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Gerät zur Entnahme von Flüssigkeitsproben aus von einem
Bohrloch durchteuften Erdformationen
Die Erfindung bezieht sich auf ein Gerät zur Entnahme von Flüssigkeitsproben aus von einem Bohrloch durchteuften Erdformationen.
Die Erfindung ist auf solche Geräte abgestellt, die einen Träger besitzen, der in das Bohr- loch auf die Höhe der jeweils zu untersuchenden Schicht hinabgesenkt wird. Der Träger ist mit zwei in bezug zueinander rückziehbaren Abstützschuhen mit hydraulischem Antrieb versehen, um diese Schuhe gegen die Seitenwand des Bohrloches anzulegen, wobei einer dieser Schuhe an seiner Anlagefläche den
Beginn einer zu einer Probenaufnahmekammer führenden Probenleitung aufweist. Auf diese Weise wird der unter den Schuhen befindliche Teil der Formation gegen die Bohrlochspülung abgedichtet, die gewöhnlich das Bohrloch ausfüllt, und die Flüssigkeit aus der Formation kann über die Eintrittsöffnung im Schuh in eine Aufbewahrungskammer im Träger übertreten.
Nachdem eine gewünschte Flüssigkeitsmenge aufgenommen ist, werden die Aufbewahrungskammer verschlossen, die Schuhe zurückgezogen und das Gerät aus dem Bohrloch wieder herausgezogen, so dass die Probe gemessen und analysiert werden kann.
Hauptzweck der Erfindung ist, derartige Geräte in ihrer Arbeitsweise noch zuverlässiger und wirksamer als bisher zu machen. Darüber hinaus soll das Funktionieren der verschiedenen Organe während des ganzen Arbeitszyklus überwacht werden können.
Um diese Ziele zu erreichen, ist ein Gerät zur Entnahme von Flüssigkeitsproben aus von einem Bohrloch durchteuften Erdformationen, welches mit zwei an seinem Träger angeordneten, in bezug zueinander rückziehbaren Abstützschuhen mit hydraulischem Antrieb versehen ist, dessen einer an seiner Anlagefläche den Beginn einer zu einer Probenaufnahmekammer führenden Probenleitung aufweist, gemäss der Erfindung dadurch gekennzeichnet, dass an der Flüssigkeitsleitung der die Schuhe verstellenden Presskolben und an der Flüssigkeitsleitung zu der Probenaufuahmekammer je ein auf den Druck der Leitungsflüssigkeit ansprechendes Druckmessgerät vorgesehen ist, wobei die Messergebnisse elektrisch zum Bohrlochmund übermittelt werden.
Bei einer Ausführungsform der Erfindung hat jedes Druckmessgerät einen Zylinder und einen darin gleitbaren Kolben, wobei an die eine Zylinderseite die Flüssigkeitsleitung angeschlossen und der Kolben zur Verstellung eines regelbaren Widerstandes ausgebildet ist.
Ein weiteres Merkmal der Erfindung besteht darin, dass zur Erzeugung eines gewählten Flüssigkeitdruckes der in der Flüssigkeitsleitung befindlichen Flüssigkeit ein Kolben-Transformator vorgesehen ist, dessen der Druckflüssigkeit abgewendete, grössere Kolbenfläche durch eine Leitung von der Bohrlochflas- sigkeit beaufschlagbar ist, und an dessen kleinere Kolbenfläche die zu den Presskolben führende Flüssigkeitsleitung angeschlossen ist, die ein Überdruckventil trägt, das sich bei einem gewählten Druck gegen das Bohrloch öffnet.
Ferner weist die Zuflussleitung der Probenaufnahmekammer ein Absperrventil auf, das über eine Nebenleitung und ein Druckminderventil mit der Flüssigkeitsleitung der Presskolben verbunden ist, welche Nebenleitung über eine Drosselstelle mit einer Niederdruckkammer in Verbindung steht, damit fallweise das Absperrventil durch einen nach Betätigen des Druckminderventils herabgesetzten Druck gesteuert wird.
Schliesslich ist zwischen der Niederdruckkammer und der Flüssigkeitsleitung der Presskolben zusätzlich
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eine mit einem steuerbaren Ventil versehene Nebenleitung zur Druckentlastung der Presskolben angeord- net.
