<Desc/Clms Page number 1>
Wurzelfester Dichtungsring für die Stossverbindungen von im
Erdreich zu verlegenden Rohrleitungen und Verfahren zu seiner Herstellung
Bekanntlich bedient man sich beim Verlegen von Rohrleitungen, insbesondere für Abwässer, zur Abdichtung der einzelnen Rohrverbindungsstellen verschiedener Dichtungsringe aus elastischem Werkstoff,
EMI1.1
: B.ring versehene Rohrende in die Gegenmuffe eingeführt wird. Der noch verbleibende, sich In radialer so- wie in axialer Richtung erstreckende Ringspalt wird im Anschluss daran mit bituminöser Vergussmasse aufgefüllt.
Die so im Erdreich verlegten Rohrleitungen unterliegen aber im Verlaufe der Zeit verschiedenen Ein- flüssen. So kommt es beispielsweise häufig vor, dass Pflanzen- und Baumwurzeln im Bereiche der ver- legten Rohrleitung den bituminösen Verguss durchdringen und sich zwischen dem Dichtungsring und dem
Rohrmantel ins Innere der Rohrleitung hindurchzwängen mit der Folge, dass hiedurch die Rohrleitungen un- dicht werden, was nicht nur unerwünscht ist, sondern auch beträchtliche Folgen haben kann, indem näm- lich durch die Undichtigkeit der Rohrleitungen das Grundwasser durch die austretenden Abwässer verseucht wird.
Um diesem Missstand begegnen zu können, ist schon vorgeschlagen worden, den zwischen dem Ring und der Aussenstirnringfläche der Muffe verbleibenden Ringspalt mit einer sogenannten wurzelfesten Ver- gussmasse aufzufüllen. Zur praktischen Verwirklichung dieses Vorschlages verwendet man eine bituminöse
Vergussmasse, die durch wachstumszerstörende, chemische Zusätze, z. B. auf der Basis von Phenolen, eine Wurzelfestmachung der Vergussmasse auf chemischer Grundlage bewirken soll.
Bei der vorgeschriebenen Anwendung bzw. Behandlung einer solchen phenolhaitigen Vergussmasse kann der Wurzeleintritt zwar eine gewisse Zeit hinausgeschoben, aber nicht ganz verhindert werden, da mit der natürlichen Alterung der Vergussmasse auch der phenolhaltige Zusatz unwirksam wird, die Wurzeln also wieder in die Rohrleitung eindringen können. Es kann aber auch vorkommen, dass die Wirkung der phenolhaltigen Vergussmasse schon beim Erhitzen vor dem Vergiessen praktisch aufgehoben ist, weil beispielsweise durch Unachtsamkeit beim Erhitzen die Vergussmasse zu heiss geworden ist, also die Schmelztemperatur so weit überschritten wurde, dass die phenolhaltigen Zusätze, deren Siedepunkt nur wenig über der Schmelztemperatur der Vergussmasse liegt, bereits schon flüchtig geworden sind.
Dieser Fall tritt in der Praxis nicht selten ein, weil eine genaue Einhaltung der Schmelztemperatur der Vergussmasse auf der Baustelle kaum möglich erscheint. Es kommt in der Praxis immer wieder vor, dass Rohrleitungen schon nach verhältnismässig kurzer Zeit durch Einwirkung von Verwurzelungen selbst bei Verwendung von einer sogenannten wurzelfesten Vergussmasse undicht werden.
Es ist ausserdem bekannt, bei im Erdreich zu verlegenden Rohrleitungen massive Ringe aus metallischem Kupfer zu verwenden. In Verbindung mit Feuchtigkeit, Wasser od. dgl. entwickeln solche Kupferringe Kupfersalze, die wurzelhemmend sind. Derartige Kupferringe sind aber teuer und überdies nicht als Dichtungen verwendbar.
