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Selbsttragender Film mit Oberflächenüberzug
Die Erfindung bezieht sich auf die Zusammensetzung von Überzügen, die eine ungewöhnlich niedrige
Affinität gegenüber druckempfindlichen Klebstoffen, insbesondere solchen von der Art der Gummiharze, besitzen. Solche Zusammensetzungen können z. B. als Überzüge auf der Rückseite von druckempfindli- chen Klebestreifen verwendet werden, so dass Rollen entstehen, die leicht abgewickelt werden können, i ohne die Klebefähigkeit des druckempfindlichen Klebemittels an andern Flächen zu beeinträchtigen. Sie können auch auf Zwischenlagen angewendet werden, die zwischen einfache oder doppelseitige druck- empfindliche Klebestreifen, -bögen usw. gelegt werden.
Als druckempfindliche Klebemittel kommen diejenigen auf der Basis von natürlichem und/oder syn- thetischem Gummi in Betracht. Wie in der Technik bekannt, brauchen natürlicher Gummi und gewisse Arten des synthetischen Gummis (gummiartige, synthetische polymere Stoffe) harzartige Stoffe zur Er- zeugung oder Verbesserung ihrer Klebefähigkeit, wodurch druckempfindliche Klebestoffe von der Art der
Gummiharze entstehen. Zu diesen synthetischen Gummiarten gehören Polyisobutylen und Butylgummi.
Andere synthetische Gummiarten, einschliesslich der gummiartigen Polymeren von Vinyläthyläther und
Vinylisobutyläther und gewisse Akrylpolymere können, wie bekannt, durch Polymere von niedrigerem
Molekulargewicht klebefähig gemacht werden, ohne dass ein harzartiges Mittel zur Erzeugung der Kle- befähigkeit beigegeben wird.
Es wurden bereits eine niedere Affinität gegenüber Klebstoffen aufweisende Überzüge für Filme aus regenerierter Zellulose in der deutschen Patentschrift Nr. 872621 vorgeschlagen, welche aus polymeri- sierten Estern der Acrylsäure mit Alkohol mit 16-20 C-Atomen bestehen. Wenn sich diese Verbindungen auch an sich für den genannten Zweck eignen, so stellen die Acrylsäureester langkettiger Fettalkohole doch ein wegen seiner schlechten Zugänglichkeit sehr kostspieliges Rohmaterial dar, welches eine Ver- wendung auf breiterer Basis nicht gestattet.
Es wurde gefunden, dass die gewünschten Eigenschaften einer geringen Affinität und eines inerten Ver- haltens gegenüber druckempfindlichen Klebstoffen von solchen Zusammensetzungen gezeigt werden, die
Polyvinylester normaler aliphatischer Fettsäuren enthalten (im folgenden als höhere Fettsäure bezeich - net), deren Fettsäureradikal nicht weniger als sechzehn Kohlenstoffatome besitzt. Beispiele sind Poly- vinylpalmitat,-stearat,-arachinatund-behenat.
Solche Ester unterscheiden sich von den bereits für den gleichen Zweck vorgeschlagenen dadurch we- sentlich, dass bei ihnen die Estergruppen über ein Sauerstoffatom an die Kohlenwasserstoffkette gebunden sind, während bei den vorbekannten Estern die Bindung über ein Kohlenstoffatom erfolgt. Sie erweisen sich, wie aus den Beispielen zu entnehmen ist, den bekannten Estern nicht nur überlegen, sondern sie sind auch viel leichter herstellbar, wobei die Ausgangsstoffe für die Herstellung ausserdem leichter erhältlich und billiger sind.
