AT251880B - Verfahren zur Herstellung von Gelen aus Polyacroleinen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Gelen aus Polyacroleinen

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AT251880B
AT251880B AT742964A AT742964A AT251880B AT 251880 B AT251880 B AT 251880B AT 742964 A AT742964 A AT 742964A AT 742964 A AT742964 A AT 742964A AT 251880 B AT251880 B AT 251880B
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  Verfahren zur Herstellung von Gelen aus Polyacroleinen 
Es ist bekannt, dass Polyacroleine, die durch Polymerisation der Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung gewonnen wurden, also reaktive Aldehydgruppen besitzen, einer Cannizzaro-Reaktion im inerten 
 EMI1.1 
 
S02 -Lösungen,Nr. 3, 079, 280). Hiebei entstehen Lösungen von polymeren Polyoxycarbonsäuren bzw. ihrer Salze. Die in Frage stehenden Polyacroleine wurden sämtlich mit monomeren Systemen von Polymerisationsinitiatoren gewonnen. Es handelt sich um Redoxsysteme. Die Polyacroleine wurden entweder als solche oder in Form ihrer wässerigen SO2 -Lösung der Cannizzaro-Reaktion unterworfen. Die Cannizzaro-Reaktion führte stets nur zu Lösungen. 



   Es wurde nun gefunden, dass bei Beachtung ganz bestimmter Massnahmen keine Lösungen, sondern Gele bei der Einwirkung von basischen Stoffen auf Polyacroleine entstehen. Man kann Gele von Polyacroleinen herstellen, wenn man ein Polyacrolein, das entweder mit Hilfe eines    Polymer-SO -Kataly-   
 EMI1.2 
 und das mindestens    0, 1 Gew.-lo SO2   in Form von    S03   H- oder SO3 M-Gruppierung enthält, die an die Aldehydgruppen des Polyacroleins gebunden sind (M bedeutet Alkali-, Ammonium-und Erdalkalimetallionen), in einem inerten Medium, in dem das genannte Polyacrolein zu mindestens 3   Gel.-%,   vorzugsweise 6   Gew. -0/0,   vorliegt, mit einer basisch wirkenden Substanz vermischt.

   
 EMI1.3 
 beträgt und das mindestens 0,1 Gew.-% SO2 in Form von SO3 H- oder SO3 M-Gruppierungen, gebunden an seine Aldehydgruppen, enthält, kann auf folgende Weisen gewonnen werden :
1. Frischdestilliertes Acrolein, das bis zu 100 Tpm Hydrochinon enthalten kann, wird in einem inerten Medium mit einem    Polymer -S02 -Addukt   bzw. Alkali- oder Erdalkalibisulfit-Addukt polymerisiert, u. zw. entsprechend der deutschen Patentschrift Nr. 1138 546. 



   So kommen als Polymere für das    Polymer- S02 - Addukt   in Frage, z. B. Polyacroleine, Polyvinyl- 
 EMI1.4 
 5. 105. 



   Das so gewonnene Polyacrolein, dessen Molekulargewicht im allgemeinen zwischen    1. 104   und 2. 106 liegt, fällt als Feststoff an, wenn das    Polymer-S02 -Addukt   sofort nach seiner Herstellung eingesetzt wird. Das feste Polyacrolein wird abfiltriert, mit Wasser und/oder niederen aliphatischen gesättigten primären Alkoholen, wie Methanol, Äthanol, Propanol gewaschen und in Wasser und/oder in organischen 

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 inerten Medien, wie vorzugsweise niederen aliphatischen gesättigten primären Alkoholen, wie Methanol, Äthanol, Propanol aufgeschlämmt. In dieser Aufschlämmung kann es mit den basischen Substanzen vermischt werden.

   Es kann auch ohne vorherige Aufarbeitung direkt das Polymerisationsgemisch mit basischen Substanzen versetzt werden. 
 EMI2.1 
 temperatur muss das Produkt entsprechend länger gelagert werden-, so fällt das Polyacrolein in dem inerten Medium in Form einer Emulsion an und kann in dieser Form direkt mit den basischen Substanzen vermischt werden. 