Die Erfindung und ihre Einzelheiten sollen an Hand der Zeichnungen näher erläutert werden. Fig. l stellt ein erfindungsgemässes Gerät zur Entnahme von Flüssigkeitsproben in Ansicht in einer Lage dar, bevor die Anlageschuhe ausgespreizt werden. Fig. 2 ist eine vereinfachte schematische Darstellung des Ge- rätes gemäss Fig. l und zeigt die elektrischen Stromkreise, die zur Ausrüstung an der Erdoberfläche füh- ren.
In Fig. l ist ein Gerät zur Entnahme von Flüssigkeitsproben gemäss der Erfindung in einem Bohrloch 1 gezeigt, welches Erdformationen 2,3 und 4 durchteuft und Bohrlochspülung 5 auf Wasser- oder Ölbasis enthält. Dabei ist angenommen, dass die Formation 3 diejenige ist, aus der eine Flüssigkeitsprobe ent- nommen werden soll, und das Gerät in dem Bohrloch 1 in eine solche Lage gebracht ist, dass ein mittlerer
Abschnitt mit in Einfahrstellung zurückgezogenem Abstützschuh 6 und einem gegenübergelegenen zurück- gezogenen Gegenhaltschuh 7vor die Schicht 3 zu liegen kommt.
Das Gerät besitzt weiterhin obere und untere druckfeste Gehäuseteile 8 und 9, die durch ein Paar
Seitenschienen 10, 11 im Längsabstand voneinander gehalten werden. Die Seitenschienen 10,11 lassen in der Querrichtung einen Hohlraum zwischen sich, um darin hydraulisch betätigbare Treiborgane aufzu- nehmen, die dazu dienen, die Abstützschuhe 6 und 7 zur Anlage an entsprechende Seitenwandteile des
Bohrloches 1 zu bringen. Das Gerät ist in dem Bohrloch 1 an einem elektrischen Kabel 12 aufgehängt, das in
Verbindung mit einer an der Erdoberfläche aufgestellten, in der Zeichnung nicht gezeigten Winde dazu be- nutzt wird, um das Gerät in der üblichen Weise in das Bohrloch hinabzusenken und heraufzuziehen.
Der obere Gehäuseteil 8 enthält ein hydraulisch betriebenes Treiborgan, das den Druck der Bohrloch- spülung 5 dazu ausnutzt, um einen hydraulischen Druck zum Antrieb der Treiborgane zu erzeugen, die die
Schuhe 6 und 7 bewegen. Es können auch andere Anordnungen zur Erzeugung des hydraulischen Druckes
Verwendung finden, wie z. B. eine von einem Motor angetriebene Pumpe. Der Gehäuseteil 9 enthält eine
Kammer zur Aufnahme der Probe, die mit einem im mittleren Teil des Schuhes 6 vorgesehenen Einsatz
13 in Verbindung steht. Der mittlere Teil 13 kann in eine Dichtungsfläche 14 eingesetzt sein. Diese be- steht vorzugsweise aus nachgiebigem Material, z. B. Gummi. Der mittlere Teil des Schuhes 6 ist in bezug auf einen Tragring der Dichtungsfläche 14 nach aussen gewölbt.
Wenn der Abstützschuh 6 und der Ge- genhaltschuh 7 zur Anlage an die betreffenden Seitenwandteile des Bohrloches 1 gebracht werden, treten in der Dichtungsfläche 14 Tangentialkräfte auf, so dass sich diese in verhältnissmässig grosser Breite eng an die Seitenwand anschmiegt und dadurch eine sehr wirksame Flüssigkeitsdichtung schafft.
Um die Schuhe 6 und 7 aus ihren in Fig. 2 gezeigten zurückgezogenen Ruhelagen zu verschieben, ist jeder mit einem Paar von Kolben 35, 36 und 37,38 mechanisch verbunden. Die Kolben 35 und 36 sind in hydraulischen Zylindern 39 und 40 gelagert, während den Kolben 37 und 38 Zylinder 41 und 42 zugeordnet sind. Alle Zylinder sind an eine Flüssigkeitsleitung 43 angeschlossen, die mit einer inkompressiblen Flüssigkeit angefüllt ist, so dass, wenn die Leitung 43 unter Druck gesetzt wird, die verschiedenen Kolben in ihren entsprechenden Zylindern eine Relativverschiebung erfahren und dadurch die Schuhe 6 und 7 zur Anlage an die Seitenwand des betreffenden Bohrloches gebracht werden.
