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In Aufsicht zu betrachtendes Bild
Die Erfindung betrifft in Aufsicht zu betrachtende, insbesondere farbige, mittels eines photogra- phischen oder graphischen Verfahrens hergestellte Bilder, bei welchen die Bildträgerschichten auf einer undurchsichtigen Unterlage angeordnet sind, so dass das Bild im auffallenden Lichte betrachtet wird.
Bilder dieser Art werden auch als Aufsichtsbilder bezeichnet.
Bei Aufsichtsbildern befindet sich im allgemeinen die als Bildträger verwendete Schicht - bei far- bigen Aufsichtsbildern die als Bildträger verwendeten farbigen Schichten - mit der weiss diffus streuen- den Unterlage in festem optischem Kontakt.
Es ist bekannt, dass dadurch bestimmte Farbverfälschungen auftreten, insbesondere eine Versteilerung der Farbgradation in Gebieten geringer Dichte, so dass insbesondere die naturgetreue Wiedergabe feiner Pastellfarben sehr schwierig, wenn nicht unmöglich wird. Weiterhin erscheinen reine gesättigte Farbtöne im allgemeinen mit geringerer Sättigung und einer mehr oder weniger grossen Farbabweichung.
Diese Farbverfälschungen sind darauf zurückzuführen, dass bei der Rückstreuung eine teilweise Totalreflektiondes Lichtes innerhalb der Bildträgerschichten auftritt, so dass das von der Unterlage diffus gestreu- te Licht das Material der farbigen Bildträgerschichten teilweise mehrfach durchsetzt.
Zur Abhilfe ist bereits vorgeschlagen worden, zwischen die farbigen Bildträgerschichten und die diffus streuende weisse Rückschicht eine dünne Luftschicht einzuschalten. Die Befestigung der Bildträgerschichten auf der Rückschicht macht jedoch bei einer solchen Anordnung grosse Schwierigkeiten.
Die Erfindung betrifft nun ein in Aufsicht zu betrachtendes, insbesondere farbiges mittels eines photographischen oder graphischen Verfahrens hergestelltes Bild, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass der Raum zwischen Bildträger und Rückschicht unter Vakuum steht.
In folgendem sollen Ausführungsbeispiele der Erfindung näher besprochen werden, wobei die Fig. 1 den einfachst möglichen Fall der Durchführung der Erfindung darstellt. Die Fig. 2, 3 und 4 zeigen Weiterbildungen des erfindungsgemässen Materials und Fig. 5 eine Anordnung zum Verkleben unter Vakuum.
Die Fig. l zeigt schematisch vergrössert im Schnitt ein farbphotographisches Bild gemäss der Erfindung. Auf einem glasklaren Träger 10 sind die üblicherweise bei der Farbphotographie verwendeten drei farbigen Schichten 12,14 und 16 aufgebracht. Diese drei Schichten stehen der als Bildunterlage dienenden Schicht 18 gegenüber, welche eine diffus streuende Oberfläche 20 aufweist, beispielsweise nach Art der üblicherweise bei photographischen Bildern verwendeten barytierten Papiere.
Gemäss der Erfindung steht der Raum 22 zwischen den als Bildträger dienenden Schichten 12,14 und 16 und der Rückschicht 20 unter Vakuum. Selbstverständlich ist in der Darstellung dieser Zwischenraum übertrieben gross. Der tatsächliche Abstand ist dadurch gegeben, dass sich die unterste Bildschicht 16 und Rückschicht 20 berühren, infolge der Unebenheit der beiden Flächen, insbesondere der diffus streuenden Oberfläche der Rückschicht 20 sind jedoch die Berührungsstellen mikroskopisch klein und liegen demzufolge unterhalb der Grenze des Auflösungsvermögens des Auges, so dass dadurch keine Beeinträchtigung der Bildqualität erfolgt. Die Oberflache der Ruckschicht 20 kann gegebenenfalls noch zusätzlich aufgerauht werden.