Für praktische Zwecke sind die verwendeten Polyvinylester im allgemeinen keine Homopolymeren reiner Ester mit nur einem Säureradikal. Die polymeren Moleküle enthalten gewöhnlich nicht nur von höheren Fettsäuren abgeleitete Estergruppen, sondern auch Vinylacetatgruppen und manchmal Vinylalko- holgruppen. Weiters werden diese Ester normalerweise aus handelsüblichen Fettsäuren bereitet, die keine reinen Stoffe sind, sondern Gemische homologer Fettsäuren enthalten, wobei eine Komponente vor- herrscht. Der Einfachheit halber soll daher im folgenden der Ausdruck"Polyvinylstearat" (als Beispiel) einen gemischten Polyvinylester bedeuten (gleichwertigeinem Kopolymeren), der zum Teil einen Vinyl-
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ester enthält, welcher von anderen Fettsäuren, wie z. B.
Palmitinsäure herstammt, ferner einen (nicht unbedingt kleineren) Teil niedrigerer Vinylestergruppen, die von normalen Fettsäuren mit weniger als sechzehn Kohlenstoffatomen stammen, wie z. B. Acetat und gegebenenfalls auch Vinylalkoholgruppen.
Ähnlich ist es bei den andern erwähnten Estern.
Die Polyvinylester können auf verschiedene Weise hergestellt werden. Polyvinylalkohol kann mit einem geeigneten Säurechlorid in Gegenwart eines Chlorwasserstoff-Acceptors wie Pyridin umgesetzt werden. Das gewünschte Produkt kann auch durch eine Esteraustauschreaktion zwischen dem Methylester oder einem andern Ester einer geeigneten Säure und Polyvinylacetat erhalten werden. Beide Methoden wurden mit Erfolg angewendet, es können aber auch andere Methoden zur Anwendung kommen. Z. B. kann Polyvinylalkohol direkt mit der Säure verestert werden oder der monomere Vinylester kann durch Reaktion zwischen der Säure und Azetylen hergestellt und anschliessend polymerisiert werden. Die Herstellungsmethode ist jedoch mit Bezug auf die vorliegende Erfindung unwesentlich.
Ebenso wie Kopolymere von Vinylestern höherer Fettsäuren mit Vinylestern niedrigerer Fettsäuren können auch Kopolymere mit andern kopolymerisierbaren Monomeren verwendet werden, Zu diesen Monomeren können z. B. Allylacetat und Diester sowie Halbester der Maleinsäure gehören.
Es ist offensichtlich, dass die beschriebene Polyvinylestergruppe Substanzen sehr verschiedener Zu-
EMI2.1
EMI2.2
<tb>
<tb>
B.Schmelzpunkt <SEP> : <SEP>
<tb> Myristat <SEP> 160 <SEP> C
<tb> Palmitat <SEP> 300 <SEP> C
<tb> Stearat <SEP> 350 <SEP> C <SEP>
<tb> iirachÚ1at <SEP> 500 <SEP> C
<tb> Behenat <SEP> ; <SEP> 540 <SEP> C <SEP>
<tb>
EMI2.3
sämtlich aus handelsüblichen Säuren gewonnen, wobei jede einzelne einen Anteil an andern, mit dem Hauptbestandteil homologen Fettsäuren enthielt ; diesem Umstand wird der Mangel an Regelmässigkeit in der Reihe der Schmelzpunktwerte zugeschrieben. Ein aus besonders reiner (90%figer) Stearinsäure hergestelltes Polyvinylstearat ergab einen Schmelzpunkt von 430 C.
Der Schmelzpunkt ist im wesentlichen unabhängig vom Molekulargewicht des Polyvinylalkohols oder des Acetats, die bei der Herstellung der höheren Ester verwendet wurden, obwohl Produkte mit höherem Molekulargewicht beim Schmelzen zähere Flüssigkeiten ergeben als diejenigen mit niedrigerem Molekulargewicht,
Es wird angenommen, dass sich in diesen höheren Polyvinylestern kristalline Mizellen bilden können, in denen die langen Seitenketten in paralleler Anordnung zusammengepackt sind, und dass das Schmelzen des polymeren Stoffes vom Aufbrechen dieser Mizellen begleitet wird. Eine solche Hypothese trägt den physikalischen Merkmalen dieser Stoffe in zufriedenstellender Weise Rechnung.