Wenn der hydraulische Druck danach reduziert wird, werden die Schuhe 6 und 7 mittels einer oberen und einer unteren Rückzugfeder 44 und 45 zwischen benachbarten Enden der Schuhe sowie durch die Wirkung des hydrostatischen Druckes der Bohrlochspülung auf die Schuhe zurückbewegt.
Um einen hydraulischen Druck in der Leitung 43 zu erzeugen, ist ein Druckerzeuger vorgesehen, der einen vorzugsweise mit Luft unter Atmosphärendruck gefüllten Hohlzylinder 46 besitzt. Ein Kolben 47 ist in dem Zylinder 46 gleitend gelagert und befindet sich normal am oberen Ende des Zylinders, der über ein elektrisch betätigtes Ventil 48 an eine Eintrittsleitung 49 angeschlossen ist, die für das Eindringen der Bohrlochspülung 5 in dem Bohrloch 1 (Fig. 1) offen ist. Ein elektrischer Kreis für das Ventil 48 besitzt eine Erdung 50 und einen elektrischen Leiter 51, der über das Kabel 12 zu einem feststehenden Kontakt 52 eines Schalters an der Erdoberfläche führt. Dieser Schalter besitzt einen beweglichen Schaltarm 53, der in einem Kreis mit einer elektrischen Spannungsquelle, z.
B. einer Batterie 54, liegt, welcher eine Erdleitung 55 besitzt-.
Eine Kolbenstange 56 ist mit ihrem oberen Ende an der Unterseite des Kolbens 47 befestigt und durchquert den Zylinder 46. Das freie Ende der Kolbenstange 56 gleitet in einem andern Zylinder 57, der mit einer im wesentlichen inkompressiblen Flüssigkeit'58, z. B. Öl, gefüllt ist. Der Durchmesser des Zylinders 46 ist grösser als der Durchmesser des Zylinders 57, so dass, wenn die Oberseite des Kolbens 47 dem Druck der Bohrlochspülung in dem Bohrloch 1 ausgesetzt ist, die Flüssigkeit 58 in dem Zylinder 57 auf einen höheren Druck gebracht wird, Das Verhältnis der Zylinderquerschnitte kann beispielsweise die Grö-
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flüssigkeit zur Erdoberfläche gefördert werden kann.
Gemäss der Erfindung wird das Ventil 105 zwischen einer ersten löslich gesperrten Lage und einer zweiten Sperrlage hydraulisch gesteuert. Das Ventil 105 weist einen Sitz 113 zur Aufnahme eines beweglichen Absperrkörpers 114 auf, der mit einem im Zylinder 116 gleitend gelagerten Kolben 115 verbunden
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freigibt. Unter dem Einfluss eines Druckmittels aus der Leitung 117, die an den Zylinder 116 angeschlos- sen ist, wird der Kolben 115 nach unten verschoben und dadurch der Absperrkörper 114 auf seinen Sitz 113 gedrückt.
Um die Leitung 117 unter hydraulischen Druck zu setzen, ist sie über eine Leitung 118 an ein elek- trisch betätigtes Ventil 119 angeschlossen, das seinerseits an eine Abzweigung der hydraulischen Lei- tung 43 angeschlossen ist. Das Ventil 119 steht in elektrischer Verbindung mit der Erde und einem Lei- ter 120, der durch das Kabel 12 zu einem feststehenden Kontakt 121 führt, welcher von dem beweglichen
Arm 53 bestrichen wird. Ein Ansatz der Leitung 118 ist über eine Regulieröffnung 122 für den Flüssigkeits- übertritt an eine Kammer 123 angeschlossen, die Luft unter Atmosphärendruck enthält. Auf diese Weise werden, wenn das Ventil 119 betätigt wird, um eine Verbindung zwischen den Leitungen 43 und 118 her- zustellen, die Leitung 117 und zugleich die Niederdruckkammer druckbeaufschlagt.
Infolge des Vorhan- denseins der Öffnung 122 wird das Ventil 105 jedoch betätigt, bevor ein ins Gewicht fallender Druckbe- trag in dem hydraulischen System verbraucht ist.
