierlichen Film entlang der Fasern, der nicht nur zur Vereinigung der Fasern dient, sondern auch dieselben über ihre Länge einhüllt. Dieser kontinuierliche Film oder dieses konti- nuierliche Bindematerial, das sich über die Fasern erstreckt, schafft auch ein Mittel zur Vereinigung der Schleifmittelkörner mit den Fasern über deren gesamte Länge, so dass eine Schutzarmierung oder eine Hülle über die Fasern gebildet wird.
Ein solches Schleifmaterial kann alle bekannten oder geeig- neten Schleifmaterialien enthalten, wie beispielsweise Lithiumkarbid, Aluminiumoxyd, Granat, Feu- erstein, Schmirgel und Bimsstein in verschiedenen Korngrössen. Die schlitzende Armierung oder Hülle über die Fasern ist insbesondere wichtig, wenn natürliche Fasern verwendet werden, wie Schweinshaar, Rindshaar, Rosshaar u. dgl. Solche natürliche Fasern sind nicht so zäh wie einige der synthetischen Fa- sern, wie Polyamide oder Kondensationsprodukte aus Dimethylterephthalat und Äthylenglykol.
Das Bindematerial und die Schleifmittelkörner können auf verschiedenen Wegen aufgebracht werden. Nach einer Verfahrensweise wird eine Bindemittelaufschlämmung mit dispergierten Schleifmittelkörnern angesetzt. Die die Körner enthaltende Aufschlämmung kann dann auf das faserartige Produkt entweder durch Sprühen, durch Eintauchen oder durch Walzenauftrag aufgebracht werden. Nach einer andern Ausführungsform können die Körner und das Bindemittel getrennt aufgebracht werden, wobei die Körner unter der Einwirkung der Schwerkraft durch Einwalzen oder durch elektrostatische Abscheidung aufgebracht werden. Gewünschtenfalls kann ein zweiter Überzug oder ein zweites Bindemittel aufgebracht werden, um eine bessere Verstärkung zu bewirken und dies kann ebenfalls durch Aufsprühen, Walzenauftrag oder durch Eintauchen geschehen.
Anschliessend kann das Bindemittel-und Schleifmit- tel-beschichtete faserartige Produkt getrocknet und bei entsprechenden Temperaturen in Abhängigkeit von der Art des angewendeten Bindematerials gehärtet werden.
Nach einer weiteren Ausführungsform kann das nichtverwebte faserartige Produkt mit dem Bindemittel an einer Seite durch Aufsprühen, Eintauchen oder Walzenauftrag aufgebracht werden und das Schleifmittel kann darauf unter Einwirkung der Schwerkraft oder durch elektrostatische Methoden abgeschieden werden, worauf das Kissen umgedreht und ein Besprühen oder eine andere Aufbringung vorgenommen werden kann, um die andere Seite zu behandeln, worauf dann die Schleifmittelkörner aufgebracht werden. Gewünschtenfalls kann eine äussere Klebeschicht am Bindemittel an beiden Seiten des Schleifmaterials aufgebracht werden.
Nachdem das nichtverwebte, faserartige Produkt mit Bindemittel und Schleifmittel beschichtet worden ist, wird es dann behandelt, um das Bindemittel mit den Fasern zu vereinigen und die Körner mit den Fasern fest zu verbinden. Die beim Härtungsprozess verwendeten Temperaturen können im Bereich von etwa 163 bis 1910 C liegen, wobei Zeiträume bis etwa 10 min in Abhängigkeit von der Art des angewendeten Bindematerials in Betracht kommen.
Das im Rahmen der Erfindung angewendete Bindemittel kann als solches angesprochen werden, das eine Knoop-Härtezahl von 6 oder weniger aufweist und vorzugsweise eine Knoop-Härtezahl von etwa 1 oder 2 oder sogar weniger hat. Dieses Bindemittel ist weich und biegsam und hat eine genügende Plastizität, um es zu ermöglichen, einen kontinuierlichen Film über die Fasern zu bilden, da es erwünscht ist, dass sich der Film längs der Fasern erstreckt, um die Schleifmittelteilchen längs der Fasern aufzunehmen, insbesondere längs der Faserteile, die offen sind und sich zwischen den Verbindungsstellen
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oder verbundenen Kreuzungsstellen der Fasern erstrecken. Dieses Bindemittel ist wesentlich weicher als die Bindungsstoffe, die bisher in faserartigen Schleifprodukten, welche im wesentlichen hart und steif sind, verwendet worden sind.
