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Verfahren zum nahtartigen Verbinden von Schichten oder Zuschnitten aus porösem
Material
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum nahtartigen Verbinden von Schichten oder Zuschnitten aus porösem Material, wie Textil- bzw. Kunststoffgewebe, Papier oder Vlies, bei welchem auf mindestens eine Aussenseite der übereinandergelegten Schichten ein thermoplastischer Kunststoff aufgebracht und durch Einwirkung von Wärme- und Druck in die Schichten eingeschmolzen wird.
Zum nahtartigen Verbinden von Schichten mittels eines thermoplastischen Kunststoffes ist es bekannt, den thermoplastischen Kunststoff in Faden-, Streifen- oder Bandform zwischen die zu verbindenden Schichten einzulegen und durch Wärme- und Druckeinwirkung zu schmelzen, so dass er in die Schichten eindringt. Es ist auch bekannt, den thermoplastischen Kunststoff in flüssigem Zustande zwischen die Schichten einzubringen und durch Druck eine Verbindung zu erzielen.
Das Einführen des Kunststoffes in die Nahtzone zwischen den Schichten ist schwierig, insbesondere, wenn die Schichten beim Arbeiten von Rollenbahnen in laufender Folge nicht nur durch Längsnähte, sondern auch durch Quernähte verbunden werden sollen.
Es ist ferner ein Verfahren zur Verbindung von Textilschichten bekanntgeworden, bei dem in den Schichten fortlaufend inAbständenAusnehmungen erzeugt und anschliessend daran thermoplastischer Kunst- stoff in Form abgepasster Propfen eingebracht und daraufhin erhitzt und verflüssigt wird, so dass er nach dem Erhärten die Textilschichten verbindet. Bei diesem Verfahren ist die Zuführung der vielen einzelnen kleinen Kunststoffpropfen zur Verbindungsstelle konstruktiv schwierig durchführbar.
Durch das erfindungsgemässe Verfahren werden die bekannten Arbeitsmethoden vereinfacht und verbessert. Das Verfahren besteht darin, dass der thermoplastische Kunststoff in Form eines Fadens, eines Bandes oder Drahtes in der Nahtzone auf die zu verbindenden Teile kontinuierlich aufgebracht und unter Bildung einer durchlaufenden Naht eingeschmolzen wird.
Der faden-, band- oder drahtförmige Kunststoff kann auch mit einer Verstärkungseinlage, z. B. einem Textilfaden oder Kunststoffaden mit hohem Schmelzpunkt versehen sein, wobei die Verstärkungseinlage nach dem Einschmelzen des Kunststoffes auf der Oberfläche der Verbindungsnaht haftet und gegebenenfalls dann abgezogen werden kann.
Beim Verbinden der Schichten wird der faden-, band- oder drahtförmige Kunststoff in die poröse Struktur der Schichten oder Zuschnitte an den Nahtstellen eingeschmolzen und härtet bei Abkühlung in den Poren des Materials aus.
Die Wärmezufuhr wird bevorzugt auf der vom Kunststoff freigehaltenen Seite der Schichten vorgenommen, um das Anhaften des Kunststoffes an dem beheizten Werkzeug zu vermeiden.
In der Zeichnung sind mehrere Ausführungsbeispiele von nach dem erfindungsgemässen Verfahren hergestellten Nahtverbindungen dargestellt.
Es zeigen : Fig. l und 2 zwei zu verbindende Schichten als Überlappungsnaht im Schnitt, vor und nach der Verbindung, Fig. 3 eine andere Anordnung an einer Überlappungsnaht, Fig. 4 die Verbindung an einer Kappnaht, Fig. 5 zwei verbundene Schichten mit dem teilweise abgezogenen Träger des Thermoplasten und Fig. 6 einen Querschnitt durch einen thermoplastischen Kunststoff mit Festigkeitsträger.
In der Fig. l sind zwei miteinander zu verbindende Schichten 1 und 2 von Materialbahnen bzw. Zuschnitten als Überlappungsnaht auf einer Unterlage 3 dargestellt. Aussen auf die Schicht 1 ist im Bereich der Überlappung ein thermoplastischer Kunststoffaden 4 aufgebracht. Mittels des beheizten Pressstempels 5 wird der Faden 4 einer Wärme- und Druckeinwirkung ausgesetzt, bis der thermoplastische Kunststoff in die Schichten 1 und 2 eingedrungen ist, wobei auch zwischen den aneinanderliegenden Flächen 6 ein Teil verbleibt. Beim Abkühlen erfolgt die Erhärtung der Verbindung. Fig. 2 zeigt die miteinander verbundenen Schichten 1 und 2.
Nach Fig. 3 ist der thermoplastische Kunststoff in Form eines Bandes 7 auf eine Unterlage 8 aufgelegt und dann durch die Materialbahnen 1 und 2 abgedeckt. Nach dem Aufsetzen des beheizten Pressstempels 5 auf die Naht wird das Kunststoffband 7 verformt und dringt infolge Erwärmung in die Schichten 1 und 2 ein.
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Die Verbindung bei einer Kappnaht, bei der auf die beiden Schichten 1 und 2 ein Kunststoffaden 9 (Fig. 4) aufgebracht wird, erfolgt durch den beheizten Pressstempel 5. Im Bereich der Auflage 9 besitzt die Unterlage 10 einen nachgiebigen Teil 11, durch den beim Aufsetzen des Pressstempels 5 das Eindringen des thermoplastischen Kunststoffes in die Schichten 1 und 2 verbessert wird. Der nachgiebige Teil 11 kann federnd oder auch in sonstiger bekannter Weise höhenverstellbar angeordnet werden.
Die Auflagen aus thermoplastischem Kunststoff 4, 7 und 9 können mit einer Verstärkungseinlage versehen sein. Die Einlage 12 des Kunststoffadens haftet dann nach dem Eindringen des thermoplastischen Kunststoffes 15 in die Schichten 1 und 2 auf der Schicht 1 und kann nach Erkalten der Verbindung abgezogen werden. In Fig. 5 ist der Teil 12'abgezogen dargestellt.
Fig. 6 zeigt einen Kunststoffaden 13 mit einer Verstärkungseinlage 14, die als Träger wirkt. Die Einlage 14 kann mit dem thermoplastischen Kunststoff auch getränkt oder verzwirnt sein. Bei einem in Form eines Bandes vorliegenden thermoplastischen Kunststoff besteht ein Teil des Bandes aus der Verstärkungseinlage oder dem Schweissmaterialträger. Die Einlage kann auch aus einem thermoplastischen Kunststoff bestehen, dessen Schmelzpunkt jedoch bei einer höheren Temperatur als der Schmelzpunkt der zur Verbindung der Schichten dienenden Hülle aus thermoplastischem Kunststoff liegt.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum nahtartigen Verbinden von Schichten oder Zuschnitten aus porösem Material, wie Textil- bzw. Kunststoffgewebe, Papier oder Vlies, bei welchem auf mindestens eine Aussenseite der übereinandergelegten Schichten ein thermoplastischer Kunststoff aufgebracht und durch Einwirkung von Wärme und Druck in die Schichten eingeschmolzen wird, dadurch gekennzeichnet, dass der thermoplastische Kunststoff in Form eines Fadens, eines Bandes oder Drahtes in der Nahtzone auf die zu verbindenden Teile kontinuierlich aufgebracht und unter Bildung einer durchlaufenden Naht eingeschmolzen wird.