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Apparat zur ununterbrochenen Scheidung von Stärke in hochverdichtetem Zustande und
Wasser bezw. Rückständen.
Die bekannten Vorrichtungen zur stetigen Abscheidung von Stärke in hochverdichtetem Zustande und stärkehaltigen Flüssigkeiten gestatten nicht, der Flüssigkeit eine solche Geschwindigkeitsverminderung zu erteilen, dass die Stärkekörnchen unmittelbar in den unteren Teil des Behälters sinken können, ohne seitwärts in die Höhe gerissen zu werden.
Derartige Apparate besitzen daher eine Glocke unterhalb der Einströmungsöffnung, um den Stoss der herabsinkenden Stürkekörnchen zu vermeiden bezw. abzuschwächen oder auf- zuheben. Auch ist bei den Apparaten dieser Art eine Rührvorrichtung erforderlich, um die verdichtete Stärke ununterbrochen abziehen zu können.
Der vorliegende Apparat gestatter dagegen, ohne Anwendung einer solchen Glocke und ohne Rührvorrichtung zu arbveiten.
Der Apparat ist in Fig. 1--6 in zwei verschiedenen Ausführungsformen dargestellt.
Fig. l und 2 zeigen einen Apparat mit rundem Querschnitt, Fig. 3-6 einen solchen mit
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Der Apparat nach Fig. 1 und 2 besteht aus einem zylindrischen Oberteil a und konischem Unterteil b, an welchem eine für den speziellen Zweck ausgebildete Ablass-
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mischende Flüssigkeit tritt durch das seitliche Einführungsrohr d in den Apparat ein, und zwar liegt dieses Rohr unterhalb der Überlaufkante, so dass das Rohr stets gefüllt
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erfolgt.
Es ist dies von besonderer Wichtigkeit bei der Behandlung des Kxtraktionswassers der Kartoffelstärkefabrikation, da dieses Wasser sehr viel gelöste, stark Schaum bildende Eiweissstoffe enthält und nur durch möglichst ruhige, unter Luftabschluss stattfindende
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gcrisscm'Luft. welche den Schoidungsvorgang ungünstig beeinflussen könnte, abzuscheiden, mündet das Rohr in der Mitte des Apparates in einen erweiterten Zylinder c, aus welchem die Luft nach oben entweichen kann.
Die Stärkemilch selbst wird durch das senkrechte Rohr f nach unten geführt und
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sind dabei bestrebt, ihre Richtung beizubehalten, so dass sie demnach einen Weg beschreiben, welcher den auf der Zeichnung punktiert angegebenen Linien entspricht. Würde die aus dem Rohre f nach unten strömende Stärkemilch ohne irgendwelches Hindernis ihren Weg fortsetzen und demnach mit einer gewissen, verhältnismässig grossen Geschwindigkeit auf den Konus der Ablassvorrichtung c auftreffen, so wäre die Folge davon, dass durch
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derart, dass diese s ! ch aanft und ohne Stoss im unteren Toile des Konus ablagern.
DM Gesehwindigkcitsvcrminderung wird dadurch erzielt, dass das Frucht-oder ExtraktionawMor, welches mit der Stärke aus der unteren Mündung dos Rohroa/auatritt, aoitUch abgelenkt wird, wodurch eine Verminderung der Stromgeschwindigkeit ohne weiteres eintritt. Die Ablenkung darf aber nicht erst gegen das Ende des Weges der Stärkokörnchen zu er-
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allen drei durch die Einsätze gebildeten Abteilungen gleich hoch stehen muss, so muss auch bei weiterem Flüssigkeitszutritt ein gleichzeitiges Überlaufen aus allen Abteilungen stattfinden.
Das durch das Rohr f eintretende überschüssige Wasser muss demnach seinen Weg in der Richtung der eingezeichneten Pfeile nehmen, wodurch schon von der Mündung dès Rohres f an eine Entmischung der einströmenden Stärkemilch und gleichzeitige Verminderung der Geschwindigkeit des Flüssigkeitsstromes stattfindet.
Es ist nun ohne weiteres klar, dass die senkrecht nach unten strömenden Stärkekörnchen ihre Richtung beizubehalten streben, während das seitlich abströmende Wasser die Stärkekörnchen ebenso seitlich abzuziehen versucht. Dies wird nur dann möglich sein, wenn die Geschwindigkeit des seitlich abströmenden Wassers gegenüber derjenigen der abwärts sinkenden Stärlrelcörnchen ein gewisses Mass übersteigt, woraus ohne weiteres folgt, dass die Geschwindigkeit des seitlich abströmenden Wassers um so grösser sein kann, je grösser die Geschwindigkeit der Stärkekörnchen ist, und dass mit abnehmender Geschwindigkeit der Starkokörnchen auch diejenige des seitlich abströmenden Wassers vermindert werden muss.