Als Sicherheitsmassnahme ist zwischen der Leitung 43 und der Niederdruckkammer 123 noch eine weitere hydraulische Leitung 124 vorgesehen. Ein elektrisch betätigtes Ventil 125 schliesst normal die
Leitung 124 ab, welches Ventil einerseits geerdet und anderseits an eine Leitung 126 angeschlossen ist, die durch das Kabel 12 zu einer andern Klemme 127 hinführt, die von dem beweglichen Kontaktarm 53 bestrichen wird.
Um das Gerät arbeitsfähig zu machen, wird das hydraulische System, das den Zylinder 57, die Lei- tung 66, die Leitung 43 und die Zylinder 39-42 umschliesst, mit der Flüssigkeit 58 gefüllt. Die Schuhe 6 und 7 werden in ihren zurückgezogenen Lagen gehalten, in denen sich die Kolben 35-38 nicht ganz an den hinteren Enden ihrer Zylinder befinden. Es sei daran erinnert, dass der Kolben 47 anfangs am oberen
Ende des Zylinders 46 sitzt und im Ventil 105 der Kolben 114 im oberen Ende des Zylinders 116. Die Kol- ben 69 und 81 befinden sich an den bezüglich Fig. 2 rechtsseitigen Enden ihrer Zylinder 68 und 80. Die
Ventile 48,112, 119 und 125 sind geschlossen. Der bewegliche Schaltarm 53 befindet sich in der mit x bezeichneten Offenlage.
Bevor das erste Gerät in das Bohrloch hinabgesenkt wird, wird das Registriergerät 78 unter Strom ge- setzt und danach eine Drucklinie aufgezeichnet, die den Druck in der Leitung 43 anzeigt. Dieser liegt sehr nahe am Atmosphärendruck. Wenn das Gerät ins Bohrloch hinabgesenkt wird, steigt der hydrostatische
Druck der Bohrlochspülung 5 an, und der entsprechende Druck auf die Schuhe 6 und 7 hat zur Folge, dass durch Verdrängen der Kolben 35-38 der hydraulische Druck in deren Zylindern erhöht wird, wodurch der
Druck in der Leitung 43 ansteigt. Demgemäss wird eine fortlaufende Aufzeichnung des hydrostatischen
Druckes der Bohrlochspülung entsprechend dem Absinken des Gerätes gewonnen.
Nachdem das Gerät im Bohrloch in die gewünschte Lage gebracht ist (Fig. l), wird der Arm 53 zurAn- lage auf denKontakt 52 gebracht, wobei der Widerstand 101 so einreguliert wird, dass ein entsprechender Strom zur Betätigung des Ventils 48 zu fliessen beginnt. Dadurch kann die Bohrlochspülung 5 durch die Leitung 49 und das Ventil 48 in das obere Ende des Zylinders 46 einströmen. Der Kolben 47 wird so mit dem verhäl- nismässig hohen hydrostatischen Druck in dem Bohrloch beaufschlagt. Da seine Unterseite dem verhältnis- mässig niedrigen Druck in dem Zylinder 46 ausgesetzt ist, wird der Kolben 47 nach unten verschoben und die Kolbenstange 56 in den Zylinder 57 vorgerückt.
Da die Fläche des Kolbens 47 grösser ist als die Fläche der Kolbenstange 56, ist es klar, dass bei einem gegebenen Verschiebeweg des Kolbens 47 entsprechend dem jeweiligen Druck der auf das obere
Ende des Zylinders 46 einwirkenden Flüssigkeit ein grösserer Druck in der Flüssigkeit 58 erzeugt wird. Das
Ventil 65 stimmt die Drücke in den Leitungen 66 und 67 aufeinander ab, um einen Druck in der Leitung 43 zu erzeugen, der dem Druck der Bohrlochspülung plus einem bestimmten zusätzlichen Betrag gleich ist. Zum Beispiel kann der zusätzliche Betrag in der Grössenordnung von 240 bis 400 kg/cm liegen.
Wein das Ventil 65 so eingestellt ist, dass der konstante Betrag sich auf 360 kg/cm2 beläuft, nachdem ein gegebener hydrostatischer Druck in dem Bohrloch erreicht ist, wird der Druck in der Leitung 43 stets 360 kg/cm2 grösser sein als der Druck in der Bohrlochspülung 5 in der Tiefenlage des Gerätes. Der Druck in der Leitung 43 wird dazu benutzt, um die Kolben zu betätigen, die die Schuhe 6 und 7 an die
Wand des Bohrloches zur Anlage bringen.