Es wurde gefunden, dass die mit den weichen, vulkanisierten Kautschukelastomeren oder den härteren und steiferen Kunststoffen verbundenen Nachteile vermieden werden können, wenn Epoxyharze benutzt werden, die durch gewisse Polyester und Polyamide chemisch modifiziert worden sind. Solche Bindemittel sind nach dem Knoop-Härtetest ebenso weich oder sogar noch weicher als die weichen, vulkanisierten Kautschukelastomeren. Diese chemisch modifizierten Epoxyharze zeigen, wenn sie als Bindemittel für die Schleifmittel gemäss der Erfindung verwendet werden, kein Schmieren, selbst wenn sie z. B. beim Polieren von Edelstahl benutzt werden. Bei einem solchen Arbeitsvorgang sind keine Schleifmittel erforderlich.
Ausserdem haben Versuche ergeben, dass die Zugfestigkeit eines faserartigen Schleifmittelproduktes, das gemäss der Erfindung hergestellt worden ist und bei dem die modifizierten Epoxyharze als Bindemittel verwendet worden sind, um wenigstens 500/0 grö- sser ist als jene, wie sie mit den härteren und steiferen Bindemitteln erhalten wird. Ausserdem ist die zu erwartende Lebensdauer eines Schleifmittelproduktes, das unter Verwendung dieser Bindemittel hergestellt worden ist, ebenfalls wesentlich grösser.
Diese modifizierten Epoxyharz-Bindemittel können als Kombination eines Epoxyharzes, einesPolyesters und eines Polyamids beschrieben werden.
Die im Rahmen der Erfindung angewendeten Epoxyharze sind Reaktionsprodukte von Epichlorhydrin mit einem zweiwertigen Phenol. Bisphenol A [bis- (4-Hydroxyphenyl)-dimethylmethan] wird wegen seiner bequemen Verfügbarkeit bevorzugt. Die Reaktion wird in Gegenwart eines Alkalis, wie Natriumhydroxyd, ausgeführt, wobei das Epichlorhydrin im Überschuss angewendet wird. Die Epoxyharze, die für die Zwecke der Erfindung geeignet sind, können wie folgt charakterisiert werden : Epoxyäquivalent
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etwa dem zweifachen des Epoxyäquivalents, wobei die Harze bei Zimmertemperatur im allgemeinen in flüssigem Zustand vorliegen.
Die Polyamidkomponente der Bindemittel kann als Kondensationspolymer von dimerisierten (und trimerisierten) pflanzlichen Ölen, ungesättigten Fettsäuren und Aryl- oder Alkylpolyaminen charakterisiert werden. Die Polyamide sind lohfarbene, thermoplastische Harze mit Molekulargewichten im Bereich von etwa 3000 bis etwa 10 000 und Schmelzpunkten, die bis zu etwa 1900 C betragen. Die Polyamide mit niederen Molekulargewichten, bis zu etwa 6000, und niedrigen Schmelzpunkten werden in diesem Bindemittel verwendet. Es wird auch bevorzugt, Polyamide zu verwenden, in welchen ein höheres Amin, wie Diäthylentetramin, bevorzugt gegenüber Äthylendiamin verwendet wird.
Es wird erfindungsgemäss auch bevorzugt, Polyamide mit höheren Aminwerten wie jene zu verwenden, die Aminwerte im Bereich von etwa 290 bis 450 aufweisen, wobei solche Polyamide, die Aminwerte im Bereich von 350 bis 400 haben, ausgezeichnete Ergebnisse liefern. Die verwendeten Polyamide können ferner als solche identifiziert werden, die eine Viskosität (Gardner-Holdt) von etwa 200 bis 1000 cP bei 250 C haben. Handelsprodukte mit der Bezeichnung"Versamid 140" (erhältlich von der Firma General Mills) und"D. E. H. 14" (erhältlich von der Firma Dow Chemical Co.) sind zwei Beispiele von Polyamiden, die ausserordentlich gut in der Bindemittelmischung geeignet sind.
Die Polyamidkomponente dient zur Härtung des Epoxyharzes und zur Gewährleistung der Biegsamkeit des Harzes. In Abhängigkeit von der Menge an Polyester kann das Gewichtsverhältnis von Polyamid zu Epoxyharz in dem Bindematerial gemäss der Erfindung üblicherweise etwa 0, 5 : 1 bis etwa 1 : 1 betragen.