Die Erfindung geht aus von einem wurzelfesten Dichtungsring für die Stossverbindungen von im Erdreich zu verlegenden Rohrleitungen unter Verwendung von Kupfer, welches in Verbindung mit Feuchtigkeit od. dgl. wurzelabweisende Kupfersalze bildet. Die Erfindung besteht nun darin, dass der elastische
<Desc/Clms Page number 2>
Werkstoff eines an sich bekannten Dichtungsringes aus Gummi oder Kunststoff Kupfer oder Kupferlegierungen in fein verteilter Form enthält oder wenigstens an der Oberfläche mit ihnen versehen ist. Dieser neue Dichtungsring vereinigt in sich zwei Funktionen, indem er einerseits die Rohrverbindung abdichtet und anderseits wurzelfest macht, u. zw. ohne nennenswerte Mehrkosten, da für den Zusatz an Kupfer. oder dessen Legierungen wohlfeile Metallabfälle od. dgl. verwendet werden können.
Selbst wenn jetzt die Wirkung der Wurzelfestmachung der Vergussmasse aufgehoben wird, bleibt die Rohrverbindungsstelle durch den wurzelfesten Dichtungsring immer noch wurzelfest, so dass Rohrundichtigkeiten vermieden werden.
Da die Rohrleitungen einerseits kein chemisch reines Wasser, sondern häufig Abwässer führen, und weil auf der andern Seite die gesamte Rohrleitung, somit auch die Rohrverbindung, der Erdreich-Feuch-
EMI2.1
ausdem Grunde eine wurzelfeste Zone, weil ein jedes Kupferkörnchen-durch die Einwirkung von Feuchtig- keit und Spuren von Säuren aus der Rohrleitung selbst - eine chemische Verbindung eingeht mit der Folge, dass sogenanntes Kupfer-Vitriol (CuSO) gebildet wird, so dass sich um ein jedes Kupferkörnchen bzw.
- teilchen ein solches Kupfer-Vitriol-Feld bildet. Um den gesamten Ring herum befindet sich somit eine regelrechte Kupfer-Vitriol-Abschirmung.
Durch die Bildung von Kupfer-Vitriol, das bekanntlich wachstumshemmend bzw. sogar wachstums- zerstörend ist, werden die Haarwürzelchen, die die Vergussmasse durchdrungen haben und in Richtung auf das Rohrinnere vordringen, sobald sie in die Kupfer-Vitriol-Abschirmung des Ringes kommen, abgetötet.
Ein weiteres Vordringen dieser Wurzeln am Ring vorbei ins Rohrinnere ist jetzt nicht mehr möglich.
Dieser neue Dichtungsring, der mit Kupfer oder Kupferlegierungen durchsetzt ist, stellt gegenüber der bekannten Wurzelfestmachung der Rohrverbindungen durch phenolhaltige Zusätze zur Vergussmasse nicht nur eine vorteilhafte Ergänzung dar, sofern die sogenannte wurzelfeste Vergussmasse überhaupt wirksam ist, sondern überdies ist es jetzt allein durch den Ring selbst möglich, die Rohrverbindung im ausreichenden Masse wurzelfest zu machen, so dass man unter Umständen sogar auf die sogenannte wurzelfeste Vergussmasse verzichten könnte, deren Wirkung - bei der im allgemeinen nicht vorschriftsmässigen Behandlung auf der Baustelle - sowieso in Frage gestellt ist.
Das Kupfer innerhalb des Ringes kann erfindungsgemäss in feingekörnter Form ebenso vorgesehen werden wie auch in einer hievon abweichenden Span- oder Streifenform. Zweckmässig soll das Kupfer in etwa 0, 25-0, 35 mm Körnung bzw. Spandicke Verwendung finden, wobei der Gesamtanteil des Kupfers etwa 100/0 der Rohgummimasse zur Herstellung eines Ringes betragen kann. Sollte sich jedoch herausstellen, dass ein noch geringerer oder gar ein noch höherer Anteil für die Gesamtwirkung noch günstiger ist, wäre es natürlich ohne weiteres möglich, eine noch feinere oder gar noch gröbere Körnung des Kupfers ebenso zu verwenden, wie auch der Gesamtkupferanteil 100/0 sowohl über-als auch unterschreiten könnte.
Damit man in der Praxis diese Feinverteilung des Kupfers oder der Kupferlegierungen auch in zuverlässiger Weise erreichen kann, wird vorgeschlagen, diesen Kupferzusatz mit in die Rohgummimasse zu geben und dann aus dieser bereits mit Kupfer oder dessen Legierungen durchsetzten Rohmasse die Ringe zu erzeugen.