   2. Acrolein wird, gegebenenfalls in einem inerten Medium, mit    SO   entsprechend den Angaben der deutschen Patentschrift Nr. 1062 012 polymerisiert. Das Polyacrolein fällt als Feststoff an und kann entsprechend der unter 1. für den Feststoff beschriebenen Massnahmen abfiltriert und aufgearbeitet werden. Wird an Stelle von SO eine Lösung von Alkalisulfit bzw. Alkalibisulfit verwendet, und die Polymersation bei einem PH-Wert von mehr als 4 durchgeführt, so fällt das Polyacrolein in Form einer Lösung an. 



   3. Frischdestilliertes Acrolein wird mit Katalysatoren, die frei von    SO   oder Alkali-und Erdalkalibisulfit sind, gegebenenfalls in einem inerten Medium, das den unter 1. genannten Bedingungen entspricht, polymerisiert. Die Polyacroleine fallen als Feststoff an und werden ebenfalls entsprechend 1. aufgearbeitet. 



   Als    SO2 - bzw.   bisulfitfreie Katalysatoren kommen die bekannten Radikalkatalysatoren, wie Peroxyde (z. B. Benzoylperoxyd, tertiäre Alkylperoxyde, Wasserstoffsuperoxyd), Persulfate (z. B. Alkalipersulfate), Azokatalysatoren (z. B. Azoisobuttersäurenitril) und die Redoxsysteme, z. B. die von R. C. Schulz und Mitarbeitern in "Makromolekulare Chemie", 24   [1957], S. 141 - 151   beschriebenen in Frage. Auch ionische Katalysatoren, wie schwach anionische Katalysatoren, z. B. Piperidin, Alkalicarbonate oder - hydroxyde können eingesetzt werden. 



   Die so gewonnenen Polyacroleine sind, wie gesagt, frei von    S03     H-bzw.SO M-Gruppierungen.   Sie werden daher nach der Aufarbeitung entweder als solche oder nach Aufschlämmung in inerten Medien, wie Wasser, gegebenenfalls niederen aliphatischen gesättigten primären Alkoholen, wie Methanol, Äthanol, Propanol bzw. Gemischen aus Wasser und diesen Alkoholen in allenMischungsverhältnissen mit gasförmigem oder wässerigem    SO   bzw. wässerigen Alkali- oder Erdalkalibisulfitlösungen versetzt.

   Es 
 EMI2.2 
 
Bei der Umsetzung mit den basisch wirkenden Substanzen ist folgendes zu beachten :
Während das nach 1. gewonnene Polyacrolein sofort der noch zu beschreibenden Gelbildung mit basisch wirkenden Substanzen unterworfen werden kann, müssen    S02 -haltige   Polyacroleine, die nach 2. und 3. gewonnen wurden, erst noch einer bestimmten Lagerzeit, einer sogenannten Reifezeit, unterworfen werden. Dabei werden die nach 2. und 3. gewonnenen    S02 -haltigen   Polyacroleine sowohl als Feststoff wie auch als Dispersion und als Lösungen der Reifezeit unterworfen. Wahrscheinlich tritt während der Reifezeit eine günstige Veränderung der Polymerstruktur ein. 



   Die Länge dieser Reifezeit hängt von der Temperatur ab, so ist z. B. bei einer Temperatur von   50 C   eine Reifezeit von 2 h, dagegen, bei 700 eine solche von nur einer halben Stunde notwendig. Will man bei Zimmertemperatur reifen lassen, so verlängert sich die Reifezeit entsprechend und kann   z. B.   zwei Wochen betragen. Eine allgemeine gültige Massnahme, mit der man die ausreichende Reifezeit feststellen kann, besteht darin, dass man das betreffende Polyacrolein in Gegenwart eines inerten Mediums mit   20% figer   wässeriger Natronlauge versetzt. Tritt Gelbildung ein, so war die Reifezeit ausreichend, andernfalls muss das Polyacrolein weiter geprüft und nach gewissen kurzen Zeitabständen,   z. B.   einer halben Stunde, erneut mit Natronlauge umgesetzt werden.

