AT17995U1 - Schachtausstiegshilfe für Kleintiere und Amphibien - Google Patents
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Abstract
Gegenstand des Gebrauchsmusters ist ein Schachtausstiegshilfe für Kleintiere und Amphibien, die in beliebiger und justierbarer Länge in abgedeckte Schächte (5) mit unterschiedlichen Tiefen oder auch in Becken, die mit einer Gitterrostabdeckung ( 5) versehen sind, eingebaut werden kann und mit einem bürstenähnlichen Aufsatz (1) versehen ist, der sich an die verschiedenen Schachtdeckelformen und Gitterroste und deren Öffnungen flexibel anpasst . An der Oberseite der Schachtausstiegshilfe befindet sich eine Befestigungssehelle, die unmittelbar an der Sehachtabdeckung befestigt werden kann. In einer Tiefe von etwa 1,5 m ist ein im Inneren des Schachtes oder des Beckens verschiebbares Plateau mit einem Scharnier (3) montiert. Dieses Plateau kann daher bei Wartungsarbeiten leicht entfernt werden. Ein Teil der Schachtausstiegshilfe ist ausziehbar ausgeführt (4), sodass die Aufstiegshilfe an unterschiedliche Tiefen des Schachtes oder des Beckens angepasst werden kann. Die Schachtausstiegshilfe weist erfindungsgemäß eine Oberflächenstruktur auf, die es den Amphibien und Kleintieren ermöglicht, ohne einer Verletzung aus dem Schacht wieder herauszukommen.
Description
(001) BESCHREIBUNG DER SCHACHTAUSSTIEGSHILFE FÜR KLEINTIERE UND AMPHIBIEN
[0001] Es ist Stand der Wissens, dass die entlang unterschiedlicher Bauwerke, wie Autobahnen, Autostraßen, Eisenbahnstrecken oder anderen Verkehrswegen errichteten Abflussanlagen für Regenwasser, Revisionsschächte für technische Einrichtungen, Kabeltrassen etc. teilweise Schächte oder Becken mit bis zu zwei oder mehreren Meter Tiefe aufweisen und diese Schächte und Becken Fallen für Kleintiere und Amphibien darstellen. Verschiedene Einrichtungen zur Verbesserung dieser Situation wurden bereits vorgeschlagen, die Effizienz dieser Vorrichtungen ist jedoch bescheiden, da jährlich Millionen von Kleintieren und Amphibien in diesen Schächten verenden und zusätzlich zu einer dadurch bedingten signifikanten Verringerung der Population mancher Arten ein erhöhter Wartungsaufwand bei den Betreibern der Verkehrseinrichtungen und der technischen Anlagen anfällt.
Die neuartige, erfindungsgemäß ausgeführte Schachtausstiegshilfe kann zusätzlich in allen Schächten oder Becken, die keine obere dichte Abdeckung aufweisen, ohne großen Aufwand auch nachträglich eingebaut werden und ermöglicht für Amphibien und Kleintiere ein problemloses Heraussteigen aus einem Schacht oder Becken, da der natürliche Instinkt der Tiere, dem Licht zuzustreben, ausgenutzt wird und die Schachtausstiegshilfe so ausgelegt ist, dass keine großen Steigungen überwunden werden müssen. Zudem ist die Oberfläche der Schachtausstiegshilfe erfindungsgemäß so ausgeführt, dass Amphibien und Kleintiere ihren Fortbewegungsmöglichkeiten entsprechend günstige Bedingungen für ihr Emporklettern vorfinden.
Die Deckel auf einem Schacht oder einem Becken können als begehbare Gitterroste ausgeführt werden, die mit einer kleinen Öffnung einer Dimension zwischen 15x15 cm und 5x5 cm versehen sind. Öffnungen dieser Dimension sind für fast alle Amphibien- oder Kleintierarten ausreichend groß, um diesen Arten das Verlassen des Schachtes oder des Beckens zu ermöglichen.