Es scheint, dass die höheren Säureradikale zumindest vierzehn Kohlenstoffatome enthalten müssen, um die Bildung von Mizellen zu ermöglichen, da noch keine Schmelzpunkterscheinungen bei irgendwelchen Polyvinylestern ent-
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deckt wurden, die von niedrigerer Ordnung sind als das Myristat.
Die Frage des Schmelzpunktes wurde ausführlicher behandelt, da sie im vorliegenden Fall von gröss- ter Bedeutung ist. Es wurde gefunden, dass ein Film, der aus einem gegebenen Polyvinylester besteht oder diesen enthält, geringe Klebefähigkeit gegenüber druckempfindlichen Klebstoffen bei Temperaturen unterhalb des Schmelzpunktes des Esters aufweist, dass aber diese Eigenschaft oberhalb des Schmelzpunk- tes verschwindet. Folglich sind Ester unterhalb des Myristats, die keinen Schmelzpunkt besitzen, in die- ser Hinsicht unbrauchbar. Das Myristat ist von geringem praktischen Wert, da sein Schmelzpunkt zu nied- rig ist. Das Palmitat und höhere Ester sind brauchbar, ihre Brauchbarkeit nimmt mit der Zahl der lenstoffatome im Fettsäureradikal zu.
Der höchste bisher hergestellte und untersuchte Ester ist der Behenatester, da Behensäure die höchste gesättigte Fettsäure ist, die gegenwärtig im Handel in genügender
Menge und in genügend reinem Zustand erhältlich ist ; es besteht jedoch kein Zweifel, dass die höheren
Ester, wenn sie erhältlich wären, noch befriedigendere Ergebnisse liefern würden.
Die Ester sind in Kohlenwasserstoffen u. zw. sowohl in aliphatischen als auch in aromatischen, in halogenisierten Kohlenwasserstoffen und in Äthern löslich. Überzüge von geringer Klebekraft können die
Polyvinylester entweder allein oder als Beimischung zu andern polymeren Stoffen enthalten, die entwe- der als Streckmittel oder zur Beeinflussung der physikalischen Eigenschaften des Überzuges verwendet werden können. Auch andere Substanzen können den Überzügen für spezielle Zwecke beigemengt wer- den, um z. B. eine gute Bindung zwischen dem Überzug und der überzogenen Fläche zu sichern.
Es wurde gefunden, dass Überzüge von geringer Klebekraft Polyvinylester zur Grundlage haben kön- nen, die einen molekularen Anteil an höheren Polyvinylestern von nur etwa SOo besitzen. Ihre Wirksam- keit nimmt jedoch beträchtlich ab, wenn dieser Anteil vermindert wird und vorzugsweise sollte der An- teil nicht unter 600/0 liegen.
Das Wesen der Erfindung wird in den folgenden Beispielen genauer beschrieben.
Beispiel l : Eine Reihe von Polyvinylstearat-acetaten wurde durch Umsetzung von Polyvinylal- koholen, die unterschiedliche Anteile an restlichen Acetat enthielten, mit einem Überschuss an Stearyl- chlorid in Gegenwart wasserfreien Pyridins hergestellt. Dabei wurden der Polyvinylalkohol und das Pyridin zusammen auf etwa 100 C erhitzt, bis der erstere vollständig gelöst oder stark aufgequollen war ; dann wurde das Stearylchlorid zugesetzt, gründlich durchgemischt und schliesslich eine weitere halbe Stunde bei 1000 C weiter erhitzt. Das Produkt wurde durch wiederholte Extraktion mit kochendem Äthylalkohol gereinigt, um Pyridin usw. zu entfernen und bei etwa 1000 C getrocknet.
Die Polyvinylalkohole wurden stets durch kontrollierte Alkoholyse eines handelsüblichen Polyvinyl- acetats (Gelva 25, geliefert durch Shawinigan Ltd.) hergestellt. Ihr restlicher Acetatgehalt, der durch
Verseifung bestimmt wurde, betrug 72 bzw. 56 bzw. 21 Mol-lo. Es wurde angenommen, dass in den aus ihnen hergestellten Stearaten eine vollständige Reaktion vor sich ging, so dass der jeweilige Stearatge- halt 28,44 und 79 Mol-% betrug.
