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Vorrichtung zum Betrachten von Schriftstücken
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Betrachten von Schriftstücken, insbesondere zum Lesen von Anschriften bei Briefen. Solche Vorrichtungen werden insbesondere dort benötigt, wo die Schriftstücke stapelweise, jedoch ungeordnet bezüglich ihrer Lage, hinsichtlich bestimirter Merkmale untersucht werden sollen. Wenn diese Schriftstücke rechteckiges Formataufweisen, wie es meistens der Fall ist, können sie trotzdem zum Betrachten vier verschiedene Lagen einnehmen. Bei quadratischen Formaten erhöht sich.
Zahl der möglichen Lagen auf acht. Wenn die Schriftstücke ungeordnet dem Bearbeiter zugeführt werden, so ist es notwendig, dass jedes einzelne Schriftstück in die richtige Lage gebracht wird. Es muss dabei in seiner Lage gedreht oder umgewendet werden oder es müssen beide Vorgänge vorgenommen werden.
Es sind bereits Vorrichtungen bekannt geworden und vorgeschlagen worden, mit denen das Drehen und Wenden der Schriftstücke entsprechend der charakteristischen Merkmale auf ihnen auf automatischer Weise vorgenommen wird. So können beispielsweise Briefe entsprechend der Lage ihrer Briefmarkensortiert werden. Die Lage der Briefmarke wird hiebei mit photoelektrischen Mitteln abgetastet, welche eine Vorrichtung steuert, die das Wenden oder Drehen des Schriftstückes vornimmt.
Solche Vorrichtungen arbeiten jedoch nur einwandfrei, wenn die Schriftstücke annähernd gleiches Aussehen besitzen, d. h. im Falle der Briefsortierung, wenn die Briefe ein ähnliches Format besitzen und die Briefmarke sichstets an der gleichen Stelle befindet. Bei Abweichungen hievon sind Fehlschaltungen der angeschlossenen Vorrichtung unvermeidlich.
Es sind bereits Anordnungen bekannt (brit. Patentschrift Nr. 723, 609), bei welchen in. einem Förderkanal vorbeiziehende Schriftstücke in einem Spiegel betrachtet werden können. Bei diesen Anordnungen ergibt sich der Nachteil, dass die Zeichnungen in einem Spiegel erscheinen und nicht auf eine Fläche projiziert sind. Aus diesem Grunde ist die Handhabung von Steuerpulten, welche zweckmässigerweise in der Ebene der Zeichnung angeordnet werden sollten, nicht möglich. Weiters werden bei dieser bekannten Anordnung nicht alle möglichen Seiten und Lagen des zu betrachtenden Förderungsgutes beobachtet, was für die rationelle Datenbearbeitung unbedingt notwendig ist.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung zum Betrachten von Schriftstücken und zum Sortieren dieser, entsprechend ihren charakteristischen Merkmalen, insbesondere zum Lesen der Anschriften bei Briefen und zum Sortieren der Briefe nach ihren Bestimmungsorten, unter Verwendung einer Förderanlage, welche die Schriftstücke in aufeinanderfolgender Reihe durch eine Betrachtungseinrichtung, unter Verwendung optischer Mittel hindurchführt, ist dadurch gekennzeichnet, dass die Betrachtungseinrichtung mindestens zwei optische Kanäle besitzt, welche mehrere Spiegel und Optiken besitzen, durch welche die Ansichtender Briefe auf eine Mattscheibe in einer Ebene nebeneinander und bzw. oder übereinander abgebildet werden.
Eine weitere Ausbildung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass in jedem optischen Kanal einer derSpiegel halbdurchlässig ist und über je einen weiteren Spiegel und weitere Linsen je ein Nebenpfad gebildet wird, der eine Umkehroptik enthält, wodurch die Ansicht des Schriftstückes um 1800 gedreht neben der Zeichnung durch den Hauptkanal stattfindet.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird mit Hilfe der Zeichnung erläutert. Diese zeigt eine Fördereinrichtung 1, welche den hauptsächlichen Teil beider Oberflächen der zu betrachtendenScb. r1 - stücke 2 frei lässt. Zweckmässig wird diese Fördereinrichtung so ausgeführt, dass sie das Schriftstück nur
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am unterenRande eingeklemmt erfasst, beispielsweise durch schmale, parallel geführte Bänder. Es ist aber auch möglich, grössere Bänder aus durchsichtigem Material zu verwenden oder solche, welche ausreichend grosse Ausschnitte besitzen, so dass sich die Beschriftung des Schriftstückes - bei Briefen ist das die Bestimmungsortbezeichnung-mit ausreichender Deutlichkeit erkennen lässt.