   Die Reifedauer soll nicht unnötig verlängert werden,   z. B.   auf das Mehrfache der Zeit. 



   Die nach 1. -3. gewonnenen Polyacroleine, die also    SO   in Form von   SOH-oder SO M-Grup-   pierungen enthalten, können sowohl als Dispersionen wie als Lösungen in den inerten Medien vorliegen. Bei Anwesenheit von 0, 1 bis etwa 50   Gew.' ibSO, bezogen   auf Polyacrolein, werden Dispersionen, bei Anwesenheit von mehr als 50    Gew. -0/0 S02   Lösungen erhalten. Der Übergang der Dispersion in Lösungen ist fliessend, so dass der Wert von 50    Gew. -0/0 S02   als ungefährer Wert angesehen werden muss. Unterhalb dieses Wertes kann schon das Polymere von der Oberfläche aus in Lösung gehen, eine völlige Lösung tritt aber erst um den Grenzwert von 50   Gew. -0/0   herum ein.

   Die Anwesenheit von 55    Gew. -0/0 S02   dürfte im allgemeinen zur völligen Auflösung ausreichen. 

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   Die in den inerten Medien als Dispersion oder Lösungen vorliegenden SO-haltigen Polyacroleine werden mit basischen Substanzen einer Gelbildung unterworfen. 



   Als inerte Medien kommen in Frage : Wasser, niedere aliphatische gesättigte primäre Alkohole, Gemische von Wasser und diesen Alkoholen in sämtlichen Mischungsverhältnissen. 



   Die genannten Dispersionen oder Lösungen enthalten die SO-haltigen Polyacroleine in Mengen von mindestens   2 Gew.-%.   Eine obere Grenze liegt bei etwa   50 Gew.-lo.   Vorzugsweise werden Dispersionen bzw. Lösungen mit einem Polyacroleingehalt von 5 bis 25 Gew.-% verwendet. 



   Zu diesen Dispersionen oder Lösungen werden die basisch wirkenden Substanzen, die weiter unten definiert werden, sowohl als solche oder in Lösung gegeben. Die Lösungsmittel können sowohl Wasser wie niedere aliphatische gesättigte primäre Alkohole, wie Methanol, Äthanol, Propanol oder Gemische aus Wasser und diesen Alkoholen in allen Mischungsverhältnissen sein. 



   Als basisch wirkende Substanzen kommen in Frage : Alkalihydroxyde, einschliesslich Ammoniumhydroxyd, Erdalkalihydroxyde, Alkalicarbonate, einschliesslich Ammoniumcarbonat, tertiäre Alkaliphosphate, primäre, sekundäre, tertiäre Mono- und Diamine. Als besonders günstig erwiesen sich : Natronlauge, Kalilauge, Ammoniumhydroxyd, Kalziumhydroxyd, Bariumhydroxyd, Soda, Kaliumcarbonat, tertiäres Natriumphosphat, Äthylendiamin, Piperidin. Ihre Konzentration im Umsetzungsmedium soll 2   Gel.-%   bzw. 3   Gew. -0/0   bis Sättigungskonzentration, vorzugsweise   5-10 Gew.-"   betragen. 



   Nach Zugabe dieser basisch wirkenden Substanzen zu den Dispersionen oder Lösungen von Polyacrolein wird das Gemisch viskoser und bildet in einem Zeitraum von 20 sec bis 1 h bei Zimmertemperatur ein Gel. Bei höheren   Temperaturen, z. B.   von 50 bis   70 C,   verkürzt sich die Gelbildungszeit entsprechend. Auch bei tieferen Temperaturen als bei Zimmertemperatur kann die Gelbildung vorgenommen werden,   z. B.   bei Temperaturen von-5 bis +50C. Dabei verlängert sich die Gelbildungszeit auf etwa die doppelte Zeit im Vergleich zur Reaktion bei 200C. Die Viskositätswerte dieser Gele liegen bei mindestens 3 000 cP und können im allgemeinen Werte von 3 000 000 cP, aber auch mehr erreichen. 



