AT205218B - Spannungsfreie Holzspanplatte und Verfahren zur Herstellung derselben - Google Patents
Spannungsfreie Holzspanplatte und Verfahren zur Herstellung derselbenInfo
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Description
<Desc/Clms Page number 1> EMI1.1 Die Verarbeitung von Holz, speziell in grossflächiger Bauweise, verlangt eine weitgehende Berücksichtigung der charakteristischen Eigenschaften dieses lebenden Rohstoffs. Eine dieser Eigenschaften, die sich besonders nachteilig auswirkt, ist das Verziehen des Holzes infolge der in ihm vorhandenen un terschiedlich starken Verzugskräfte. Dieses Problem tritt auch bei dem jüngsten Holzwerkstoff, der Spanplatte, in Form eines mehr oder minder starken einseitigen Verziehens in Erscheinung. Zur Herstellung von Holzspanplatte wird ein mit einem Bindemittel, insbesondere einem Kunstharzbindemittel, versehenes Spangemisch in Grossanlagen auf komplizierten, kostspieligen Schütteinrichtungen zum Spankuchen in ein- oder mehrschichtige Aufbau verformt und anschliessend über eine kalte Vorpressung einer Heissverpressung zugeführt. Trotz sorgfältiger Sichtung des Spangutes von Staub und Bruchstücken, trotz gewissenhafter Vortrocknung und Einstellung des hygroskopischen Gleichgewichts durch klimatische Lagerung der Fertigplatten ist es bis jetzt nicht möglich gewesen, vollkommen verzugsfreie Spanplatten zu erzeugen. Obwohl auf Grund des Aufbaus der Spanplatte, die aus einer Vielartigkeit und Vielzahl sich gegenseitig absperrender Holzspäne besteht, ein homogener und damit verzugsfreier Werkstoff erwartet werden müsste, ist es jedoch mit den bis jetzt bekannten Verfahren nicht gelungen, die für ein gutes Stehvermögen erforderliche Homogenität zu erlangen. Grundlegend und bestimmend für die Qualität der Spanplatte ist neben dieser Homogenität die Wahl bzw. Formgebung des einzelnen Spans. Ein besonders schlechtes Stehvermögen ist bei Spanplatten zu beobachten, die lediglich aus natürlich anfallendem Spanmaterial der holzverarbeitenden Industrie gefertigt sind. Neben den unterschiedlich grossen Hobelbzw. Frässpänen sind es vor allem die kleinen körnigen Säge- und Gatterspäne, die ein besonders starkes Entmischen hervorrufen und dadurch ungleiche Verzugskräfte innerhalb der Platte erzeugen. Die üblichen Schüttverfahren, ganz gleich ob sie von Hand oder durch komplizierte Maschinen ausgeführt werden, haben den grossen Nachteil, dass innerhalb des locker geschütteten Spankuchens die kleinen und feineren Spanteile überwiegend in die untere Schicht einfallen und so in der ein-bzw. mehrschichtigen Platte eine ungleichmässige Verteilung zur Folge haben. Es wurde nun gefunden, dass völlig spannungsfreie Holzspanplatten aus unterschiedlich grossen Abfallspänen und bzw. oder vorsätzlich hergestellten. Holzspänen verschiedener Grösse unter Verwendung eines Bindemittels, insbesondere eines Kunstharzbindemittels, erhalten werden, wenn man den Rohspankuchen aus zwei Teilkuchen herstellt und ihn in der Weise aufbaut, dass der eine Teilkuchen, bezogen auf die horizontale Mittelebene der Platte, das genaue Spiegelbild des andern Teilkuchens in bezug auf Abund Zunahme der Spangrössen darstellt. Dies kann erfindungsgemäss in der Weise erreicht werden, dass ein Teil der Spankuchenmasse der Rohplatte, vorzugsweise die Hälfte, in an sich bekannter Weise durch gleichmässiges Aufschütten in einen Begrenzungsrahmen zu einem Teilkuchen verformt, unter leichtem Druck um 1800 gewendet und der restliche Spangutteil in gleicher Weise auf die Rückseite des gewendeten Spankuchens aufgeschüttet wird, worauf die weitere Verarbeitung des Gesamtkuchens zur fertigen Spanplatte in bekannter Weise durch Heissverpressung erfolgt. Bei einer so hergestellten Platte liegen die feineren Späne im wesentlichen im Innern der Platte, d. h. nach der horizontalen Mittelebene zu. Die beiden Schüttungen können aber auch für sich