Eine andere Möglichkeit zur Ausrüstung des Dichtungsringes mit Kupfer oder dessen Legierungen besteht auch darin, dass man das Kupfer nachträglich auf den fertigen Ring aufdampft, aufspritzt od. dgl., so dass man auf diese-an sich bekannte - Weise eine Kupfermetallisierung des Dichtungsringes herbeiführt. Natürlich wird in diesem Falle die nachträglich aufgebrachte Schicht so bemessen, dass die Elastizität des Ringes nicht beeinträchtigt wird.
Man kann nun in weiterer Ergänzung einer wurzelfesten Rohrverbindung dieses Prinzip des Kupferzusatzes im Dichtungsring zur Innenabdichtung der Rohrverbindung selbstverständlich auch auf die Aussenrohrabdichtung erweitern, indem man nämlich auch die elastischen, aus Gummi od. dgl. erzeugten GiessManschetten genau wie die Dichtungsringe mit Kupfer durchsetzt. In den Fällen, wo diese Giess-Manschetten an der Rohrverbindung verbleiben, also auch im Erdreich liegen, tritt dann genau dieselbe Wirkung wie beim Dichtungsring ein, so dass jeder Versuch des Wurzeleindringens an der jetzt auch eine Kupfer-Vitriol-Abschirmung bildenden Giessmanschette scheitert.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel eines Dichtungsringes wiedergegeben, u. zw. zeigen : Fig. 1 eine Draufsicht auf'einen erfindungsgemässen Dichtungsring aus elastischem Werkstoff und Fig. 2 eine Seitenansichts-Darstellung des Ringes, halb in Ansicht und halb im Schnitt.
Der in der Zeichnung wiedergegebene Dichtungsring besitzt einen Kragen 10, der aussen am Umfang eines Rohrendes anliegt. Dieser Kragen 10 geht gemäss dem Ausführungsbeispiel in einen quer hiezu gerichteten Steg 11,12 über, so dass insgesamt gesehen ein etwa T-förmiger Ringquerschnitt gebildet wird. Der nach innen gerichtete Stegteil 11 legt sich vor die Ringstirnfläche des Einsteckrohrendes, während der
<Desc/Clms Page number 3>
nach aussen verlaufende, sich zum freien Ende 12 hin lippenartig verjüngende Teil 12 des Steges dichtend mit der Muffeninnenfläche zusammenwirkt. Ein oder auch mehrere Abstütznocken 13 dienen zur Abstützung des eingeführten Einsteckrohrendes in der Gegenmuffe.
Gemäss der Erfindung ist dieser Dichtungsring mit Kupfer oder Kupferlegierungen in einer fein verteilten Form, z. B. in Gestalt von Körnern 14, Spänen, Streifen od. dgl. durchsetzt, die zumindest an der Oberfläche des Ringes liegen sollen, so dass die vorbeschriebene Wirkung der Wurzel festmachung des Dich- tungsringes und somit auch die Wurzelfestmachung der Rohrverbindung erreicht wird.
Im übrigen ist der dargestellte und beschriebene Ring nur als ein Ausführungsbeispiel zu verstehen, was jedoch keinesfalls darauf beschränkt sein soll, vielmehr könnte man auch vom Querschnitt und von der Gesamtgestalt dieses Ringes abweichende Ringe mit dem Erfindungsvorschlag der Durchsetzung mit Kupfer oder dessen Legierungen verwirklichen. Auch Giess-Manschetten zur Aussenabdichtung der Rohrverbindung liessen sich mit Kupfer durchsetzen, um die gleichen Effekte der Wurzelfestmachung auch bei der Aussendichtung zu erzielen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Wurzelfester Dichtungsring für die Stossverbindungen von im Erdreich zu verlegenden Rohrleitungen unter Verwendung von Kupfer, das in Verbindung mit Feuchtigkeit od. dgl. wurzelabweisende Kupfersalze bildet, dadurch gekennzeichnet, dass der elastische Werkstoff eines an sich bekannten Dichtungsringes aus Gummi oder Kunststoff Kupfer oder Kupferlegierungen in fein verteilter Form enthält oder wenigstens an der Oberfläche mit ihnen versehen ist.