   Die vorstehend beschriebenen Massnahmen betreffen die Herstellung von Gelen aus Homopolymeren des Acroleins. Sie gelten aber ebenso auch für Copolymere von Acrolein mit äthylenisch ungesättigten Verbindungen, wie Acrylsäure, Acrylnitril, Acrylester, Styrol, Methylmethacrylat, Vinylacetat, Acrylamid, Methacrylamid. Dabei zeigte sich, dass die Festigkeit der Gele immer geringer wurde, je höher der Anteil der äthylenisch ungesättigten Vinylverbindungen an den Copolymerisaten waren. So ist es im allgemeinen unzweckmässig, den Anteil der Vinylverbindungen über 50 Gew.-% am gesamten Copolymerisat zu erhöhen.

   Vorzugsweise liegt daher der Anteil der comonomeren Vinylverbindungen unter 50   Gel.-%,   vorzugsweise bei   0,     1 - 20 Gew. -0/0.   Die erfindungsgemäss hergestellten Gele können zur Abdichtung poröser, wasserdurchlässiger Materialien wie Böden, Bodenformationen oder Baumaterialien verwendet werden. 
 EMI3.1 
 



  Natronlauge wird ein Gel erhalten. 5 min nach dem Vermischen der Komponenten hat dieses Gel, gemessen mit einem Heliopathviskosimeter, eine Viskosität von 3 000 cP. 



   Durch Umsetzung von 150   Gew. -Teilen   der gleichen Emulsion bei   20 C   mit 300 Gew. - Teilen 10 gew. -%iger Natronlauge wird ein Gel erhalten. 5 min nach dem Vermischen der Komponenten hat dieses Gel, gemessen mit einem Heliopathviskosimeter, eine Viskosität von   120 000   cP. 



   Durch Umsetzung von 200   Gew. -Teilen   der gleichen Emulsion bei   200C   mit 200 Gew. - Teilen 20 gew. -%iger Natronlauge wird ein Gel erhalten. 5 min nach dem Vermischen der Komponenten hat dieses Gel, gemessen mit einem Heliopathviskosimeter, eine Viskosität von   700 000   cP. 



   Durch Umsetzung von 200   Gew.-Teilen   der gleichen Emulsion bei   200C   mit 200   Gew.-Teilen   30 gew. -%iger Natronlauge wird ein Gel erhalten. 5 min nach dem Vermischen der Komponenten hat 
 EMI3.2 
 lösung, derenGehalt zu 10Gew. -% aus Methylcellulose (Handelsprodukt Tylose MH300) und zu 6   Gew. - 0/0   aus SO2 besteht, werden 6 h ausgerührt; die Reaktionstemperatur liegt bei 300C. Das erhaltene Polyacrolein wird gewaschen und als wasserfestes Produkt für weitere Umsetzungen verwendet. 



   10 Gew.-Teile dieses Polyacroleins mit einem Feststoffgehalt von 20 Gew.-% (Molekulargewicht 

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 500000) werden mit 20   Gew. -Teilen   10 gew. -%iger wässeriger Natronlauge vermischt. Innerhalb von 1 min bildet sich ein dicker Brei von schwach gelb gefärbten Gelteilchen (Temperatur 20 C). 



   Beispiel 3 : Herstellung eines Polyacrolein-Gels aus einem in Wasser emulgierten Polyacrolein, das mit einem   Polymer-S02 -Addukt   als Katalysator hergestellt wurde. 



   Das Polyacrolein wird wie folgt hergestellt :
50 Vol.-Teile Acrolein, 125 Vol. -Teile Wasser und 4 Vol. -Teile einer wässerigen Katalysator- 
 EMI4.1 
 ausgerührt. Das erhaltene Polyacrolein, das in wässeriger Emulsion vorliegt, wird ohne Durchführung eines Alterungs-, d. h. des Reifungsprozesses für die Gelbildung eingesetzt. 