Eine dünne Schicht (0, 5-1, 0 g/mZ) jedes Stearats wurde auf die Oberfläche eines"Cellophane"-
Films (eingetragene Schutzmarke) mit einem mu - gewicht von 60 g aus regenerierter Zellulose aufg & bracht, indem eine zigue Lösung (Volumgewicht) des Stearats in Benzol hergestellt, auf die Filmober- fläche mit Hilfe eines Filzpolsters aufgetragen und bei etwa 600 C in Luft getrocknet wurde. Die relati- ven Affinitäten der Überzüge in bezug auf einen druckempfindlichen Klebstoff von der Art der natürli- chen Gummiharze wurden in folgender Weise geschätzt.
Ein Streifen eines überzogenen Films (5, 1 cm x 20, 3 cm) (2 x 8 inches) wurde an seinen Enden gut an einer Stahlplatte derselben Grösse be- festigt, wobei sich der Polyvinylstearatüberzug an der Aussenseite befand. Ein Streifen druckempfindli- chen Klebebandes in der Breite von 2, 5 cm (1 inch), bestehend aus einem"Cellophane"-Film mit einem m-Gewicht von 60 g als Grundlage mit einer Klebemittelauflage, die natürlichen Gummi und Ester- gummi in annähernd gleichen Anteilen enthielt, wurde entlang der Mitte des als Überzug dienenden Filmstreifens aufgelegt und fünf Minuten darauf belassen.
Das Klebeband wurde dann auf einer Span- nungsmesseinrichtung mit einer Ziehgeschwindigkeit von 30, 5 cm/min abgezogen, wobei der Trennungswinkel zwischen Band und Film 1800 betrug ; die durchschnittlich erforderliche Belastung, um eine Strekke von 12, 7 cm abzuziehen, wurde in Gramm gemessen. Ein ähnlicher Versuch wurde zum Vergleich auch mit unüberzogenem"Cellophane"-Film (eingetragene Schutzmarke) durchgeführt. Eine zweite Versuchsreihe wurde in genau der gleichen Weise durchgeführt mit der Ausnahme, dass das Klebeband eine Woche lang mit dem überzogenen Film in Kontakt blieb, bevor es auf der Messeinrichtung abgezogen wurde. Die Versuche wurden in einem Raum durchgeführt, der auf einer konstanten Temperatur von 210 C gehalten wurde. Das ganze verwendete Klebeband wurde von einer einzigen Rolle genommen.
Die erhaltenen Werte der Klehekraft waren folgende :
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EMI4.1
<tb>
<tb> Wert <SEP> der <SEP> Klebekraft <SEP> (g)
<tb> Stearatgehalt <SEP> des <SEP> Esters <SEP> in <SEP> Mol-% <SEP> nach <SEP> 5 <SEP> Minuten <SEP> nach <SEP> einer <SEP> Woche
<tb> 28 <SEP> 113 <SEP> 580
<tb> 44 <SEP> 92 <SEP> 240
<tb> 79 <SEP> 65 <SEP> 88
<tb> nichtüberzogenes <SEP> "Cellophane" <SEP> 528 <SEP> 656
<tb>
Es ist zu ersehen, dass nach fünf Minuten Kontakt des Bandes mit dem Film die Klebefähigkeit bei allen drei überzogenen Filmen sehr viel niedriger war als diejenige beim nichtüberzogenen "Cellophane" (eingetragene Schutzmarke). Nach dem eine Woche andauernden Kontakt waren sämtliche Klebekraftwerte grösser, aber der Zuwachs war verhältnismässig klein beim Ester mit 79% Stearatgehalt und nahm zu mit abnehmendem Stearatgehalt.
