<Desc/Clms Page number 1>
Bahntransformator mit Hochspannungssteuerung
Für die Speisung von Vollbahnen werden in Deutschland bekanntlich 15 kV bei einer Frequenz von
16 2/3 Hz verwendet. Versuchsweise wurde auch unter Beibehaltung der Spannung auf einzelnen Strecken innerhalb Deutschlands auf eine Frequenz von 50 Hz übergegangen, nachdem ausserhalb Deutschlands teilweise Vollbahnen bereits mit einer höheren Spannung bei einer Frequenz von 50 Hz betrieben werden.
Aus diesen Verhältnissen ergibt sich nunmehr die Aufgabe, eine bei verschiedenen Spannungen und Frequenzen verwendbare Lokomotive zu finden. Da nun der Transformator das Bindeglied zwischen der Speiseleitung und dem Antriebsmotor darstellt, fällt ihm die Aufgabe zu, die Unterschiede zwischen den einzelnen Fahrleitungen auszugleichen. Die obengenannte Aufgabe kann daher auf den Transformator beschränkt werden.
Bei den bekannten Bahntransformatoren mit Hochspannungssteuerung ist auf einem Schenkel die aus einem mit Anzapfungen versehenen Spartransformator bestehende Hochspannungssteuerung und auf einem zweiten Schenkel der aus einer Primär- und einer Sekundärwicklung mit festem Übersetzungsverhältnis bestehende Haupttransformator aufgebracht, der nur für eine bestimmte Spannung und eine bestimmte Frequenz bemessen ist. Bei den dabei verwendeten Kernen ist es weiter bekannt, ausser den beiden bewickelten Schenkeln noch einen unbewickelten Rückschlussschenkel vorzusehen.
Die angegebene Aufgabe wird nun erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass für unterschiedliche Spannungen und Frequenzen jeweils auf einen gesonderten Schenkel des Transformatorkernes ein weiterer aus Primär- und Sekundärwicklung bestehender Haupttransformator für jeweils eine bestimmte Spannung und Frequenz aufgebracht ist.
Ein derart ausgeführter Bahntransformator weist gegenüber der denkbaren Möglichkeit, etwa die Wicklung des Haupttransformators umschaltbar auszuführen, den wesentlichen Vorteil auf, dass die Spannungsprobleme, wie sie bei einem umschaltbar ausgebildeten Transformator infolge der überstehenden Wicklungsteile auftreten würden, in vollem Umfange beherrscht werden können. Das heisst aber, abgesehen davon, dass beim Transformator nach der Erfindung keinerlei kostspielige Massnahmen zur Erreichung zufriedenstellender Spannungsverhältnisse an den überstehenden Wicklungsteilen erforderlich sind, bietet dieser Transformator auch die Gewähr einer erhöhten Betriebssicherheit.
Weiterhin entfällt beim Transformator nach der Erfindung die Erfordernis einer Anzapfung der Sekundärwicklung, die ja bei etwaiger umschaltbarer Ausführung des Haupttransformators zwecks Einhaltung des geforderten Übersetzungsverhältnisses notwendig wäre. Ein nicht unwesentlicher Faktor ist schliesslich noch darin zu sehen, dass beim vorgeschlagenen Transformator die geforderte Kurzschlussspannung stets eingehalten werden kann.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung schematisch dargestellt. Zur Anpassung an eine zweite Speiseleitung, deren Spannung nach Höhe und Frequenz von der ersten abweicht, ist ein gesonderter Haupttransformator auf einen gesonderten Schenkel aufgebracht. Bei dem dreischenkeligen Kern 1 ist auf den Mittelschenkel 2 die als Spar- oder Zweiwicklungstransformator ausgebildete Hochspannungssteuerung 3 und auf den Aussenschenkel 4 der Haupttransformator 5 aufgebracht, wobei der letztere beispielsweise für eine Spannung von 15 kV und eine Frequenz von 16 2/3 Hz vorgesehen sein kann.
Gemäss der Erfindung ist auf einen weiteren Aussenschenkel 6 ein weiterer Haupttransformator 7 aufgebracht, der beispielsweise für eine Spannung von 20 kV und eine Frequenz von 50 Hz vorgesehen sein kann. Daraus ergibt sich dann folgende Wirkungsweise : Im Betriebsfall a (15 kV ; 16 2/3 Hz) sind nur die
<Desc/Clms Page number 2>
Regelwicklung 3 und der Haupttransformator 5 eingeschaltet. Der Haupttransformator 7 befindet sich im Leerlauf und der Aussenschenkel 6 dient als Rückschlussschenkel. Im Betriebsfall b (20 kV ; 50 Hz) liegen die Verhältnisse umgekehrt. Es sind hiebei lediglich die Regelwicklung 3 und der Haupttransformator 7 eingeschaltet, während der Aussenschenkel 4 als Rückschlussschenkel dient und der Haupttransformator 5 leer läuft.
Selbstverständlich beschränkt sich die angegebene Erfindung nicht auf Vollbahnen und auch nicht auf die angegebenen Beispiele. Eine Anpassung an weitere abweichende Spannungen und Frequenzen ist dadurch zu erreichen, dass der Transformatorkern mit einer entsprechenden Anzahl Schenkel ausgebildet ist, auf die jeweils die für den betreffenden Fall bemessenen Haupttransformatoren aufgebracht sind.