   10Gew. -Teile dieses Emulsionspolyacroleins mit einem Feststoffgehalt von 20Gew.-% (Molekulargewicht 100000) werden mit 20 Gew.-Teilen 10 gew. -%iger methanolischer Kalilauge vermischt. 



  Innerhalb von 1 min entsteht bei   200C   ein braunes, kompaktes Gel. 



     Beispiel 4 :   Herstellung eines   Polyacrolein-Gels   aus einer Polyacrolein-SO2 -Lösung, bei der das Polyacrolein mit einem Polymer-SO-Addukt als Katalysator hergestellt wurde. 



   Die    Polyacrolein-SO -Lösung   wird wie folgt hergestellt :
In 100 Gew.-Teile 20 gew.-%iges Emulsionspolyacrolein, hergestellt gemäss Beispiel 3, werden bei   200C   14 Gew.-Teile Schwefeldioxyd eingeleitet. Innerhalb von 24 h bildet sich eine klare, bräunliche Lösung. Diese Lösung ist zur Herstellung von Gelen direkt verwendbar. 



   10 Gew.-Teile dieser Polyacrolein-SO2 -Lösung werden mit 20 Gew. -Teilen 5 gew. -%iger Natronlauge vermischt. Es entsteht zunächst eine klare, dünnflüssige Lösung, deren Viskosität bei   200C   ständig langsam zunimmt. Innerhalb von 45 min bildet sich daraus ein braunes, klares Gel. Dieses Gel ist sehr weich und hat, dadurch bedingt, noch ein gewisses Fliessvermögen. 
 EMI4.2 
 guter Formbeständigkeit. 



   Beispiel 5 : Herstellung einer Polyacroleinlösung bzw. eines -Gels aus Polyacrolein-SO2 -SO2 -Lösung ohne bzw. mit Lagerzeit. 



   Das Polyacrolein wird wie folgt hergestellt :
30   Vol.-Teile   Acrolein werden in 70   Vol.-Teilen   Wasser durch Rühren homogenisiert und 
 EMI4.3 
 gleichzeitig wird das Polyacrolein ausgefällt. Es wird abgesaugt, mit Wasser gewaschen und zur Herstellung der    S02 -Lösung   als wasserfeuchtes Produkt verwendet. 



   100   Gew.-Teile   dieses Polyacroleins (Molekulargewicht 3000) mit einem Feststoffgehalt von 20 Gew.-% werden durch mehrmaliges Einleiten mit 14 Gew.-Teilen SO2 gesättigt. Innerhalb von 3 bis 4 Tagen bildet sich daraus bei   200C   eine Lösung. 
 EMI4.4 
 Lösung. 



   Wird die frisch hergestellte Polyacrolein-SO2-Lösung einem Reifungsprozess durch 4wöchiges Stehenlassen bei 250C unterworfen, so ist diese, etwas viskoser gewordene Lösung nun zur Bildung eines Gels unter denselben Reaktionsbedingungen geeignet, bei denen ohne Reifungsprozess Lösungsbildung stattfindet. 



   10   Gew.-Teile   dieser gereiften    Polyacrolein-SO -Lösung   werden bei   200C   mit 10 Gew.-Teilen 20 gew. iger Natronlauge vermischt. Innerhalb von 2 min bildet sich ein klares, kompaktes Gel. 



   Beispiel 6: Herstellung von Polyacroleinlösung aus Polyacrolein-SO2 -Lösung ohne Lagerung. 



   Das für die Umsetzung verwendete Polyacrolein wird wie folgt hergestellt : 
 EMI4.5 
 von 30 000. 



   Die Herstellung der   SO-Lösung   erfolgt durch Umsetzung mit gasförmigem    S02   in derselben Weise wie die Lösungsbildung in Beispiel 5 beschrieben ist. 

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 EMI5.1 
 



   Die in Beispiel 6 beschriebene   Polyacrolein-SO-Lösung   mit einem Gehalt von 17 Gew.-% Polyacrolein (Molekulargewicht   30 000)   und 8 Gew.-% SO2 wird zur Reifung 1 h auf   700C   erwärmt. Hiebei nimmt die Viskosität der Lösung etwas zu. 



