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Vorrichtung zum Herstellen eines Schichtstoffes durch Verkleben zweier Folien aus thermoplastischem Kunststoff
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Herstellen eines Schichtstoffes durch Verkleben zweier Folien aus thermoplatischem Kunststoff, deren eine geprägt und deren andere glatt ist, bestehend aus einer Walzenprägeinrichtung, deren Vertiefungen an eine Saugvorrichtung anschliessbar sind, und zwei mit Abstand zueinander angeordneten Zuführungseinrichtungen für die beiden Folien, sowie mindestens einer Klebstoffauftragwalze zum Auftrag von Klebstoff auf mindestens eine der beiden Folien.
Bekannte Vorrichtungen dieser Art weisen zwei mit achsparallelen Umfangsrillen versehene, zahnradartig miteinander in Eingriff stehende Prägewalzen auf, wobei die Vorsprünge der einen Walze die zwischen den beiden Walzen hindurchgeführte Folie in die entsprechenden Vertiefungen der andern Walze drücken. Hiedurch wird ein Prägevorgang bewirkt, dessen Ergebnis ausschliesslich quer zur Längserstreckung der Folienbahn verlaufende, an beiden Seiten offene Wellungen sind, die sich nicht zur Bildung ringsum abgeschlossener, die Polsterwirkung eines unter Verwendung einer mit Prägungen versehenen Folie hergestellten Schichtstoffes erhöhenden, luftgefüllter Zellen eignen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine einfach ausgebildete Vorrichtung zum Herstellen eines Schichtstoffes durch Verkleben zweier Folien aus thermoplastischem Kunststoff anzugeben, mit deren Hilfe es möglich ist, mit hoher Arbeitsgeschwindigkeit einen Schichtstoff herzustellen, der die erwähnten, allseitig abgeschlossenen, Luft enthaltenden Zellen und infolgedessen eine bessere Polsterwirkung aufweist als der bekannte, mit seitlich offenen Querwellen versehene Schichtstoff.
Erfindungsgemäss wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass bei einer Vorrichtung zum Herstellen eines Schichtstoffes in an sich bekannter Weise nur eine mit Saugformen versehene Prägewalze angeordnet ist, die an ihrem Umfang eine Zuführwalze für die zu prägende Folie und eine weitere Zuführwalze für die glatte Folie sowie zum gleichzeitigen Andrücken derselben gegen die erhabenen Stellen der geprägten Folie besitzt und eine weitere Führungswalze am Umfang der Prägewalze zum Ableiten der miteinander verbundenen Folien aufweist.
Die Zeichnungen veranschaulichen die Erfindung an Hand von Ausführungsbeispielen. Es zeigen : Fig. l eine schematische Darstellung der Vorrichtung, Fig. 2 einen in vergrössertem Massstab dargestellten Schnitt eines Teiles der in Fig. l dargestellten Vorrichtung, Fig. 3 einen weiteren, vergrössert dargestellten Teilschnitt aus Fig. l, Fig. 4 eine Draufsicht auf mit der Vorrichtung hergestelltes Schichtmaterial und Fig. 5 einen Schnitt nach der Linie 5 - 5 in Fig. 4.
Mit Hilfe der erfindungsgemäss ausgebildeten Vorrichtung lässt sich ein Schichtstoff durch Verkleben zweier Folien aus thermoplastischem Kunststoff herstellen, der wegen seiner guten Polstereigenschaften sich besonders als Wandverkleidung oder Dekoration sowie zum Beziehen von Möbeln eignet. Mit der Vorrichtung lässt sich auch eine ziemlich dünne Kunststoff-Folie als Aussenschicht für das Schichtmaterial verarbeiten. Es wird bei seinem Prägen auf eine vorzugsweise luftundurchlässige Unterlage geklebt. Das Anbringen dieser undurchlässigen Schicht schliesst in den geprägten Abschnitten der äusseren Folie Luft ein. Dabei wird vorzugsweise die Dicke der luftundurchlässigen Folie grösser gewählt als die der geprägten Folie. Ein solches Schichtmaterial lässt sich zusammenrollen und zum Anpassen an jede beliebige Oberflächenkontur bequem formen.
Seine Dicke und Steifheit lassen sich in
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weiten Grenzen beliebig wählen. Für die zu prägende Schicht verwendet man vorzugsweise Vinylkunststoff, der besonders zäh und haltbar ist und sich so prägen lässt, dass in dem aufgebrachten Muster äusserst feine Einzelheiten wiedergegeben werden können.
In Fig. 1-3 ist die mit Unterdruck arbeitende Prägewalze 10 an ihrer Oberfläche mit einer Vielzahl von Vertiefungen H versehen, in die zu prägende Folie 12 durch das Absaugen von Luft über sich von einer inneren Kammer zur Aussenfläche der Prägewalze erstreckende Öffnungen 10'hinein- gezogen wird. Die Bauweise der mit Unterdruck arbeitenden Prägewalze ist dem Fachmann bekannt, so dass eine ins einzelne gehende Beschreibung ihres Aufbaus und ihrer Arbeitsweise entbehrlich ist. Die Prägewalze 10 kann auf jede beliebige geeignete Art angetrieben werden und wird vorzugsweise etwa auf Raumtemperatur gehalten.