Aus diesem Grunde werden Ester, die einen hohen Anteil an höheren Vinylestergruppen enthalten, als von grösstem praktischen Wert angesehen.
Beispiel 2 : Eine Probe von Polyvinylalkohol wurde durch kontrollierte Alkoholyse von Gelva 25 hergestellt, wobei sich ein restlicher Acetatgehalt von 49% ergab. Eine Reihe von Polyvinylalkoholacetat-stearaten wurde daraus durch das in Beispiel 1 beschriebene Verfahren mit der Ausnahme hergestellt, dass unterschiedliche Mengen Stearylchlorid (weniger als die theoretisch notwendige Menge, um mit allen freien Hydroxylgruppen zu reagieren) verwendet wurden. Die Mengen an freiem Hydroxyl wurden in den Endprodukten durch Acetylierung bestimmt und aus den Ergebnissen wurden die prozentuellen Anteile an Vinylstearat- und Vinylalkoholgruppen in den Polymeren unter der Annahme berechnet, dass in jedem Fall der Anteil der Vinylacetatgruppen unveränderlich auf 49% blieb.
Der Stearatgehalt schwankte zwischen 32% und 49%. Es wurde gefunden, dass sich die Zähigkeit und die filmbildenden Eigenschaften von Produkten dieser Art mit zunehmendem Hydroxylgehalt verbesserten.
Die Produkte wurden in genau derselben Weise wie in Beispiel 1 mit folgenden Ergebnissen untersucht :
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<tb>
<tb> Wert <SEP> der <SEP> Klebekraft <SEP> (g)
<tb> Stearatgehalt <SEP> des <SEP> Esters <SEP> in <SEP> Mol-% <SEP> nach <SEP> 5 <SEP> Minuten <SEP> nach <SEP> einer <SEP> Woche
<tb> 52 <SEP> 90 <SEP> 392
<tb> 35 <SEP> 92 <SEP> 334
<tb> 40 <SEP> 102 <SEP> 362
<tb> 49 <SEP> 72 <SEP> 286
<tb> nichtüberzogenes <SEP> "Cellophane" <SEP> 462 <SEP> 440
<tb>
Diese Überzüge zeigten gute Eigenschaften von niedriger Klebekraft nach nur fünf Minuten Kontakt, aber sie waren nach einer Woche weniger befriedigend. Wieder zeigte der Klebekraftwert nach einer Woche eine Tendenz, mit zunehmendem Stearatgehalt abzunehmen.
Beispiel 3 : Ein Polyvinylstearat wurde nach der in Beispiel l beschriebenen Art hergestellt, wobei eine handelsübliche Sorte Polyvinylalkohol (Moviol N 30-88, geliefert durch Farbwerke Hoechst A. G.) mit einem restlichen Acetatgehalt von angenähert 120/0 verwendet wurde.
Drei Lösungen für Überzüge wurden mit folgender Zusammensetzung zubereitet :
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<tb>
<tb> A <SEP> B <SEP> C <SEP>
<tb> Polyvinylstearat <SEP> 2, <SEP> 5 <SEP> 0, <SEP> 5 <SEP> 0, <SEP> 25 <SEP> g
<tb> Alvar <SEP> 1580-2, <SEP> 0 <SEP> 2, <SEP> 25" <SEP>
<tb> Vulcafor <SEP> VCN <SEP> 0, <SEP> 25 <SEP> 0, <SEP> 25 <SEP> 0, <SEP> 25" <SEP>
<tb> Benzol <SEP> 100 <SEP> 100 <SEP> 100 <SEP> cm3
<tb>
Alvar 1580 ist ein Polyvinylacetal (hergestellt durch Shawinigan Ltd.) ; es ist aus Polyvinylacetat (Gelva 15) durch teilweise Hydrolyse erzeugt, wobei 20lao restliches Acetat übrigbleibt, worauf eine Umsetzung mit Acetaldehyd folgt.
