AT262338B - Verfahren zur Gewinnung von Dünger aus städtischem Abfallmaterial - Google Patents
Verfahren zur Gewinnung von Dünger aus städtischem AbfallmaterialInfo
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Description
<Desc/Clms Page number 1> Verfahren zur Gewinnung von Dünger aus städtischem Abfallmaterial Die festen städtischen Abfälle, die täglich in den Städten eingesammelt werden, schaffen ein hygienisches und technisches Problem von hoher Bedeutung, wobei das Ziel besteht, eine rationelle Ent- fernung derselben zu finden. Unter städtischem Abfallmaterial versteht man Hausmüll, Siedlungsabfälle, Strassenkehricht, Marktabfälle, veraschbare und/oder kompostierbare Industriemüllanteile. Ausser dem unvernünftigen System der Ansammlung auf kontrollierten oder unkontrollierten Ablagefeldern sind gegenwärtig die folgenden Verfahren in Verwendung : 1. vollständige Veraschung ; 2. Umwandlung in organischen Dünger für die Landwirtschaft (Humus) ; 3. gemischtes System, u. zw. Umwandlung eines Teiles in Humus und Veraschung des restlichen Teiles. Das System der vollständigen Veraschung der Abfälle besteht in der Zerstörung des gesamten organischen Materials durch Behandlung mit offener Flamme, wobei man als Rückstände Aschen und inertes Material verschiedener Natur erhält (Glas, Scherben, Metalle usw.). Der Prozentsatz dieser Rückstände bewegt sich um 30% des ursprünglichen Materials, weshalb man, wenn man mit diesem System auch die hygienische Seite des Problems rationell löst, nicht das Gleiche von der praktischen Seite sagen kann. Die Aschen nämlich, die den vorherrschenden Teil der Rückstände darstellen, können auch in der Landwirtschaft in keiner Weise verwertet werden, da sie des organischen Anteils entbehren, der die Hauptkomponente des Humus darstellt. Unter organischer Substanz versteht man im wesentlichen die Differenz von gesamter Substanz abzüglich der Verbrennungsrückstände. Das System der Umwandlung in organischen Dünger für die Landwirtschaft erfordert sehr lange Zeiträume, damit die Materialien in Humus umgewandelt werden können. Das Verfahren erfolgt, wie bekannt, mittels aerober Verrottung (oder auch, aber selten, durch anaerobe Verrottung). Dieser Prozess, der sich auf natürliche Weise mit Hilfe der Enzyme entwickelt, die von den im Abfall enthaltenen Mikroorganismen abgesondert werden, erfordert beträchtlich lange Zeit ; es wurden Verfahren zur Beschleunigung untersucht, die jedoch keine zufriedenstellenden Ergebnisse geliefert haben. Daher sind für genügend vollständige Mineralisierung des organischen Materials Anlagen beträchtlicher Dimensionen nötig. Das gemischte System, u. zw. die Umwandlung eines Teiles in Humus und die Veraschung des restlichen Teiles, wurde vorgeschlagen, um die oben genannten Nachteile zu vermeiden, und besteht darin, die Umwandlung in Kompost bloss auf Material von genügend reduzierten Dimensionen zu beschränken. Dabei werden rationell kurze Umwandlungszeiten erhalten. Das gesamte Restmaterial wird verascht. Gegenstand der Erfindung ist nun ein Verfahren zur Gewinnung von Dünger aus städtischem Abfallmaterial, wobei der mittels Siebung erhaltene Feinanteil einer Verrottung zugeführt wird, der Grobanteil verbrannt wird und die Verbrennungsrückstände in die Kompostmasse einverleibt werden. <Desc/Clms Page number 2> Mit diesem System wurden die Zeiträume reduziert, aber offensichtlich verliert man damit die Düngekraft des zur vollkommenen Veraschung gesandten Materials. Im allgemeinen gibt die Umwandlung der Gesamtheit oder eines Teiles der festen Abfälle in organischen Kompost ein Produkt, das die besondere Eigenschaft hat, dem Erdboden nicht nur mineralische Substanzen zuzuführen, an denen es im Grunde genommen nicht sehr reich ist, sondern auch Kolonien von Mikroorganismen, an denen es äusserst reich ist und die für die Entwicklung der Pflanzen wesentlich sind. Die Umwandlung erhält man durch Ausnutzung der natürlichen aeroben und/oder anaeroben Verrottung, die sich spontan in der Masse der Abfälle entwickelt. Das erfindungsgemässe Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass der durch Siebung erhaltene Grobanteil des Materials einer bezüglich des darin enthaltenen organischen Materials unvollständigen EMI2.1 vermischt wird und diese Mischung zur aeroben Verrottung gelangt. Das Verfahren bringt vorherige oder spätere Siebe-und/oder Zerkleinerungsoperationen zur Erzielung eines homogenen und genügend feinen Produktes sowie die Veraschung jenes Teiles der