[0002] In Figur 1 ist schematisch diese neuartige Schachtausstiegshilfe für Amphibien und Kleintiere dargestellt. Sie ist in der Länge und damit für die Tiefe des Schachtes oder des Beckens beliebig über ein oder mehrere, je nach Schacht- oder Beckentiefe, ausschiebbare Teile justierbar. Diese Teile („Teleskopaufstiegskanal“ 4) sind entweder als am kopfstehendes U-Profil oder als liegendes C-Profil oder als Rohrprofil ausgeführt mit einer im Inneren des Profils laufenden Schiene. Diese Teleskopanordnung 4 kann mittels eines Scharniers 3 an einem Plateau, das in etwa in mittlerer Tiefe eines Schachtes oder eines Beckens angebracht werden kann, verbunden und dieses Plateau kann für Wartungsarbeiten leicht entfernt werden. Ebenso kann bei einer direkten Befestigung mittels eines Scharniers 3 der Teleskopanordnung 4 an der Wand des Schachtes oder des Beckens die Teleskopanordnung 4 für Revisionsarbeiten weggeklappt werden.
In die oberste Teleskopschiene 7, die als Führungsschiene und Halterung für den Bürstenteil 1 fungiert, ist für den Ubergang zum Schachtdeckel und zum Durchkriechen der Amphibien durch den Schachtdeckel eine Bürste aus polymerem Material 1 einhängbar ausgeführt, die mittels einer Halterung an der Teleskopschiene 7 befestigt ist und oben knapp unterhalb des Schachtoder Beckendeckels 5 mittels einer Haken/OÖsen-Anordnung befestigt ist. Die oberste Teleskopschiene 7 kann in ihrer Neigung durch Einrasten bzw Einhängen in eine senkrecht an der Schachtwand oder Beckenwand angebrachte Führungsschiene 6 verstellt werden. In einer Standardausführung kann der Bürstenteil in unterschiedlichen Dimensionen mit Bürstenhaaren in variabler Länge ausgeführt sein, um ihn vor Ort an die jeweils notwendige Länge adaptieren zu können und zudem durch die im Querschnitt in der Länge halbrund ausgeführten Bürstenhaare eine Führungsmöglichkeit (quasi eine „Aufstiegsrinne") für Amphibien und Kleintiere zu schaffen. Dieser flexible Bürstenteil 1 kann erfindungsgemäß auch mehrteilig ausgeführt sein, um Teile mit verschieden hohen Bürstenhaaren und von der Materialbeschaffenheit her mit Bürstenhaaren unterschiedlicher Elastizität („weiche bis hart“) einsetzen zu können. Der oberste, flexible Bürstenteil 1 ist erfindungsgemäß so ausgelegt, dass er sich an unterschiedlich ausgeführte Öffnungen im Schachtdeckel anpasst und den Durchtritt der Amphibien und der Kleintiere durch die
Schachtöffnungen einfach ermöglicht. Zudem kann der Oberteil der Aufstiegshilfe beim Betreten des Schachtes oder des Beckens weggeklappt werden, sodass dieser Teil nach Abschluss von Revisions- oder Reinigungsarbeiten wieder leicht rückstellbar und somit wieder funktionsfähig ist. Eine dieser Teleskopschiene 4 vergleichbare Konstruktion reicht von dem etwa in der halben Tiefe des Schachtes oder des Beckens seitlich angebrachten Plateau, dessen Dimension den jeweiligen Schacht- bzw. Beckendimensionen angepasst wird, zum Boden des Schachtes oder des Beckens. Falls die Tiefe des Schachtes oder des Beckens größer als 1,5 m ist, können nach unten weitere Plateaus und Teleskopschienen angebracht werden.
[0003] Die Teile der Aufstiegshilfe 2 werden bevorzugt aus Lochblech hergestellt, da sichergestellt werden muss, dass das in den Schacht eindringende Wasser möglichst schnell abfließen kann und die Profile der Teleskopanordnung keinen bevorzugten Weg für eindringendes Wasser darstellen.
Als Material für die Teile der Aufstiegshilfe aus Lochblechteilen 2 kommen Metalle, bevorzugt Stahl, korrosionshemmend beschichtet, bevorzugt verzinkt, in Frage, aber auch Aluminium und Aluminiumlegierungen sowie unterschiedliche Polymere mit ausreichender Festigkeit.
[0004] Die Oberfläche dieser Lochblechteile 2 der Aufstiegshilfe kann mit rutschhemmendem Material beschichtet oder auch mechanisch versehen werden, um den Amphibien und Kleintieren einen verletzungsfreien Aufstieg bei einer doch bis zu 45° oder mehr geneigten obersten Teleskopschiene zu ermöglichen.