Durch die Fördereinrichtung werden die Schriftstücke 2 an zwei gegenüberliegenden Spiegeln vorbeigeführt, wobei jeder der Spiegel der Eingang eines optischen Kanals ist, von denen jeder die Ansicht jeder Fläche des Schriftstückes so umlenkt, dass sie in ein und derselben Ebene abgebildet wird. In der Zeichnung sind diese Spiegel mit 3 bezeichnet und die optischen Kanäle bestehen aus weiteren Spiegeln 4 und Linseneinheiten 5. Zwischen den Spiegeln 3 und 4 befinden sich dabei halbdurchlässige Spiegel 6, welche einen Nebenkanal abzweigen, welcher über eine Umkehr-Optik T die Oberfläche des Schriftstückes um 1800 gedreht abbildet. Die Ebene 8 ist zweckmässig eine Mattscheibe, auf welcher die Abbildungen erfolgen.
Durch die Hauptkanäle erfolgt jeweils eine Abbildung der Vorder- und der Rückseite des Schriftstückes, während die Nebenkanäle das
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Bei quadratischenschriftstücken sind entsprechend weitere Abbildungen erforderlich. Da diese jedoch sehr selten sind, sollen sie in dieser Beschreibung nicht besonders berücksichtigt werden. Die Abbildungen der vier möglichen Lagen eines rechteckigen Schriftstückes können sowohl nebeneinander als auch teils nebeneinander, teils übereinander abgebildet werden, wie dies in der Zeichnung dargestellt ist. Die letztere Möglichkeit ist für die Betrachtung günstiger.
Zur Abtastung des Schriftstückes sind noch Beleuchtungsquellen 9 erforderlich, welche beide Seiten des Schriftstückes beleuchten. Es ist weiter zweckmässig, die Fördereinrichtung so auszubilden, dass das Schriftstück in der Stellung der Betrachtung kurzzeitig angehalten werden kann. Dieses Anhalten des Schriftstückes kann sowohl von dem Betrachter aus gesteuert werden, als auch in einem einstellbaren Rhythmus erfolgen. Die zweite Möglichkeit ist hiebei vorzuziehen, das der Betrachter durch Betätigung einer Steuervorrichtung nicht zusätzlich belastet wird.
Der Betrachter wird in jedem Fall das charakteristische Merkmal des Schriftstückes ohne grosse Mühe entziffern können. Er betätigt entsprechend diesem Merkmal eine Steuertaste, durch welche der Weg des Schriftstückes entsprechend seinem Merkmal eingestellt wird. Bei Briefsortieranlagen mündet dann dieser Weg in einen entsprechenden Behälter, welcher die Briefe für einen bestimmten Bestimmungsort aufnimmt.
Da in vielen Fällen die Schriftstücke ausser der Feststellung ihres Merkmales und der entsprechenden Sortierung noch eine Bearbeitung erfahren müssen, ist es zweckmässig, die erfindungsgemässe Vorrichtung auch dazu zu benutzen, um die Schriftstücke entsprechend ihrer Lage zu ordnen, so dass alle Schriftstücke die gleiche Lage einnehmen. Zu diesem Zweck wird eine weitere Steuervorrichtung am Arbeitsplatz des Betrachters vorgesehen, mit welcher das Schriftstück entsprechend seiner Lage in einen bestimmten Kanal geleitet wird, in dem es so gewendet und/oder gedreht wird, dass es nach Verlassen des Kanals eine bestimmte Lage einnimmt. Solche Kanäle sind beispielsweise Bandförderanlagen, welche das Schriftstück eingeklemmt fördern und dabei eine Drehung oder ein Wenden des Schriftstückes bewirken.
Auf diese Weise geordnete Briefe können dann einer Stempelvorrichtung zugeführt werden. Die Förderanlage wird zweckmässig so ausgebildet, dass sie zunächst nach der Betrachtung das Schriftstück entsprechend seiner Lage ordnet, es hierauf der Stempelmaschine zuführt und anschliessend entsprechend seinem Merkmal in verschiedene Behälter ausliefert.
Die erfindungsgemässe Anordnung besitzt zwar gegenüber automatisch arbeitenden Einrichtungen den Nachteil, dass der Betrachter gleichzeitig alle vier Lagen des Schriftstückes zu betrachten hat. Es hat sich aber herausgestellt, dass es nur einer geringen Übung bedarf, um unmittelbar nach dem Erscheinen der Abbildungen das Lesen des charakteristischen Merkmales vorzunehmen. Die erfindungsgemässe Anordnung hat aber gegenüber den bekannten Anordnungen den Vorteil des wesentlich einfacheren Aufbaues und einer wesentlich grösseren Betriebssicherheit.
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