Um dies zu erreichen, sind die Überläufe i, k, l mit Absperrhähnen m, n, o versehen, so dass mit Leichtigkeit durch geeignete Einstellung der Hähne der Abfluss derart geregelt werden kann, dass die aus der mittleren Abteilung abströmende Flüssigkeitsmenge am grössten, die aus der äussersten Abteilung abströmende dagegen am kleinsten ist. Selbstverständlich kann die Anzahl der Einsätze der Grösse und der Leistung des Apparates entsprechend vermehrt oder vermindert werden.
Die durch Fig. 3-6 dargestellte Anordnung deckt sich in Prinzip und Wirkung vollkommen mit der an Hand der Fig. 1 und 2 beschriebenen. Die Einströmung erfolgt durch das unter Wasser liegende Rohr d, der erweiterte Zylinder e dient zur Abscheidung etwa mitgerissener Luft. Die zu entmischende Stärkemilche strömt durch das Rohr f nach unten, und es findet mit Hilfe der Zwischenwände y, A die beschriebene Entmischung von Stärke und Wasser statt.
Der Abfluss der verdichteten Stärke erfolgt in stetigem Betriebe durch das Ablassorgan c. Da bei der beschriebenen Scheidevorrichtung die Stärke sich am unteren Ende des Apparates in einem fast festen Zustande absondert, welcher leicht Verstopfungen der Ablassvorrichtung veranlassen kann, hat letztere die aus den Fig. 7-10 ersichtliche Einrichtung erhalten. Der Hahnkegel p, welcher in dem unteren Ansatz w der Ablassvorrichtung c angeordnet ist, erhält eine quadratische Öffnung 11 bei so grossem Durchmesser des Kegels, dass etwa eine Achtelumdrehung genügt, um den Hahn zu öffnen bezw. zu schliessen.
Die
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bei voller Öffnung die durch den Flüssigkeitsdruck beeinflusste Stärke selbst in verhältnismässig festem Zustande herausgedrückt wird, ohne nennenswerten Widerstand zu finden. Um den Durchgang der festen Stärke noch weiter zu erleichtern, ist die untere Öffnung v grösser als die Öffnung M angenommen, hat also einmal der Stärkestrang die Öffnung u passiert, so kann er, ohne irgendwelche weitere Reibung überwinden zu müssen, sich nach unten senken.
Von Wichtigkeit ist auch der schnelle Schluss des Hahnes bei einer Achteldrehung des Körpers, da die abgesetzte Stärke ziemlich scharf von der darüber befindlichen, flüssigen Schicht getrennt ist und deshalb in dem Momente, wo der letzte Rest der festen Schicht aus dom Hahn austritt, die Flüssigkeit bei voller Hahnöffnung mit aller Gewalt ausströmen würde. Der vollständige Schluss des Hahnes erfolgt durch Vermittlung das Zahnradsegmentes q und Getriebes r durch eine Umdrehung des Handrades t, kann also fast augenblicklich bewirkt werden.
Die Zahnradübersetzung ist notwendig, weil sich bei dem grossen Durchmesser des Hahnes und der dadurch hervorgebrachten, verhältnismässig starken Reibung im Gehäuse der Hahn mit einem einfachen Hebel nur sehr schwer bewegen liesse und genaue Einstellung, wie sie bei Austritt der Stärkemilch in flüssiger Form erforderlich ist, nur schwierig zu erzielen wäre. Zur Feststellung des Kegels in einer bestimmten Lage
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An SteUo der durch Hähne re8uUerbaron, einfachen Überlaufe können auch, wie In Fig. 4-6 gezeigt, in jeder Abteilung mehrere Überläufe angeordnet werden, so dass man durch Schliessen einer oder mehrerer Überlauföffnungen mit Stöpseln oder sonst geeigneter
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senken sich nach unt, m und werden durch das Ablassorgan c stetig abgelassen, während die von den Rückständen befreite Stärlcemilch durch die Überläufe abfliesst.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Apparat zur stetigen Scheidung von Stärke in hochverdichtetem Zustande und Wasser bezw. Rückständen unter Verminderung der Geschwindigkeit und seitlichen Ablenkung der durch ein senkrechtes Rohr in den Apparat eingeführten Flüssigkeit, dadurch gekennzeichnet, dass der Apparat aus dem zylindrischen oder eckigen Oberteil (a), dem konischen Unterteil (b), dem unter dem Flüssiglieitsspiegel liegenden wagerechten Zufuhrrohr (d), welches in den erweiterten Teil (e) des senkrechten Einströmungsrohres (f) mündet, den durch die Einsätze (g, h) gebildeten und mit zweckmässig regelbaren Überlaufen (i, k, 1) in Verbindung stehenden Räumen, um die Verminderung der Geschwindigkeit und seitliche Ablenkung der Flüssigkeit unter entsprechender Regelung ihres Abflusses allmählich zu bewirken,
und aus der genügend weiten, schnell zu schliessenden Ablassvorrichtung (e) besteht, um das schnelle Ablassen der abgeschiedenen Stärke in hochverdichtetem Zustande zu ermöglichen.