Die in den Bindemittelmischungen gemäss der Erfindung verwendbaren Polyester sind langkettige Polyester mit. Kettenlängen von wenigstens 14 Gliedern. Die Ketten können endständig entweder Carboxyl oder alkoholische Hydroxylgruppen aufweisen, in Abhängigkeit von dem bei der Synthese angewendeten Verhältnis der Reaktionsteilnehmer. Ausgezeichnete Ergebnisse sind mit einem Polyester erhalten worden, der das Reaktionsprodukt von etwa 3 Mol Phthalsäure, 7 Mol Adipinsäure und 12 Mol Dipropylenglykol enthält. Das Gewichtsverhältnis von Polyester zu Epoxyharz beträgt etwa 0, 25 : 1 bis etwa 1 : 1.
Bei der Herstellung des Bindemittels werden das Epoxyharz, das Polyamid und der Polyester miteinander vermischt und mit einem geeigneten Lösungsmittel verdünnt, um das Bindemittel leichter auf dem faserartigen Produkt aufbringen zu können. Das Lösungsmittel ist flüchtig ; Methylenchlorid hat sich als ausgezeichnetes Lösungsmittel für diesen Zweck erwiesen.
Beispiel 1 : Gekräuselte Polyamidfasern mit einer Länge von etwa 38, 1 mm (15 denier) werden auf einer Krempelmaschine zu einem Wirrfaserprodukt verarbeitet. Das Faserprodukt hatte ein Gewicht
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von etwa 85 bis 102 g und eine Dicke von 6, 3 mm. Eine Seite des Faserproduktes wurde mit etwa 425 bis 565 g/8361 cm2 einer Bindemittelaufschlämmung, die Schleifmittelkörner enthielt, besprüht, wobei das Bindemittel die folgende Zusammensetzung aufwies :
EMI5.1
<tb>
<tb> Teile
<tb> Epoxyharz <SEP> mit <SEP> einer <SEP> Viskosität <SEP> von <SEP> 10 <SEP> 000 <SEP> bis <SEP> 16000 <SEP> cP, <SEP> ein <SEP> spezifisches
<tb> Gewicht <SEP> von <SEP> 1, <SEP> 15 <SEP> bis <SEP> 1, <SEP> 17 <SEP> bei <SEP> 250 <SEP> C, <SEP> ein <SEP> Epoxyäquivalent <SEP> von <SEP> 185 <SEP> bis
<tb> 200, <SEP> wobei <SEP> es <SEP> sich <SEP> um <SEP> das <SEP> Reaktionsprodukt <SEP> von <SEP> 2 <SEP> Mol <SEP> Epichlorhydrin
<tb> mit <SEP> 1 <SEP> Mol <SEP> Bisphenol <SEP> A <SEP> handelt <SEP> ; <SEP> 100
<tb> Polyamidhärtungsmittel <SEP> und <SEP> Flexibilitätsmittel <SEP> mit <SEP> einem <SEP> Aminwert
<tb> von <SEP> 350 <SEP> bis <SEP> 400, <SEP> einer <SEP> Viskosität <SEP> von <SEP> 200 <SEP> bis <SEP> 600 <SEP> cP <SEP> bei <SEP> 750 <SEP> C
<tb> (Gardner-Holdt) <SEP> :
<SEP> 100
<tb> Vollständig <SEP> polymerisierter, <SEP> langkettiger <SEP> Polyester, <SEP> welcher <SEP> das
<tb> Reaktionsprodukt <SEP> von <SEP> etwa <SEP> 3 <SEP> Mol <SEP> Phthalsäure <SEP> mit <SEP> 7 <SEP> Mol <SEP> Adipinsäure
<tb> und <SEP> 12 <SEP> Mol <SEP> Dipropylenglykol <SEP> darstellt. <SEP> Er <SEP> hat <SEP> einen <SEP> Säurewert <SEP> von
<tb> 28 <SEP> bis <SEP> 32 <SEP> ; <SEP> 75
<tb> Siliziumkarbid <SEP> (lichte <SEP> Maschenweite <SEP> 0, <SEP> 032 <SEP> mm) <SEP> 310
<tb> Methylenchlorid <SEP> (Lösungsmittel) <SEP> 120
<tb>
Die oben erwähnte Bindemittelaufschlämmung durchdringt etwa 75% des Faserproduktes. Anschlie- ssend an das Besprühen wurde das Faserprodukt durch einen Trockenofen mit Luftumwälzung bei etwa 1630 C etwa 5 min lang geführt, um das Bindemittel zu härten.
