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Dreischichtenriemen und Verfahren zu seiner Herstellung
Die Erfindung bezieht sich auf einen Dreischichtenriemen und ein Verfahren zu seiner Herstellung.
Seit alters wird als Material für Treibriemen Volleder verwendet. Es hat sich herausgestellt, dass die für Treibriemen wesentlichen Eigenschaften des Volleders, u. zw. sowohl seine Zugfestigkeit als auch sein Reibungskoeffizient, bei gewissen Austauschstoffen wesentlich günstiger liegen. Es wurde erkannt, dass ein derartiger Austauschstoff, das Superpolyamid, gegenüber Leder eine wesentlich bessere Zugfestigkeit besitzt. Dem Superpolyamid haftet jedoch der Mangel an, dass sein Reibungskoeffizient ungünstiger ist als der des Leders.
Ein anderer Austauschstoff, welcher gleichfalls der Gruppe der Kunststoffe angehört, das Polyvinylchlorid, besitzt zwar nicht entfernt die Zugfestigkeit des Leders, jedoch weist es einen gegen- über Leder wesentlich verbesserten, hohen und gleichbleibendenReibungskoeffizienten auf glatten Flächen auf, welcher auch nach langen Betriebsperioden nicht absinkt. Es wurde versucht, einen Triebriemen in der Weise aufzubauen, dass eine Polyamidschicht als Zugband mit einer Polyvinylchloridschicht als Reib- band verklebt wurde. Dabei hat sich herausgestellt, dass diese beiden Schichten durch Klebung überhaupt nicht haltbar miteinander verbunden werden können und auch eine Schweissung nicht zu dem gewünschten Ergebnis führt.
Zur Vermeidung dieser Schwierigkeiten wurde bereits der Vorschlag gemacht, zwischen einer Zugschicht aus Polyamid und einer Reibschicht aus Polyvinylchlorid eine diese beiden Schichten verbindende
Zwischenschicht anzuordnen, welche aus elektrostatisch aufgebrachten Textilflocken besteht. Bei der Herstellung dieses bekannten Riemens wurde so vorgegangen, dass zunächst das Polyamidband durch Anlösen oder mittels geeigneter Klebstoffe klebfähig gemacht wurde und auf diese Fläche unter Zuhilfenahme elektrostatischer Felder die Textilflocken aufgebracht wurden. Schliesslich wurde auf diese Flockschicht das Polyvinylchlorid in flüssigem oder pastösem Zustand aufgebracht.
Diese Verbindungsart bietet aber keine genügende Sicherheit gegen das sogenannte" Aufspleissen" der Zugschicht. Insbesondere versagt diese Art der Schichtenbildung aber dann, wenn für die Zugschicht das heute vorzugsweise verwendetefaserorientierte gereckte Polyamid verwendet wird, welches insbesondere gegen Wärmeeinwirkung sehr empfindlich ist. Bei der Herstellung eines Treibriemens mit dem vorbekannten Aufbau ist ja das Polyamidband der ursprünglich vorhandene tragende Bestandteil des Riemens, der nicht nur der für den Beflockungsvorgang notwendigen Manipulation zur Klebrigmachung, sondern beim Ausgelieren des Polyvinylchloridauftrages auch den dabei erforderlichen hohen Temperaturen ausgesetzt ist, welche aber eine vorhandene Faserorientierung zerstören.
Es wurde nun gefunden, dass diese Schwierigkeiten dadurch behoben werden können, wennderDrei- schichtenriemen auf einer selbsttragenden Zwischenschicht aufgebaut ist, die sohin nicht nur eine bessere Verbindung gegen Aufspleissen an sich ergibt, sondern insbesondere bei der Verwendung von faserorientiertem Polyamid bzw. Polyurethan für die Zugschicht den Aufbau des Riemens in der Weise erlaubt, dass zuerst die Reibschicht aufgebracht und ausgeliert werden kann und dann-ohne Anwendung hoher, für die Faserorientierung nachteiliger Temperaturen - das Zugband auf die Zwischenschicht, beispielsweise durch Kittung, aufgebracht werden kann.
Gemäss der Erfindung wird daher vorgeschlagen, dass die Zwischenschicht aus Leder, vorzugsweise chromgegerbtem Volleder oder einem aus natürlichen Textilfasern gebildeten, bandförmige Struktur aufweisendem Material besteht.