Der tatsächliche Zwischenraum ist dann durch die Unebenheiten der beiden Flächen bedingt. Bildschichten und Rückschicht sind miteinander verbunden durch seitliche Verbindungsstreifen 24, welche vakuumdicht auf die Vorderseite des Trägers 10 und auf die Rückseite der Unterlage 18 aufgeklebt sind,
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so dass der durch Vorderschicht 10, Rückschicht 18 und Klebstreifen 24 gebildete Raum vakuumdicht ist.
Voraussetzung dafür ist, dass alle Materialien, wie Klebstreifen, Rückschicht und Bildträger, genü- gend porenfrei sind, damit das einmal in dem Zwischenraum 22 erzeugte Vakuum auch bei längerer La- gerung nicht verschwindet.
Der zwischen Bildträger und Rückschicht bestehende unter Vakuum stehende Zwischenraum sorgt einerseits für ein gleichmässiges Haften des Bildträgers auf der Rückschicht über die gesamte Bildfläche und hat gleichzeitig die gleiche optische Wirkung wie die eingangs erwähnten bekannten Luftzwischenschichten.
Für diesen erstrebten optischen Effekt ist es wesentlich, dass sich zwischen den Bildträgerschichten
12,14 und 16 und der diffus streuenden Rückschicht 20 ein Medium befindet, dessen Brechungsindex wesentlich kleiner ist als der Brechungsindex des angrenzenden Mediums, d. h. der Bildträgerschicht 16.
Das von der Oberfläche 20 reflektierte Licht muss auf dem Rückweg zum Beschauer durch die Grenzfläche zwischen Zwischenraum und Schichtmaterial, d. h. mit einem Sprung vom geringeren zum höheren Brechungsindex hindurchtreten. Dadurch wird der maximale Öffnungswinkel des rückgestreuten Lichtes innerhalb der farbigen Schichten so begrenzt, dass eine Totalreflexion innerhalb der Bildträgerschichten nicht aufteten kann. Ein mehrfaches Durchsetzen der farbigen Trägerschichten durch das rilckgestreute Licht wird unmöglich gemacht und die eingangs erwähnten Farbverfälschungen werden vermieden.
Wesentlich ist also für die optische farbverbessernde Wirkung das Vorhandensein einer Grenzfläche zwischen zwei Materialien von verschiedenem Brechungsindex.
Die Dicke des Zwischenraumes dagegen ist nicht wesentlich. Sie soll lediglich genügend gross sein, um das Auftreten von Interferenzen zu vermeiden. Dies ist der Fall, sobald die Dicke grösser ist als die längste vorkommende Wellenlänge des sichtbaren Lichtes.
Schichtdicken dieser Grösse werden bei Verwendung eines Vakuumzwischenraumes ohne weiteres erreicht.
Anderseits darf der Abstand nicht zu gross werden, da dann an Kanten Unschärfe und Farbsäume auftreten können, da einfallender und austretender Strahl nicht mehr durch den gleichen Punkt des Bildträgers gehen. Der beim Zusammenhalten unter Vakuum auftretende Abstand stellt aber ohne weitere Massnahmen einen sehr guten Kompromiss zwischen beiden Grenzen dar.
Im Gegensatz zu den eingangs erwähnten Materialien mit Luftzwischenschicht ist innerhalb der Bildfläche keine mechanische Verbindung (z. B. Verklebung) zwischen dem Bildträger und der Rückschicht erforderlich, da der durch die Aussenatmosphäre auf die beiden Seiten des Bildmaterials ausgeübte Druck beide Teile fest zusammenhält.
Voraussetzung ist, dass die Randverklebung 24 genügend vakuumdicht ist, um das Eindringen von Luft in den Zwischenraum zu verhindern. Bei den bekannten Materialien mit einer Luftzwischenschicht werden punktweise über die Bildfläche verteilt Verklebungen zwischen Bildträger und Rückschicht verwendet.
Solche punktweisen Verklebungen lassen sich nur sehr schwer erzeugen. Sie haben ausserdem den Nachteil, für den. Beschauer sichtbar zu sein, was gegebenenfalls den Bildeindruck stört. Im Gegensatz dazu ist bei einem Bild gemäss der Erfindung die gesamte Bildfläche ungestört und von Klebestellen frei.