[0005] Die bereits erwähnten Plateaus sind so ausgeführt, dass sie einfach mittels einer Scharnierlösung mit den Teleskopschienen verbunden werden und für Wartungsarbeiten im Schacht seitlich weggeklappt werden können. Die Plateaus selbst können mittels eines Scharniers direkt an der Schachtwand klappbar ausgeführt werden oder mittels eines Kragarms, ähnlich der Befestigung von Kabelkanälen, befestigt werden. Die Teile der Aufstiegshilfe, die Teleskopschienen, liegen dann auf den Plateaus auf und bilden dann eine zickzackförmige Anordnung. Diese Anordnung kann auch entlang der Schachtwände verlaufend ausgeführt sein.
[0006] Im oberen Bereich des Schachtes wird als Teil der Aufstiegshilfe an einer Seite des Schachtes senkrecht eine Schiene 6 einer Länge von etwa einem Meter und versehen mit regelmäßigen Ausnehmungen befestigt, in die der oberste Teil der Aufstieghilfe seitlich einrastet und ebenso von oben gesehen der zweite Teil der Aufstiegshilfe, die teleskopartig ausgeführte Schiene.
Diese seitlich angebrachte Schiene 6 ermöglicht es auch, die Neigung des flexiblen Bürstenteils, des obersten Teils der Aufstiegshilfe den Anforderungen entsprechend zu justieren.
(002) BESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0007] In Figur 1 ist schematisch eine Ausführung der Aufstiegshilfe dargestellt. Ein flexibler Bürstenteil 1 ragt bis einem Schachtdeckel 5 mit unterschiedlichen Öffnungen für Belüftung, Wasserabfuhr und Lichteinfall. Seitlich darunter an der vis-a-vis Seite des Schachtes befindet sich eine Schiene 6 mit regelmäßigen Ausnehmungen, in die der oberste Teil der Aufstiegshilfe, eine Führungsschiene 7 und Halterung für den Bürstenteil 1 seitlich einrastet bzw. eingehängt werden kann und mit deren Hilfe auch die Neigung des flexiblen Bürstenteil 1 , des obersten Teils der Aufstiegshilfe, jJustiert werden kann. Eine ausziehbare Schiene 4 aus einem U-Profil bzw. C-Profil aber auch aus einem rohrähnlichem Profil, mit einem innen verschiebbaren Teil, beide ausgeführt aus einem Lochblech, kann ebenfalls in die Schiene 6 einrasten. Die Schiene 4 kann an einem Ende mit einem an der Wand des Schachtes befestigtem Scharnier 3 versehen sein und weggeklappt werden, um Reinigungsoperationen einfacher durchführen zu können. In einer anderen Ausführung liegt die Schiene 4 auf einem seitlich an der Schachtwand befestigtem Plateau auf, das ebenfalls für Reinigungsarbeiten weggeklappt werden kann. Der Bodenteil 8 ist mit einem Mittelsteg 9 ausgeführt, wodurch Amphibien und Kriechtiere die Ausstiegshilfe nicht übersteigen können und diese dadurch in Richtung Ausstieg geleitet werden.
In Figur 2 ist der Bodenteil 8 vergrößert dargestellt. In der Mitte befindet sich ein Mittelsteg 9 der für die Amphibien und Kleintiere als Hilfestellung, einen Aufstiegskanal 2 für den Weg nach oben bietet.
In Figur 3 ist der flexible Bürstenteil 1 detailliert dargestellt. Die Bürstenhaare werden zum Schachtdeckel 5 immer länger, um den Amphibien und Kleintieren den Weg durch den Schachtdeckel zu erleichtern.