Da die Schuhe 6 und 7 entgegen dem hydrostatischen Druck in
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dem Bohrloch ausgespreizt werden, gewährleistet das Ventil 65, dass unterhalb einer gegebenen Bohrloch- tiefe der auf die Kolben 35, 36, 37 und 38 ausgeübte Druck immer ausreichend sein wird, um die Schuhe 6 und 7 vorzubewegen, jedoch nicht so gross, dass eine Beschädigung der Ausrüstung zu befürchten steht.
Für das Ventil 48 wird vorzugsweise unter Benutzung eines elektrischen Zünders die Explosivgattung gewählt, so dass ein Stromstoss durch den Widerstand 103 fliesst, wenn das Ventil betätigt wird ; etwa zu- gleich steigt der Druck in der Leitung 43 auf eine Höhe an, die dem Differenzdruck über dem Bohrloch- druck, reguliert durch das Ventil 65, entspricht.
Wenn erwünscht, kann in diesem Punkt des Arbeitsvorganges das Kabel 12 angezogen werden. Ein dann beobachtetes Ansteigen der Kabelspannung würde besagen, dass die Schuhe 6 und 7 in festen Eingriff mit der Seitenwand des Bohrloches gelangt sind. Danach kann die Spannung im Kabel 12 wieder reduziert werden. Im nachfolgenden Teil eines Arbeitsvorganges wird der bewegliche Arm 53 in Eingriff mit dem
Kontakt 100 gebracht, um einen elektrischen Kreis mit dem Zünder 97-zu schliessen. Wenn dieser Zün- der gezündet hat, erzeugt ein Stromstoss im Widerstand 103 einen Spannungsausschlag im Registrierge- rät 78, das hiedurch anzeigt, dass das Treibmittel 96 zur Detonation gebracht ist. Die Detonation des
Treibmittels 96 treibt das Geschoss 95 aus der Bohrung 94 heraus, wodurch der Verschluss 93 zerstört wird.
Dadurch wird die Öffnung 86 für die unter Druck stehende Formationsflüssigkeit freigelegt und diese Flüs- sigkeit fliesst durch den Kanal 85 und die Leitung 84 in das obere EndederKammer 106. Während des nachfol- genden Zeitintervalls bleibt der Druck im wesentlichen auf dem Wert, der denFliessdruck wiederspiegelt. Es sei bemerkt, dass die Zeit, die zur Entnahme einer Flüssigkeitsprobe benötigt wird, unter andern Faktoren von der Natur des Gesteins, dem Formationsdruck und der Grosse der Offnung 110 abhangig ist, welch letztere das Ausmass bestimmt, in dem die Flüssigkeit 108 in den unteren Teil der Kammer 106 übertritt, wenn die Formationsflüssigkeit den Kolben 109 nach unten drängt.
Wenn die Kammer für die Probe angefüllt ist, hört die Flüssigkeitsströmung auf, und der aufgezeichnete Druck steigt leicht an. Dies gibt den For- mationsdruck wieder und wird im allgemeinen innerhalb von 30 Sekunden bis mehreren Minuten vom Auf- schluss der Probenentnahmekammer an erreicht. In bestimmten Fällen kann dies auch länger dauern, und wenn keine Zeit zur Verfügung steht, diesen Einschiessdruck abzuwarten, kann der nächste Schritt einge- leitet werden. In beiden Fällen wird der bewegliche Kontakt 53 nunmehr in Eingriff mit dem feststehenden
Kontakt 121 gebracht, um das Ventil 119 zu öffnen. Das Inkrafttreten des Ventils 119 äussert sich in einem Ausschlag am Registriergerät 78 ; mit der Öffnung dieses Ventils wird der hydraulische Druck über die Leitung 117 dem oberen Ende des Zylinders 116 zugeleitet.
Als Ergebnis werden der Kolben 115 nach unten verschoben und der Absperrkörper 114 auf seinen Sitz 113 gebracht, so dass das Ventil 105 geschlos- sen wird.