    10 Gew.-Teile dieser gereiftenPolyacrolein-SO-Lösung werdenmit 20 Gew.-Teilen 20 gew. -%iger Natronlauge bei 200C vermischt. Innerhalb von 1 min entsteht ein braunes, kompaktes Gel.   



     Beispiel 8 :   10 Gew.-Teile der in Beispiel 7 beschriebenen, gereiften Polyacrolein-SO2 -Lösung werden mit 10   Gew. -Teilen   einer 20   gew.-igen   wässerigen Lösung von Äthylendiamin bei   200C   vermischt. Innerhalb von 1 min bildet sich ein klares, kompaktes Gel. 



    Beispiel 9 : 10 Gew.-Teile der in Beispiel 7 beschriebenen, gereiften Polyacrolein-SO2-Lösung werden mit 20 Gew. -Teilen einer 20 gew. -%igen wässerigen Lösung von Piperidin bei 20 C vermischt.   



  Innerhalb von 1 min entsteht ein braunes, kompaktes Gel. 



    Beispiel 10: 10Gew.-Teile der in Beispiel 7 beschriebenen, gereiften Polyacrolein-SO2 -Lösung werden mit 10 Gew.-Teilen einer 20 gew. -%igen wässerigen Ammoniaklösung bei 20 C vermischt.   



  Innerhalb von 30 min entsteht ein klar durchsichtiges, kompaktes Gel. Dieses Gel ist nur wenig gelblich verfärbt. 



   Beispiel 11 : Herstellung von Polyacrolein-Gel aus Polyacrolein, das mit SO als Katalysator gewonnen und anschliessend gelagert wurde. 



   Das Polyacrolein wird wie folgt hergestellt :   In 100 Vol. -Teile Acrolein wird 5 min lang ein Gasstrom von SO eingeleitet. Unter Temperaturanstieg von 20 auf 350C wird im Laufe von 2 h das gebildete Polyacrolein vom Molekulargewicht 30 000    ausgefällt. Es wird abgesaugt und mit Wasser gewaschen. Das wasserfeuchte Polyacrolein wird gemäss 
 EMI5.2 
 prozess wie folgt durchgeführt :   Die Polyacrolein-SO-Lösung wird 2 h unter Rühren auf 500C erwärmt. 



  10 Gew.-Teile dieser gereiften Polyacrolein-SO2 -Lösung werden mit 3Gew.-Teilen 20 gew. -%igem    wässerigem Ammoniak versetzt. Innerhalb von 1 h entsteht ein klares, kompaktes Gel. 



   Beispiel 12 : Herstellung von Polyacrolein-Gel aus Polyacrolein, das mit Natriumbisulfit gewonnen und anschliessend gelagert wurde. Das Polyacrolein wird wie folgt hergestellt : 
 EMI5.3 
 Schwefeldioxyd (5-6% SO2) werden zugemischt. Das Molekulargewicht des Polyacroleins liegt bei   5000.   
 EMI5.4 
   Polyacrolein-SO-Lösung   gelbildend. lOGew.-Teile dieser gereiften Polyacrolein-SO2 -Lösung werden mit 10 Gew. -Teilen 20   gew.   iger wässeriger Piperidinlösung versetzt. Innerhalb von 2 min bildet sich ein klares, kompaktes Gel. 



   Beispiel 13: Polyacrolein -Gelbildung aus    Polyacrolein-SO -Lösung   in Abhängigkeit von der Lagerzeit. 



   Es wird eine Polyacrolein-SO2 -Lösung mit einem Gehalt von 17Gew.-% Polyacrolein und 8 Gew.-%   SO,   verwendet, deren Herstellung in Beispiel 6 beschrieben ist. 
 EMI5.5 
 ist, entsteht als Reaktionsprodukt eine Cannizzarolösung. 