Das teilweise überzogene Faserprodukt wurde dann umgedreht und mit dem gleichen Ansatz, wie er oben angegeben ist, besprüht, wobei wieder eine Menge von 425 bis 565 g/8 361 cm2 angewendet wurde. Das überzogene Produkt wurde bei etwa 1910 C etwa 7 min gehärtet.
Das gehärtete, gemäss diesem Beispiel benutzte Bindemittel hatte eine Knoop-Härtezahl von etwa 0,67.
Beispiel 2 : Das nach Beispiel 1 hergestellte Schleifmaterial zeigte ausserordentlich gleichmä- ssige Schleif- und Polierwirkung. Es wurde eine Reihe von Vergleichsversuchen durchgeführt, um die vergleichsweise Abnutzung eines Fussbodenabziehkissens gemäss Beispiel 1 und eines Kissens, das nach den Angaben in der USA-Patentschrift Nr. 2, 958, 593 hergestellt ist, zu prüfen. Für die Zwecke der Identifizierung wurde das nach Beispiel 1 hergestellte Kissen mit Probe Nr. 1 und das Kissen nach USAPatentschrift Nr. 2, 958, 593 als Probe Nr. 2 bezeichnet.
Bei diesem Test wurden 5 Streifen (610 mm lang und 19 mm breit) eines im Handel erhältlichen Sicherheitsbodenmaterials parallel im Abstand von 229 mm voneinander auf einem Asphaltplattenboden angeordnet. Über die Sicherheitsbodenstreifen wurde eine Bodenreinigungsmaschine hin-und herbewegt, wobei Wasser und ein übliches Boden-Abziehreinigungsmittel verwendet wurden. Die Bodenbürstmaschine wurde quer zu dem Sicherheitsbodenstreifen in Abständen von 1 min bewegt. Nach jedem 1 minIntervall wurde das Scheuerkissen hinsichtlich Abnützungserscheinungen geprüft. Die Versuchsergebnisse waren die folgenden :
Probe Nr. 1 :
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<tb>
<tb> Prüfstück <SEP> Nr. <SEP> : <SEP> Ergebnisse <SEP> : <SEP>
<tb> 1 <SEP> Nach <SEP> 8 <SEP> min <SEP> zeigte <SEP> das <SEP> Scheuerkissen <SEP> schwache <SEP> Rissbildung.
<tb>
2 <SEP> Nach <SEP> 9 <SEP> min <SEP> zeigte <SEP> das <SEP> Scheurkissen <SEP> schwache <SEP> Rissbildung
<tb> 3 <SEP> Nach <SEP> 11 <SEP> min <SEP> zeigte <SEP> das <SEP> Scheuerkissen <SEP> eine <SEP> nennenswerte <SEP> Rissbildung.
<tb>
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Tabelle (Fortsetzung)
Probe Nr. 2 :
EMI6.1
<tb>
<tb> Prüfstück <SEP> Nr. <SEP> : <SEP> Ergebnisse
<tb> 1 <SEP> Nach <SEP> 7 <SEP> min <SEP> zeigte <SEP> das <SEP> Scheuerkissen <SEP> eine <SEP> nennenswerte <SEP> Rissbildung.
<tb>
2 <SEP> Nach <SEP> 6 <SEP> min <SEP> zeigte <SEP> das <SEP> Scheuerkissen <SEP> eine <SEP> beträchtliche <SEP> Rissbildung.
<tb>
3 <SEP> Nach <SEP> 6 <SEP> min <SEP> zeigte <SEP> das <SEP> Scheuer
<tb> kissen <SEP> eine <SEP> beträchtliche <SEP> Rissbildung.
<tb>
Beispiel 3 : Es wurde eine Reihe von Versuchen durchgeführt, um vergleichsweise die Zugfestigkeit eines Schleifmaterialkissens festzustellen, das gemäss der Erfindung hergestellt worden ist, sowie eines Kissens "M", das nach den Angaben in der USA-Patentschrift Nr. 2, 958, 593 erhältlich ist.
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