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BeiMehrschichtriemen ist es an sich bekannt, Zwischenschichten aus Kunststoffasergewebe anzuwenden. Diese Materialien dienten aber bisher nicht zur Verbindung an sich nicht verbindbarer Polyamidbänder mit Polyvinylchloridschichten.
Leder als Zwischenschicht wurde bisher nur bei Treibriemen angewendet, die aus mehreren Zugschichten gleichen Materials bestehen. Diese Lederzwischenschicht hat aber eine vom Erfindungsgegenstand vollkommen verschiedene Aufgabe zu erfüllen; sie dient dazu, geringfügige relative Verschiebungen der Zugschichten untereinander auszugleichen, ihre Aufgabe ist es aber nicht, Kräfte zwischen einer Zugschicht und einer Reibschicht eines Dreischichtenriemens zu übertragen.
Bei der Herstellung des erfindungsgemässenDreischichtenriemens geht man zweckmässig so vor, dass die Zugschicht und die Reibschicht in je einem von dem andem unabhängigen Verfahrensgang mit der Zwischenschicht verklebt bzw. verschweisst wird. Wenn es auch prinzipiell möglich ist, die Zugschicht und die Reibschicht mit der Zwischenschicht in einem einzigen Arbeitsgang zu verbinden, so hat doch die oben angegebene Arbeitsweise den grossen Vorteil, dass sie die fehlerfreie Verbindung der einen Schicht mit der Zwischenschicht zu überprüfen gestattet, ehe die andereKunststoffschicht aufgebracht ist, wodurch Fabrikationsfehler weitgehend ausgeschaltet werden können.
Die Reihenfolge, in welcher dieKunststoffschichten mit der Zwischenschicht verbunden werden, hängt weitgehend von den Eigenschaften der verwendetenKunststoffe ab. Es wurde gefunden, dass es zweckmässig sein kann, zuerst die aus weicherem Kunststoff bestehende ! 1eibschicht mit der Zwischenschicht fest zu verbinden. Dies ist besonders dann der Fall, wenn die Reibschicht aus Polyvinylchlorid besteht.
Nach einer bevorzugten Ausführungsform wird dabei so vorgegangen, dass eine Reibschicht aus wei- chem oder weichgemachtem, vorzugsweise gefülltem Polyvinylchlorid auf eine Zwischenschicht - am besten aus beidseitig aufgerauhtem, chromgegerbtem Volleder - aufgestrichen und nach entsprechender Vortrocknung bei Temperaturen von 130 bis 1600C ausgeliert wird.
Wählt man als Zugschicht eine solche aus Superpolyamid, so kann deren Verbindung mit der Zwischenschicht am besten in derWeise durchgeRihrt werden, dass ein Superpolyamid-Zugband mit der Zwi- schenschicht durch Kittung bei Temperaturen bis 800C unter Verwendung artverwandter gelöster Kunststoffe vereinigt wird. Hiebei kann es zweckmässig sein, dass die Verkittung der Zwischenschicht mit dem Kunststoffzugband durch Zwischenstreichen einer Lösung vorgenommen wird, die sowohl das Kunststoffzugband als auch den Kunststoffanstrich des Lederbandes so weit löst, dass die beiden Kunststoffschichten, vorzugsweise unter Anwendung von Temperatur und Druck, ineinander übergehen.
Hiedurch wird erreicht, dass das hochadhäsive Polyvinylchlorid, das für sich allein nicht zugbeständig ist, vorerst mit einem Ledervlies verbunden wird, das seinerseits wieder nach Überziehung der andern Seitemit einem Kunststoffband jenen Kontakt herstellt, der im direkten Verfahren aus wärmetechnischen und Oberflächen-Gründen nicht möglich gewesen wäre.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Dreischichtenriemen, bestehend aus einer Zugschicht aus Polyamid, einer Reibschicht aus Polyvinylchlorid und aus einer diese beiden Schichten verbindenden Zwischenschicht, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischenschicht aus Leder, vorzugsweise chromgegerbtem Volleder oder einem aus natürlichen Textilfasern gebildeten, bandartige Struktur aufweisenden Material besteht.