   10 weitere Vol. -Teile dieser Polyacrolein-SO2 -Lösung werden 30 min bei   700C   wärmegealtert und dann mit 20 Vol. -Teilen 10 gew.-% iger Natronlauge vermischt. Es entsteht eine noch fliessfähige, aber schon kleine Festpartikel enthaltende sogenannte Geldispersion. 



   10 Vol. -Teile der oben beschriebenen Polyacrolein-SO2 -Lösung werden 1 h auf   700C   erwärmt und anschliessend mit 20   Vol.-Teilen   10 gew. -%iger Natronlauge versetzt. Innerhalb von 1 min entsteht 

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 EMI6.1 
 ein Gel, das aber noch eine höhere Festigkeit aufweist als das zuvor genannte Gel aus der weniger lang gealterten Polyacrolein-SO2 -Lösung. 
 EMI6.2 
 
60 Vol.-Teile Acrolein, 15   Vol.-Teile   Acrylnitril, 100 Vol. -Teile Wasser,   0, 5 Gew.-Teile   Kaliumpersulfat und 2 Vol. - Teile einer wässerigen Katalysatorlösung, deren Feststoffgehalt zu 15 Gew.-% aus Polyacrolein und zu 8 Gew.-% aus    SO   besteht, werden unter Rühren bei   600C   2 h lang copolymerisiert.

   Es wird abgesaugt, ausgewaschen und das wasserfeuchte Copolymerisat für weitere Umsetzungen verwendet. 
 EMI6.3 
 



   -TeilenBeispiel 16 : Herstellung eines Polyacrolein -Gels aus einer Polyacrolein-Natriumbisulfitlösung. 



   Die Polyacrolein-NaHSO3 -Lösung wird wie folgt hergestellt :
In 100 Gew.-Teile 20   gew.-tigem   Emulsionspolyacrolein, hergestellt gemäss Beispiel 3, werden   11, 5 Gew.-Teile   Natriumbisulfit gelöst und 1 h auf   950C   erhitzt. Es entsteht eine klare, gelbliche Lösung, die ohne Durchführung eines Reifungsprozesses zur Gelbildung verwendet wird. 



   10 Gew.-Teile dieser Polyacrolein-NaHSO3 -Lösung werden mit 10   Gew.-Teilen   20   gew.-% igem   wässerigem Ammoniak versetzt. Innerhalb von 1 min bildet sich ein klar durchsichtiges, nur wenig gelblich gefärbtes Gel. Das Gel ist formbeständig und zäh. 



   Beispiel 17 : 10 Gew.-Teile der nach Beispiel 16 hergestellten    Polyacrolein-NaHSO -Lösung   werden mit 10   Gew. -Teilen   20 gew. -%iger wässeriger Piperidinlösung vermischt. Es bildet sich augenblicklich ein braunes, kompaktes Gel. 



   Beispiel 18: 10 Gew.-Teile der nach Beispiel 16 hergestellten    Polyacrolein-NaHSO -Lösung   werden mit 20   Gew. -Teilen   20 gew. -%iger wässeriger Kaliumcarbonatlösung vermischt. Es bildet sich sofort ein lockerer Brei von gelblich gefärbten Gelteilchen. 



   Beispiel 19 : 10   Gew.-Teile   der nach Beispiel 16 hergestellten Polyacrolein-NaHSO3 -Losung werden mit 20 Gew. - Teilen einer   20 gew. -%igen   Suspension von Kalziumhydroxyd in Wasser vermischt. 



  Innerhalb von 30 sec entsteht ein gelblicher Gelbrei. 



   Beispiel 20: 10 Gew. -Teile der nach Beispiel 16 hergestellten Polyacrolein-NaHSO3 -Lösung werden mit 10   Gew. -Teilen   einer 20 gew. -%igen wässerigen Lösung von Äthylendiamin vermischt. 



  Innerhalb von 1 min bildet sich bei   200C   ein braunes, kompaktes Gel. 