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Vulcafor VCN ist ein Gemisch von angenähert 800/0 Toluylen-2, 4-diisocyanat und 20% Toluol (durch Imperial Chemical Industries Ltd. geliefert). Im vorliegenden Fall war es bestimmt, die Bindung zwischen den Überzügen und den"Cellophane"-Flächen, auf die sie aufgebracht wurden, zu verbessern.
Überzüge aus den Lösungen A, B und C wurden auf 14 cm breiten und angenähert 11 m langen Film- 5 streifen aus" Cellophane" (eingetragene Schutzmarke) aufgebracht. Die Überzüge wurden bei etwa 600 C' in Luft getrocknet. Das Trockengewicht des Überzuges war 0, 5-1, 0 g/m2. Es wurde gefunden, dass die Überzüge B und C dem Überzug A an Härte und Kohäsion überlegen waren und weniger leicht durch Kratzen oder Reiben beschädigt wurden.
Die andere Seite des"Cellophane"-Films (eingetragene Schutzmarke) wurde nun mit einem druck- ) empfindlichen Klebstoff, der natürlichen Gummi und Estergummi in angenähert gleicher Menge enthielt, überzogen, welcher mit Hilfe einer Benzinlösung aufgebracht wurde. Das Lösungsmittel liess man bei Zimmertemperatur verdampfen. Die Dicke der Schicht aus druckempfindlichem Klebstoff war in trockenem Zustand 0, 025 mm. Das"Cellophane"wurde auf einem Kern aufgewickelt, die Klebeseite nach innen, und dann mit einer Maschine in kleine, 2, 5 cm breite Spulen zerschnitten. Zum Vergleich wurde ein Spulensatz zu gleicher Zeit unter Anwendung derselben Methoden und Materialien aus" Cellophane" ohne Überzug auf der Rückseite hergestellt.
Die folgenden Versuche wurden mit den Teilspulen ausgeführt : a) Abziehversuch. Die Spule wurde am freien Ende des Bandes aufgehängt und ein Gewicht von 0, 45 kg so am Kern befestigt, dass es das freie Aufwickeln des Bandes nicht behinderte. Die Zeit in Sekunden, die zum Aufwickeln von 25, 4 cm des Bandes nötig war, wurde gemessen. b) Klebfähigkeitsversuch. Ein Stück Band wurde von der Spule abgenommen und auf eine polierte Platte aus rostfreiem Stahl gelegt, die Klebeseite in Kontakt mit der Platte. Das Band wurde dann unter einem Winkel von 1800 auf einer Spannungsmesseinrichtung abgezogen, wobei die zum Abziehen mit einer Geschwindigkeit von 25, 5 cm/min erforderliche durchschnittliche Belastung in Gramm gemessen wurde.
Beide der obigen Versuche wurden in einem Raum ausgeführt, der auf einer konstanten Temperatur von 21 C gehalten wurde. Sie wurden einige Male mit denselben Spulen mit verschiedenen Zeitabstand nach der Herstellung wiederholt. Die Ergebnisse waren folgende :
EMI5.1
<tb>
<tb> Abziehwerte <SEP> Klebekraftwerte <SEP>
<tb> (sec) <SEP> (g)
<tb> Nach <SEP> der <SEP> Herstellung <SEP> ver-Überzug <SEP> Überzug <SEP>
<tb> strichene <SEP> Zeit <SEP> (Tage) <SEP> ABC <SEP> keiner <SEP> ABC <SEP> keiner <SEP>
<tb> 3 <SEP> 30 <SEP> 32 <SEP> 16 <SEP> 111 <SEP> 848 <SEP> 906 <SEP> 806 <SEP> 766
<tb> 24 <SEP> 41 <SEP> 28 <SEP> 28 <SEP> 90 <SEP> 722 <SEP> 822 <SEP> 776 <SEP> 778
<tb> 46 <SEP> 50 <SEP> 31 <SEP> 38 <SEP> 98 <SEP> 811 <SEP> 818 <SEP> 772 <SEP> 810
<tb> 60 <SEP> 48 <SEP> 46 <SEP> 61 <SEP> 111 <SEP> 794 <SEP> 722 <SEP> 772 <SEP> 732
<tb>
Es ist zu ersehen,
dass alle drei überzogenen Bänder geringere Abziehwerte ergaben als die nicht überzogenen ; der Unterschied war nach 60 Tagen gegenüber dem Wert nach drei Tagen weniger augenfällig, wenn auch immer noch beträchtlich. Diese geringeren Abziehwerte waren nicht von irgendeiner Verminderung des Klebekraftwertes des druckempfindlichen Klebstoffes begleitet ; tatsächlich zeigten die auf der Rückseite überzogenen Bänder eine Tendenz zu höheren Klebekraftwerten als die nicht überzogenen. Dies ist wahrscheinlich auf ein geringeres Mass an Beeinträchtigung der Klebefläche beim Abwikkein der überzogenen Bänder auf Grund der leichteren Ablösung zurückzuführen.