Das zwischen Bildträger und Rückschicht bestehende Vakuum darf sich auch bei längerer Dauer nicht soweit verringern, dass sich Bildträger und Rückschicht voneinander abheben, was die erwähnte Unschärfe des betrachteten Bildes zur Folge hat, da bei der Betrachtung der auftreffende und der rückkehrende Strahl nicht mehr durch die gleiche Stelle des Bildträgers hindurchgehen.
Wenn auch im allgemeinen selbst bei fehlendem Vakuum kein Abheben der beiden Flächen erfolgt, so kann doch gemäss einer weiteren Ausbildung der Erfindung der dünne, unter Vakuum stehende Zwischenraum mit mindestens einem weiteren, ebenfalls unter Vakuum stehenden Raum mit wesentlich grösserem Volumen verbunden werden. Die Wirkung einer solchen Anordnung ist leicht einzusehen. Weist das Bildmaterial oder die Rückschicht kleine Poren auf, die im Lauf der Zeit eine Verschlechterung des Vakuums zur Folge haben, so braucht es erheblich längere Zeit, bis ein Abheben von Bildträger und Rückschicht auftritt, da das von der eindringenden Luft zu füllende Volumen erheblich grösser ist.
Die Fig. 2 zeigt diese weitere Ausbildung der Erfindung. Der Bildträger 30 befindet sich auf der Rückseite des transparenten Trägers 32. Träger und Bildträger sind mittels der Klebestreifen 44 auf einer Unterlage 36 befestigt, die auf ihrer vorderen Oberfläche die diffus streuende Rückschicht 38 trägt. Die Rückwand 36 besitzt eine grosse Anzahl von kegelförmigen Ausbohrungen 40, deren Spitzen die Rückschicht 38 durchbohren, so dass die Räume der kegelförmigen Ausbohrungen 40 mit dem Vakuumzwischenraum 42 in Verbindung stehen. Hinten ist die Rückwand durch einen vakuumdichten Belag 44 abgedeckt. Die Ausbohrungen 40 ergeben ein wesentlich grösseres, unter Vakuum stehendes Volumen.
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Die Fig. 3 zeigt eine Variante der Fig. 2. Die Vorderfläche der Unterlage 50 ist mit kegeligen Ausbohrungen 52 versehen, welche sich überschneiden, deren Spitze aber nicht bis zur Rückfläche der Unterlage durchdringen. Somit wird eine hintere Abdichtung wie im Fall der Fig. 2 überflüssig. Gleichzeitig stehen infolge der Überdeckung alle Ausbohrungen miteinander in Verbindung und bilden das erwünschte grosse Volumen. Auf der Vorderfläche liegt eine als Rückschicht dienende Aluminiumplatte 54, deren vordere Fläche mattiert ist und die Rückschicht für den Bildträger 30 bildet.
Wie bereits erwähnt, genügt die Dicke des bei der Haftung unter Vakuum zwischen Bildträger und Rückschicht auftretenden Zwischenraumes, um die optische Wirkung sicherzustellen.
Nach einer weiteren Ausbildung der Erfindung werden zwischen Bildträger und Rückschicht zusätzliche Mittel eingefügt, welche einen bestimmten Abstand zwischen Bildträger und Rückschicht sicherstellen, ohne die optische Wirkung des Zwischenraumes zu beeinträchtigen. Zu diesem Zwecke können beispielsweise Gewebe oder Fadenlagen verwendet werden, wie dies in der belgischen Patentschrift Nr. 608120 der Patentinhaberin beschrieben ist.
Das in den Fig. 2 und 3 dargestellte Ausführungsbeispiel zeigt eine grosse Anzahl vakuumdichter Höhlungen, welche alle mit dem Vakuumzwischenraum in Verbindung stehen. Die Fig. 4 zeigt eine Variante dieser Anordnung, bei der als Rückschicht ein bienenwabenartig ausgebildetes Material verwendet wird, wie dieses heute in vielen Gebieten der Technik, beispielsweise im Flugzeugbau verwendet wird.