(003) BEZUGSZEICHEN
(1) Flexibler Bürstenteil mit unterschiedlicher Ausführung der Bürste
(2) Lochblechteile mit Aufstiegskanal
(3) Am teleskopartig ausgeführten U-, C- oder rohrförmigen Profil befestigtes Scharnier
(4) Ausziehbare Schiene aus einem U-, C- oder rohrförmigen Profil aus Lochblech
(5) Schachtdeckel mit Öffnungen
(6) Seitlich im Schacht angebrachte Schiene mit regelmäßigen Ausnehmungen
(7) Führungsschiene und Halterung für Bürstenteil (1)
(8) Bodenteil
(9) Mittelsteg
Claims (10)
1. Schachtausstiegshilfe für Kleintiere und Amphibien, bestehend aus einem Bürstenteil (1) und teleskopartig ausziehbaren Schienen (4) aus U-, C-. oder rohrähnlichen Profilen sowie einer seitlich im Schacht oder im Becken angeordneten Schiene (6) mit regelmäßigen Ausnehmungen und im weiteren im Schacht oder im Becken angebrachten Plateaus, dadurch gekennzeichnet, dass diese Profile entweder in einer zick-zack-förmigen Anordnung oder den Schacht- bzw Beckenwänden entlang bis zum Schacht- oder Beckenboden geführt werden und der oberste Teil der Anordnung in seiner Neigung beliebig verstellt werden kann.
2. Schachtausstiegshilfe für Kleintiere und Amphibien nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass für die Schienen (4) und (6) aus U-, C- oder rohrförmigen Profilen und für die Plateaus korrosionsfeste Materialien wie verzinkter Stahl. Aluminium oder formstabile Kunststoffe verwendet werden.
3. Schachtausstiegshilfe für Kleintiere und Amphibien nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schiene (6), und die Schienen (4), die als, C- oder rohrförmigen Profile ausgeführt sind, und die Plateaus aus gelochtem Material gefertigt sind.
4. Schachtausstiegshilfe für Kleintiere und Amphibien nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die U-, C- oder rohrförmigen Profile und die Plateaus mit rutschhemmenden Materialen beschichtet oder mechanisch versehen sind.
5. Schachtausstiegshilfe für Kleintiere und Amphibien nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die einzelnen Teile der Schachtausstiegshilfe mittels eines Scharniers (3) flexibel mit den Plateaus verbunden sind.
6. Schachtausstiegshilfe für Kleintiere und Amphibien nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Bürstenteil (1) flexibel ausgeführt ist und mit Bürstenhaaren mit unterschiedlicher Höhe, unterschiedlicher Dicke und unterschiedlichem Verbiegungswiderstand bzw. Elastizität ausgestattet werden kann.
7. Schachtausstiegshilfe für Kleintiere und Amphibien nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Bürstenteil (1) eine im Querschnitt halbrunde Ausformung der Bürstenhaare aufweist.
8. Schachtausstiegshilfe für Kleintiere und Amphibien nach den Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die seitlich im Schacht oder im Becken angebrachten Plateaus klappbar ausgeführt sind.
9. Schachtausstiegshilfe für Kleintiere und Amphibien nach den Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Plateaus mittels eines Kragarms seitlich an den Schacht- oder Beckenwänden befestigt sind.
10. Schachtausstiegshilfe für Kleintiere und Amphibien nach den Ansprüchen 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Bodenteil (8) so ausgeführt ist, dass ein Mittelsteg (9) bei der teleskopartig ausgeführten Schiene (4) als ein Aufstiegskanal (2) für die Amphibien und Kleintiere angebracht ist.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
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| ATGM44/2022U AT17995U1 (de) | 2022-05-11 | 2022-05-11 | Schachtausstiegshilfe für Kleintiere und Amphibien |
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| AT17995U1 true AT17995U1 (de) | 2023-10-15 |
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Cited By (1)
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|---|---|---|---|---|
| WO2025076562A1 (de) * | 2023-10-13 | 2025-04-17 | Jonser Hubert | Schacht mit integrierter aufstiegshilfe für kleintiere und amphibien |
Citations (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3920736A1 (de) * | 1989-06-24 | 1991-01-10 | Nh Beton Gmbh | Amphibienschutzanlage |
| JP2000186362A (ja) * | 1998-12-21 | 2000-07-04 | Maeda Seikan Kk | 小動物脱出用集水桝 |
| GB2437598A (en) * | 2006-04-26 | 2007-10-31 | Adrian Hallam | Animal escape device |
| CH697826B1 (de) * | 2006-03-01 | 2009-02-27 | Peter Haefliger | Schacht. |
-
2022
- 2022-05-11 AT ATGM44/2022U patent/AT17995U1/de unknown
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