<Desc/Clms Page number 1>
Verfahren und Vorrichtung zum Entschäumen von Anstrichmitteln, insbesondere-von wasserlöslichen Lacken
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Entschäumen von Anstrichmitteln, insbesondere von wasserlöslichen Lacken, unter Ausnutzung von Zentrifugalkräften.
Die bisher bekannten Vorrichtungen zum Entschäumen von Anstrichmitteln beruhen auf dem Prinzip, dem Anstrichmittel die Möglichkeit zu geben, sich in einem Behälter zu beruhigen, so dass die Schaumbläschen an die Oberfläche steigen und dort abgetrennt werden können oder durch bestimmte Vorkehrungen entlüften. Diese Behälter haben ein sehr grosses Volumen und sind daher in Lackieranlagen sehr raumstörend. Ausserdem ist eine mehr oder weniger grosse Menge des Anstrichmittels in diesen Behältern aufbewahrt, so dass die Anlagen nur mit grossen Anstrichmittelmengen betrieben werden können.
Ferner ist das Entschäumen von Lacken mit Zentrifugen bekannt.
Die Erfindung hat sich zur Aufgabe gestellt, die vor allem bei Tauchlackieranlagen in grösseren Mengen anfallenden schaumenthaltenden Anstrichmittel, insbesondere wasserlösliche Lacke, durch einen einfachen Arbeitsprozess vollständig zu entlüften.
Das erfindungsgemässe Verfahren zum Entschäumen von Anstrichmitteln sieht vor, dass ein an sich bekannter Hydrozyklon verwendet wird, in den das zu entschäumende Anstrichmittel in tangentialer Richtung eingebracht wird, wobei durch das unterschiedliche spezifische Gewicht der Luft bzw. des Schaumes einerseits und des Anstrichmittels anderseits die leichten Anteile in der Mitte des Zyklons nach oben steigen und das weitgehend entschäumte Anstrichmittel nach unten fliesst.
Es wurden zwar bereits Hydrozyklone zum Entschäumen von dreiphasigen Flotationstrüben verwendet, doch liegt hier eine andere Betriebsweise vor, da die Flüssigkeit zusammen mit dem Schaum abgezogen wird, so dass die für den Erfindungsgegenstand charakteristische Trennung von Schaum und Flüssigkeit durch einen Hydrozyklon nicht auftritt.
Als besonders vorteilhaft hat sich erwiesen, das nach unten fliessende Anstrichmittel zur restlosen Entschäumung zu filtern und erst dann der Wiederverwertung zuzuführen.
Bei der praktischen Ausführung des erfindungsgemässen Verfahrens wird das schaumenthaltende Anstrichmittel in einen Behälter in tangeltieller Richtung eingebracht. Die tangentiale Zuführung des Lackes erfolgt durch ein Ventil, das ausserhalb des Behälters bedient wird. Wenn man beispielsweise die Rotationsgeschwindigkeit des Anstrichmittels erhöhen will, genügt es bei gleichbleibender Förderleistung der Pumpen den Querschnitt des Ventils zu verringern.
In der Mitte des Behälters bildet sich ein Wirbel, in dem sich die leichteren Teile, also die Schaumbläschen sammeln, wogegen das schwerere Anstrichmittel auf Grund seiner grösseren Zentrifugalkraft sich am Rande des Behälters sammelt. Die Luft- bzw. die Schaumbläschen steigen auf Grund ihrer Auftriebskraft durch einen in der Mitte des Behälters angeordneten kegelförmigen Abscheider nach oben und werden durch eine Ableitung im Deckel des Behälters abgezogen, während das Anstrichmittel am Rande des Behälters nach unten fliesst und dort durch eine Ableitung abgezogen und der weiteren Wiederverwertung zugeführt werden kann.
Durch dieses oben beschriebene Verfahren wird schon ein grosser Teil der im Anstrichmittel enthal-
<Desc/Clms Page number 2>
tenen Schaumteile abgesondert. In Fällen, wo eine vollständige Entschäumung erwünscht ist, ist es vorteilhaft, diesem Wirbeltrennverfahren noch eine Filterung anzuschliessen. Das grösstenteils entschäumte Anstrichmittel wird daher zur restlichen Entschäumung noch durch Filter geleitet und erst dann der Wiederverwertung zugeführt.