Die Höhlungen 60 der einzelnen Bienenwaben stehen über die Öffnungen 68 der vorderen Abdeckfläche 62 mit dem Vakuumzwischenraum 70 in Verbindung und sind hinten durch die Rückplatte 63 vakuumdicht verschlossen. Auf der Unterlage liegt ein transparenter Träger 72 mit einer Bildträgerschicht 74.
Seitlich sind Träger 64 und Bildschicht 74 durch vakuumdichte Klebstreifen 76 verbunden.
Zum Aufbringen des Bildträgers auf der Rückschicht unter gleichzeitiger Erzeugung einer Vakuumschicht zwischen beiden, bedient man sich einer Vorrichtung, welche das Zusammensetzen und gleichzeitige Verkleben unter Vakuum gestattet. Zum Verkleben werden thermoplastische Klebstoffe verwendet, welche durch Erwärmen abbinden. Einer der zu verklebenden Teile z. B. der Klebstreifen 24, wird mit dem Klebstoff überzogen, welcher erst durch Erwärmen seine Klebfähigkeit erhält.
Die Fig. 5 zeigt eine äusserst einfache Anordnung zum Verkleben der in Fig. 1-4 gezeigten Materialien. Unter einer Vakuumglocke 80 befindet sich die Rückschicht 82 und darüber der aufzuklebende Bildträger 86. Ein senkrecht bewegbarer Stempel 84 ist hohl ausgebildet und wird durch das rohrartig ausgebildete Gestänge 88 getragen. Unter der Vakuumglocke wird ein Vakuum erzeugt und nach genügend langer Vakuumeinwirkung Bildträger- und Rückschicht mit dem Stempel zusammengepresst. Die zu verklebenden Streifen 90 sind mit thermoplastischem oder gegebenenfalls einem"wärmehärtenden"Kleb- stoff überzogen. Durch Abwärtsdrücken des Gestänges 88 werden Bildträger 86 und Rückschicht 82 zu- sammengedrückt.
Durch Aufheizen des Stempels 84, beispielsweise durch ein elektrisches Heizelement wird der thermoplastische Klebstoff der Streifen 90 so stark erwärmt, bis ein Verkleben stattfindet. Jetzt wird die Vakuumglocke geöffnet und das verklebte Bild herausgenommen, in welchem sich nunmehr zwischen Bildträger und Rückschicht ein evakuierter Zwischenraum befindet.
Aufsichtsbilder der erfindungsgemässen Art eignen sich für die verschiedensten Verwendungszwecke.
Wegen ihrer auffallenden optischen Wirkung, wie Helligkeit und Brillianz der Farben eignen sie sich insbesondere z. B. für Werbeplakate. In diesem Anwendungsfall bieten auch die Ausführungsformen der Fig. 2,3 und 4 dadurch Vorteile, dass durch einfaches Ersetzen des Bildträgers die Unterlage beliebig oft wiederverwendet werden kann.
Die Ausführungsbeispiele der Zeichnungen zeigen alle den Fall, dass die Bildträgerschichten gegen den Vakuumzwischenraum gerichtet sind. Wenn auch die Erfindung nicht auf diesen Sonderfall eingeschränkt sein soll, so hat diese Form doch gewisse Vorteile. Einerseits ist der Abstand zwischen Rückschicht und Bildträgerschichten auf ein Minimum verringert, was die Bildschärfe günstig beeinflusst, und es sind die Bildschichten, insbesondere die darin enthaltenen Farbstoffe vor der Einwirkung des Luftsauerstoffes geschützt, was die Farbechtheit ganz wesentlich erhöht.
PATENTANSPRÜCHE :
1. In Aufsicht zu betrachtendes, insbesondere farbiges, mittels eines photographischen oder graphischen Verfahrens hergestelltes Bild, dadurch gekennzeichnet, dass der Raum zwischen Bildträger und Rückschicht unter Vakuum steht.