Die zu prägende Folie 12 hat üblicherweise die Form einer fortlaufenden Bahn und wird durch eine bei 13 schematisch dargestellte Heizvorrichtung erwärmt. Die erwärmte Folie wird über eine Zuführungswalze 14 geführt, die von der Prägewalze 10 in einem Abstand angeordnet ist. der angenähert gleich der Dicke der Folie 12 ist. Beim Auftreffen der Folie 12 auf die Oberfläche der Prägewalze 10 saugt der an ihr wirksame Unterdruck die Folie in die Vertiefungen 11 hinein, die jede beliebige gewünschte Form oder Gestalt haben können. Diese Vertiefungen 11 sind in den Zeichnungen der lunfachheit halber als gleichartige Vertiefungen dargestellt.
Beim Umlauf der Prägewalze 10, die sich, wie dargestellt, im Uhrzeigersinn dreht, wird die Folie in den Vertiefungen festgehalten und geht an einer Beleimungsrolle 15 vorbei. Der untere Abschnitt der letzteren reicht in einen Behalter lü hinab, in dem ein Vorrat Klebstoff 17 vorhanden ist. Der Klebstoff wird von der Oberfläche der Beleimungsrolle 15 aufgenommen und an die Aussenseite der auf der Prägewalze 10 befindlichen Folie 12 abgegeben. Da Teile der Folie 12 in die Vertiefungen 11 hineingezogen sind, wird Klebstoff nur an die nach aussen hochstehenden Teile der geprägten Folie abgegeben.
Nach dem Auftragen des Klebstoffs auf die Folie 12 wird mit Hilfe von Zuführungswalzen 19,20 eine luftundurchlässige glatte Folie 18 aus Kunststoff, Papier oder einem sonstigen geeigneten Folienmaterial auf die geprate, zum Teil beleimte Folie 12 aufgebracht. Die Zuführungswalzen 19 und 20 sind mit ihren Umhängen etwa um das Mass der Dicke der glatten Folie 18 voneinander entfernt, wobei zwischen der Zuführungswalze 20 und der Prägewalze 10 ein gleicher Abstand vorgesehen ist. Es ist jedoch zweckmässig, zwischen der Zuführungswalze 20 und der Prägewalze 10 wenigstens einen geringen Druck herzustellen, so dass die glatte Folie bei ihrem Anlegen gegen die gepragte Folie 12 angedrückt wird und fest an ihr haftet.
Das mit 21 bezeichnete fertige Schichtmaterial läuft dann um den Rest des Umfangs der Prägewalze 10 herum und wird über die Führungwalzen 22 und 23 fortgeführt.
Der zum Verbinden der geprägten Folie 12 mit der glatten Folie 18 verwendete Klebstoff 17 wird entsprechend der Art der Folien 12 und 18 gewählt. Die Folie 12 besteht vorzugsweise aus einem thermoplastischen Kunststoff, in dem eine ausreichende Menge Weichmacher zurückgeblieben ist, so dass das fertige Schichtmaterial schmiegsam ist und doch seine Prägung beibehält. Das Material für die glatte Folie ist vorzugsweise ein vorbehandeltes, insbesondere beschichtetes Papier von grösserer Dicke und Starrheit als die geprägte Folie. Andere Werkstoffe sind auch verwendbar, deren Dicke und sonstige Eigenschaften so aufeinander abgestimmt sind, dass ein gut verarbeitbarer selbsttragender Schichtstoff erzielt wird.
Unter Umständen kann die Verwendung eines üblichen Papiers in Form der glatten Folie als mechanische Stütze für die dünne geprägte Folie erwünscht sein, um ein Verzerren der Prägung der letzteren während des Anbringens der glatten Folie zu verhindern. Dann bewirkt die Befestigung der glatten Folie auf der geprägten mittels eines geeigneten Klebstoffes das Einschliessen von Luft in den geprägten Zellen, so dass eine Wirkung erzielt wird, die der durch die Verwendung eines undurchlässigen sonstigen Folienmaterials erzielten ähnlich ist.
In Fig. 4 und 5 ist ein mittels der Vorrichtung herstellbarer geprägter Schichtstoff dargestellt. Der Schichtstoff ist allgemein mit 21 bezeichnet, wobei die Vertiefungen in der geprägten Folie mit 24 bezeichnet sind. Fig. 5 zeigt einen Querschnitt durch den Schichtstoff, wobei zu bemerken ist, dass nur die Vertiefungen 24 mit der glatten Folie 18 verklebt sind und so eine Vielzahl von zwischen den Vertiefungen 24 angeordneten Luftzellen 25 zurückbleibt.
Bei der vorstehend beschriebenen Ausführungsform der Erfindung wurde der Klebstoff unmittelbar auf die Folie 12 aufgebracht. Gewünschtenfalls kann der Klebstoff jedoch mittels einer Beleimungsrolle 15'auf die glatte Folie aufgebracht werden, wobei der Klebstoff 17'in einem Behälter 16'enthalten ist. In bestimmten Fällen kann es erwünscht sein, in einem gesonderten Arbeits-
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gang auf Wärme oder auf Druck ansprechenden Klebstoff auf die glatte Folie aufzubringen und erst dann die so vorbereitete glatte Folie auf die geprägte Folie aufzukleben.
Der mit der Vorrichtung hersteHbare Schichtstoff bildet wegen des Vorhandenseins der abgeschlossenen Luftxellen zwischen der undurchlässigen geprägten und der undurchlässigen glatten Folie beispielsweise eine weiche, elastische und komfortable Sitzfläche, die mit einer fein geprägten, dem Aussehen von Geweben und anderem Material sehr ähnlichen Musterung versehen sein kann. Zur Schaffung einer weichen und äusserst dauerhaften Oberfläche können mit der Vorrichtung zähe und verschleissfeste Vinylkunststoffe verarbeitet werden.