   Beispiel 21 : 10 Gew.-Teile der nach Beispiel 16 hergestellten   Polyacrolein-NaHSO-Lösung   werden mit 10   Gew. -Teilen   einer 20 gew. -%igen wässerigen Aufschlämmung von tertiärem Natriumphosphat vermischt. Es entsteht sofort ein dicker Brei von gelben Gelteilchen. 



   Beispiel 22: 10 Gew. -Teile einer gemäss Beispiel 16 hergestellten Polyacrolein-Natriumbisulfit-Lösung werden mit 20   Gew. -Teilen   einer Mischung aus 14   Gew.-Teilen   25 gew.-%igem Ammoniak und 86   Gew. -Teilen   Wasser versetzt. Innerhalb von 7 min bildet sich aus der zunächst entstehenden, wenig viskosen Lösung unter allmählicher Viskositätszunahme dieser Lösung ein klares, schwach gelbliches Gel. 



   Wird unter sonst analogen Bedingungen zur Gelbildung eine Mischung aus 12 Gew. - Teilen 25 gew. -%igem Ammoniak und 88   Gew.-Teilen   Wasser verwendet, so bildet sich das Gel aus der anfangs gut fliessfähigen Lösung erst nach 15 min. 



   Die Gelbildungszeit kann noch weiter hinausgeschoben werden, wenn wieder unter analogen Bedingungen eine Mischung aus 10   Gew. -Teilen   25 gew. -%igem Ammoniak und 90   Gew. -Teilen   Wasser 

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 verwendet wird. Hiebei bildet sich das Gel erst in 30 min. 



    PATENTANSPRÜCHE :    
 EMI7.1 
 zur Herstellung von Gelen aus Polyacroleinen, dadurch gekennzeichnet,2. 106, das entweder mit Hilfe eines    Polymer - S02 - Katalysators   oder mit Hilfe eines Radikal- oder ionischen Katalysators und anschliessender Lagerung gewonnen wurde und das mindestens   0, 1 Gew.-%  
SO2 in Form von    SO   H-oder SOs M-Gruppierungen, die an die Aldehydgruppen der Polyacroleine gebunden sind, enthält, worin M Alkali-, Ammonium-und Erdalkalimetallionen bedeutet, in einem inerten Medium, in dem die Konzentration des Polyacroleins mindestens 3   Gew. -0/0   beträgt, mit einer basisch wirkenden Substanz vermischt.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Polyacrolein in einer Konzentration von mindestens 6 Gel.-% verwendet wird.
    3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass als Polyacrolein ein Homopolymerisat von Acrolein, das durch Polymerisation von Acrolein mit einem Polymer-SO-Addukt in inertem Medium gewonnen wurde, verwendet wird.
    4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass als Polyacrolein ein Homopolymerisat von Acrolein, das durch Polymerisation von Acrolein mit gasförmigem SO oder in inertem Medium mit S02 oder Alkalisulfit oder Alkalibisulfit gewonnen und bei 70 - 200C während einer halben Stunde bis zwei Wochen gereift wurde, verwendet wird.
    5. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass als Polyacrolein ein EMI7.2 und nach Einleiten von gasförmigem oder wässerigem SO2 bzw. wässerigen Alkali-, Ammonium-und/oder Erdalkalibisulfitlösungen in die Aufschlämmung eine halbe Stunde bis zwei Wochen bei Temperaturen von 70 bis 200C gereift wurde.
    6. Verfahren nach einem der Ansprüche l bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass als Polyacrolein ein Copolymerisat des Acroleins mit äthylenisch ungesättigten Verbindungen verwendet wird. EMI7.3 stanz Alkalihydroxyde, einschliesslich Ammoniumhydroxyd, Erdalkalihydroxyde, Alkalicarbonate, tertiäre Alkaliphosphate, primäre, sekundäre, tertiäre Mono-und Diamine als solche oder gelöst in inerten Medien verwendet werden.
    8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dassalsiner- te Medien Wasser, niedermolekulare aliphatische gesättigte primäre Alkohole oder Mischungen von Wasser und diesen Alkoholen in allen Mischungsverhältnissen verwendet werden.
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