Besonders vorteilhaft hat sich erwiesen, diese nachgeschaltete Filterung zuerst mit verhältnismässig grossmaschigen Flachfiltern, beispielsweise mit Sieben von 200 bis 500 Maschen/cm und dann mit fein- maschigeren zylindrischen Filtern, beispielsweise mit konzentrischen Sieben von etwa 1000 und mehr Maschen/cm, insbesondere 1000 - 2000 Maschen/cmz durchzuführen,
Gegenstand der Erfindung ist auch eine Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens.
Diese Vorrichtung besteht aus einem Behälter mit Kreisquerschnitt, der im oberen Teil einen tangential angeordneten Einlaufstutzen für die Zufuhr des zu entschäumenden Anstrichmittels und eine Ableitung für die angereicherten Luftbläschen besitzt, wobei im oberen Teil des Behälters koaxial zu seinem Mantel ein kegelförmiger Abscheider zur Abtrennung von Luft bzw. Schaumvorgesehen istund bei dem im unteren Teil eine Ableitung für das gereinigte Anstrichmittel angesetzt ist.
Eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung sieht vor, dass im unteren Teil des Behälters zwischen dem kegelförmigen Abscheider und der Ableitung für das entschäumte Anstrichmittel
EMI2.1
Filter werden zwischen einem oberen Blech mit Zulauflöchern und einem unteren Blech mit Ablauflöchern eingespannt. Es ist vorteilhaft, den Behälter mit einem abnehmbaren Deckel, der mit Flanschen festgehalten wird, auszustatten.
In den Zeichnungen ist eine beispielsweise Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes dargestellt u. zw. zeigt Fig. 1 einen Axialschnitt durch die erfindungsgemässe Vorrichtung, wogegen in Fig. 2 in der oberen Hälfte ein Querschnitt durch die zylindrischen Filter mit Blickrichtung auf den oberen Dek- kel und in der unteren Hälfte ein Querschnitt mit Blickrichtung auf den unteren Deckel wiedergegeben ist.
Nach Fig. 1 strömt das zu entschäumende Anstrichmittel durch das tangentiell angeordnete Ventil 2 in den oberen Teil des Behälters 1 und bildet dort einen durch den Pfeil 3 angedeuteten Wirbel, in dessen Zentrum die Luft- bzw. die Schaumbläschen durch den kegelförmigen Abscheider 4 nach oben wandern und durch die Ableitung 5 aus dem Behälter abgeführt werden. Der Deckel 6 ist mit einem Manometer 7 ausgestattet. Der Deckel 6 ist abnehmbar und wird durch Flanschen 8 festgehalten. Zur restlosen Abscheidung von Luft-bzw. Schaumbläschen fliesst das Anstrichmittel durch die Flachfilter 9 und 10 und weiter durch die zylindrischen Filter 11, die mit einem oberen Dek- kel 12 und einem unteren Deckel 13 festgehalten werden. Diese Deckel 12 und 13 besitzen Löcher 14 und 15 zum Ein- und Ausfliessen des Anstrichmittels.
Das entschäumte Anstrichmittel sam- melt sich im unteren Teil des Behälters und wird dort durch die Ableitung 16 zur Wiederverwendung abgezogen.
In Fig. 2 wird der Querschnitt der zylindrischen Filter 11 dargestellt. In der oberen Hälfte dieses Querschnittes sind die Eingangsöffnungen 14 und in der unteren Hälfte die Austrittsöffnungen 15 gezeichnet. Dazwischen liegen die zylindrischen Filter 11.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Entschäumen von Anstrichmitteln, insbesondere von wasserlöslichen Lacken, unter AusnutzungvonZentrifugalkräften, dadurchgekennzeichnet,dasseinansichbekannterHydrozyklon verwendet wird, in den das zu entschäumende Anstrichmittel in tangentialer Richtung eingebracht wird, wobei durch das unterschiedliche spezifische Gewicht der Luft bzw. des Schaumes einerseits und des Anstrichmittels anderseits die leichten Anteile in der Mitte des Zyklons nach oben steigen und das weitgehend entschäumte schwerere Anstrichmittel nach unten fliesst.