<Desc/Clms Page number 1>
Implosionssichere Elektronenstrahlröhre aus Glas
Die Erfindung bezieht sich auf eine implosionssichere Elektronenstrahlröhre aus Glas, bei welcher diejenigen Teile der Röhre, bei denen eine Implosion eingeleitet werden kann, mit einer die Struktur eines festen, unelastischen Schaumes aufweisenden Kunststoffschicht bedeckt sind.
Schon seit mehreren Jahren verwendet man sowohl zur Bildwiedergabe im Fernsehen als auch in an- dern Vorrichtungen Elektronenstrahlröhren mit immer grösseren Abmessungen. Bei solchen Röhren erreicht die durch den Atmosphärendruck auf die entlüftete Röhre ausgeübte Kraft beträchtliche Werte und wenn die Röhre durch einen thermischen oder mechanischen Stoss oder auch wohl spontan zerbricht, entsteht eine heftige Implosion und die Glasscherben werden nach allen Seiten geschleudert, wodurch bedeutender materieller Schaden und Körperverletzungen entstehen können.
Um die Folgen einer Implosion zu verhüten, müssen die Konstrukteure von Geräten mit Elektronenstrahlröhren grosser Abmessungen eine Anzahl von Vorkehrungen treffen und sie mitschutzvorrichtungenversehen, was sehr teuer und technisch kompliziert ist und nicht immer einen völligen Schutz gewährt.
Darum haben seit kurzem die Hersteller von Elektronenstrahlröhren mit der Untersuchung des Problems der Herstellung von an sich implosionssicheren Röhren angefangen, d. h. von Röhren, die keine Gefahr bilden, wenn sie zerspringen, sogar wenn sie ohne äussere Schutzvorrichtungen verwendet werden. Es sind mehrere Lösungen vorgeschlagen worden. Eine Anzahl dieser Lösungen gründet sich auf die experimentell festgestellte und theoretisch erklärte Tatsache, dass die Vorderseite der Röhre, d. h. die den Schirm selbst enthaltenden Teile, nicht geschützt zu werden braucht, wenn nur ein grösserer Teil der restlichen Röhrenoberfläche von einer starken und unzerbrechlichen Umhüllung umgeben ist.
Man hat also vorgeschlagen, Teile der Röhre entweder mit einer durch Glasfiber oder Glasgewebe verstärkten Kunststoffschicht aus Polyesterharz oder mit einer Metallhülle zu bedecken, wobei der Raum zwischen dieser Hülle. und der Röhre mit einem nicht-zusammenpressbaren Material, z. B. warm eingegossenem Schwefel, ausgefüllt wird. Derartige Elektronenstrahlröhren haben eine Anzahl von Nachteilen, z. B. einen hohen Selbstkostenpreis, ein bedeutendes Gewicht, die Schwierigkeit, den ganzen Konus zu schützen, eine mangelhafte Haftung des Schutzes bei sehr hoher oder sehr niedriger Lagerungs- und Betriebstemperatur, Entzündlichkeit bestimmter Füllstoffe und die elektrische Leitfähigkeit der Metallhül-
EMI1.1
Die erfindungsgemässe Elektronenstrahlröhre vermeidet obige Nachteile dadurch, dass die Kunststoffschicht die Struktur einer festen, unelastischen Schaumschicht mit der Dichte von Hartholz aufweist. Eine derartige Elektronenstrahlröhre kann in der Weise hergestellt werden, dass der zu schützende Teil der Röhre in einer Gussform angeordnet wird, wobei erforderlichenfalls die Gussform mit einem üblichen Mittel zur Erleichterung des Ablösens bedeckt wird, worauf in diese Gussform giessbarer Kunststoff gegossen wird, welcher polymerisiert und eine Gasentwicklung verursacht, wodurch dem polymerisierten Kunststoff eine Schaumstruktur gegeben wird. Der Kunststoff wird derart gewählt, dass der Schaum nach Polymerisierung sehr stark ist, jedoch eine geringe Dichte aufweist, und dass er sehr gut an der Röhre haftet. Man kann ein thermohärtendes Harz verwenden, z.
B. ein Polyurethanharz, dessen Schaum gut am Glas haftet, Temperaturschwankungen zwischen -2000C und +120 C aushält, selbstlöschend ist, die Festigkeit von Hartholz
<Desc/Clms Page number 2>
aufweist, eine Dichte von der Grössenordnung von nur einigen hundert kg je m8 hat, nach einigen zehn Sekunden aus der Form entfernt werden kann und in der Kälte oder in der freien Luft ganz zu polymerisieren aufhört. Die Polymerisierung kann auch ganz in der Form erfolgen und/oder durch Erhitzen beschleunigt werden.
Nach dem Entfernen aus der Form und völliger Polymerisierung schützt der erhaltene Schaum die Röhre genügend gegen jede Implosion, wenn nur die Dicke der Schaumschicht genügend ist. Man kann gegebenenfalls die Ausarbeitung und den mechanischen WiderstÅand dadurch verbessern, dass der Schaum z. B. mit einer dünnen sehr'harten Polyesterharz-oder Epoxyharzschicht bedeckt wird.
Es ist auch möglich, Teile, mit denen die Röhre im Gerät befestigt wird, im Schaum anzuordnen.
Diese Teile können aus Metall oder irgendeinem andern Material bestehen.
Es ist weiters möglich, der Schaumschicht eine derartige Form zu geben, dass die Befestigung der Röhre durch die Schaumschicht selbst bewerkstelligt werden kann.
Die Erfindung wird an Hand der Zeichnung näher erläutert. Fig. l ist ein Querschnitt der Röhre in der Gussform, im Augenblick, in dem das Harz eingegossen wird. Fig. 2 ist ein Querschnitt der fertigen Röhre.
In Fig. 1 ist 1 die Wand der Elektronenstrahlröhre, 2 und 3 sind die zwei Stahlteile der Form, 4 einer der Einspritzkanäle und 5 das Polyurethanharz.
In Fig. 2 ist 1 die Elektronenstrahlröhre, 5 eine etwa 15 mm dicke Polyurethanharzschaumschicht, 6 eine äussere Abdeckschicht und 7 eine Stahlbefestigungsfahne zur Befestigung der Röhre im Gerät. Wird eine derartige Stahlbefestigungsfahne gewünscht, so ist in der Form 2,3 für diese ein entsprechender Raum vorzusehen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Elektronenstrahlröhre aus Glas, bei der wenigstens ein Teil des Konus und der Teil der Wand, der an die Bildfläche grenzt, mit einer harten Kunststoffschicht bedeckt ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Kunststoffschicht die Struktur einer festen, unelastischen Schaumschicht mit der Dichte von Hartholz aufweist.