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Verfahren und Vorrichtung zum fortlaufenden Buttern
Milch und Rahm sind Flüssigkeiten, bei denen
Fett und andere organische Stoffe in feiner
Verteilung in Wasser suspendiert sind. Die Aus- scheidung des Fettes, die Butterung, fordert, dass die kleinen Fettkügelchen aneinander gedrückt und miteinander verkittet, also zu einer kompakten
Masse vereinigt werden. Dieses Ziel kann jedoch durch einfaches Pressen der Milch oder des
Rahmes nicht erreicht werden, hingegen gelingt dies sehr leicht, wenn in dem Fetträger ein hohes Geschwindigkeitsgefälle erzeugt wird, wo- durch die emulgierten Teilchen in enge Berührung miteinander kommen und sich sodann zu einer geschlossenen Masse vereinigen.
Es gibt eine Reihe von Vorrichtungen, die von dieser Erscheinung-wohl meist unbewusst und daher auch nicht in vollkommener Weise-
Gebrauch machen. Sie haben den Nachteil, dass sie entweder nicht kontinuierlich arbeiten oder dass sie nur für fettreiche, etwa 45% Fett enthaltende Flüssigkeiten verwendbar sind und diese zur Gewinnung einer einheitlichen, flüssigkeitsarmen Buttermasse einer Vorbehandlung oder wiederholten Bearbeitung unterzogen werden müssen, um eine geschmackvolle und haltbare Butter zu liefern.
Ferner ist eine Maschine bekannt, bei der der Fetträger in einen Hohlraum geleitet wird, den ein konischer Rotor mit seinem Mantel bildet, dessen Innendurchmesser um ein Geringes grösser ist als der Aussendurchmesser des Rotors.
Um bei dieser Maschine, der die zu verbutternde Flüssigkeit ohne Anwendung eines Druckes zugeführt wird, eine Verstopfung des konischen Durchflussraumes durch festgeklebtes Fett zu verhindern, ist am Rotor eine sich über dessen ganzen Umfang in mehreren Gängen erstreckende schraubenförmige Nut angeordnet und auch im Austrittsraume ist zur Weiterbeförderung der Buttermasse eine schraubenartige Fördervorrichtung vorgesehen.
Das vorliegende Verfahren zur fortlaufenden Butterung beruht gleichfalls auf dem Prinzip der Anwendung eines hohen Geschwindigkeitsgefälles im Fetträger bei ständigem Durchfluss der zu verbutternden Flüssigkeit durch einen oder mehrere Durchtrittsräume zwischen gegeneinander in Bewegung befindlichen Flächen.
Erfindungsgemäss wird jedoch der Durchfluss des Fetträgers durch einen hohen Zuführungs- druck erzwungen, im Gegensatz zu den bisher bekannten Verfahren, die ohne Druck arbeiten und sich daher besonderer Steuerorgane, wie
Nuten, Schieber od. dgl. bedienen müssen, um einen ungestörten Transport zu erzielen.
Das entsprechende Ausmass des Druckes wird erreicht, wenn bei grossen Rotationsgeschwindig- keiten kleinere, bei geringeren Rotations- geschwindigkeiten hingegen höhere Drücke in
Verwendung treten. Gemäss dem erfindung- gemässen Verfahren wird ferner die Butter und die Buttermilch vor ihrem Austritt ins Freie durch einen engen, in der Weite einstellbaren
Hohlraum durchgepresst, um den Wassergehalt der Butter regulieren zu können.
Zur Durchführung des Verfahrens gemäss der Erfindung wird eine Vorrichtung verwendet, bei der die Durchflussräume, durch die der Fettträger hindurchgepresst wird, durch konzentrische, ineinander liegende und gegeneinander rotierende
Körper gebildet werden, die erfindungsgemäss eine glatte Oberfläche besitzen, weil Steuerorgane, wie Schraubennuten oder Schieber, die den Zweck haben, den Transport der Butter zu erleichtern, bewusst vermieden werden. Um die Butterung unter dem beim erfindungsgemässen Verfahren angewendeten starken Druck durchführen zu können, müssen die Durchflussräume möglichst enge gehalten werden, wobei diese Hohlräume durch axiale Verschiebbarkeit der konzentrischen Körper reguliert werden können.
In der Zeichnung sind beispielsweise Ausführungsformen im Längsschnitt dargestellt.
Fig. l zeigt ein feststehendes Gehäuse Rl und einen innerhalb dieses drehbaren, konischen (röhrenförmigen Hohl-oder Voll-) Körper R2, der axial verschiebbar sein kann. Zwischen dem Körper R2 und dem Gehäuse R1 entsteht hiedurch ein Hohlkonus K, dessen Wandstärke durch axiale Verschiebung des Körpers R2 veränderbar ist. Zur Erzeugung des Druckes, mit dem die zu verbutternde Flüssigkeit durch den Hohlkonus gepresst wird, ist eine Druckpumpe (nicht dargestellt) angeordnet. Die bei E zugeführte Menge der zu verbutternden Flüssigkeit wird durch die Pumpe geregelt. Die Flüssigkeit wird durch
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dargestellt) hindurchpresst.
Dieser Hohlraum ist also ähnlich wie der Butterungsraum aus einem Hohlkonus mit axial verschiebbarem Vollkonus gebildet, beide Konusse sind aber ruhend und führen keine Drehbewegung aus. Im Butterungsraum werden durch die Drehbewegung Butter und Flüssigkeit getrennt, im zweiten, feststehenden Raum aber wird der schon kompakten Buttermasse wieder Flüssigkeit zugeführt, ihr Wassergehalt also erhöht. Je enger der Durchtrittsraum, desto grösser ist die Wasseraufnahme. Der erforderliche Druck wird auch durch die Rahmzuführungspumpe geliefert.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum fortlaufenden Buttern von Fetträgern, wie Milch und Rahm, unter ständigem Durchfluss der zu verbutternden Flüssigkeit durch einen oder mehrere Durchtrittsräume zwischen gegeneinander in Bewegung befindlichen Flächen, dadurch gekennzeichnet, dass der Fettträger unter hohem Druck durch den Durchflussraum hindurchgepresst wird, so dass die sonst üblichen Steuerorgane, wie Nuten, Schieber od. dgl., die sonst seinen Durchtritt ermöglichen, entfallen.