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Doppelwellenmischer für die Tonverarbeitung
Die Erfindung bezieht sich auf einen Doppelwellenmischer für Tonverarbeitung unter Dampfzugabe zur Versorgung einer Strangpresse, mit über einen Messfühler plastizitätsabhängig gesteuerter Dampf- und gegebenenfalls Wasserzufuhr. Durch eine solche Zufuhr von Dampf bzw. Wasser kann man unabhängig von der wechselnden Temperatur und dem wechselnden Feuchtigkeitsgehalt des zugeführten Tonmaterials einen gleichbleibenden Druck in der Strangpresse und damit auch eine konstante Stranggeschwindigkeit erhalten, welche für die gleichbleibende Qualität der Erzeugnisse ausschlaggebend ist.
Durch eine Dampfzugabe allein tritt zwar je nach der Temperatur und dem Feuchtigkeitsgehalt des Rohmaterial ein Wechsel in der Strangtemperatui ein, jedoch ist dieser bei nicht allzu starken Schwankungen im Rohmaterial viel weniger schädlich als eine unterschiedliche Stranggeschwindigkeit und die damit zusammenhängende unterschiedliche Plastizität der erhaltenen Formlinge.
Es ist bei Strangpressen bekanntgeworden zur Regelung einer Wasserzugabe zum Tonstrang einen Messfühler anzuwenden, der aus einem frei auf dem Tonstrang aufliegenden Messrädchen besteht, welches ein ungefähres Mass für die Härte des darunter vorbeifliessenden Stranges gibt.
Solche Anordnungen entsprechen aber nicht mehr neuzeitlichen Anforderungen, bei welchen Doppelwellenmischer mit Dampfzugabe angewendet werden, um den Ton für die Strangpresse aufzubereiten.
Um trotz der wechselnden Qualität des Rohmaterials eine gleichbleibende Qualität zu erhalten, hat man bisher die Dampfzugabe bei solchen Anlagen durch einen Druckmessfühler gesteuert, der sich am Mundstück der Strangpresse befindet.
Diese Methode hat aber den schwerwiegenden Nachteil, dass durch die weite Entfernung des Messfüh- lers (Messortes) von der Stelle der Dampf-bzw. Wasserzugabe (Stellort) Pendelungen in der Plastizität und damit auch in der Austrittsgeschwindigkeit des Stranges aus der Presse auftreten, welche ja durch diese Zugabe vermieden werden sollen.
Durch die Erfindung wurde die Aufgabe gelöst, diese Pendelungen und Unregelmässigkeiten des Betriebes zu beseitigen. Erfindungsgemäss wird dies dadurch erreicht, dass für die Steuerung der Dampf-und gegebenenfalls Wasserzufuhr ein monometrischer Druckmessfühler im Bereiche des Austrittes. des Tonmaterials aus dem Doppelwellenmischer, vorzugsweise an der hier vorhandenen Engstelle, vorgesehen ist. Dadurch, dass nicht der Druck am Ausgang der Strangpresse, sondern der betreffende Wert im Bereich des Doppelwellenmischers zur Steuerung herangezogen wird, ist der Messort dem Stellort angeglichen, was die Voraussetzung für die Vermeidung der erwähnten Nachteile ist.
Es hat sich auch als vorteilhaft erwiesen, für die Steuerung der Dampf-bzw. Wasserzufuhr zweigesonderte Ventile anzuordnen, u. zw. ein automatisch gesteuertes Schnellschlussventil und ein in Abhängigkeit von der Plastizität gesteuerten Regelventil, von denen das erstere für die rasche Abstellung der Dampf- bzw. Wasserzufuhr in Störungsfällen und beim Abstellen der Strangpresse und das zweite für den normalen Regelfall dient.
Nachstehend ist an Hand der Zeichnung ein Ausführungsbeispiel der Erfindung näher erläutert.
Die Zeichnung zeigt schematisiert eine Strangpresse mit angebautem Doppelwellenmischer und den erforderlichen Zusatzeinrichtungen, teilweise im Schnitt.
Das zu verpressende Tonmaterial tritt durch eine Einlauföffnung l in einen Doppelwellenmischer 2 ein, dessen Welle 3 von der Riemenscheibe 4 aus über das Getriebe 5 angetrieben ist. Vom Doppelwellenmischer 2 gelangt das Tonmaterial zur Förderschnecke 6, von der es durch den konischen
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Kanal 7 gezwängt wird und an dessen Ende durch die Engstelle 8 dem Schnitzelmesser 9 zugeführtwird, von wo es zerkleinert in die Vakuumkammer 10 eintritt. Die auf der Welle 3 lose gelagerte Nabe 11 des Schnitzelmessers durchquert die Vakuumkammer und ist über das Getriebe 13 vom Motor 14 aus angetrieben.
Die Schaufeln 15 auf der Welle 16 führen das Material der Schneckenpresse 17 zu, von der es über das Mundstück 18 in die hier angeschlossenen Formdüsen (nicht dargestellt) gefördert wird.
Für die Dampfzufuhr sind im Doppelwellenmischer an mehreren Stellen Ausströmrohre 20 angeordnet, denenDampfüber die Leitung 21 zuströmt. In der Zuleitung 21 befinden sich zwei Ventile, u. zw. ein Schnellschlussventil 22, das durch ein Schütz 23 gesteuert ist und ein Regelventil 24, welches von einem Stellmotor 25 angetrieben ist. Zur Steuerung des Stellmotors 25 dient ein Druckgeber 26, welcher vom Druckmessfühler 27 beeinflusst ist, der am Ende des Doppelwellenmischers in die Wandung des konischen Kanals 7 eingebaut ist.
Wie man sieht, befindet sich der Messort 27 in unmittelbarer Nähe des Stellortes 20, so dass durch die vom Druckmessfühler 27 gesteuerte Dampfzufuhr Pendelungen in der Plastizität des Tones nicht auftreten können.
Neben der Dampfzugabe kann auch eine Wasserzugabe im Doppelwellenmischer in gleicher oder ähnlicher Weise gesteuert werden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Doppelwellenmischer für die Tonverarbeitung unter Dampfzugabe zur Versorgung einer Strang- presse mit über einen Messfühler plastizitätsabhängig gesteuerter Dampf- und gegebenenfalls Wasserzufuhr. dadurch gekennzeichnet, dassfürdie Steuerung der Dampf- und gegebenenfalls Wasserzufuhr ein manometrischer Druckmessfühler (27) im Bereiche des Austrittes des Tonmaterials aus dem Doppelwellenmischer (10), vorzugsweise an der hier vorgesehenen Engstelle (8), vorgesehen ist.