Es ist bemerkenswert, dass die Wirksamkeit der Überzüge nicht in dem Masse abnahm, in dem der Anteil an Polyvinylstearat in ihnen vermindert wurde. Da Alvar 1580 kein Material ist, das geringe Klebfähigkeit gegenüber druckempfindlichen Klebstoffen aufweist, deutet dies tatsächlich darauf hin, dass auf Grund der mangelnden Verträglichkeit von Polyvinylstearat mit Alvar eine gewisse Trennung in den Überzügen B und C vor sich ging, die eine dünne, zusammenhängende Schicht von Polyvinylstearat auf der äusseren Oberfläche hervorrief.
Beispiel 4 : Proben von Polyvinylstearat,-arachinatund-behenat wurden durch Reaktion der geeigneten Säurechloride mit Moviol N 30-88 in Gegenwart von Pyridin wie in Beispiel 1 beschrieben hergestellt. Eine Überzugslösung von folgender Zusammensetzung wurde im Falle jedes einzelnen Esters her-
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gestellt :
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<tb>
<tb> , <SEP> Alvar <SEP> 1570 <SEP> 2 <SEP> g
<tb> Polyvinylester <SEP> 0, <SEP> 5 <SEP> g <SEP>
<tb> Vulcafor <SEP> VCN <SEP> 0, <SEP> 25 <SEP> g
<tb> i <SEP> Toluol <SEP> 100 <SEP> cm3
<tb>
Alvar 1570 ist ein Polyvinylacetal ähnlich Alvar 1580 mit dem Unterschied, dass die Hydrolyse von Gelva 15 so durchgeführt wird, dass 30% restliches Azetat zurückbleibt, worauf die Reaktion mit Azetaldehyd erfolgt.
Mit Hilfe dieser Lösungen wurden Überzüge auf" Cellophane" aufgebracht, das anschliessend genau
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St. = Stearatüberzug Ar. = Arachinatüberzug Be. = Behenatüberzug keiner = Kontrolle ohne Überzug auf der Rückseite
EMI6.3
<tb>
<tb> Abziehwerte <SEP> Klebekraftwerte
<tb> (sec) <SEP> (g)
<tb> Nach <SEP> der <SEP> Herstellung <SEP> verstrichene <SEP> Zeit <SEP> (Tage) <SEP> St. <SEP> Ar. <SEP> Be. <SEP> keiner <SEP> St. <SEP> Ar. <SEP> Be. <SEP> keiner
<tb> 3 <SEP> 27 <SEP> 23 <SEP> 35 <SEP> 130 <SEP> 736 <SEP> 706 <SEP> 713 <SEP> 664
<tb> 10 <SEP> 21 <SEP> 23 <SEP> 38 <SEP> 111----
<tb> 31 <SEP> 22 <SEP> 22 <SEP> 35 <SEP> 104----
<tb> 59 <SEP> 24 <SEP> 22 <SEP> 42 <SEP> 106 <SEP> 734 <SEP> 716 <SEP> 546 <SEP> 590
<tb>
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