Abfälle mit sich, der nicht umwandelbar ist oder für den die Umwandlung besonders schwierig wäre. Es ist zu beachten, dass die nicht verrotteten Abfälle sich als toxisch für die Pflanzen erweisen ; nach einer entsprechenden Verrottung, die nicht weniger als 30 - 40 Tage dauern soll, erhält man ein nicht toxisches Material mit seinen besonderen Düngeeigenschaften. Der Reifegrad der biologischen Fermentation kann als genügend angesehen werden, wenn der Prozentsatz an organischem Material nicht mehr oder weniger als 18-20% beträgt. Die schon angeführte Länge der für die Umwandlung erforderlichen Zeit bringt hohe Kosten für die Anlage und den Betrieb mit sich, wozu noch die Kosten für die Zerkleinerung, wenn eine solche stattfindet, mit ihren hohen Betriebskosten kommen. Mit der Verrottung erreicht man auch die Eliminierung der pathogenen Keime (dies aus hygienischen Gründen), der Parasiten, wie z. B. der Nematoden (dies, um das Erdreich nicht zu verseuchen), sowie die Zerstörung der in den Abfällen enthaltenen Samen, wie Unkraut-, Tomaten-, Kürbissamen usw. (dies auch, um das Erdreich nicht zu verseuchen). Das erfindungsgemässe Verfahren wird folgendermassen durchgeführt : Das rohe Material wird gesiebt, um das feine, schon verrottete oder rasch verrottendeMaterial abzutrennen ; der von dem Sieb zurückgehaltene Rest von mittlerer und grosser Stückgrösse wird der teilweisen Verbrennung mittels teilweiser Oxydierung der organischen Bestandteile unterzogen ; und dieser Rückstand wird nach dem Löschen mit dem feinen Material zur raschen Vervollständigung der totalen Verrottung vereinigt, wodurch man ein Material erhält, das als nicht toxischer Dünger verwendbar ist. Inerte Bestandteile, wie Glas, Keramik, Metall, können in vorteilhafter Weise nach der teilweisen Verbrennung abgetrennt werden, während das behandelte Material - wenn es nicht schon genügend durch die teilweise Verbrennung zerteilt isteiner mechanischen Zerkleinerung unterzogen werden kann, auch z. B. durch die Einwirkung eines rotierenden Siebes. Der teilweise Oxydierungsprozess durch Verbrennung kann während einer begrenzten Zeitperiode erreicht werden, z. B. 10 min bei einer Temperatur von 8000C. Für diese Verbrennung kann man einen rotierenden Ofen vorsehen, der auch die Zerteilung des Materials erleichtert. Es können z. B. etwa 0, 5 ms Luft per kg Material bei natürlichem Zug verwendet werden. Im wesentlichen beruht das erfindungsgemässe Verfahren auf der Tatsache, die Oxydierung mittels teilweiser Verbrennung durchzuführen, indem man so die biologische Oxydierung durch eine Verbrennung mit Flamme ersetzt. Mit diesem physikalischen Oxydierungsprozess erhält man : Reduktion des Prozentsatzes an organischem Material unterhalb die Toxizitätsgrenze (die zirka 18 EMI2.2 thermische Sterilisierungsbehandlung, um die in den städtischen Abfällen enthaltenen Samen nicht in das Erdreich zu bringen (was bei dem traditionellen Fermentationssystem während der Fermentation selbst erreicht wird) ; Sterilisierungsbehandlung zum Vernichten der Parasiten, insbesondere der Nematoden, und der pathogenen Keime (wobei auch diese Behandlung gegenwärtig durch Verrottung erhalten wird). <Desc/Clms Page number 3> EMI3.1 **WARNUNG** Ende DESC Feld kannt Anfang CLMS uberlappen**.
Claims (1)
- <Desc/Clms Page number 4> - 40wird, dass der so erhaltene Verbrennungsrückstand durch Behandlung mit Wasser gelöscht und auf einen Wassergehalt von zirka 501o gebracht wird, und in diesem Zustand mit den zu Beginn des Verfahrens abgetrennten Feinanteilen vermischt wird und diese Mischung zur aeroben Verrottung gelangt.2. Verfahren nach Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das gelöschte und auf einen Wassergehalt von zirka zoo gebrachte Material vor der Mischung mit den Feinanteilen durch Sieben von den groben Inertbestandteilen, wie Glas, Keramik, Metall, befreit wird.3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennziechnet. dass die teilweise Verbrennung bei Temperaturen von zirka 800 C während eines begrenzten Zeitraumes, z. B. 10 min, durchgeführt wird.4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbrennung mit zirka 0, 5 m3 Luft per kg Material mit natürlichem Zug durchgeführt wird.
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0026440A1 (de) * | 1979-09-27 | 1981-04-08 | FAUN Aktiengesellschaft | Verfahren zum Gewinnen von Bodenverbesserungsmitteln |
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1965
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