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Walzendruckmaschine, insbesondere für Textilien
Die Erfindung betrifft eine Walzendruckmaschine, insbesondere für Textilien, mit einem zentralen Druckzylinder und mehreren radial nach innen gezogenen Druckwalzen mit Farbauftragseinrichtungen, wobei die Lagerblöcke der Druckwalzen mittels ebenen Gleitflächen in am Maschinenständer angegossenen gabelförmigen Kulissen geführt sind.
Bei den bekannten Walzendruckmaschinen sind zylindrische Führungen in zylindrischen Bohrungen des Ständers vorhanden. Derartige Führungen sind zwar leicht herzustellen, werden aber durch das bei der Rotation auf die Druckwalzen ausgeübte Moment sehr bald ausgeschlagen. Der Hebelarm dieses Momentes beträgt ungefähr den Radius der Druckwalze, so dass schon erhebliche Vibrationen entstehen können. Da die tragende Fläche des zylindrischen Kolbens auch nur ungefähr 1/3 des Bohrungsdurchmessers beträgt, entstehen somit hohe spezifischeFlächendrücke, durch die dieFührungsbohrungen am Austritt desStänders überlastet werden und daher ausschlagen.
Durch die Erfindungen werden diese Schwingungen vollständig dadurch beseitigt, dass die Lagerblöcke sich in der Kulisse beiderseits der Druckwalzenachse erstrecken und über ihre ganze Länge geführt sind.
Die Erfindung ist in der Zeichnung näher veranschaulicht. Diese zeigt die linke Hälfte einer 8-Walzen-Druckmaschine in Seitenansicht.
Wie mit strichpunktierten Linien dargestellt ist, waren bei den bisherigen Bauarten dieser Maschine die rund um denGegendruckzylinder 2 angeordnetenDruckwalzen 4in hakenförmigen, offenen Kulissen 3a gelagert. Diese seit über 100 Jahren allgemein übliche Ausführung des Maschinenständers 3 ist nicht nur schwierig zu bearbeiten und verursacht wegen der Federung des auslaufenden Hakenendes ein Ausschlagen der Führungsflächen, sondern ist auch im Guss des Ständers sehr teuer, da wegen der erforderlichen Steifigkeit die Ausführung im Hohlguss erfolgen muss.
Die auf den hakenförmigen Kulissen noch angeordneten schweren Membran-Andruckzylinder vergrössern ausserdem die Neigung zu Vibrationen, so dass die Maschinenständer, zumal für den Fuss nur geringe Querschnitte übrigbleiben, ausserordentlich hoch beansprucht sind und damit eine sorgfältige und teure Bearbeitung erfordern.
Zur Vermeidung dieser Nachteile ist bereits bekanntgeworden, unter Vermeidung der hakenförmigen Kulissen die Druckwalzen in zylindrischen Führungskörpern zu lagern, die in radialen Bohrungen der Maschinenständer gleiten. Jedoch auch diese Anordnung weist noch verschiedene Nachteile auf. So ist die Lagerung der Druckwalzen nicht vibrationsfrei, da der Mittelpunkt des Lagers mindestens um den Walzenradius vom Führungsende der zylindrischen Bohrungen entfernt ist und die Druckwalzenachsen daher nicht in der Mitte unterstützt sind. Ausserdem muss auch bei dieser Anordnung der Maschinenständer in Hohlguss ausgeführt sein ; ferner ist die Unterbringung der Andruckvorrichtung in den Führungsbohrungen schwierig und teuer und erfordert wegen der geringen Durchmesser hohe Drücke zur Betätigung.
Es ist zwar von Papierdruckmaschinen und aus andern Gebieten der Technik bekannt, gabelförmige Lagerkulissen mit ebenen Gleitflächen anzuwenden, jedoch liegt die Verwendung dieses Maschinenelementes bei Textildruckmaschinen der oben gekennzeichneten Art nicht nahe, weil die Kombinierung der innen liegenden Zugeinrichtung mit der gleichfalls innen liegenden Lagerführung bauliche Schwierigkeiten verursacht.
Wie die Zeichnung zeigt, bestehen die gabelförmigen Kulissen 8 aus breitflächigen Rippen 8', die in der Mitte durch eine Querrippe 9 versteift sind. Dadurch, dass die Kulissen grosse, ebene und symmetrisch
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zur Lagermitte der Druckwalzen liegende Gleitflächen besitzen, ergibt sich ein spezifisch niedriger Flächendruck, durch den ein Ausschlagen der Gleitflächen absolut vermieden wird. Hiedurch wird der besondere Vorzug einer ausgezeichneten Passgenauigkeit des Rapports erzielt. Die Achsen der Druckwalzen 4 laufen in Lagern, die in Lagerblöcken 6 gelagert sind, wobei letztere durch auf der Innenseite der Ständer angeordnete Zugzylinder 7 in Richtung der Maschinenachse gegen den Gegendruckzylinder 2 gezogen werden.
Der Ausbau der Druckwalzen ist noch dadurch vereinfacht, dass in den Lagerblöcken Klapplagerdeckel 5 angeordnet sind, die sich öffnen lassen und das Herausnehmen der Druckwalzen in radialer Richtung gestatten, wodurch die Rüstzeit noch weiter verkürzt wird.
Um dem Maschinenständer, der nicht mehr als Hohlguss ausgebildet sein muss, die erforderliche Stei figkeit zu geben, ist dessen Querschnitt so profiliert, dass koaxiale Rippen 10 entstehen. Ausserdem können noch nicht dargestellte radiale Versteifungsrippen angeordnet sein.