Zur gleichen Zeit wird der hydraulische Druck über die Öffnung 122 in die Niederdruckkammer 123 abgeleitet, so dass der Druck in der Leitung 43 absinkt und die Schuhe 20,21 in die Rückzugstellung zu- rückkehren.
Für den Fall, dass der Einschiessdruck nicht vor dem Schliessen des Ventils 105 erreicht worden ist, wird sich der Druck in der Leitung 84, nachdem das Ventil geschlossen ist, allmahlich auf den Forma- tionsdruck aufbauen, der dann am Registriergerät 78 abzulesen ist.
Wenn die Anzeigen erkennen lassen, dass der Druck in der Leitung 43 nicht reduziert worden ist, kann eine der verschiedenen Sicherheitsvorkehrungen des Geräts gemäss der Erfindung Anwendung finden. Dem- gemäss wird der bewegliche Arm 53 in Eingriff mit dem Kontakt 132 gebracht, wodurch die Stromquelle 54 an das Ventil 125 gelegt wird. Durch ein solches Öffnen dieses Ventils wird ein Flüssigkeitsverbindungsweg unmittelbar zwischen der Leitung 43 und der Niederdruckkammer 123 über die Leitung 124 hergestellt. Sollte das Ventil 119 das erwünschte Ergebnis nicht erzielt haben, so würde die Betätigung des Ventils 125 eine Reduzierung des hydraulischen Druckes herbeiführen.
Nach Betätigen des Ventils 119 und des Ventils 125 zwecks Druckverminderung in der Leitung 43 kann das Gerät an die Oberfläche gezogen werden und die Probe durch das Ventil 112 entnommen werden.
Während die Funktion des Überwachungssystems in Verbindung mit dem Registriergerät 78 beschrieben worden ist, sei hervorgehoben, dass die Anzeigegeräte 77 und 91 der Bedienungsperson des Geräts einen vollständigen Überblick über das richtige Funktionieren der Probeentnahmevorrichtung geben. So wird gemäss der Erfindung eine genaue Aufzeichnung über den hydrostatischen Druck der Bohrlochspülung und des Innendruckes der Formationen gewonnen und zusätzlich eine Aufzeichnung über Änderungen des hydraulischen Druckes, wenn das Gerät hinabgesenkt wird, sowie Anzeigen über das Funktionieren der verschiedenen Ventile durch Beobachtung der Änderungen des hydraulischen Druckes und damit, ob das Gerät richtig arbeitet oder nicht. Es ist klar, dass das Gerät zuverlässiger und wirksamer arbeitet als dies bisher möglich gewesen ist.
Durch Verwendung des Überdruckventils 65 wird der Druck in dem hydraulischen System in sicheren
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Grenzen gehalten. Dies trägt zur Zuverlässigkeit der Arbeitsweise bei. Darüber hinaus steigern die andern
Merkmale des hydraulischen Systems die Zuverlässigkeit des Geräts gemäss der Erfindung. Im besonderen kann das Ventil 105 nicht unbeabsichtigt geschlossen werden, da der Absperrkörper 114 im Ventil 105 in seiner Offenlage. lösbar festgelegt ist. Auch in seiner geschlossenen Lage, d. h., nach Aufnahme einer Pro- be, ist es so weit blockiert, dass es nicht ungewollt aufgehen kann. Das Vorsehen einer Umgehungsleitung zwischen der Leitung 43 und der Niederdruckkammer 123 über die Leitung 124 und das Ventil 125 ist eine weitere vorteilhafte zusätzliche Sicherheitsvorkehrung.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Gerät zur Entnahme von Flüssigkeitsproben aus von einem Bohrloch durchteuften Erdformationen, welches mit zwei an seinem Träger angeordneten, in bezug zueinander rückziehbaren Ab3tützschuhen mit hydraulischem Antrieb versehen ist, dessen einer an seiner Anlagefläche den Beginn einer zu einer Proben- aufnahmekammer führenden Probenleitung aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass an der Flüssigkeitsleitung (43) der die Schuhe (6,7) verstellenden Presskolben (35,36, 37,38) und an der Flüssigkeitsleitung (84) zu der Probenaufnahmekammer (106) je ein auf den Druck der Leitungsflüssigkeit ansprechendes Druckmessgerät (68,69, 70,80, 81,82) vorgesehen ist, wobei die Messergebnisse elektrisch zum Bohrlochmund übermittelt werden.