getrennt vorgenommen werden. In diesem Falle werden die beiden Teilspankuchen nach Wenden unter Druck um 1800 jeweils eines der beiden Kuchen aufeinandergelegt und der Gesamtkuchen in an sich bekannter Weise durch Heissverpressung zur fertigen Spanplatte weiterverarbeitet. Soll bei <Desc/Clms Page number 2> dieser Herstellungsart die fertige Platte an der Aussenschicht überwiegend gröbere Späne enthalten, so wird der erste Teilspankuchen unter leichtem Druck um 1800 gewendet und der zweite Teilspankuchen ohne Wenden auf diesen aufgelegt. Soll die fertige Platte an der Aussenschicht überwiegend feinere Späne enthalten, so wird der zweite Teilspankuchen unter Wenden um 1800 unter Druck auf den nichtgewendeten, ersten Teilspankuchen aufgelegt. Die Teilspankuchen können während oder nach der Schüttung einer an sich bekannten dosierten Vibration oder Rüttelung unterworfen werden. Das Verfahren gestattet durch die spiegelbildartige Verteilung der verschiedenen grossen Späne beiderseits der horizontalen Mittelebene der Platte einen vollkommen spannungsfreien Aufbau und ermöglichen einen wirt- 3chaftlich vorteilhaften Einsatz der in grossen Mengen anfallenden Abfallspäne, insbesondere der Säge- und Gatterspäne, für Spanplatten der verschiedensten Anwendungsgebiete. Die erfindungsgemäss hergestellten Spanplatten können ohne zusätzliches Absperren durch unmittelbares Aufbringen von 0, 8 mm starkem Edelfurnier für mattierte Möbelteile verwendet bzw. durch Aufkleben von Kunststoff-Folien od. dgl. oberflächenveredelt werden. Die Platten können ferner durch Behandeln der Späne mit den entsprechenden Chemikalien feuerhemmend, feuersicher, wasserabstossend und termitensicher gemacht werden. Ausserdem können die erfindungsgemäss hergestellten Spankuchen in an sich bekannter Weise vorteilhaft zu spannungsfreien Span- EMI2.1 Das Verfahren bietet als besonderen Vorteil die Möglichkeit der Verwendung eines grossen Prozentsatzes (bis zu 50%) von Abfallspänen, wie Säge-und Gatterspäne, die bisher bei der Herstellung hochwertiger Span- platten verworfen wurden bzw. nur in geringer Menge beigemischt werden konnten. PATENTANSPRÜCHE : 1. Spannungsfreie Holzspanplatte aus unterschiedlich grossen Abfallspänen und bzw. oder vorsätzlich hergestellten Holzspänen ver- schiedener Grösse unter Verwendung von Bindemitteln, insbesondere Kunstharzbindemitteln, gekennzeichnet durch einen aus zwei Teilspankuchen hergestellten, spiegelbildartigen Aufbau des Rohspankuchens hinsichtlich der Ab- bzw. Zunahme der Spangrössen, bezogen auf die horizontale Mittelebene.
Claims (1)
- 2. Verfahren zur Herstellung von Holzspanplatten nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Teil der Spankuchenmasse der Rohplatte, vorzugsweise die Hälfte, in an sich bekannter Weise durch gleichmässiges Aufschütten in einen Begrenzungsrahmen zu einem Teilkuchen verformt, unter leichtem Druck um 1800 gewendet, und der restliche Spangutteil in gleicher Weise auf die Rückseite des gewendeten Spankuchens gleichmässig aufgeschüttet wird. worauf die weitere Verarbeitung des Gesamtkuchens zur fertigen Spanplatte in bekannter Weise durch Heissverpressung erfolgt.3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Schüttungen für sich getrennt vorgenommen werden und die beiden Teilkuchen anschliessend nach Wenden jeweils eines Kuchens unter leichtem Druck um 1800 entsprechend der gewünschten Oberflächenbeschaffenheit mit der Fein- oder der Grobspanseite nach aussen zusammengelegt und in an sich bekannter Weise durch Heissverpressung zur fertigen Spanplatte weiterverarbeitet werden.4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Teilspankuchen während und, oder nach der Schüttung der Späne in an sich bekannter Weise einer dosierten Vibration oder Rüttelung unterworfen werden.
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1957
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